{"id":13338,"date":"2022-05-31T11:59:11","date_gmt":"2022-05-31T09:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13338"},"modified":"2022-05-31T11:59:11","modified_gmt":"2022-05-31T09:59:11","slug":"union-investment-zu-infrastruktur-investitionschancen-mit-inflationsschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-zu-infrastruktur-investitionschancen-mit-inflationsschutz\/","title":{"rendered":"Union Investment zu Infrastruktur: Investitionschancen mit Inflationsschutz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment : Der enorme Kapitalbedarf in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasser, Energie und Transport ist ohne Beteiligung des Privatsektors kaum zu stemmen. Investitionen in Infrastruktur eignen sich zur Streuung von Anlagerisiken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Benjardin G\u00e4rtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien und Mitglied des Union Investment Committee<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jahrelang wurden Investitionen in Infrastruktur verschiedenster Bereiche wie Gesundheitswesen, Kommunikation oder etwa Energieversorgung vernachl\u00e4ssigt. Seit der Corona-Pandemie und noch st\u00e4rker seit dem Beginn des Ukrainekriegs findet ein Umdenken in der Politik statt. Ohne privates Kapital lassen sich die Herausforderungen aber nicht stemmen. Damit ist Infrastruktur ein wichtiges Anlagethema \u2013 vor allem in einem Inflationsumfeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Bundeskanzler Olaf Scholz Ende Februar vor dem Bundestag von einer Zeitenwende sprach, da bezog er sich nicht nur auf die neue Sicherheitspolitik. Die Begrifflichkeit k\u00f6nnte auf so gut wie alle Formen von Infrastruktur ausgedehnt werden. Denn der Ukrainekrieg macht noch deutlicher, was bereits die Coronakrise offengelegt hat: Energie, Transportnetze und digitale sowie gesundheitliche Infrastruktur bed\u00fcrfen andauernder Investitionen. Erfolgen diese nicht oder fallen sie zu gering aus, hat dies Konsequenzen f\u00fcr unseren Alltag, f\u00fcr das Wachstum und den Wohlstand einer Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Investitionen von rund 3,8 Prozent des weltweiten BIP<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das McKinsey Global Institute errechnete im Rahmen der Studie \u201eBridging Global Infrastructure Gaps\u201c, dass weltweit rund 2,3 Billionen Euro pro Jahr in Transportnetze, Energie, Wasser und Telekommunikation investiert werden. Das entspricht rund 3,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts (BIP). Doch diese Summe reicht nicht aus, um Verkehrschaos, zu langsames Internet und Stromausf\u00e4lle zu verhindern. Eigentlich m\u00fcssten laut Studie j\u00e4hrlich knapp drei Billionen Euro (rund 3,8 Prozent des weltweiten BIP) f\u00fcr Infrastruktur verwendet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutschland investiert im Vergleich der G20-Staaten laut dieser Berechnungen prozentual am wenigsten: Zwischen 2008 und 2013 waren es durchschnittlich nur zwei Prozent des BIP. Um den Bedarf bis zum Jahr 2030 zu decken, m\u00fcsste Deutschland j\u00e4hrlich zus\u00e4tzlich 0,4 Prozent des BIP, also rund 160 Milliarden Euro in Infrastruktur investieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Corona-Krise und Ukrainekrieg beschleunigen Umdenken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dringlichkeit scheint mittlerweile bei den handelnden Parteien angekommen zu sein. W\u00e4hrend der Pandemie zeigten sich deutlich die L\u00fccken im chronisch unterfinanzierten Gesundheitssektor, in der zu langsam fortschreitenden Digitalisierung von essenziellen Dienstleistungen wie Bildung oder im Netzausbau mit leistungsf\u00e4higen Glasfaserkabeln. Auch anf\u00e4llige Lieferketten bed\u00fcrfen hoher Investitionen, um sie widerstandsf\u00e4higer zu machen. Das geschieht im Zuge der Deglobalisierung, indem relevante Produktionsprozesse in das eigene oder in \u201ebefreundete\u201c L\u00e4nder zur\u00fcckverlagert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pandemie und der Krieg in Europa beschleunigen als Katalysator bereits bestehende Trends. Nachhaltigkeitsaspekte spielen in dem Prozess eine wichtige Rolle. So ist der Auf- und Ausbau von nachhaltiger Infrastruktur ein Schwerpunkt der Ziele der Vereinten Nationen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (kurz UN SDGs). Diese Nachhaltigkeitsziele umfassen auch die Bereiche Gesundheit, Bildung, Wasser, Energie und Transport. Der Kapitalbedarf ist gerade in diesen Bereichen enorm und ohne Beteiligung des Privatsektors kaum zu stemmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die weltweiten Anstrengungen f\u00fcr mehr Klimaschutz, auf die sich Staaten im Pariser Klimaschutzabkommen und mit dem European Green Deal geeinigt haben, zielen auf Infrastrukturthemen wie den Ausbau erneuerbarer Energien ab. Sie unterst\u00fctzen den Umbau der Wirtschaft hin zu einer treibhausgas\u00e4rmeren Energienutzung. Das Stichwort lautet hier Dekarbonisierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesen Trends \u00e4ndert auch der russische Angriff auf die Ukraine nichts \u2013 im Gegenteil. Der Krieg beschleunigt die Entwicklung. Die westlichen Staaten wollen mit Hochdruck mehr Unabh\u00e4ngigkeit und Stabilit\u00e4t in der Energieversorgung erreichen, neue Bezugsquellen erschliessen und die Produktion von erneuerbarer Energie weiter hochfahren sowie die Energieeffizienz der Wirtschaft steigern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Europ\u00e4ische Union (EU) beispielsweise versucht mit ihrer Initiative \u201eRePowerEU\u201c, die Abh\u00e4ngigkeit von russischem Erdgas bis Ende des Jahres um zwei Drittel zu reduzieren. Deutlich vor dem Jahr 2030 will sie vollst\u00e4ndig darauf verzichten. Daf\u00fcr muss unter anderem mehr verfl\u00fcssigtes Erdgas (LNG) eingef\u00fchrt werden, das aus den USA und dem Nahen Osten stammt. Das erfordert neue LNG-Empfangsterminals und die Erweiterung des Pipeline-Netzes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch alternative Energiequellen werden st\u00e4rker angezapft: Die Produktion und Verwendung von Biomethan d\u00fcrfte zunehmen, wobei Abfallunternehmen als Lieferanten eine wichtige Rolle spielen. Und eine Beschleunigung der Energiewende ist ohne den Ausbau von Wind- und Solarenergie gar nicht m\u00f6glich \u2013 hier sind Projektentwickler und Zulieferer gefragt. Auch Investitionen in Stromnetze sind vonn\u00f6ten, um die Wirtschaft weiter zu elektrifizieren. Der spanische Energieanbieter Iberdrola hat k\u00fcrzlich gesch\u00e4tzt, dass jeder Euro, der in erneuerbare Kapazit\u00e4ten investiert wird, durch Investitionen in H\u00f6he von 70 Cent in die Stromnetzinfrastruktur unterst\u00fctzt werden m\u00fcsste. Damit sind etwa Netzbetreiber mit entsprechendem Know-how unentbehrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Investitionen in Infrastrukturaktien k\u00f6nnen Anleger an diesen sehr langfristigen Wachstumstrends teilhaben. Die Anlageklasse ist interessant, da sie vorhersehbare, stabile Mittelzufl\u00fcsse, sogenannte Cash-Flows, liefert und oft auch einen gewissen Inflationsschutz bietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn grunds\u00e4tzlich gilt im aktuellen Zinsumfeld: Auch wenn die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) den Zins anheben wird, bleiben die realen Zinsen \u2013 also die Zinsen unter Ber\u00fccksichtigung der Inflation \u2013 negativ. Dies ist ein guter N\u00e4hrboden f\u00fcr Infrastrukturanlagen. So sind beispielsweise bestimmte Einnahmen oder Geb\u00fchren im Infrastrukturgesch\u00e4ft, wie im Fall von Mautstrassenbetreibern, an die Preisentwicklung gekoppelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch sind die Wechselbeziehungen zu anderen Anlagen vergleichsweise gering, so dass sich Investitionen in Infrastruktur zur Streuung von Anlagerisiken eignen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz risikolos sind die Papiere aber nicht. Politische oder geostrategische Ver\u00e4nderungen beeinflussen sie stark. In einem diversifizierten Aktienfonds l\u00e4sst sich auf solche Ereignisse flexibler reagieren. Zudem ist \u00fcber ein breit gestreutes Portfolio auch eine Beteiligung an unterschiedlichen Bereichen wie Kommunikation, Energie, Versorgung, Transport, Digitale Infrastruktur, Immobilien sowie Gesundheit m\u00f6glich. Damit l\u00e4sst sich eine Anlage auf verschiedene strukturelle Trends ausrichten, die unabh\u00e4ngig voneinander sind. Das sollte eine robustere Entwicklung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schnellen Ver\u00e4nderungen der \u00f6konomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unterst\u00fctzen die Anlage in Infrastrukturaktien. Die Coronakrise hat schonungslos die \u00dcberalterung der bestehenden Infrastruktur offengelegt. Der Ukrainekrieg beschleunigt deren Um- und Ausbau, da die Regierungen vor allem der westlichen Staaten die Dringlichkeit von Investitionen als Antwort auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umw\u00e4lzungen erkannt haben. Die Anlage in Unternehmen der Infrastruktur ist f\u00fcr Investoren interessant, da sie so an den langfristigen Trends teilhaben k\u00f6nnen und sie zudem einen gewissen Inflationsschutz bietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Der enorme Kapitalbedarf in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasser, Energie und Transport ist ohne Beteiligung des Privatsektors kaum zu stemmen. 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