{"id":11596,"date":"2022-07-08T10:41:27","date_gmt":"2022-07-08T08:41:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=11596"},"modified":"2022-07-08T10:41:27","modified_gmt":"2022-07-08T08:41:27","slug":"mfs-im-rezessionen-beenden-uebertreibungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/mfs-im-rezessionen-beenden-uebertreibungen\/","title":{"rendered":"MFS IM : Rezessionen beenden \u00dcbertreibungen"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"eplus-aDQUeX\" style=\"text-align: justify;\">MFS IM : Oft hei\u00dft es, man k\u00f6nne mit der Vergangenheit Gegenwart und Zukunft erkl\u00e4ren. Tats\u00e4chlich kann man aus der Geschichte viel lernen. Aber manchmal ist die Vergangenheit auch irrefu\u0308hrend.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-480q7F\" style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator  eplus-HZJeoi\" \/>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Robert M. Almeida, Jr., Portfoliomanager und Globaler Investmentstratege bei MFS Investment Management<br \/><\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Baissen versucht man oft, die ku\u0308nftige Marktentwicklung anhand fru\u0308herer Verlustphasen zu prognostizieren. Ich halte das fu\u0308r gef\u00e4hrlich. Hier ist ein g\u00e4ngiges Denkmuster: Rezessionen dauern im Schnitt w Tage, an denen Aktien um durchschnittlich x% fallen. Danach erholen sie sich im Schnitt z Tage lang, und zwar um durchschnittlich y%. Mit solchen Formeln wollen Berater ihre Kunden beruhigen und ihnen weismachen, dass morgen alles besser wird. Sicher, irgendwann wird es besser. Aber das kann l\u00e4nger dauern, als man glaubt \u2013 und bis dahin ist es mitunter nicht einfach.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Problem des Durchschnitts<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Durchschnitt ist der Mittelwert oder typische Wert einer Zeitreihe. Er sagt aber nichts u\u0308ber die Streuung aus. Stellen Sie sich zwei St\u00e4dte mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 20 \u00b0C vor. Die eine liegt in einer Zone mit recht stabilem Klima, die andere in einer Region mit ausgepr\u00e4gten Jahreszeiten. Der Durchschnitt verbirgt da mehr, als er erkl\u00e4rt. Man braucht zus\u00e4tzliche Daten, um zu entscheiden, wann man welche der beiden St\u00e4dte besuchen soll.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die simple Durchschnittsbildung in unserem Beispiel ist aber nicht das einzige Problem. Jede Verlustphase, jede Finanzkrise und jede Rezession ist anders. Wu\u0308rde es helfen, wenn wir zu den Durchschnittswerten riesige Datentabellen bek\u00e4men? Ich glaube nicht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rezessionen beenden \u00dcbertreibungen<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Konjunktur- und Marktzyklen enden nicht deshalb, weil sie in die Jahre gekommen sind. Sie enden, weil \u00dcbertreibungen beseitigt werden, durch eine Finanzkrise oder Rezession. \u00dcberinvestitionen werden dadurch oft schmerzhaft korrigiert, in der Realwirtschaft wie an den Finanzm\u00e4rkten. Die L\u00e4nge des Konjunkturzyklus spielt keine Rolle. Entscheidend ist das Ausma\u00df der \u00dcbertreibungen \u2013 denn davon h\u00e4ngt ab, wie stark die Korrektur sein muss. Und das bestimmt wiederum, wie lange es bergab geht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Um fru\u0308here \u00dcbertreibungen zu verstehen, muss man sich einfach nur die damaligen Lieblingskunden der Wall Street ansehen. In den 1990er-Jahren waren es die Dotcom-Unternehmen, die irgendetwas mit dem Internet zu tun hatten und dazu Kapital brauchten. An ihnen haben die Investmentbanken am meisten verdient. In den 2000ern waren es Finanzinstitute auf der Suche nach h\u00f6herer Rendite ohne zus\u00e4tzliches Risiko. Ihnen verkaufte man Mortgage-Backed Securities. Man bu\u0308ndelte Hypothekenkredite an amerikanische Hausbesitzer, die nicht willens oder f\u00e4hig waren, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie lange es nach der Internet- oder Immobilienblase bis zur Erholung der Wirtschaft dauerte, sagt nichts u\u0308ber die n\u00e4chste Rezession aus. Unterschiedliche Ungleichgewichte erfordern unterschiedliche Korrekturen. Wie stark der S&amp;P 500 oder der MSCI EAFE damals gefallen sind, ist heute irrelevant. Entscheidend ist vielmehr, wann Realwirtschaft und Finanzm\u00e4rkte die seit der letzten Rezession entstandenen \u00dcbertreibungen wieder abgebaut haben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was sind die \u00dcbertreibungen von heute?<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 2010ern reagierte die Geldpolitik auf schwaches Wachstum und Deflationsrisiken mit Quantitative Easing. Die Notenbanken glaubten, dass dann mehr investiert wu\u0308rde und die Unternehmen mit dem Geld produktive Aktivit\u00e4ten finanzieren wu\u0308rden. Aber es kam anders, weil die nahezu unendliche Liquidit\u00e4t schwache Wachstumsperspektiven signalisierte. Stattdessen floss das geliehene Geld in Dividenden und Aktienru\u0308ckk\u00e4ufe. Quantitative Easing erwies sich als ein Problem, das m\u00f6gliche L\u00f6sungen verdeckte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der internationalen Finanzkrise waren Nichtbanken die bevorzugten Wall-Street-Kunden. Ihre Verschuldung stieg vor der Pandemie auf neue Rekorde. Als die Notenbanken im April 2020 die Geldschleusen dann noch weiter \u00f6ffneten, geriet auch der Kreditmarkt aus dem Gleichgewicht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im April hatte ich geschrieben, dass die Gewinnmargen der Unternehmen trotz des schw\u00e4chsten Konjunkturzyklus seit u\u0308ber 100 Jahren 2018 auf neue Rekordhochs stiegen. 2022 wurden sie dann noch einmal u\u0308bertroffen, wegen der verz\u00f6gerten Wirkungen der u\u0308bertriebenen Konjunkturprogramme. Wie? Schulden sind ein Wechsel auf die Zukunft, und die Unternehmen weisen heute nicht nachhaltige Margen und Gewinne aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bringt die Zukunft?<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende h\u00e4ngen Aktien- und Unternehmensanleihenkurse von den Gewinnmargen im Unternehmen ab. \u201eS&amp;P 500 droht das schw\u00e4chste Jahr seit 1970\u201c (1) ist eine dramatische Schlagzeile, aber das Wesentliche fehlt. Auf Dauer bestimmen die Unternehmensgewinne die Anlageertr\u00e4ge.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zurzeit erz\u00e4hlen viele Unternehmen ihren Investoren, dass die Margen trotz wachsender Rezessionsrisiken und enorm steigender Kosten weiterhin auf einem Allzeithoch liegen k\u00f6nnen. Das erkl\u00e4rt auch die noch immer hohen Gewinnerwartungen, trotz offensichtlich nachlassender Ums\u00e4tze und steigender Faktorkosten. Auch deshalb glauben wir ihnen nicht. Beim Risiko sieht man oft den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht. Was sehen Sie?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">(1) Quelle: Yahoo News, 29. Juni 2022, https:\/\/news.yahoo.com\/p-500-track-worst-start-151011035.html (eigene \u00dcbersetzung).<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"eplus-qAux6i\" style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MFS IM : Oft hei\u00dft es, man k\u00f6nne mit der Vergangenheit Gegenwart und Zukunft erkl\u00e4ren. Tats\u00e4chlich kann man aus der Geschichte viel lernen. 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