{"id":10877,"date":"2022-04-21T11:27:58","date_gmt":"2022-04-21T09:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=10877"},"modified":"2022-04-21T11:29:58","modified_gmt":"2022-04-21T09:29:58","slug":"mfs-im-rezessionsrisiken-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/mfs-im-rezessionsrisiken-in-den-usa\/","title":{"rendered":"MFS IM: Rezessionsrisiken in den USA"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"eplus-aDQUeX\" style=\"text-align: justify;\">MFS IM : Der Fluch des teuren \u00d6ls und die steigenden Leitzinsen wecken neue Rezessionssorgen in den USA.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-480q7F\" style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator  eplus-HZJeoi\" \/>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Benoit Anne, Director Investment Solutions Group bei MFS Investment Management<\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch halten wir eine Rezession fu\u0308r unwahrscheinlich, doch sind die Risiken zweifellos gestiegen. Das schwierige Marktumfeld mahnt zu einer gewissen Vorsicht, vor allem wegen der weltpolitischen Krise und ihrer Auswirkungen auf risikobehaftete Wertpapiere. Aufgrund der generellen Unsicherheit und der wohl auch in n\u00e4chster Zeit u\u0308berdurchschnittlichen Volatilit\u00e4t wird es entscheidend auf die aktive Asset-Allokation und das Portfoliomanagement ankommen.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Steht den USA eine Rezession bevor?<\/strong><\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die US-Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass Rezessionen vor allem zwei Ursachen hatten: einen drastischen \u00d6lpreisanstieg und Zinserh\u00f6hungen der Fed. Acht der letzten elf Rezessionen wurden von einem \u00d6lpreisschock, einer massiven Straffung der Geldpolitik oder einer Kombination aus beidem ausgel\u00f6st (Abbildung 1 im Anhang). Auch jetzt erleben wir einen \u00d6lpreisschock (wegen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine) und Zinserh\u00f6hungen. Hei\u00dft das, dass die USA einer Rezession kaum entgehen k\u00f6nnen?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA ist das Rezessionsrisiko deutlich gestiegen, doch k\u00f6nnen wir einer Rezession wohl entgehen. Dafu\u0308r gibt es viele Gru\u0308nde. Zum einen ist die US-Wirtschaft fundamental stabil. Sicher spu\u0308ren die Verbraucher den deutlichen Inflationsanstieg und den entsprechenden Ru\u0308ckgang der verfu\u0308gbaren Realeinkommen. Zuletzt ist das Konsumklima daher auch stark gefallen (Abbildung 2 im Anhang). Dennoch stehen die US-Verbraucher weiter gut da; ihre Schulden sind handhabbar, und der Arbeitsmarkt ist stabil. Auch viele andere Sektoren erweisen sich als krisenfest: Die Unternehmensgewinne wachsen deutlich, und viel spricht fu\u0308r hohe Investitionen. Dem Immobiliensektor kommen die anhaltend hohe Nachfrage und die steigenden Hauspreise entgegen. Natu\u0308rlich kann sich der Ausblick \u00e4ndern, und sicher mu\u0308ssen wir die Konjunktur im Auge behalten. Einstweilen sehen wir aber keinen Grund zur Panik.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der MFS-Konjunkturindex (BCI), eine Kombination ausgew\u00e4hlter Fru\u0308hindikatoren, spricht fu\u0308r moderate Konjunkturrisiken (Abbildung 3 im Anhang). Mehrere wichtige US-Fru\u0308hindikatoren entwickeln sich erfreulich: Der Arbeitsmarkt ist ebenso stabil wie der Immobilienmarkt, das Gesch\u00e4ftsklima und die Unternehmensgewinne. Ein Index auf dem aktuellen Niveau signalisierte meist ordentliches Wachstum, auch wenn der ju\u0308ngste Ru\u0308ckgang in Richtung null zur Vorsicht mahnt. Letztlich steht dieser Ru\u0308ckgang aber fu\u0308r die Ru\u0308ckkehr zum langfristigen Trendwachstum, nachdem sich die Wirtschaft seit dem Ende der Lockdowns stark erholt hat.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein drastischer \u00d6lpreisanstieg muss fu\u0308r die US-Wirtschaft keine Katastrophe mehr sein. Wir leben nicht mehr in den 1970ern. Zwar wirken h\u00f6here \u00d6lpreise auf die Verbraucher noch immer wie eine Steuer, doch ist die US-Wirtschaft heute l\u00e4ngst nicht mehr so anf\u00e4llig wie vor einigen Jahrzehnten. Dies liegt daran, dass heute gr\u00f6\u00dfere Teile der US-Wirtschaft von einem h\u00f6heren \u00d6lpreis profitieren und die Energieintensit\u00e4t abgenommen hat. 2020 waren die USA erstmals ein Netto\u00f6lexporteur. Hinzu kommt, dass der \u00d6l- und Gassektor heute mehr zu Wirtschaftswachstum und Investitionen beitr\u00e4gt. Dennoch sollten Investoren die Auswirkungen eines dauerhaft h\u00f6heren \u00d6lpreises auf die Verbraucher nicht aus dem Blick verlieren.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Massive Straffung der Geldpolitik<\/strong><\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine u\u0308bertriebene Straffung der Geldpolitik ist aber sehr viel wahrscheinlicher geworden. Darin sehen wir auch den wichtigsten Grund fu\u0308r das h\u00f6here Rezessionsrisiko. Auf der letzten Offenmarktausschusssitzung lie\u00df die Fed keinen Zweifel daran, dass sie den Leitzins auch u\u0308ber den sogenannten neutralen Zins hinaus anheben und die Geldpolitik damit massiv straffen will. Offensichtlich nimmt man es ihr ab: Der US-Zinsstrukturkurve zufolge rechnet man mit Zinserh\u00f6hungen auf 2,90%, was im Wesentlichen den Projektionen der Notenbank entspricht, dem sogenannten Dot Plot. Allerdings sind zwei Szenarien denkbar, in denen die Fed auf die geplanten Zinserh\u00f6hungen verzichtet.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Szenario w\u00e4re gut fu\u0308r den Markt: Aufgrund nachlassender Lieferengp\u00e4sse und fallender \u00d6lpreise k\u00f6nnte die Inflation wieder zuru\u0308ckgehen, sodass die Fed mehr Spielraum h\u00e4tte. Das zweite Szenario w\u00e4re hingegen schlecht: Die Fed k\u00f6nnte auch deshalb auf drastische Zinserh\u00f6hungen verzichten, weil die Rezessionsrisiken massiv zunehmen. Dann w\u00e4re ihr wichtigstes Ziel nicht l\u00e4nger weniger Preisauftrieb, sondern mehr Wachstum. So oder so wird man die \u00c4u\u00dferungen der Fed in n\u00e4chster Zeit genau analysieren mu\u0308ssen, vor allem, wenn die Inflationserwartungen deutlich steigen oder die Wachstumsrisiken erheblich zunehmen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserem Basisszenario rechnen wir in den USA mit einem deutlichen Wachstumsru\u0308ckgang und einer Inflation klar u\u0308ber dem Vor-Corona-Niveau. Die aktuelle Weltkrise du\u0308rfte aber st\u00e4rkere Auswirkungen auf andere L\u00e4nder als auf die USA haben. Das gilt vor allem fu\u0308r den Euroraum, wo eine Stagflation wahrscheinlicher geworden ist. Hier machen sich vor allem die h\u00f6heren Energiepreise bemerkbar, die das Wachstum d\u00e4mpfen und die Konjunktur schw\u00e4chen k\u00f6nnten. In allen Regionen drohen au\u00dferdem Extremrisiken. Eine massive Eskalation des Krieges wu\u0308rde die Weltwirtschaftserwartungen weiter d\u00e4mpfen. Dann wu\u0308rde sich auch der Konjunkturausblick fu\u0308r die USA verschlechtern.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Worauf muss man in diesen turbulenten Zeiten achten?<\/strong><\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch wegen der weltpolitischen Krise werden wir mehrere Konjunkturparameter genau im Blick behalten:<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Der \u00d6lpreis ist der \u00dcberbringer schlechter Nachrichten, vor allem, wenn er dauerhaft u\u0308ber 100 US-Dollar betr\u00e4gt.<br \/>&#8211; Die Steigung der US-Zinsstrukturkurve zeigt die Konjunkturerwartungen der Investoren an.<br \/>&#8211; Die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) signalisieren, ob in n\u00e4chster Zeit mit einem drastischeren Wachstumsru\u0308ckgang zu rechnen ist.<br \/>&#8211; Andere Konjunkturindikatoren k\u00f6nnen ebenfalls steigende Rezessionsrisiken andeuten: Besonders interessant sind fu\u0308r uns Arbeitsmarktdaten \u2013 vor allem der Besch\u00e4ftigungszuwachs und die Arbeitslosengeldantr\u00e4ge \u2013, Unternehmensgewinne und Verbrauchervertrauen. Genau achten wir auch auf die \u00c4u\u00dferungen der Notenbanken, vor allem auf Hinweise auf eine weniger restriktive Geldpolitik.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem halten wir eine Rezession in den USA nicht fu\u0308r zwingend, da die Wirtschaft fundamental stabil ist. Wegen der Weltkrise ist das Rezessionsrisiko aber gestiegen, und die Zeiten sind unsicherer geworden. Die Marktrisiken k\u00f6nnten sich \u00e4ndern, was aus unserer Sicht sorgf\u00e4ltige Analysen und aktives Portfoliomanagement erfordert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-qAux6i\" style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MFS IM : Der Fluch des teuren \u00d6ls und die steigenden Leitzinsen wecken neue Rezessionssorgen in den USA.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10881,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[188],"class_list":["post-10877","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-mfs"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10877"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10877\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10884,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10877\/revisions\/10884"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}