{"id":12969,"date":"2022-04-26T10:41:00","date_gmt":"2022-04-26T08:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12969"},"modified":"2022-04-26T10:41:00","modified_gmt":"2022-04-26T08:41:00","slug":"blackrock-grosse-erwartungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-grosse-erwartungen\/","title":{"rendered":"BlackRock : Grosse Erwartungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Ob Politik, Inflation oder Unternehmensgewinne \u2013 grosse Erwartungen pr\u00e4gen das Bild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Ann Katrin Petersen CFA<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Frankreich hat sich f\u00fcr politische Kontinuit\u00e4t entschieden. Bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen setzte sich der liberale Amtsinhaber Emmanuel Macron mit gesch\u00e4tzt 58,8 % der Stimmen gegen seine rechtspopulistische Herausforderin Marine Le Pen (41,2 %) durch. Erstmals seit zwei Dekaden sichert sich ein franz\u00f6sischer Pr\u00e4sident damit eine zweite Amtszeit. Macrons Vorsprung fiel knapper aus als bei der letzten Stichwahl im Jahr 2017, jedoch deutlicher als Umfragen hatten erwarten lassen. Gleichzeitig sollte das Resultat nicht \u00fcber eine polarisierte W\u00e4hlerschaft und die historisch niedrige Wahlbeteiligung hinwegt\u00e4uschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Berlin und Br\u00fcssel d\u00fcrfte man erleichtert aufatmen. Hinter vorgehaltener Hand kursierte die Sorge, Frankreich als bedeutende pro-europ\u00e4ische Kraft in der EU zu verlieren. Ob das Staatsoberhaupt in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren die Erwartungen an fortgesetzte Strukturreformen (u.a. Rentenreform), eine gr\u00fcnere Energiepolitik, und tiefere europ\u00e4ische Integration wird erf\u00fcllen k\u00f6nnen, h\u00e4ngt massgeblich von der k\u00fcnftigen Zusammensetzung der Assembl\u00e9e Nationale ab. Umso mehr richtet sich nun das Augenmerk auf die Parlamentswahlen im Juni. Neben Massnahmen, die Kaufkraft privater Haushalte in inflation\u00e4ren Zeiten zu st\u00fctzen \u2013 ein gemeinsamer Nenner nicht nur mit Madame Le Pen \u2013 k\u00f6nnten fortgesetzte Erfolge bei der Reduzierung der Arbeitslosigkeit mittelfristig f\u00fcr eine breitere Zustimmung des Reformkurses in der Gesellschaft sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grosse Erwartungen und deren Management bleiben in einem Umfeld wackeliger B\u00f6rsen auch bei den Notenbanken auf der Tagesordnung. Gerade die US-Notenbank Fed stemmt sich mit allen Mitteln \u2013 straffe Zinspolitik, z\u00fcgige Bilanzabschmelzung, falkenhafte Forward Guidance \u2013 gegen das Risiko erh\u00f6hter <strong>Inflationserwartungen<\/strong>. Obwohl sich bereits der steilste Leitzinsanstiegspfad seit Beginn der modernen Geldpolitik in den 1970er Jahren abzeichnet, schienen sich Fed-Notenbanker unl\u00e4ngst in ihren Forderungen betr\u00e4chtlicher Zinsschritte geradezu zu \u00fcberbieten. Woher die Eile? Laut einer Analyse der Fed von St. Louis war die Geldpolitik in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage im Schlussquartal 2021 so expansiv ausgerichtet wie selten im letzten halben Jahrhundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in den T\u00fcrmen der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt scheinen die Zeichen auf beschleunigte Normalisierung zu stehen. Am Donnerstag k\u00f6nnte Lagarde die T\u00fcr f\u00fcr eine erste Zinsanhebung im Herbst weit aufstossen, gleichzeitig aber weiter f\u00fcr eine hochgradig flexible Ausrichtung der Geldpolitik in den kommenden Monaten pl\u00e4dieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00e4rkte scheinen die Signale der Fed verstanden zu haben und preisen nun eine noch sch\u00e4rfere Wende ein. 10-j\u00e4hrige Renditen von US-Staatsanleihen erreichten in der letzten Woche neue Dreijahreshochs nahe 3 % w\u00e4hrend Aktienkurse sich gen S\u00fcden orientierten. In den kommenden Monaten k\u00f6nnte bei den Anhebungsschritten gelten: \u201e50 sind die neuen 25 Basispunkte\u201c. F\u00fcr den Ausblick an den Aktienm\u00e4rkten bleibt aus unserer Sicht entscheidend, ob es bei einem \u201e<strong>Frontloading<\/strong>\u201c, also gr\u00f6sseren Schritten zu Beginn des Zinserh\u00f6hungsprozesses bleibt, oder ob mit einer \u201eVollbremsung\u201c, d.h. einem Leitzinsniveau deutlich \u00fcber \u201eneutral\u201c, zu rechnen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Euroraum d\u00fcrften die Inflationszahlen f\u00fcr April auf eine gipfelnde Teuerung nahe, 7,5 % hindeuten. Selbst wenn \u00d6l- und Gaspreise nicht noch einmal kr\u00e4ftig anziehen, ist allerdings nicht mit einem z\u00fcgigen Inflationsr\u00fcckgang zu rechnen, w\u00e4hrend sich der unterliegende Preisauftrieb angesichts versch\u00e4rfter globaler Lieferprobleme (u.a. neuerliche Lockdowns von Millionenst\u00e4dten in China, Ukraine-Krieg) weiter verst\u00e4rkt. Eine Kerninflationsrate n\u00f6rdlich von 3% sollte nicht \u00fcberraschen \u2013 ebenso wenig, dass sich eine Reihe von Ratsmitgliedern der Europ\u00e4ischen Zentralbank j\u00fcngst f\u00fcr eine Anhebung des Einlagensatzes bereits im Sommer ausgesprochen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der <strong>Gewinnberichtssaison<\/strong> r\u00fcckt derweil das fundamentale R\u00fcckgrat f\u00fcr die B\u00f6rsen in den Fokus. Angesichts eines herausfordernden ersten Quartals inklusive China-Lockdown und hohen Energiekosten startet die Berichtssaison mit vergleichsweise verhaltenen Erwartungen. Dies \u00f6ffnet f\u00fcr sich genommen Raum f\u00fcr positive \u00dcberraschungen, wenngleich bei einer erwartbaren breiten regionalen und sektoralen Streuung. Die ersten Berichte zeigten bereits, dass die Ums\u00e4tze vieler Unternehmen schneller gestiegen sind als die Gewinne, was durchaus zu einem inflation\u00e4ren Makroumfeld bei hohem Kostendruck passt. Erst im weiteren Jahresverlauf k\u00f6nnte sich der kostenseitige Margendruck sp\u00fcrbarer in den Unternehmenszahlen niederschlagen. Angesichts einer Reihe von Unw\u00e4gbarkeiten \u2013 geopolitische Gemengelage, Dauer von Lieferproblemen, Ausmass strafferer Finanzierungsbedingungen \u2013 sollte die Guidance der Unternehmen noch mehr als sonst entscheidend f\u00fcr das Kurspotenzial im Zuge der Berichtssaison sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im regionalen Vergleich f\u00e4llt dabei das Wachstumspolster durch den kraftvollen Neustart in den USA ausk\u00f6mmlicher aus als in Europa. Dar\u00fcber sollten die anstehenden Zahlen f\u00fcr das Bruttoinlandsprodukt in den USA und im Euroraum nicht hinwegt\u00e4uschen. Denn in den USA ist die voraussichtlich sp\u00fcrbare Wachstumsverlangsamung im ersten Jahresviertel vornehmlich einem Sondereffekt geschuldet \u2013 dem nachlassenden Aufbau \u00fcbervoller Lager zum Jahresende 2021. Europa dagegen beutelte im Winterhalbjahr nicht nur ein h\u00f6heres Corona-Infektionsaufkommen, sondern der Kontinent wurde und wird empfindlicher durch die Invasion Russlands in die Ukraine getroffen. Wegen der Lockerung vieler Corona-Einschr\u00e4nkungen im M\u00e4rz d\u00fcrfte die Wirtschaftsaktivit\u00e4t im Euroraum dennoch moderat gewachsen sein.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Anleger?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das strukturelle Niedrigzinsumfeld zeigt Risse. Trotz der bereits ausgepr\u00e4gten Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen an den Anleihem\u00e4rkten halten wir an unserem Untergewicht bei Kernstaatsanleihen fest, die aus ganzheitlicher Portfolioperspektive in einem Umfeld erh\u00f6hter Inflationsrisiken Diversifikationseigenschaften einb\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch sei an dieser Stelle erw\u00e4hnt, dass gerade der merkliche Anstieg der Realrenditen in den USA das Rendite-Risiko-Profil von US-Staatsanleihen aus Investorensicht zum Besseren ver\u00e4ndert. Inflationsbereinigt n\u00e4herte sich die 10-j\u00e4hrige Rendite erstmals seit M\u00e4rz 2020 wieder positivem Terrain. Wohlgemerkt trotz einer steigenden geforderten Inflationskompensation der Marktteilnehmer, gemessen an der sog. Break-Even-Inflationsrate.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unserer Einsch\u00e4tzung nach werden die Zentralbanken zwar z\u00fcgig ihre Geldpolitik normalisieren, aber keine Vollbremsung hinlegen. Dies sollte die Realrenditen trotz des j\u00fcngsten Anstiegs niedrig halten und die Aktienbewertungen st\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unserem Daf\u00fcrhalten ist f\u00fcr die Aktienmarktentwicklung die erwartete Gesamtsumme der Zinserh\u00f6hungen, weniger das Timing und die Geschwindigkeit entscheidend. Wieso? Wir verwenden einen kumulativen Zinssatz zur Bestimmung zuk\u00fcnftiger Unternehmens-Cashflows, nicht den aktuellen Zinssatz oder die Anleiherenditen. Und je h\u00f6her die Spitzenrate in diesem Leitzinserh\u00f6hungszyklus ist, desto gr\u00f6sser ist die Auswirkung aufgrund des Zinseszinseffekts im Laufe der Zeit. Daher glauben wir, dass sich Aktien durchaus gut schlagen k\u00f6nnen, wenn das im Zinserh\u00f6hungszyklus erreichte Niveau historisch niedrig ausf\u00e4llt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Dieses Material soll nicht als Prognose, Research oder Anlageberatung herangezogen werden und stellt keine Empfehlung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzprodukten oder zur Annahme einer Anlagestrategie dar. Die ge\u00e4usserten Meinungen beziehen sich auf den 11. April 2022 und k\u00f6nnen sich \u00e4ndern, wenn die nachfolgenden Bedingungen variieren.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Ob Politik, Inflation oder Unternehmensgewinne \u2013 grosse Erwartungen pr\u00e4gen das Bild.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12486,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-12969","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12969\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}