{"id":10745,"date":"2022-04-04T10:24:54","date_gmt":"2022-04-04T08:24:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=10745"},"modified":"2022-04-04T10:26:33","modified_gmt":"2022-04-04T08:26:33","slug":"allianz-gi-zeitenwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-zeitenwende\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Zeitenwende"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Allianz GI : Die Invasion der russischen Armee in die Ukraine d\u00fcrfte eine Zeitenwende f\u00fcr die gesamte westliche Welt bedeuten. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Stefan Rondorf\u00a0 Senior Investment Strategist, Global Economics &amp; Strategy<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"body-one\" style=\"text-align: justify;\">Auf diese neue Realit\u00e4t werden sich Anleger h\u00f6chstwahrscheinlich nicht von heute auf morgen einstellen k\u00f6nnen \u2013 zu viele Fragen und Zielkonflikte m\u00fcssen beantwortet und abgewogen werden. Was aber ist auf Sicht der n\u00e4chsten Monate f\u00fcr Preise, Konjunktur und M\u00e4rkte zu erwarten?<\/p>\n<p class=\"body-one\" style=\"text-align: justify;\">Eine Zeitenwende scheint sich bei den Inflationsraten abzuzeichnen. Der Preisauftrieb hat sich weiter versch\u00e4rft: Schon vor der milit\u00e4rischen Eskalation in der Ukraine gab es viele Anzeichen f\u00fcr eine breitere und sich verstetigende Inflation. Diese d\u00fcrften sich durch stark gestiegene Preise vor allem f\u00fcr Energie und Nahrungsmittel verst\u00e4rken. Zumindest ist von einer sp\u00e4teren Normalisierung von Preissteigerungsraten auszugehen. Durch die Sanktionen gegen Russland k\u00f6nnte es zudem zu neuen Belastungen in den Lieferketten und auf Transportwegen kommen.<\/p>\n<p class=\"body-one\" style=\"text-align: justify;\">Entsprechend hat sich der Konjunkturausblick eingetr\u00fcbt. Gestiegene Preise schm\u00e4lern das verf\u00fcgbare Haushaltseinkommen f\u00fcr den Konsum, Unternehmen haben weniger Planungssicherheit und k\u00f6nnten Investitionsentscheidungen zur\u00fcckstellen. Auf der positiven Seite sollte sich, trotz verbleibender Unsicherheiten im Umgang mit der Pandemie, in vielen L\u00e4ndern eine dynamische Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Freizeitgestaltung und Reisen entfalten. Zudem d\u00fcrften die Ersparnisse aus den vergangenen Pandemiejahren die Belastungen durch gestiegene Preise zumindest teilweise abfedern. In der Summe ist auf Sicht der n\u00e4chsten Monate eine weltweite Wachstumsverlangsamung, aber noch keine Rezession zu erwarten. Dies gilt auch f\u00fcr Europa, trotz einer deutlich st\u00e4rkeren Verflechtung mit Russland und der Ukraine.<\/p>\n<p class=\"body-one\" style=\"text-align: justify;\">Eine Wachstumsverlangsamung sollte auch das Gewinnwachstum schm\u00e4lern. Gingen die Sch\u00e4tzungen, beispielsweise f\u00fcr den europ\u00e4ischen Stoxx600-Index, vor der Krise von etwa 9 % Gewinnwachstum f\u00fcr 2022 aus, k\u00f6nnte sich dies nun in Richtung stagnierender Gewinne entwickeln \u2013eine Gewinnrezession ist damit auch f\u00fcr Europa keine ausgemachte Sache, unter anderem aufgrund des ausgleichenden Effekts steigender Gewinne in Energie- und Rohstoffsektoren.<\/p>\n<p class=\"body-one\" style=\"text-align: justify;\">H\u00f6here Inflation und gestiegene Abw\u00e4rtsrisiken f\u00fcr die Konjunktur bringen die Zentralbanken in eine Zwickm\u00fchle. Sowohl die Europ\u00e4ische Zentralbank als auch die Federal Reserve haben sich in den letzten Wochen zumindest verbal auf die Seite der Inflationsbek\u00e4mpfung geschlagen. Beide Zentralbanken waren aber bis zuletzt sehr expansiv unterwegs, weshalb sie nun z\u00fcgig und kr\u00e4ftig gegensteuern m\u00fcssen \u2013 ein schwieriger Drahtseilakt. Der Weg zu einer nachhaltig inflationsd\u00e4mpfenden Geldpolitik mit Zinsen \u00fcber einem neutralen Niveau (f\u00fcr die USA wird dies beispielsweise bei etwa 2,5 % angenommen) ist weit.<\/p>\n<p class=\"body-one\" style=\"text-align: justify;\">Genau dies bleibt der Hoffnungsschimmer f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte und andere risikoreichere Verm\u00f6gensklassen: Die Realzinsen, also die Zinsen abz\u00fcglich der derzeit hohen Inflationsraten, d\u00fcrften noch auf l\u00e4ngere Sicht negativ bleiben. Sachwerte wie Aktien sollten also trotz eines herausfordernden Umfelds mittelfristig gegen\u00fcber nominalen Verm\u00f6gensklassen wie Staatsanleihen attraktiv bleiben. An dieser Stelle bleibt die Zeitenwende aus.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Taktische Allokation Aktien &amp; Anleihen<\/h6>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li class=\"body-one\">Auch wenn konjunkturelle Abw\u00e4rtsrisiken derzeit \u00fcberwiegen, erscheint das Risiko eines Abrutschens in eine Rezession f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate eher gering. Vor der russischen Invasion in die Ukraine nahm die Weltwirtschaft gerade wieder etwas mehr Schwung auf, nachdem die Effekte der Omikron-Virusvariante in den Wintermonaten gebremst hatten. Die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Dienstleistungssektors nach zwei Pandemiejahren ist weiter berechtigt.<\/li>\n<li class=\"body-one\">Sollten sich die \u00d6lpreise l\u00e4ngere Zeit \u00fcber 120 US-Dollar pro Barrel festigen, h\u00e4tten sie sich \u00fcber einen Zweijahreszeitraum in etwa verdoppelt. Dies bedeutete in der Vergangenheit oft st\u00e4rkere Konjunkturabk\u00fchlungen. Eine merklich verringerte Energieintensit\u00e4t (und damit eine gesunkene Energieabh\u00e4ngigkeit) westlicher Volkswirtschaften sowie eine noch expansive Geldpolitik entsch\u00e4rfen jedoch derzeit das negative Signal dieser Daumenregel.<\/li>\n<li class=\"body-one\">Entsprechend erscheint die Diskussion \u00fcber ein Stagflationsszenario analog der 1970er Jahre aktuell als verfr\u00fcht.<\/li>\n<li class=\"body-one\">Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Risikoszenarien wie Cyberangriffe oder den Angriff eines NATOStaates durch Russland erscheint derzeit gering, ist aber nicht null.<\/li>\n<li class=\"body-one\">Stark gestiegene Inflationsraten und der Druck auf die Zentralbanken haben auf den USRentenm\u00e4rkten einen B\u00e4renmarkt historischer Dimension verursacht. Relativ dazu bleiben Aktien als Sachwerte gest\u00fctzt, vor allem in einem Umfeld, in dem Realzinsen noch l\u00e4nger in negativem Terrain verharren d\u00fcrften.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"component agi-general-content-rte \" data-component=\"general-content\">\n<div class=\"l-container u-margin-top-xl u-margin-bottom-2m agi-rte\">\n<div class=\"l-grid__row u-margin-top-xl\" data-component=\"summary-text-image\">\n<div class=\"l-container \" style=\"text-align: justify;\" data-component=\"general-content\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Die Invasion der russischen Armee in die Ukraine d\u00fcrfte eine Zeitenwende f\u00fcr die gesamte westliche Welt bedeuten.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6612,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-10745","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10745","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10745"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10745\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10747,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10745\/revisions\/10747"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10745"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10745"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10745"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}