{"id":11296,"date":"2022-06-09T15:37:40","date_gmt":"2022-06-09T13:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=11296"},"modified":"2022-06-10T15:48:54","modified_gmt":"2022-06-10T13:48:54","slug":"dws-die-maerkte-sollten-nicht-auf-die-fed-hoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dws-die-maerkte-sollten-nicht-auf-die-fed-hoffen\/","title":{"rendered":"DWS : Die M\u00e4rkte sollten nicht auf die Fed hoffen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">DWS : Auf den Powell-Put d\u00fcrfte in diesem Zinszyklus wenig Verlass sein. Die Fed scheint fest entschlossen alles zu tun, was n\u00f6tig ist, um die Inflation einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von Christian Scherrmann, US-Volkswirt<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mit Inflationsprognosen fallen selbst legend\u00e4re B\u00f6rsianer mitunter auf die Nase<\/strong>. So sah Benjamin Graham 1972 gute Gr\u00fcnde zur Annahme, dass die Fiskal- und Geldpolitik zuk\u00fcnftige Preiserh\u00f6hungen effektiv eind\u00e4mmen w\u00fcrde. Er zog daraus folgenden Schluss: \u201eWir halten es f\u00fcr vern\u00fcnftig, dass ein Investor seine \u00dcberlegungen auf eine wahrscheinliche (bei weitem nicht sichere) zuk\u00fcnftige\u00a0Inflationsrate\u00a0von, sagen wir einmal, drei Prozent pro Jahr st\u00fctzt.\u201c[1]\u00a0Es kam anders; in den folgenden zehn Jahren haben sich die Verbraucherpreise mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mit seinem Vertrauen in die Geldpolitik der\u00a0U.S. Federal Reserve (Fed)\u00a0w\u00e4re Graham aber auch f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter in bester Gesellschaft an der Wall Street.<\/strong> In den letzten Monaten sind die Renditen zweij\u00e4hriger\u00a0Treasuries\u00a0auf 2,7 Prozent gestiegen. Nimmt man an, dass die Realzinserwartungen der Anleger bei etwa null Prozent liegen, so entspricht dies in etwa einem mittelfristigen R\u00fcckgang der Inflation auf etwa drei Prozent oder knapp darunter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Interessanterweise hat sich im Vergleich zu fr\u00fcheren Zinserh\u00f6hungszyklen bei den 2-Jahres-Renditen der US-Staatsanleihen ungew\u00f6hnlich viel, bei den Leitzinsen, gemessen an der Federal Fund Rate, dagegen ungew\u00f6hnlich wenig getan.<\/strong> Wie unser \u201eChart of the Week\u201c zeigt, gibt es beim Leitzins nun ziemlich viel Spielraum nach oben. Wir gehen davon aus, dass der Abstand bald dahinschmelzen d\u00fcrfte. Sowohl die Sitzung des\u00a0Federal Open Market Committee (FOMC)\u00a0n\u00e4chste Woche als auch die im Juli d\u00fcrften Erh\u00f6hungen der Leitzinsen um 50\u00a0Basispunkte\u00a0bringen. Auch das Schrumpfen der Fed-Bilanz,\u00a0Quantitative Tightening\u00a0(QT) genannt, k\u00f6nnte beschleunigt werden. Weniger klar ist, wie es nach dem j\u00e4hrlichen Treffen der Zentralbanker aus aller Welt in Jackson Hole im August weiter geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dies liegt daran, dass sich die h\u00f6heren Renditen auf Staatsanleihen bereits jetzt auf zinssensitive Teile der Wirtschaft auswirken und Anleger begonnen haben, sich \u00fcber die Auswirkungen auf das Wachstum Sorgen zu machen<\/strong>. So d\u00fcrften etwa teurere Hypotheken die Baut\u00e4tigkeit und die Wohnungsm\u00e4rkte etwas abk\u00fchlen lassen. \u201eLeider wei\u00df niemand genau, wie schnell und wie stark sich diese Auswirkungen auf die Realwirtschaft zeigen werden. Ein bisschen Trial-and-Error w\u00e4re also nicht allzu \u00fcberraschend\u201c, argumentiert Christian Scherrmann, US-\u00d6konom bei der DWS. \u201eAber angesichts der anhaltend hohen Inflation muss die Fed handeln und ihre Bereitschaft zu weiteren Schritten durchaus auch ostentativ zur Schau stellen. Selbst wenn Probleme mit der Finanzstabilit\u00e4t auftauchen sollten, w\u00e4re die Antwort der Fed zun\u00e4chst wahrscheinlich eher ein Aussetzen des QT als eine Pause bei Zinserh\u00f6hungen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vor diesem Hintergrund rechnen wir ab September mit Zinsschritten in H\u00f6he von 25 Basispunkten je FOMC-Sitzung, bis m\u00f6glicherweise auf ein Niveau von 3,25 bis 3,50 Prozent bis Mai 2023.<\/strong> Bald danach k\u00f6nnte die Leitzinsen aber schon wieder gesenkt werden, da wir weiterhin ein erh\u00f6htes\u00a0Rezessionsrisiko von etwa 40 Prozent in der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 2023 sehen. Nat\u00fcrlich enthalten die verbleibenden 60 Prozent eine Vielzahl m\u00f6glicher Szenarien, einschlie\u00dflich Wachstum, Inflation und Zinsen, die l\u00e4nger h\u00f6her bleiben. Leider sind weder Geldpolitik noch Prognosen so einfach, wie sie im Nachhinein mitunter aussehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die 2-Jahres-Renditen auf U.S.-Staatsanleihen sind den Leitzinsen zuletzt ungew\u00f6hnlich drastisch davongelaufen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/09-06-22-DWS.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11297\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/09-06-22-DWS.png\" alt=\"09-06-22 DWS\" width=\"650\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/09-06-22-DWS.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/09-06-22-DWS-300x144.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Quelle: \u00a0Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 08.06.2022<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">[1] Graham, B. (1973, rev. ed. 2003) The Intelligent Investor, Harper Business Essentials S. 50. Graham erg\u00e4nzt: \u201cIm Vergleich dazu lag der durchschnittliche j\u00e4hrliche Anstieg f\u00fcr den gesamten Zeitraum von 1915 bis 1970 bei etwa 2 1\/2 %.\u201d<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DWS : Auf den Powell-Put d\u00fcrfte in diesem Zinszyklus wenig Verlass sein. 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