{"id":10702,"date":"2022-03-31T11:21:32","date_gmt":"2022-03-31T09:21:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=10702"},"modified":"2022-03-31T11:24:10","modified_gmt":"2022-03-31T09:24:10","slug":"mfs-im-was-tun-wenn-die-rechnung-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/mfs-im-was-tun-wenn-die-rechnung-kommt\/","title":{"rendered":"MFS IM: Was tun, wenn die Rechnung kommt?"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"eplus-aDQUeX\" style=\"text-align: justify;\">MFS : In der Wirtschaft gibt es nur wenige ewige Wahrheiten. Mir f\u00e4llt vor allem eine ein: Nichts ist umsonst. Alles hat seinen Preis, auch wenn man ihn beim Kauf vielleicht noch nicht kennt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-480q7F\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator  eplus-HZJeoi\" \/>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Robert M. Almeida, Jr., Portfoliomanager und Globaler Investmentstratege bei MFS Investment Management<\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So war es auch zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. In den Industriel\u00e4ndern kannten Geld- und Fiskalpolitik keine Grenzen mehr. Alle Mittel waren recht, um die wirtschaftlichen Folgen der zeitweisen Schlie\u00dfung der Weltwirtschaft im Namen des Gesundheitsschutzes aufzufangen, bekannte und bisweilen auch neue. Doch jetzt wird uns die Rechnung pr\u00e4sentiert, und der Preis scheint u\u0308berraschend hoch. Aber konnte man wirklich nicht damit rechnen, dass die Inflation auf ein 40-Jahres-Hoch steigt? Natu\u0308rlich geht das nicht allein auf das Konto der Geldpolitik. Fu\u0308r Lieferengp\u00e4sse, steigende Arbeitskosten \u2013 in den letzten 1.000 Jahren ist die Partizipationsquote nach Pandemien stets gefallen \u2013 und den russischen Einmarsch in die Ukraine k\u00f6nnen Notenbanken und Politiker sicher nichts.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch halte ich einen Gro\u00dfteil der derzeitigen Inflation fu\u0308r den Preis dafu\u0308r, dass eine der sch\u00e4rfsten Rezessionen der Geschichte nach nur wenigen Wochen vergessen war. Dazu wurde die Wirtschaft in einem bis dahin unvorstellbaren Umfang mit Liquidit\u00e4t und Konjunkturprogrammen u\u0308berschu\u0308ttet, obwohl die Ungleichgewichte in den elf Jahren seit der internationalen Finanzkrise immer gr\u00f6\u00dfer geworden waren. Notenbanken und Regierungen haben nicht nur eine Lokalrunde spendiert, sondern alle den ganzen Abend lang eingeladen.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Jetzt folgt die Rechnung<\/strong><\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle \u2013 Haushalte, Unternehmen, Politiker und Notenbanken \u2013 versuchen, aus dem Preisauftrieb das Beste zu machen. Zur Hysterie besteht aber kein Grund. Das beste Mittel gegen hohe Rohstoffpreise waren schon immer \u2026 hohe Rohstoffpreise. Denn die Nachfrage f\u00e4llt, weil man weniger Auto f\u00e4hrt und weniger heizt, um Benzin und \u00d6l zu sparen. Au\u00dferdem geben Haushalte und Unternehmen bei einer hohen Teuerung weniger Geld fu\u0308r all das aus, was man nicht unbedingt braucht. Das Wachstum l\u00e4sst dann nach, und vielleicht schrumpft die Wirtschaft sogar. Das ist genau das Gegenteil von dem, was 2020 und 2021 passierte, als das Wachstum zulegte und die Inflation fiel. In den Industriel\u00e4ndern sorgten 18 Monate Konjunkturprogramme fu\u0308r zweistelliges Wirtschaftswachstum und einen 25-prozentigen Umsatzanstieg bei fallenden Kosten. Das Gewinnwachstum der Unternehmen hat sich verdoppelt. Das erkl\u00e4rt, warum die Aktienertr\u00e4ge im obersten Perzentil lagen. Aber gab es das alles umsonst? Nein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Preis dafu\u0308r ist bestenfalls eine Normalisierung der Konjunktur, schlechtestenfalls aber fallendes Wachstum bei steigenden Preisen. Schon lange vor 2022 waren die Ums\u00e4tze schw\u00e4cher gewachsen und die Kosten gestiegen. In den n\u00e4chsten Quartalen k\u00f6nnte es noch schlimmer kommen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts steigender Zinsen, niedrigerer Ertr\u00e4ge und der unsicheren Entwicklung von Cashflows und Gewinnmargen mu\u0308ssen sich Investoren fragen, mit welchen Bewertungen sie leben k\u00f6nnen, wenn man am Geldmarkt schon bald wieder 1% bis 2% verdienen kann.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Man braucht nicht BWL studiert zu haben, um zu wissen, wohin die Reise geht. Aktien von Unternehmen mit niedrigeren Margen und einer geringeren Qualit\u00e4t du\u0308rften fallen. Margenstabile Qualit\u00e4tstitel werden hingegen knapp. Das, so finde ich, zeigt deutlich, wie wichtig auf Dauer aktives Management ist.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Eine Analogie<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten 500 Jahren glichen \u00dcbertreibungen an den Finanzm\u00e4rkten dem Gezeitenwechsel: Die Flut schwemmt alle fort, die sich ihr in den Weg stellen. Aber dann kommt die Ebbe, und wer sie nicht ernst nimmt, wird aufs Meer hinausgetrieben. Die sp\u00e4ten 1990er-Jahre und die amerikanische Immobilienmarktblase Mitte der 2000er-Jahre sind die besten Beispiele dafu\u0308r.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt lagen alle, die in schw\u00e4cheren Zyklikern (die von den Konjunkturprogrammen am meisten profitierten) und den teuren Modewerten aus den Sektoren Biotechnologie und Cloud-Technologie untergewichtet waren, deutlich hinter passiven Strategien zuru\u0308ck. Aber jetzt ist die Flut vorbei. Wer auf einen weiteren Anstieg setzt, erh\u00e4lt seine wohlverdiente Strafe \u2013 denn Qualit\u00e4tsunternehmen mit langfristig u\u0308berdurchschnittlichen Margen werden wohl bald wieder vorn liegen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Unsicherheit so gro\u00df ist wie heute, k\u00f6nnten sich Aktien mit berechenbaren Cashflows lohnen, von Unternehmen, die wichtige Produkte herstellen. Untergewichten sollte man Firmen, deren Gewinne von Faktoren abh\u00e4ngen, auf die die Unternehmen selbst keinen Einfluss haben \u2013 oder deren Gesch\u00e4ftsmodelle den Praxistest noch nicht bestanden haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-qAux6i\" style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MFS : In der Wirtschaft gibt es nur wenige ewige Wahrheiten. Mir f\u00e4llt vor allem eine ein: Nichts ist umsonst. 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