{"id":12882,"date":"2022-10-24T11:16:09","date_gmt":"2022-10-24T09:16:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=12882"},"modified":"2022-10-24T11:16:34","modified_gmt":"2022-10-24T09:16:34","slug":"union-investment-zinswende-rentenmarkt-vor-der-renaissance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-zinswende-rentenmarkt-vor-der-renaissance\/","title":{"rendered":"Union Investment :  Zinswende &#8211; Rentenmarkt vor der Renaissance?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Union Investment: Die vergangenen Jahre waren an den Anleihenm\u00e4rkten f\u00fcr Anleger sehr herausfordernd. Nach \u00fcber einem Jahrzehnt markiert nun das Jahr 2022 den Abschied von Null- und Negativzinsen.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Christian Kopf, Leiter Portfoliomanagement Anleihen<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liess sich mit Euro-Staatsanleihen im Zeitraum von 2000 bis 2020 im Durchschnitt ein Ertrag von 4,8 Prozent erzielen, haben diese Wertpapiere in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres rund 16,5 Prozent an Wert verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Zweifel: Die Turbo-Zinswende hat nach der Turbo-Konjunkturerholung post Corona die M\u00e4rkte durchgesch\u00fcttelt. F\u00fcr die hohen Verluste am Anleihenmarkt sind vor allem die gestiegenen Zinserwartungen verantwortlich, weniger etwaige Sorgen vor steigenden Ausfallraten bei den Emittenten. Immerhin stehen den kr\u00e4ftig reduzierten Kursen jetzt deutlich gestiegene Coupons entgegen. Der Anleihenmarkt bietet Anlegern somit erstmals seit langem wieder eine Schutzfunktion gegen m\u00f6gliche neuerliche Kursverluste. In den vergangenen zehn Jahren war dies kaum der Fall, da meist nur niedrige oder Null-Coupons bei \u00fcberschaubaren Risiken erh\u00e4ltlich waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Strukturelle Trendwende zu h\u00f6heren Renditen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es handelt sich hierbei um eine strukturelle Trendwende, die in eine Welt von mittel- und l\u00e4ngerfristig h\u00f6heren Inflationsraten und damit h\u00f6heren Zinsen und Renditen f\u00fchrt. Bei den zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihen ist die Zeit der Negativrenditen seit dem Fr\u00fchjahr Geschichte. Wie stark der Renditeanstieg ist, zeigen auch Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Einstufung. Warfen sie zu Beginn des Jahres 0,5 Prozent Rendite ab, so stehen sie heute bei rund vier Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die R\u00fcckkehr der Inflation und h\u00f6herer Zinsen macht es wieder attraktiv, \u00fcber eine aktive Auswahl gezielt und diversifiziert in Anleihen zu investieren \u2013 auch wenn die M\u00e4rkte noch schwankungsanf\u00e4llig bleiben. Dem zugrunde liegt die Annahme, dass der Inflationsdruck sich im Jahr 2023 deutlich abschw\u00e4chen d\u00fcrfte, nicht zuletzt aufgrund von Basiseffekten: Die Monate mit starken Preissteigerungen etwa im Energie- und Rohstoffbereich fallen nach und nach wieder aus der Inflationsstatistik heraus. Auch verz\u00f6gert wirkende Effekte steigender Zinsen sowie die zu beobachtende Entspannung bei Lieferketten d\u00fcrften die Teuerung d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist die wirtschaftliche Ausgangslage in den USA eine andere als in Europa. Die Inflation jenseits des Atlantiks wird stark durch eine \u00dcberschussnachfrage und hohes Lohnwachstum getrieben, w\u00e4hrend sie in Europa eine direkte Folge des Krieges in der Ukraine und des damit zusammenh\u00e4ngenden massiven Anstiegs der Energiepreise ist. Die US-Notenbank Fed hat die Inflationsbek\u00e4mpfung zur obersten Priorit\u00e4t erhoben. Wir erwarten, dass der Leitzins \u2013 die Fed Funds Rate \u2013 bis Ende dieses Jahres auf 4,25 bis 4,50 Prozent steigt. Bei der EZB rechnen wir mit einem Einlagesatz von 2,25 Prozent und einem Spitzenrefinanzierungssatz von 2,75 Prozent per Ende 2022. Ausgehend vom Nullzins-Niveau sucht diese Zinswende in Bezug auf Geschwindigkeit und (derzeitiger) Entschiedenheit ihresgleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir halten es f\u00fcr sehr unwahrscheinlich, dass die Zinsen wieder sinken. In Europa preist der Anleihenmarkt aber bereits einen zu starken Anstieg der Leitzinsen ein. Dem zugrunde liegt eine unseres Erachtens zu optimistische Sicht der Notenbank auf die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum. Wir sind da vorsichtiger und erwarten aufgrund der anhaltend hohen Energiekosten f\u00fcr 2023 eine Schrumpfung der Wirtschaft im Euroraum um 1,0 Prozent und in Deutschland um 1,4 Prozent. Darum bieten Euro-Kern-Staatsanleihen angesichts der gestiegenen Zinserwartung mit ihren h\u00f6heren Coupons bereits einen guten Puffer gegen m\u00f6gliche Kursverluste, falls die Inflation hartn\u00e4ckig hoch bleiben sollte und die EZB die Zinsen doch st\u00e4rker anheben m\u00fcsste. Entscheidend wird der Energiemarkt sein. Falls es gelingt, ohne Mangellage durch den Winter zu kommen, d\u00fcrfte der Inflationsdruck eher abnehmen, da die Wirtschaft konjunkturell bedingt weniger stark ausgelastet und der Preisdruck in der Breite nicht so stark ist wie in den USA.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Euro-Kern-Staatsanleihen bieten Puffer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich sollten sich die Kursverluste bei Euro-Kern-Staatsanleihen durch die schwierige Wirtschaftslage in Grenzen halten. Vorsichtig bleiben wir jedoch bei Euro-Peripherieanleihen wie Italien. Hier trifft die hohe Abh\u00e4ngigkeit vom Gas auf eine neue Regierungskoalition, die im n\u00e4chsten Jahr in Haushalts- und Fiskalfragen mit Br\u00fcssel in die Auseinandersetzung gehen d\u00fcrfte. Doch handelt es sich dabei vor allem um ein hausgemachtes Problem, von dem wir keine Ansteckungseffekte auf den ganzen Euroraum erwarten. Anleihenanleger im Euroraum sollten trotzdem die Entwicklung der Fiskalpolitik im Auge behalten: Wenn eine Regierung zur Entlastung von Bev\u00f6lkerung und Industrie von hohen Energiepreisen bereit ist, sich h\u00f6her zu verschulden, gilt es genau hinzuschauen. Je nach Land bietet die Haushaltslage mehr oder weniger Spielraum. Im Falle von Grossbritannien hat sich gezeigt, dass die Marktreaktion heftig ausfallen kann, wenn neue schuldenfinanzierte Energie- und Steuererleichterungen Zweifel an der Nachhaltigkeit des Staatshaushalts wecken. Deutschlands Kreditw\u00fcrdigkeit wird am Markt nicht in Zweifel gezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim US-Staatsanleihenmarkt ist ein weiterer, weniger starker Renditeanstieg wahrscheinlich. Aktuell preist der Markt noch Zinssenkungen im Verlauf des Jahres 2023 ein, was nicht unserer Erwartung entspricht. Der H\u00f6hepunkt in der US-Inflationsentwicklung d\u00fcrfte zwar hinter uns liegen. Aber f\u00fcr die weitere Entwicklung der Geldpolitik sind die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Entwicklung der Kern-Inflationsrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) entscheidend. Hier rechnen wir mit einer langsameren Abschw\u00e4chung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Chancenreich sind im Anleihenmarkt aus unserer Sicht Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit k\u00fcrzeren und mittleren Laufzeiten, da sie hohe Coupons bieten. Die Ausfallraten d\u00fcrften hier trotz Rezession \u00fcberschaubar bleiben. Extremrisiken aus einer m\u00f6glichen Gas-Mangellage lassen sich durch eine aktive Auswahl vermeiden. Das Anleihen-Portfoliomanagement greift dabei auf die Ergebnisse der hauseigenen Gas-Task-Force zur\u00fcck und meidet Unternehmen aus stark betroffenen Sektoren wie Chemie, Industrie und zyklischer Konsum. Insgesamt sind wir zuversichtlich, dass gerade grosse Emittenten die Kombination von steigenden Refinanzierungskosten und Konjunkturschw\u00e4che gut abfedern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Perspektivisch hilft dem Corporates-Bereich eine h\u00f6here Inflation, da der Verschuldungsgrad von Unternehmen mit funktionierendem Gesch\u00e4ftsmodell eher sinken d\u00fcrfte. Der Finanzsektor profitiert ebenfalls von steigenden Zinsen und damit k\u00fcnftig h\u00f6heren Zinsertr\u00e4gen. Andererseits bietet die zumeist gute Kapitalausstattung ausreichend Puffer, um steigende Ausfallraten bei Krediten gut zu \u00fcberstehen. Vorsicht ist vor dem Hintergrund der r\u00fcckl\u00e4ufigen Liquidit\u00e4t bei Nachrang- sowie Hochzinspapieren angezeigt. Wegen der Ungewissheit \u00fcber die weitere Zinsentwicklung sind wir der Meinung, dass eine k\u00fcrzere Zinsbindungsdauer im Portfolio bis auf Weiteres von Vorteil ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Kursrutsch bietet der Anleihenmarkt erstmals seit langem die Aussicht auf mittelfristig ausk\u00f6mmliche Ertr\u00e4ge. Institutionelle Investoren mit hohen Verpflichtungen gegen\u00fcber Kunden wie Versicherer und Pensionskassen kehren daher schrittweise als K\u00e4ufer zur\u00fcck. Die deutlich gestiegenen Coupons bieten wieder eine Schutzfunktion gegen Kursverluste. Das ebnet institutionellen Anlegern wieder verst\u00e4rkt den Weg zur\u00fcck in ihre traditionelle Kern-Anlageklasse. Aber auch f\u00fcr private Anleger ist aufgrund des gestiegenen Renditeniveaus und der Aussicht auf sinkende Inflationsraten eine breit gestreute Anleihenanlage \u00fcber Fonds wieder eine interessante Option.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment: Die vergangenen Jahre waren an den Anleihenm\u00e4rkten f\u00fcr Anleger sehr herausfordernd. 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