{"id":10523,"date":"2022-03-09T15:54:50","date_gmt":"2022-03-09T14:54:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=10523"},"modified":"2022-03-09T15:56:26","modified_gmt":"2022-03-09T14:56:26","slug":"bny-mellon-im-deja-vu-oder-das-ende-der-friedensdividende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bny-mellon-im-deja-vu-oder-das-ende-der-friedensdividende\/","title":{"rendered":"BNY Mellon IM : D\u00e9j\u00e0 vu oder das Ende der Friedensdividende?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BNY Mellon IM: Geschichte muss sich nicht immer wiederholen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Shamik Dhar, Chief Economist von BNY Mellon Investment Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der russische Einmarsch in die Ukraine zeigt aber \u00c4hnlichkeiten zu historischen Ereignissen, die als Orientierungshilfe zur Einordnung der aktuellen Situation dienen k\u00f6nnen.\u00a0 <\/strong><strong>Das trifft auch auf das Verhalten der Notenbanken zu. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein starkes Wachstum der Weltwirtschaft, das sich versch\u00e4rfende Zinsumfeld, der Beginn eines Krieges und Sanktionen gegen geopolitische M\u00e4chte: An was erinnern diese Ereignisse? Das geschah in den Jahren 1989-91. Die Weltwirtschaft war robust, der Golfkrieg stand kurz vor dem Ausbruch und die Welt verh\u00e4ngte Sanktionen gegen den Irak wegen seiner Invasion in Kuwait und gegen China nach dem Tiananmen-Massaker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute hat der Russland-Ukraine-Konflikt die meisten grossen Nationen der Welt dazu gebracht, sich gegen einen brutalen Autokraten (wie gegen Saddam Hussein im Irak) zusammenzuschliessen. Der Welthandel ist in Aufruhr. Die Energiepreise schiessen in die H\u00f6he. Die Welt verh\u00e4ngt harte Wirtschaftssanktionen gegen Russland (wie sie es gegen den Irak getan hat).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was macht eine Zentralbank im Fall solch turbulenter Ereignisse? Die US-Notenbank wird am 16. und 17. M\u00e4rz die n\u00e4chste Sitzung abhalten. Erwartet wird, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) die Zinsen anhebt, um die Inflation abzuschw\u00e4chen. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse sind die Chancen auf eine Zinserh\u00f6hung um 50 Basispunkte, die noch vor wenigen Tagen als wahrscheinlich galt, nahezu verschwunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Golfkrieg der 90er Jahre l\u00f6ste in den Vereinigten Staaten eine kurze Rezession aus. Zwischen Juli 1990 und M\u00e4rz 1991 sank das BIP um 1,5%, die Arbeitslosigkeit erreichte einen H\u00f6chststand von 6,8%, die \u00d6lpreise stiegen 1990 sprunghaft an und der S&amp;P 500 Index st\u00fcrzte zu Beginn des Krieges um fast 18% ab. Es dauerte 189 Tage, bis der Markt seine Verluste wieder aufgeholt hatte. Das weltweite Wirtschaftswachstum ging ebenfalls von 3,7% im Jahr 1989 auf 1,5% im Jahr 1991 zur\u00fcck. Erst 1997 erreichte es mit 3,7% wieder die Wachstumsrate von 1989.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Fed ohne Spielraum<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Irak in Kuwait einmarschierte, stand die US-Notenbank vor einem Dilemma: entweder die Inflation bek\u00e4mpfen \u2013 die 1990 bei 6,1% lag, und damit 1,5 Prozentpunkte mehr als 1989 \u2013 oder eine drohende Rezession verhindern. Sie entschied sich f\u00fcr eine Anhebung des Leitzinses. Als die von den USA angef\u00fchrten Streitkr\u00e4fte am 17. Januar 1991 in den Krieg gegen den Irak zogen, hatte die Fed die kurzfristigen Zinsen bereits sechsmal gesenkt, und zwar von 8,25% auf 6,75%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sechs Wochen nach Beginn des Krieges, als es zum Waffenstillstand kam, machten die Aktienindizes die zuvor erlittenen Verluste wieder wett \u2013 bevor der Krieg f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt wurde. Die Roh\u00f6lpreise fielen bis April wieder auf das Vorkriegsniveau zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Folge der achtmonatigen Rezession, die im Juli 1990 begann, senkte die Fed die Zinsen weiter. Damals hatte die US-Notenbank den notwendigen Spielraum; der Leitzins lag bei 8,5%. Heute kann die Fed das nicht mehr tun, weil die kurzfristigen Zinss\u00e4tze bereits nahe null sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unserer Meinung nach wird die Fed die Zinsen anheben, weil die Inflationserwartung (bis Ende Februar) markant auf 7,5% gestiegen ist und noch weiter steigen k\u00f6nnte. Die Energiepreise klettern in die H\u00f6he und die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts belasten die Weltwirtschaft.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ende der Friedensdividende?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die entscheidende Frage ist nun, wie es f\u00fcr den Rest des Jahres weitergeht. Die M\u00e4rkte waren der Meinung, dass eine Reihe von Zinserh\u00f6hungen erforderlich sein w\u00fcrde, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen. Wir dachten, dass sich die kurzfristigen Realzinsen angesichts des Ausmasses des Inflationsschocks in den positiven Bereich bewegen m\u00fcssten. Der Russland-Ukraine-Konflikt hat diese Debatte neu entfacht. Wenn man sich aber an das Verhalten in den Jahren 1989-91 zur\u00fcckbesinnt, dann k\u00f6nnte es sein, dass die Fed die Zinsen noch eine Weile anheben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sei daran erinnert, dass die Jahre 1989-91 aus einer Reihe anderer Gr\u00fcnde von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Weltgeschichte waren: Es war die Zeit des Berliner Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung. Die Sowjetunion l\u00f6ste sich auf, ebenso der Warschauer Pakt. Eine direkte Folge der Volksaufst\u00e4nde der \u00absamtenen\u00bb Revolutionen in Osteuropa (Polen, Ungarn, Tschechoslowakei usw.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geopolitisch gesehen begann 1990 eine intensive Phase der Globalisierung, und die Staatshaushalte profitierten von der Friedensdividende, da die Senkung der R\u00fcstungs- und Verteidigungsausgaben als Folge der Abr\u00fcstungsvertr\u00e4ge nach Ende des Kalten Krieges diese entlastete. Das Jahr 2022 k\u00f6nnte nun das Ende dieser Friedensdividende einl\u00e4uten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BNY Mellon IM: Geschichte muss sich nicht immer wiederholen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":9419,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[75],"tags":[137],"class_list":["post-10523","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zentralbanken","tag-bny-mellon-im"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10523"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10527,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10523\/revisions\/10527"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9419"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}