{"id":11794,"date":"2022-07-21T11:39:26","date_gmt":"2022-07-21T09:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=11794"},"modified":"2022-07-25T11:41:35","modified_gmt":"2022-07-25T09:41:35","slug":"union-investment-zu-greenflation-was-kostet-der-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-zu-greenflation-was-kostet-der-klimawandel\/","title":{"rendered":"Union Investment zu Greenflation: Was kostet der Klimawandel?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Union Investment: Der \u00dcbergang in eine klimafreundlichere Welt wird die Preise in den kommenden Jahren leicht erh\u00f6hen. Doch: Die so genannte Greenflation ist nur ein Preistreiber \u2013 st\u00e4rker wirken aktuell Climateflation und vor allem Fossilflation.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Volkmar Baur, Economist bei Union Investment<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Preise steigen auf breiter Front, die Inflationsrate ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und zumindest im Euroraum k\u00f6nnte das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein. Ein wichtiger Grund: Energie. Europ\u00e4isches Erdgas kostet heute mehr als doppelt so viel wie zu Jahresbeginn \u2013 die wachsende Unsicherheit \u00fcber die Versorgungslage treibt die Preise. Dennoch sollte sich in Richtung Herbst bei der europ\u00e4ischen Teuerung ein Plateau ausbilden, in der Folge d\u00fcrften die Raten langsam wieder sinken. Die Schl\u00fcsselfrage an den Kapitalm\u00e4rkten ist mittlerweile weniger, ob sich die Inflationsraten zur\u00fcckbilden, sondern: um wieviel? Denn n\u00e4hern sich die Inflationsraten nicht ausreichend den Zielmarken der Notenbanken, k\u00f6nnten diese sich zu einer neuen Welle restriktiver Massnahmen gen\u00f6tigt sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hamsterrad der Energieinflation?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund wird schon bald wieder auf einen m\u00f6glichen Preistreiber geschaut werden, der mit Ausbruch des Ukraine-Kriegs tempor\u00e4r in den Hintergrund ger\u00fcckt ist: die sogenannte Greenflation. Anders gefragt: Stecken wir im Hamsterrad der Energieinflation \u2013 aktuell verursacht durch teure braune Energie, demn\u00e4chst nahtlos abgel\u00f6st durch gr\u00fcne Energie bzw. generell klimapolitische Massnahmen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isabel Schnabel, Direktoriumsmitglied der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), hatte im Januar verk\u00fcndet, dass die Kosten f\u00fcr den Kampf gegen den Klimawandel und ihre Auswirkungen auf die Teuerung auch von den W\u00e4hrungsh\u00fctern eng beobachtet w\u00fcrden. Dass die Greenflation tats\u00e4chlich die Preise in betr\u00e4chtlichem Masse treibt, halten wir zwar f\u00fcr unwahrscheinlich. Dennoch: Eine genaue Abgrenzung der einzelnen Beitr\u00e4ge zur Gesamtinflation ist wichtig, denn zu schnell wird zu viel in einen Topf geworfen und die wahre Wirkung \u00fcber- oder untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Greenflation, Climateflation, Fossilflation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Allgemeinen ist Greenflation jener Teil der Inflation, der speziell durch den \u00dcbergang zu einer klimafreundlicheren Welt entsteht. Zwei verwandte Arten der Inflation sind hingegen klar von der Greenflation zu unterscheiden: die sogenannte Climateflation und die Fossilflation. Isabel Schnabel nannte diese drei Dimensionen \u201eeigenst\u00e4ndige, aber dennoch zusammenh\u00e4ngende Schocks, die insgesamt zu einer l\u00e4nger anhaltenden Phase des Aufw\u00e4rtsdrucks auf die Inflation f\u00fchren d\u00fcrften.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Climateflation handelt es sich um Preissteigerungen, die durch die bereits stattfindenden klimatischen Ver\u00e4nderungen ausgel\u00f6st werden \u2013 also letztlich die Kosten des Klimawandels selbst. Beispiele sind anziehende Preise durch Ernteausf\u00e4lle im Zuge von Hitzewellen und Produktionsunterbrechungen aufgrund von Unwettern. Auch Logistikprobleme, wie etwa die zeitweise Einstellung der Rheinschifffahrt aufgrund des Niedrigwassers 2018, z\u00e4hlen zu dieser Kategorie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fossilflation bezieht sich auf jene Preissteigerungen, die sich auf h\u00f6here Preise von fossilen Energietr\u00e4gern zur\u00fcckf\u00fchren lassen \u2013 und zwar auf jenen Teil, der nicht direkt von regulatorischen Eingriffen wie Steuern oder Abgaben, etwa Emissionszertifikate, beeinflusst wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Momentan treiben die Energiepreise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Blick auf die Zusammensetzung der Inflationsrate in der Grafik zeigt deutlich: Aktuell treibt vor allem die Fossilflation die Teuerung. Seit April 2021 entfiel regelm\u00e4ssig mehr als die H\u00e4lfte der Inflation im Euroraum auf gestiegene Energiepreise \u2013 und zwar die von fossilen Energietr\u00e4gern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Energiepreisanstiege zuletzt f\u00fcr mehr als die H\u00e4lfte der Inflationsrate verantwortlich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beitr\u00e4ge zur Inflationsrate des Euroraums in Prozentpunkten*<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11795 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/21072022.png\" alt=\"21072022\" width=\"650\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/21072022.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/21072022-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">\u00a0Quelle: Eurostat, Union Investment; Stand: 17. Juni 2022. *Inflationsrate (gesamt) in Prozent \u00fcber den Balken<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sich die Climateflation in der Grafik vor allem in den Bereichen Nahrungsmittel und Dienstleistungen bemerkbar macht, ist die Quantifizierung der Greenflation diffiziler, weil selten direkt ablesbar. So geht es bei der Greenflation um Preisanstiege, die durch zus\u00e4tzliche, von aussen aufgeb\u00fcrdete Kosten und angepasste Investitionsentscheidungen innerhalb von Unternehmen entstehen. Wir unterscheiden vier Gr\u00fcnde f\u00fcr Greenflation, die sich teilweise \u00fcberlagern:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong>Regulatorik:<\/strong> Schon seit Jahren nehmen regulatorische Vorgaben aus nicht-marktbasierten Instrumenten, vor allem im Umwelt-Bereich zu. F\u00fcr viele Unternehmen ist deren Einhaltung, etwa bei Schadstoffemissionen, mit h\u00f6heren Kosten verbunden. Investitionen, die in einer Welt ohne Auflagen get\u00e4tigt worden w\u00e4ren, sind nun weniger rentabel. Dadurch bleibt beispielsweise die nun deutlich kostspieligere Erschliessung neuer Rohstoffvorkommen aus. Die Folge: Initial sinkt das gesamtwirtschaftliche Angebot, die Preise f\u00fcr das knappere Gut steigen. Wie die aktuellen Entwicklungen zeigen, kann das Rad der Regulatorik allerdings auch zur\u00fcckgedreht werden. Aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und dem \u00fcbergeordneten Ziel der Energiesicherheit sind pl\u00f6tzlich Technologien wieder gefragt, die noch vor Kurzem \u2013 zumindest in Deutschland \u2013 keine Zukunft mehr hatten. Stichwort: Kohlekraftwerke.<\/li>\n<li><strong>Internalisierung externer Kosten:<\/strong> Noch bis vor wenigen Jahren hatte CO2 keinen wirklichen Preis. Eine Besteuerung war Zukunftsmusik und der Emissionsrechtehandel befand sich noch in der Nische, das klimasch\u00e4dliche Gas konnte quasi kostenfrei emittiert werden. Volkswirtschaftlich betrachtet war es eine Externalit\u00e4t \u2013 unter anderem des Unternehmenssektors. Mittlerweile muss eine Vielzahl von Branchen entweder eine CO2-Steuer zahlen, oder Emissionsrechte erwerben, um CO2 ausstossen zu d\u00fcrfen. Diese Kosten werden internalisiert und (wo m\u00f6glich) \u00fcber die Produkte an die Kunden weitergegeben.<\/li>\n<li><strong>H\u00f6here Investitionen in Zukunftstechnologie:<\/strong> F\u00fcr die von aussen vorgegebene Umstellung auf neue Verfahren und Prozesse werden Investitionen ben\u00f6tigt, die ohne versch\u00e4rfte CO2-Ziele (noch) kein Thema gewesen w\u00e4ren. Klammert man Produktivit\u00e4tseffekte aus, wird dadurch initial das Angebot nicht erh\u00f6ht, die Kosten steigen aber dennoch. Werden diese an die Kunden weitergegeben, nimmt auch die Inflation zu.<\/li>\n<li><strong>Ungleichgewichte bei Angebot und Nachfrage:<\/strong> Insbesondere bei Rohstoffen kann das Angebot nur mit einer sehr langen Vorlaufzeit erh\u00f6ht werden. Auch die generelle Verf\u00fcgbarkeit, der (eingeschr\u00e4nkte) Zugang zu M\u00e4rkten und geopolitische und geologische Einfl\u00fcsse k\u00f6nnen daf\u00fcr sorgen, dass das Angebot nicht in ausreichender Menge und Schnelligkeit vorhanden ist, um eine rasch anziehende Nachfrage zu decken. Im Rahmen der gr\u00fcnen Transformation der Wirtschaft werden vor allem Metalle wie Kupfer, Nickel und Lithium ben\u00f6tigt. Deren Preise sind zuletzt bereits stark gestiegen. Weiter absehbare und durch den Ukraine-Krieg versch\u00e4rfte Angebotsengp\u00e4sse k\u00f6nnten f\u00fcr zus\u00e4tzliche Preisspr\u00fcnge sorgen und die Inflationseffekte durch Greenflation versch\u00e4rfen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blick nach vorne: Woher kommt der Preisdruck?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aber wird sich der Preisdruck aus Climateflation, Fossilflation und insbesondere Greenflation entwickeln? Und vor allem: Was sind die Implikationen f\u00fcr Fiskal- und Geldpolitik? Dazu ist aus volkswirtschaftlicher Perspektive entscheidend, aus welcher Richtung die Teuerung kommt. Klassisch sind zwei Situationen: Inflationsdruck entsteht vorrangig auf der Angebotsseite, h\u00e4ufig durch Schocks wie bei der Corona-Pandemie (Lieferkettenprobleme) oder jetzt durch den Ukraine-Krieg (Energieknappheit). Oder die volkswirtschaftliche Nachfrage ist f\u00fcr ein (kurzfristig) gegebenes Angebot zu hoch \u2013 nicht zwingend f\u00fcr alle G\u00fcter- und Dienstleistungssegmente, aber doch mit einer gewissen Breitenwirkung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf Climateflation und Fossilflation ist der Befund eindeutig. Fallen Ernten aufgrund von Hitzewellen aus oder wird die Produktion in bestimmten Gebieten wegen \u00dcberschwemmungen heruntergefahren, wird das Angebot eingeschr\u00e4nkt. Bleibt die Nachfrage derweil gleich hoch, steigt der Preis. \u00c4hnlich verhielt es sich bei der wohl ber\u00fchmtesten Periode der Fossilflation \u2013 dem \u00d6lpreisschock der 1970er Jahre. Die OPEC verringerte das Angebot bei gleichbleibender Nachfrage. Die Preise stiegen erheblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Greenflation ist die Zuordnung aufgrund ihrer unterschiedlichen Wirkungsweisen komplexer. Eine Analyse anhand der oben genannten Auspr\u00e4gungen liefert folgende Ergebnisse:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong>Regulatorik:<\/strong> Verhindern Regulatorik und B\u00fcrokratie, dass Kapazit\u00e4ten bei gleichbleibender oder sogar anziehender Nachfrage ausgebaut werden, steigen die Preise. Beispiel deutsche Windkraft: H\u00e4tte es hier in der Vergangenheit weniger Auflagen und beschleunigte Verfahren gegeben, w\u00e4re das Angebot an Windstrom h\u00f6her, was wiederum einen preisd\u00e4mpfenden Effekt gehabt h\u00e4tte.<\/li>\n<li><strong>Internalisierung externer Kosten:<\/strong> Wirken h\u00f6here CO2-Preise direkt auf die Produktionskosten von Unternehmen und drosseln diese in der Folge den Output, kommt der Druck klar von der Angebotsseite. Gleiches gilt, wenn \u2013 wie etwa bei der deutschen CO2-Steuer \u2013 unmittelbar Endprodukte betroffen sind. Allerdings kann ein pauschaler, initialer Aufschlag auch nachfraged\u00e4mpfend wirken. Mit Blick auf den neuen Gleichgewichtspreis kommt es dann zum einen auf die Preissetzungsmacht der Unternehmen und zum anderen auf die Nachfrageelastizit\u00e4ten der Konsumenten an. Je nach Produkt reagiert die Nachfrage direkter oder tr\u00e4ger auf Preiserh\u00f6hungen.<\/li>\n<li><strong>H\u00f6here Investitionen in Zukunftstechnologie:<\/strong> H\u00f6here Investitionen in Forschung- und Entwicklung und letztlich die Umstellung der Produktion st\u00fctzen die Nachfrage nach einer ganzen Reihe von Vorleistungsg\u00fctern. Doch diese neuen, nachhaltigeren Prozesse, die durch externen Druck angestossen wurden, m\u00fcssen auch gegenfinanziert werden. Dies sollte \u2013 bei entsprechender Preissetzungsmacht der Unternehmen \u2013 zu h\u00f6heren Konsumentenpreisen f\u00fchren. L\u00e4ngerfristig k\u00f6nnen neue Prozesse aber auch in geringeren Preisen m\u00fcnden \u2013 etwa, weil die Effizienz \u00fcberproportional steigt und Skaleneffekte zum Tragen kommen. Die Inflationswirkung aus der Richtung des Angebots ist damit offen.<\/li>\n<li><strong>Ungleichgewichte bei Angebot und Nachfrage:<\/strong> Die gr\u00fcne Transformation wird die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen, insbesondere Industriemetallen, stark steigen lassen. Die Internationale Energieagentur (IEA) und der internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) gehen davon aus, dass die Nachfrage aus dem Bereich Erneuerbare Energien bei Kupfer bis 2050 um das Vierfache steigen wird, bei Lithium um das 30-fache und bei Nickel sogar um das 60-fache2. Bergbauprojekte brauchen viele Jahre der Planung und Umsetzung, zudem sind einzelne Rohstoffe komplex in Abbau und F\u00f6rderung. Zwischenzeitlich werden die Preise bestimmter Rohstoffe daher deutlich steigen \u2013 und aufgrund der langen Erschliessungszeit neuer Vorkommen kann diese \u00dcbergangsphase durchaus mehrere Jahre andauern.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wird Greenflation zum strukturellen Inflationstreiber?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleibt die Frage, ob und falls ja, wie lange die Greenflation ein substanzieller Treiber der Inflation werden k\u00f6nnte. F\u00fchrt der Kampf gegen den Klimawandel also dazu, dass die Inflation in Zukunft strukturell h\u00f6her ausfallen wird?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grunds\u00e4tzlich gehen wir davon aus, dass die Greenflation \u00fcber mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte wirken wird. Insbesondere bei \u201egr\u00fcnen\u201c Rohstoffen, also jenen Rohstoffen, die f\u00fcr die gr\u00fcne Transformation der Wirtschaft ben\u00f6tigt werden, d\u00fcrfte der Markt die steigende Nachfrage \u2013 und somit auch den steigenden Preisdruck \u2013 weiterhin untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch \u00fcber einen anderen Kanal d\u00fcrften die Inputpreise zunehmen. Zur Verringerung ihres CO2-Fussabdrucks m\u00fcssen Firmen in neue Herstellungsprozesse investieren, gleichzeitig k\u00f6nnen strengere Vorgaben vom Regulator weitere Inputfaktoren verteuern \u2013 etwa \u00fcber CO2-Steuern oder die geplante Ausweitung des Emissionshandels. Da die Unternehmen versuchen werden, einen m\u00f6glichst grossen Teil dieses Anstiegs ihrer Herstellungskosten an ihre Kunden weiterzugeben, d\u00fcrfte dies die Preise \u2013 und damit die Inflation \u2013 mittelfristig weiter antreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Trend f\u00fcr Erneuerbare Energien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf den Inflationsbeitrag der fossilen Energietr\u00e4ger \u00d6l, Gas und Kohle ist der Ausblick komplizierter: Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssten ihre Preise weiter steigen. Zum einen werden externe Kosten \u2013 also die klimasch\u00e4dlichen Wirkungen \u2013 weiter internalisiert. Zum anderen d\u00fcrften steigende Umweltauflagen dazu f\u00fchren, dass die Investitionen im Sektor (zu) niedrig ausfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unstrittig ist aber, dass fossile Energietr\u00e4ger mittelfristig vor einem Kipppunkt stehen: Sobald ausreichend Erneuerbare Energien vorhanden sind, d\u00fcrften die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen und damit auch ihre Preise stark fallen. Bei der Elektrizit\u00e4t deutet sich zwar an, dass schon in naher Zukunft die Herstellungskosten von gr\u00fcnem Strom g\u00fcnstiger sein werden als von Strom aus fossilen Brennstoffen. Aufgrund anhaltend hoher Investitionen und einer \u00fcberproportional steigenden Nachfrage wird sich dies aber erst versp\u00e4tet in den Konsumentenpreisen widerspiegeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Greenflation d\u00fcrfte damit insgesamt weniger sichtbar sein als die auch weiter auftretenden Schwankungen bei den \u00d6l- und Gaspreisen, die die Inflationsrate teils klar dominieren. W\u00e4hrend die Fossilflation beim Tanken, der j\u00e4hrlichen Gasrechnung und dem Auff\u00fcllen des Heiz\u00f6ltanks st\u00e4ndig ablesbar ist, betrifft Greenflation haupts\u00e4chlich Vorleistungsg\u00fcter, die damit insbesondere die Kostenkalkulation von Unternehmen beeinflussen. Nach der oben in der Abbildung gezeigten Abgrenzung ginge die Greenflation am ehesten in die Industrieerzeugnisse und Dienstleistungen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies k\u00f6nnte einerseits dazu f\u00fchren, dass Greenflation weniger aktiv wahrgenommen wird. Es kann aber auch dazu benutzt werden, Greenflation f\u00fcr vieles verantwortlich zu machen, f\u00fcr das andere Faktoren ausschlaggebend sind \u2013 wie eben die Climateflation und die Fossilflation. Wir gehen aufgrund der gr\u00fcnen Transformation zwar von einer f\u00fcr lange Jahre strukturell h\u00f6heren Teuerung in ausgew\u00e4hlten Vorleistungsprodukten und Teilbereichen der Wirtschaft aus. F\u00fcr die Inflation insgesamt gilt aber: L\u00e4ngst nicht alle Preistreiber sind gr\u00fcn \u2013 und die wichtigeren vermutlich sogar eher braun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment: Der \u00dcbergang in eine klimafreundlichere Welt wird die Preise in den kommenden Jahren leicht erh\u00f6hen. 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