Unsicherheiten in Griechenland und Brasilien halten an….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Das robuste Beschäftigungswachstum am US-Arbeitsmarkt hat sich im April abgekühlt. Der Stellenzuwachs blieb mit 160‘000 klar hinter den Erwartungen zurück. Mit der Abschwächung haben sich die Zinserwartungen nochmals verringert. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt an der nächsten FedSitzung im Juni liegt gemäss den Terminkontrakten praktisch bei null, diejenige für September bei rund 30%. An dieser Einschätzung dürften nächste Woche das FOMC-Protokoll zur Lagebeurteilung im April und der erwartete leichte Anstieg bei den Konsumentenpreisen wenig ändern. Die Konjunktur entwickelt sich derzeit durchmischt, was sich z.B. bei der Industrieproduktion zeigt, die sich nur langsam von der Wachstumsdelle erholt. Zudem befürchten die meisten FOMC-Mitglieder keine starke Preisbeschleunigung, da die Löhne weiterhin nur moderat steigen. Ein Zinsschritt im laufenden Jahr bleibt daher unwahrscheinlich, auch wenn sich die Fed weiterhin alle Optionen offen hält.
Zuvor wird am Wochenende noch eine Reihe von chinesischen Konjunkturdaten für April veröffentlicht. Die Wachstumssorgen um China haben aufgrund der Stimulusmassnahmen nachgelassen. Die staatlichen Investitionen lagen im Q1 knapp 25% höher als im Vorjahreszeitraum. Allerdings fielen die Indikatoren nicht durchwegs positiv aus. Die Exporte blieben im Abwärtstrend und die private Investitionstätigkeit verliert stetig an Fahrt. Für die anstehenden Daten wird mit Ausnahme der zuletzt starken Industrieproduktion erneut eine Verbesserung erwartet. Darüber hinaus bleibt der Konjunkturausblick aber von Unsicherheiten geprägt, denn von der Regierung gibt es widersprüchliche Signale. Einerseits wurde für die kommenden drei Jahre ein grosses Verkehrsinfrastrukturprogramm im Umfang von über 700 Mrd. USD, also rund 7% des BIP angekündigt, wobei allerdings unklar ist, was davon neu ist und noch nicht budgetiert wurde. Andererseits sorgte die Warnung eines Regierungsinsiders vor der nicht nachhaltigen Kreditfinanzierung und der grossen Schuldenlast für Aufsehen.
Die strukturelle Wachstumsverlangsamung in China spiegelt sich in den japanischen Exporten wider. Der Rückgang des Exportvolumens nach China und zu anderen Abnehmern drückt auf die japanische Unternehmensstimmung und belas tet die Industrieproduktion sowie die Ausrüstungsinvestitionen. Im Q1 hat die Wirtschaftsleistung deshalb kaum zugelegt, wie nächste Woche die BIP-Zahlen zeigen dürften. Nach dem Wachstumsminus im Vorquartal wird aufgrund eines leichten Anstiegs der Konsumnachfrage aber knapp keine technische Rezession erwartet. Sollte es wider Erwarten doch dazu kommen, dürfte der Druck auf die Notenbank erneut zunehmen, dem Aufwertungstrend beim Yen mit einer zusätzlichen Lockerung der Geldpolitik entgegenzutreten.
Im Marktfokus stehen derzeit auch einige politische Risiken. Griechenland muss in rund zwei Monaten eine milliardenschwere Schuldrückzahlung stemmen. Ohne die Freigabe der nächsten Tranche vom 3. Rettungspaket der europäischen Geldgeber dürfte dies schwer werden. Nachdem das griechische Parlament mit der Verabschiedung von neuen Rentenund Steuerreformen eine wichtige Voraussetzung erfüllt hat, stehen die Chancen aber gut, dass der Kredit noch rechtzeitig ausbezahlt wird. Für Unsicherheiten sorgt aber noch die Frage, ob sich der IWF ebenfalls am Hilfsprogramm beteiligen wird, was speziell für Deutschland eine wichtige Bedingung darstellt. Der IWF fordert neben Sparmassnahmen auf Vorrat jedoch auch deutliche Schuldenerleichterungen, was von den Europäern bisher abgelehnt wird. In Brasilien wiederum wurde Präsidentin Dilma Rousseff aufgrund des laufenden Amtsenthebungsverfahrens für 6 Monate vom Amt suspendiert. Die Hoffnungen auf einen Machtwechsel haben dem brasilianischen Aktienmarkt dieses Jahr zu einer fulminanten Performance verholfen. Die Unternehmensstimmung ist jüngst aber auf ein neues Rekordtief gefallen, denn die Wirtschaft verharrt in der schweren Rezession und die Ungewissheit bleibt vorerst hoch, da bislang kein glaubwürdiger politischer Nachfolger in Sicht ist.
Auch der seit Jahresbeginn höhere Ölpreis hat in Brasilien die Aktien unterstützt, genau wie in anderen Ölförderländern. Das Aufwärtspotential beim Ölpreis erscheint uns jedoch . Damit zeichnet sich kurzfristig kein kräftiger Inflationsanstieg ab, auch nicht in der Schweiz, wo sich der Rückgang der Konsumentenpreise zuletzt überraschend halbiert hat .
Quelle: BONDWorld.ch
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