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Saxo : Israel-Iran-Konflikt erschüttert Märkte , Was Anleger wissen müssen

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Saxo : Der Israel-Iran-Konflikt hat die Märkte in Aufruhr versetzt und die Ölpreise und Aktien erheblich beeinträchtigt. Anleger sollten diszipliniert bleiben und die Inflation und die Reaktionen der Zentralbanken beobachten.

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Von Jacob Falkencrone, Global Head of Investment Strategy Saxo


Raketen, Märkte und die Nerven der Anleger

In den letzten Tagen hat eine dramatische militärische Eskalation zwischen Israel und dem Iran die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich gezogen. Nach israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen startete Teheran Raketenangriffe auf israelische Städte. Die Krise löste Befürchtungen über einen grösseren regionalen Konflikt aus und verunsicherte die Märkte weltweit. Geopolitische Krisen lösen bei Anlegern oft emotionale Reaktionen aus und bergen die Gefahr übereilter Entscheidungen. In solchen Zeiten ist es wichtig, sich auf langfristige Strategien zu konzentrieren und nicht impulsiv zu reagieren.

Wie reagieren die Märkte? Klassisches Risikoflucht-Drama entfaltet sich

Die Märkte reagierten schnell: Die weltweiten Aktienkurse stürzten ab, die Ölpreise schnellten in die Höhe, und die Volatilitätswerte stiegen in einer der schärfsten Marktreaktionen seit den ersten Tagen der russischen Invasion in der Ukraine. Energie-, Verteidigungs-, Gold- und Cybersicherheitstitel legten zu, während Fluggesellschaften und Reiseaktien unter höheren Treibstoffkosten und Sicherheitsbedenken litten.

Wahrscheinliche Auswirkungen auf den Markt: Inflation, Zinssätze und Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Die ernsthafteste wirtschaftliche Bedrohung durch diesen Konflikt liegt in seinem Potenzial, die Inflation durch anhaltend hohe Ölpreise wieder anzufachen. Die jüngsten Angriffe auf iranische Öleinrichtungen in Teheran und das wichtige iranische Gasfeld South Pars haben die Ängste auf dem Markt deutlich verstärkt. Analysten rechnen mit einem noch stärkeren Ölpreisanstieg, der den Rohölpreis auf über 100 USD pro Barrel treiben könnte, wenn sich die Spannungen verschärfen.

Die Strasse von Hormuz ist nach wie vor ein kritischer Engpass, durch den etwa 20% der weltweiten Ölversorgung fliessen. Wenn der Iran diese Route – auch nur vorübergehend – blockiert, könnten die Preise drastisch ansteigen. Dies könnte die Lockerungsbemühungen der Zentralbanken zum Stillstand bringen, die Zinsen länger hoch halten und sich negativ auf die Aktienbewertungen auswirken, insbesondere auf wachstumsorientierte Technologiesektoren.

Europa und Asien sind besonders anfällig. Die asiatischen Volkswirtschaften, die in hohem Masse vom Öl des Nahen Ostens abhängig sind, laufen Gefahr, dass es zu erheblichen Störungen kommt, die das globale Wachstum beeinträchtigen könnten. Europa, das noch immer von der jüngsten Energiekrise geschwächt ist, könnte erneut unter wirtschaftlichen Druck geraten. Selbst die USA, die sich weitgehend selbst mit Energie versorgen, würden die Auswirkungen durch die miteinander vernetzten globalen Märkte und mögliche Inflationsauswirkungen spüren.

Die Anleger müssen daher die Reaktionen der Zentralbanken genau beobachten. Anhaltend hohe Ölpreise könnten die erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank verzögern und die Marktvolatilität verlängern.

Strategische Überlegungen in unsicheren Zeiten

Die Anleger stehen vor drei glaubwürdigen Szenarien:

Im Basisszenario bleibt der Konflikt eingedämmt, die Märkte stabilisieren sich nach anfänglicher Nervosität, die Energiepreise halten sich in Grenzen, die defensiven Anlagen bleiben widerstandsfähig und die Stimmung der Anleger verbessert sich allmählich.

In einem Negativszenario eskaliert die Krise, die Ölpreise steigen weiter, die Inflationsängste kehren zurück, die Zentralbanken ziehen Zinssenkungen wieder in Betracht und die globalen Stagflationsrisiken steigen, was zu anhaltender Unsicherheit und Druck auf die Märkte führt.

In einem positiven Szenario löst ein rascher diplomatischer Durchbruch eine Erleichterungsrallye in angeschlagenen Sektoren aus, die den Inflationsdruck entschärft und den Optimismus der Anleger auf breiter Front wiederherstellt, was die Erholung bei Aktien und Risikoanlagen unterstützt.

Um diese Szenarien auszubalancieren, könnten Anleger eine moderate defensive Ausrichtung in Erwägung ziehen – mit Schwerpunkt auf qualitativ hochwertigen, widerstandsfähigen Aktien und Rohstoffen, die Schwankungen standhalten können, während sie gleichzeitig bereit sind, von einer Markterholung zu profitieren, sollte schnell wieder Ruhe einkehren.

Aus vergangenen Marktschocks lernen

Die Anleger haben schon früher geopolitische Krisen bewältigt, etwa die Ölembargos der 1970er Jahre, den Golfkrieg von 1991 und Russlands Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022. Jede dieser Episoden löste zunächst heftige Marktreaktionen aus – starke Ölpreisspitzen, Ausverkäufe an den Aktienmärkten und erhöhte Volatilität – aber jedes Mal stabilisierten sich die Märkte schliesslich und erholten sich. Historische Präzedenzfälle zeigen, dass disziplinierte, langfristig orientierte Anleger, die ihre Positionen beibehalten und strategisch bei Markttiefs nachgekauft haben, im Laufe der Zeit in der Regel mit stärkeren Portfolios hervorgegangen sind.

In Zeiten erhöhter Unsicherheit ist strategische Geduld der Schlüssel. Ruhe zu bewahren, defensiv umzuschichten, systematisch zu investieren und die wichtigsten Risiken zu überwachen, wird Anlegern helfen, den Sturm zu überstehen.

Denken Sie daran: «Markets panic faster than they think – but recover quicker than they fear».

Quelle: InvestmentWorld.ch


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