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Schwyzer Kantonalbank : «Schockierend, aber nicht überraschend»

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Schwyzer Kantonalbank : Wie erwartet hat der Regierungswechsel in den USA zahlreiche Veränderungen gebracht. Ein Grossteil davon fällt in die Kategorie «schockierend, aber nicht überraschend».

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Thomas Rühl, CIO und Leiter Research der Schwyzer Kantonalbank


Aus Sicht der Finanzmärkte stehen die Importzölle im Vordergrund: Wie vielfach angekündigt hat die US-Regierung hohe Zölle gegen die wichtigsten Handelspartner umgesetzt. Im Fall von Kanada und Mexiko wurden diese in letzter Minute dank Kompromissen vertagt. Importe aus China unterliegen nun aber einem generellen Zoll von 10%. Und auch Europa dürfte von US-Zöllen nicht verschont bleiben.

In der kurzfristigen Betrachtung hat die US-Regierung ihre Ziele erreicht: Die Exportländer reagieren auf die Drohungen, auch wenn diese zunehmend einfacher zu durchschauen sind. Vergeltungsmassnahmen sind wegen der Grösse des amerikanischen Marktes jedoch nur beschränkt wirksam.

Mittelfristig könnte sich die aggressive Verhandlungstaktik jedoch als Bumerang erweisen: US-Produkte könnten im Ausland unpopulär werden. Ausserdem wirken Zölle inflationär. Entweder wegen der Weitergabe an die Konsumierenden oder weil die Herstellung auf amerikanischem Boden teurer ist. Die US-Inflation schwächte sich jüngst ab, könnte durch Zölle jedoch wieder aufflammen. Die Aktien- und Obligationenmärkte haben denn auch stark auf die Zolldrohungen reagiert. Und letztlich erschwert eine unberechenbare Handelspolitik die Planung komplexer Warenströme – etwa der Lieferketten von Autoherstellern.

Eher in die Kategorie «schockierend und überraschend» fällt die Lancierung von Deepseek. Dabei handelt es sich um ein chinesisches Modell im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Es wurde möglicherweise günstiger und mit älterer Hardware erstellt als westliche Angebote. Unklar ist jedoch, zu welchem Grad dies eine Eigenentwicklung ist. Einerseits könnte damit die Verbreitung von KI-Prozessen beschleunigt werden. Andererseits verschärft sich der Wettbewerb. KI-Modelle könnten austauschbar werden, was die enormen Gewinnerwartungen des Sektors in Frage stellt.

Die Zoll-Aufregung klingt langsam ab, das Risiko für weitere Schocks bleibt aber erhöht. Gleichwohl sind wir überzeugt, dass unser Hauptszenario für 2025 mit milder Inflation und tieferen Zinsen intakt ist. Denn der neue US-Präsident hat kaum ein Interesse an tieferen Aktienindizes, Preissteigerungen oder anhaltend hohen Zinsen.

Quelle: InvestmentWorld


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