{"id":12424,"date":"2022-09-23T11:50:02","date_gmt":"2022-09-23T09:50:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=12424"},"modified":"2022-09-23T15:30:09","modified_gmt":"2022-09-23T13:30:09","slug":"allianz-gi-gute-nachrichten-sind-schlechte-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-gute-nachrichten-sind-schlechte-nachrichten\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Allianz GI : Die M\u00e4rkte in Konfusion, sind gute Nachrichten schlecht f\u00fcr den Markt oder schlechte Nachrichten gut, oder braucht es noch bessere Wirtschaftsmeldungen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Thomas Tilse Director, Head of Portfolio Strategy Private Clients<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">In den vergangenen Wochen haben oft vermeintliche schlechte Meldungen wie z.B. die letzte Leitzinserh\u00f6hung der US-amerikanischen Zentralbank pl\u00f6tzlich steigende M\u00e4rkte ausgel\u00f6st. Manchmal war es aber auch umgekehrt, so l\u00f6sen zu gute Meldungen vom US-Arbeitsmarkt Marktkorrekturen aus. Woran liegt das? Die Gr\u00fcnde sind vielschichtig. So gilt der Grundzusammenhang, dass Inflationsbek\u00e4mpfung aktuell das wichtigste wirtschaftspolitische Ziel ist. Deshalb wird alles, was inflationsd\u00e4mpfend aussieht, also steigende Leitzinsen oder schwache Stimmungszahlen positiv am Aktienmarkt gewertet. Positive Fr\u00fchindikatoren dagegen lassen Bef\u00fcrchtungen aufkommen, die Fed k\u00f6nnte noch l\u00e4nger restriktiver werden daher negativ gewertet, weil die Zinsen l\u00e4nger steigen und hoch bleiben. Schlimmer noch, nach der letzten Zinserh\u00f6hung, die mit 75 Basispunkten massiv ausfiel, begann der Rentenmarkt per Futures schon wieder niedrigere Zinsen f\u00fcr das Jahr 2023 einzuarbeiten, in der Annahme, dass die Wirtschaft durch hohe Zinsen schon zur Jahreswende in die Knie geht, und die Fed bei rezessionsartigen Tendenzen im kommenden Jahr schon wieder Zinsschritte zur\u00fccknehmen k\u00f6nnte. Der Markt denkt also zwei Schritte voraus. Die Korrelation von Aktienm\u00e4rkten und Rentenm\u00e4rkten bleibt positiv. Soll hei\u00dfen fallende Zinsen und steigende Staatsanleihekurse sind auch positiv f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte und umgekehrt. Damit k\u00e4mpfen die Investoren in diesem Jahr, weil beide Marktsegmente negative Ergebnisse liefern und keine Diversifikationseffekte erzielt werden konnten. Die Worte von der US-Zentralbank Federal Reserve (\u201eFed\u201c) Pr\u00e4sident Powell werden daher weiter auf die Goldwaage gelegt, wie man aktuell beobachten kann. Investoren w\u00e4re es am liebsten Powells restriktive Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden schnell Wirkung zeigen, damit der Spuk im kommenden Jahr vorbei ist. Aber so einfach wird es nicht sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine R\u00fcckkehr zur gewohnten guten alten Geldpolitik mit niedrigen Zinsen wird es nicht so schnell geben. Einige Inflationstreiber k\u00f6nnten sich als hartn\u00e4ckig erweisen. So kostet die Umstellung der Infrastruktur und der Produktion im Rahmen der Klimapolitik Geld und wirkt Kosten-treibend. Die Arbeitsm\u00e4rkte bleiben eng, insbesondere in den USA aber auch in Deutschland kann die Lohnspirale nicht schnell gestoppt werden. Auch Immobilienpreise gehen zwar in eine m\u00f6gliche Plateaubildung, zeigen sich aber persistent, insbesondere im privaten Wohnungsbau. Die Lieferkettenprobleme weltweit beginnen sich leicht zu entspannen und Containerkosten fallen, aber wer als Industrie in den G7 L\u00e4ndern keine Risiken mehr eingehen will, holt Vorprodukte in der Produktion zur\u00fcck. Diese Repatriierung kostet Geld. Auch die Demographie mit immer weniger jungen Arbeitskr\u00e4ften l\u00e4sst Lohnkosten strukturell steigen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Demgegen\u00fcber geben zyklische Kr\u00e4fte wegen der von f\u00fchrenden Instituten antizipierten Wirtschaftsschw\u00e4che zur Jahreswende Hoffnung auf niedrigere Inflationsraten. Allen voran sind dabei die Chinesen zu nennen, deren konsequent durchgef\u00fchrte \u201eLockdown-Politik\u201c mit schw\u00e4cherer Industrieproduktion schon in vielen Bereichen wie bei Kupfer und \u00d6l zu einer Entspannung beigetragen hat. So liegt der Kupferpreis um ca. 20% unter dem Niveau von Jahresanfang, der \u00d6lpreis in den USA ist auf dem Weg in Richtung $ 80 pro Barrel, in Europa wurde die Marke von $ 90 pro Barrel unterschritten. Das ist vor dem Hintergrund noch im Sommer wegen des Ukraine Kriegs stark steigender Prognosen f\u00fcr Energie doch erstaunlich. Auch liegt die Notierung f\u00fcr Weizen an der Warenb\u00f6rse nur noch knapp \u00fcber dem Niveau von Jahresanfang, trotz der Tatsache, dass die Ukraine zu den gr\u00f6\u00dften Weizenexporteuren weltweit geh\u00f6rt. Damit bleibt es wahrscheinlich, dass unter der Annahme heutigen Preisniveaus im kommenden Jahr, diejenigen Komponenten in den Preisindizes, die mit Rohstoffen speziell \u00d6l zu tun haben, deutlich niedrigere Vorjahresvergleiche und damit niedrigere Inflationsraten ausweisen werden als aktuell. Eine Beruhigung in Richtung 3,5% erscheint bis Ende 2023 im Wettstreit struktureller und zyklischer Kr\u00e4fte m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der kommenden Woche geben Konsumentenpreise in Deutschland (auch regional) und der Eurozone detailliertere Auskunft \u00fcber die aktuelle Lage. Die Erwartungen auf EU harmonisierter Basis gehen in Richtung 8,8% f\u00fcr September, was immer noch eine viel zu hohe Dynamik w\u00e4re. Stimmungsindikatoren f\u00fcr Konsumenten und Betriebe (ifo) geben weiteren Aufschluss, wie hart die Inflation und steigende Zinsen bewertet werden. In den USA kommen Zahlen zu den Konsumausgaben im August, viel beachtet dabei der Deflator als Inflationsma\u00df und nicht zuletzt das Verbrauchervertrauen f\u00fcr September. Werden also schlechte Nachrichten gute Meldungen f\u00fcr die B\u00f6rse sein und umgekehrt? M\u00f6glich. Die Daten der kommenden Woche sollten die Erkenntnis f\u00f6rdern, dass die \u00d6konomie in den USA mit einem starken Arbeitsmarkt und hohen Konsumausgaben immer noch St\u00e4rke zeigt. Das k\u00f6nnte mit Blick auf Inflations- und Zinsanhebungssorgen negativ interpretiert werden. Erst mit der Berichterstattung der Unternehmen im Oktober f\u00fcr das dritte Quartal kann sich dieser Zusammenhang wieder aufl\u00f6sen und einen Blick auf die Gewinne erm\u00f6glichen. Hier gilt dann wieder: Gute Zahlen sind positive Treiber f\u00fcr die B\u00f6rse!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Die M\u00e4rkte in Konfusion, sind gute Nachrichten schlecht f\u00fcr den Markt oder schlechte Nachrichten gut, oder braucht es noch bessere Wirtschaftsmeldungen?<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12427,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-12424","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12424"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12424\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12431,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12424\/revisions\/12431"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}