Schwyzer Kantonalbank : Die Märkte werden aktuell stark von der Politik geprägt. Ausgangspunkt sind die Richtungswechsel der neuen US-Regierung und die Reaktionen anderer Länder.
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Thomas Rühl, CIO und Leiter Research der Schwyzer Kantonalbank
Sie könnten Wirtschaft und Weltpolitik der nächsten Jahre entscheidend verändern. Unsere Einschätzung zu den drei wichtigsten Themen:
1. US-Zölle für Importe aus Mexiko, Kanada und China
Nach einem Monat Aufschub sind die Importzölle jüngst in Kraft getreten, mit ungewisser Geltungsdauer. Gemäss einer Umfrage rechnen die Konsumenten wegen der Zölle mit einem steilen Inflationsanstieg. Weitere Ängste zur US-Konjunktur basieren auf der schlechteren Konsumentenstimmung und tiefen Kurzfristdaten. Nicht überraschend sind die Zinsen von US-Staatsobligationen im Sinkflug. Wir erwarten, dass sich die US-Konjunktur abschwächt, aber dass dies den Aktien nicht allzu stark schadet. Ausserdem glauben wir, dass die US-Zentralbank die Leitzinsen dennoch senkt, denn der Preisanstieg hat einen politischen, nicht aber monetären Hintergrund. Tiefere Zinsen könnten die angeschlagene Stimmung verbessern.
2. Noch keine US-Steuersenkungen
Bis jetzt hat die US-Regierung wenig zur Steuerpolitik für US-Unternehmen kommuniziert. Entsprechende Erwartungen wurden bisher enttäuscht. Der Budgetentwurf deutet jedoch an, dass die Regierung mit tieferen Steuereinnahmen rechnet. Wir gehen davon aus, dass dies demnächst konkretisiert wird. Profitieren könnten vor allem kleinere US-Unternehmen, die auch von Zöllen weniger betroffen sind.
3. Deutschland erhöht die Staatsausgaben
Europa muss aufrüsten – unabhängig von einem allfälligen Waffenstillstand in der Ukraine. Nach den Wahlen in Deutschland wurde die Schuldenbremse aufgeweicht. Der designierte Kanzler will «was immer nötig» für Rüstungsprogramme bereitstellen. Er lehnt sich damit an die Worte des ehemaligen EZB-Chefs Draghi bei der Euro-Rettung an. Die stagnierende europäische Industrie ist der Nutzniesser. Gleichzeitig steigen die Renditen deutscher Staatsobligationen stark an, der Schuldenberg und die Zinskosten wachsen. Zumindest kurzfristig haben sich die Aussichten für die Eurozone jedoch verbessert.
Das Umfeld ist komplex, die Nachrichtenflut überwältigend. Gleichzeitig bieten die Märkte gerade jetzt spannende Anlagemöglichkeiten. Gerne stehen unsere Kundenberaterinnen und -berater für Ihre Fragen bereit!
Quelle: InvestmentWorld
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