{"id":11743,"date":"2022-07-19T16:20:26","date_gmt":"2022-07-19T14:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=11743"},"modified":"2022-07-19T16:21:41","modified_gmt":"2022-07-19T14:21:41","slug":"wermuth-am-die-produktivitaet-nimmt-immer-langsamer-zu-halb-so-schlimm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wermuth-am-die-produktivitaet-nimmt-immer-langsamer-zu-halb-so-schlimm\/","title":{"rendered":"Wermuth AM : Die Produktivit\u00e4t nimmt immer langsamer zu \u2013 halb so schlimm!"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Wermuth AM : Die goldenen Jahre des Wirtschaftswunders, vom Ende des zweiten Weltkriegs bis zum 16. Oktober 1973, als die OPEC ihr erstes \u00d6lembargo verk\u00fcndete, sind vorbei und werden nie mehr zur\u00fcckkehren, so der Produktivit\u00e4tsguru Robert Gordon von der Northwestern University.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dieter Wermuth, Economist und Partner bei Wermuth Asset Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die durchschnittliche j\u00e4hrliche pro-Kopf-Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts der USA lag von 1950 bis zu diesem Ereignis bei 2,7%, in Deutschland sogar bei 5,0%.. Seitdem hat die Dynamik deutlich und, wenn Gordon recht hat, auch dauerhaft nachgelassen: In den 48 folgenden Jahren lag der Durchschnitt in Amerika bei 1,7%, in Deutschland bei 1,5%, Tendenz: weiter fallend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Ende 2019, unmittelbar vor Beginn der Coronakrise, hat die Arbeitsproduktivit\u00e4t in den beiden L\u00e4ndern sogar nur um j\u00e4hrlich 1,2% und 1,1% zugenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-Wermuth-AM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11744 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-Wermuth-AM.png\" alt=\"19-07-22 Wermuth AM\" width=\"500\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-Wermuth-AM.png 500w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-Wermuth-AM-251x300.png 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswerterweise war es dabei nicht von Vorteil, dass die USA einen au\u00dferordentlich flexiblen Arbeitsmarkt haben, gekennzeichnet durch hire and fire. In Deutschland, wo Wert auf eine stabile Besch\u00e4ftigung und die Bewahrung des Humankapitals gelegt wird, war das Endergebnis, was die Entwicklung der Produktivit\u00e4t angeht, in etwa das Gleiche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-2-Wermuth-AM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11745 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-2-Wermuth-AM.png\" alt=\"19-07-22 2 Wermuth AM\" width=\"650\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-2-Wermuth-AM.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-2-Wermuth-AM-300x161.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dass das reale BIP Deutschlands dennoch so viel langsamer zugenommen hat als das der USA, spiegelt die Tatsache wider, dass zwar per Saldo im Verlauf der Krise kaum Leute entlassen wurden, daf\u00fcr aber die bezahlte Arbeitszeit und die Einkommen der Arbeitnehmer kr\u00e4ftig fielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-3-Wermuth-AM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11746 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-3-Wermuth-AM.png\" alt=\"19-07-22 3 Wermuth AM\" width=\"650\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-3-Wermuth-AM.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/19-07-22-3-Wermuth-AM-300x158.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang des trendm\u00e4\u00dfigen Produktivit\u00e4tswachstums in den vergangenen Jahrzehnten ist weniger dramatisch als es auf den ersten Blick erscheint. Wie die beiden Nobelpreistr\u00e4ger Banerjee und Duflo in ihrem 2019 erschienenen Buch \u201eGood Economics for Hard Times\u201c berichten, lag das pro-Kopf Wachstum des Westens in der vorindustriellen Zeit, von 1500 bis 1820, bei d\u00fcrftigen 0,14% pro Jahr, beschleunigte sich dann im Verlauf der industriellen Revolution bis 1900 auf 1,24%, dann auf 2,00% in der Zeit danach (S. 152). Mit anderen Worten: Das verlangsamte Wachstum seit 1973 ist im Grunde nur die R\u00fcckkehr zu fr\u00fcher \u00fcblichen, sehr geringen Zuwachsraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum die Produktivit\u00e4tsschw\u00e4che? Es hat in den vergangenen Jahrzehnten keine Innovationen gegeben, die mit der allgemeinen Einf\u00fchrung der Elektrizit\u00e4t oder des Verbrennungsmotors gegen Ende des 19. Jahrhunderts vergleichbar gewesen w\u00e4ren. Facebook, Computerspiele, k\u00fcnstliche Intelligenz, GPS oder 3D-Drucker? Nichts wirklich Bahnbrechendes. Gordon glaubt \u00fcbrigens, dass die Social Media mitverantwortlich sind f\u00fcr die aktuelle Produktivit\u00e4tsflaute \u2013 die Leute verplempern zu viel Zeit im Internet, auch wenn sie dadurch vielleicht gl\u00fccklicher werden. In die Berechnung des BIP gehen bekannterma\u00dfen nur Aktivit\u00e4ten ein, die \u00fcber den Markt laufen, also Preise haben. Aber so zynisch es klingen mag, bisher hat noch niemand eine gute Alternative zum BIP als Wohlstandsma\u00df entwickelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich die Zunahme der Produktivit\u00e4t und damit des allgemeinen Wohlstands beschleunigen l\u00e4sst, ist eine der gr\u00f6\u00dften intellektuellen Herausforderungen f\u00fcr \u00d6konomen. Fest steht, dass ein vermehrter Einsatz von Kapital und Arbeit weniger als die H\u00e4lfte der Zuwachsrate der sogenannten Total Factor Productivity erkl\u00e4rt. Viel sparen und investieren hilft, auch mehr arbeiten, aber der Rest wird bestimmt durch \u201eweiche\u201c Faktoren: wie sich die berufliche Qualifikation der Erwerbsbev\u00f6lkerung<br \/>\nentwickelt, wie aufgeschlossen eine Gesellschaft gegen\u00fcber Zuwanderern aus dem Ausland ist, durch die Art und Weise, wie die Wertsch\u00f6pfung organisiert wird (wie wenig Ressourcen verschwendet werden), ob es einen Zugang zu billiger Energie und billigen Rohstoffen gibt, durch einen gesunden Wettbewerb, einschlie\u00dflich offener Grenzen, und wie stabil und fair die politische Infrastruktur ist. Es ist eine lange Liste. Eine automatische Konvergenz der \u00e4rmeren mit den reicheren L\u00e4ndern gibt es nicht, aber Japan, S\u00fcd-Korea, Taiwan, Singapur und bis vor kurzem auch China haben gezeigt, dass es m\u00f6glich ist.<\/p>\n<div class=\"title is-4 is-\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"title is-0 \">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Quelle: BondWorld<\/span><\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wermuth AM : Die goldenen Jahre des Wirtschaftswunders, vom Ende des zweiten Weltkriegs bis zum 16. 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