{"id":11189,"date":"2022-05-30T11:02:37","date_gmt":"2022-05-30T09:02:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=11189"},"modified":"2022-05-30T11:03:11","modified_gmt":"2022-05-30T09:03:11","slug":"mfs-im-schlagzeilen-und-anlagehorizonte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/mfs-im-schlagzeilen-und-anlagehorizonte\/","title":{"rendered":"MFS IM: Schlagzeilen und Anlagehorizonte"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"eplus-aDQUeX\" style=\"text-align: justify;\">MFS IM : In unseren Kurzanalysen geht es oft um aktuelle Entwicklungen und die unz\u00e4hligen Schlagzeilen, mit denen unsere Analysten und Strategen konfrontiert sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-480q7F\" style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator  eplus-HZJeoi\" \/>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von William J. Adams, Jr., CIO Global Fixed Income bei MFS Investment Management<br \/><\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines der wichtigsten Ergebnisse ist f\u00fcr mich, dass sich Schlagzeilen kaum prognostizieren lassen \u2013 und dass es f\u00fcr Anleger fast unm\u00f6glich ist, daran zu verdienen. Schlagzeilen sind spannend, aber schnelllebig. F\u00fcr die Ertr\u00e4ge sind meist die Fundamentaldaten entscheidend. Kurzfristiges Denken kann da nur schaden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die j\u00fcngsten Entwicklungen veranlassen zum kurzfristigen Denken. Man diskutiert \u00fcber die russischen Pl\u00e4ne und Operationen, die Dauer des Krieges und die Entschlossenheit der Ukraine. Wer sich noch vor wenigen Wochen zum Coronaexperten stilisierte, gibt jetzt den Milit\u00e4rstrategen. Die M\u00e4rkte steigen und fallen, die Volatilit\u00e4t nimmt zu, die Rohstoffpreise kennen kein Halten mehr, und die Notenbanken versuchen, aus all den Unbekannten das Beste zu machen, zumal eine Rezession droht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeit vergeht, und die M\u00e4rkte gehen ihren Gang. Schon spricht man wieder \u00fcber Inflation und Geldpolitik, Quartalsergebnisse und die Zwischenwahlen in den USA. Die gr\u00f6\u00dfte milit\u00e4rische Auseinandersetzung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, die anfangs als Wegscheide galt, scheint nur noch lokal bedeutsam und ger\u00e4t allm\u00e4hlich in Vergessenheit.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist das menschliche Leid noch immer gro\u00df. Kollegen von mir stammen aus der Ukraine, Russland und anderen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Viele von ihnen haben Familie und Freunde in der Region. Ich wei\u00df um die humanit\u00e4re Krise und bin mir der gro\u00dfen kurzfristigen Risiken durch den Krieg voll bewusst. Die menschliche Trag\u00f6die ist noch lange nicht vorbei. Unsere Sorge sollte vor allem den Menschen gelten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist \u00e4u\u00dferst schwierig, in einer solchen Lage kurzfristige Entwicklungen und die Marktrichtung zu prognostizieren. Ich glaube, dass fundamentale Langfristentwicklungen oft nicht gen\u00fcgend beachtet werden \u2013 obwohl sie uns noch lange erhalten bleiben. Wenn die Globalisierung Platz macht f\u00fcr Regionalisierung und Autarkiestreben, k\u00f6nnen Volkswirtschaften durchaus krisenfester werden. Aber das hat seinen Preis. Die Effizienz nimmt ab, die Inflation kann steigen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rohstoffpreisschocks und Angebotsrisiken<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Reaktion auf den russischen Einmarsch hatte vor allem Konsequenzen f\u00fcr die Rohstoffm\u00e4rkte, schnell und wie erwartet. Sanktionen und bef\u00fcrchtete Angebotsengp\u00e4sse lie\u00dfen die Preise steigen, vor allem f\u00fcr Energie und Lebensmittel. Mittlerweile haben sich die meisten Rohstoffe zwar wieder verbilligt, sind aber noch immer teurer als vor der Invasion. Weltweit m\u00fcssen die Notenbanken jetzt die Inflation eind\u00e4mmen \u2013 obwohl das Wachstum nachl\u00e4sst und die weltpolitischen Risiken gro\u00df sind. Das ist eine echte Herausforderung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Konsens ist, dass Globalisierung und Vernetzung Schaden nehmen. Wegen der damit verbundenen Lieferst\u00f6rungen d\u00fcrfte das die Inflation treiben. Vor allem aber gilt der Ressourcenmangel als Stabilit\u00e4ts- und Sicherheitsrisiko. Viele L\u00e4nder erkennen allm\u00e4hlich die Risiken der gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeit, vor allem, wenn der Partner unberechenbar oder instabil ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die naheliegende Reaktion ist ein verst\u00e4rktes Autarkiestreben. Man setzt auf Redundanz und Resilienz, um sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Viele Beobachter meinen, dass die daf\u00fcr n\u00f6tigen Investitionen dem Wirtschaftswachstum n\u00fctzen, zumindest dem kurzfristigen nominalen. Sie k\u00f6nnen aber auch zu struktureller Inflation f\u00fchren. Unterdessen werden die l\u00e4ngerfristigen Auswirkungen weniger beachtet. Vielleicht gibt der Staat mehr Geld aus, um den Aufbau von Produktionskapazit\u00e4ten im eigenen Land zu f\u00f6rdern. Aber dadurch geraten die schon jetzt angespannten Staatsfinanzen weiter unter Druck. Auch k\u00f6nnten leicht \u00dcberkapazit\u00e4ten entstehen, und die Lager k\u00f6nnten zu voll werden, zumal nationale L\u00f6sungen oft ineffizienter sind als die Beschaffung im Ausland. All das kann das reale Wirtschaftswachstum dauerhaft bremsen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Globalisierung Platz macht f\u00fcr Regionalisierung und Autarkiestreben, k\u00f6nnen Volkswirtschaften durchaus krisenfester werden. Aber das hat seinen Preis. Die Effizienz geht zur\u00fcck, die Inflation kann steigen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marginalisiertes Russland<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die Investoren kaum absch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wie der Krieg endet, sollte man seine langfristigen Folgen nicht au\u00dfer Acht lassen. Putins Absicht scheint klar: Er m\u00f6chte sein Territorium arrondieren. Die Ostukraine dient ihm als Landbr\u00fccke zur Krim und zum Schwarzen Meer.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Westen hat Putin eine klare Antwort gegeben und Russland aus der Weltwirtschaft weitgehend ausgeschlossen. Der Krieg hat finanzielle und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland ausgel\u00f6st, wie man sie lange nicht gesehen hat. Westliches Kapital hat das Land verlassen, die Aktiva verloren massiv an Wert, der Rubel ist eingebrochen, und ausl\u00e4ndische Investoren kaufen keine russischen Anleihen und Aktien mehr.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweifellos steht Russland heute sehr viel isolierter und wirtschaftlich schw\u00e4cher da als vor der Invasion. Viele Beobachter sehen das Land mangels Alternative schon als Juniorpartner Chinas. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen die Sanktionen China helfen, ein Zahlungsabwicklungssystem nach westlichem Vorbild aufzubauen. Man k\u00e4me dann dem Ziel n\u00e4her, den Renminbi zu einer internationalen Reservew\u00e4hrung zu machen. All das kann langfristige Auswirkungen auf die internationalen Devisen- und Rohstoffm\u00e4rkte haben. Russland mag den Wirtschaftskrieg verlieren, aber die Kosten f\u00fcr die Weltwirtschaft (und f\u00fcr die USA, zu deren W\u00e4hrung es keine echte Alternative gibt) k\u00f6nnten enorm sein. Das kann zu einem Paradigmenwechsel f\u00fchren.<br \/><br \/>Schlagzeilen sind einfach nur &#8230; Schlagzeilen. Oft sind sie aufmerksamkeitsheischende, effekthascherische Versuche, Leser zu gewinnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ESG<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberraschenderweise haben sich manche Investoren wegen der russischen Invasion kritisch zu ESG-Strategien ge\u00e4u\u00dfert. Sie verweisen auf die Minderertr\u00e4ge von Mandaten mit deutlichen Untergewichtungen oder gar dem Ausschluss von Energie- und Verteidigungstiteln. Der Grund hierf\u00fcr ist aus unserer Sicht ein falscher Ansatz \u2013 mit schematischen Ausschl\u00fcssen statt ESG-Integration.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Meiner Meinung nach k\u00f6nnen sich ESG-Integration und die aktive Ber\u00fccksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren im Research nur lohnen, vor allem langfristig. Ausschlusskonzepte sind hingegen zu einfach. Sie betrachten komplexe Nachhaltigkeitsthemen nach einem Schwarz-Wei\u00df-Schema \u2013 gut oder schlecht. Wenn man sich von Wertpapieren trennt, kommen sie wieder an den Markt, ohne dass man Einfluss auf die Emittenten nehmen kann. Ich glaube, dass ein nachhaltiger Investmentansatz langfristig am erfolgreichsten ist, wenn man auf Engagement setzt. So k\u00f6nnen aktive Investmentmanager ihrer Aufgabe gerecht werden und ihre Verantwortung als aktive Anleger von Risikokapital wahrnehmen \u2013 in enger Zusammenarbeit mit den Emittenten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss m\u00f6chte ich etwas wiederholen, was ich schon fr\u00fcher gesagt habe: Schlagzeilen sind einfach nur &#8230; Schlagzeilen. Das d\u00fcrfen wir nicht vergessen. Vor allem aber d\u00fcrfen wir nicht \u00fcbersehen, was langfristig z\u00e4hlt. Bei MFS versuchen wir, Noise auszublenden und stattdessen auf einen langfristigen Investmentansatz zu setzen, um dauerhaft h\u00f6here risikoadjustierte Ertr\u00e4ge f\u00fcr unsere Kunden zu erzielen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-qAux6i\" style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MFS IM : In unseren Kurzanalysen geht es oft um aktuelle Entwicklungen und die unz\u00e4hligen Schlagzeilen, mit denen unsere Analysten und Strategen konfrontiert sind.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":11191,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[188],"class_list":["post-11189","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-mfs"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11189"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11189\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11190,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11189\/revisions\/11190"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11191"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}