{"id":1346,"date":"2014-01-22T09:00:00","date_gmt":"2014-01-22T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2014\/01\/22\/ing-konjunkturell-geht-s-wieder-aufwaerts-doch-wirtschaften-noch-im-krisenmodus\/"},"modified":"2014-01-22T09:00:00","modified_gmt":"2014-01-22T09:00:00","slug":"ing-konjunkturell-geht-s-wieder-aufwaerts-doch-wirtschaften-noch-im-krisenmodus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/ing-konjunkturell-geht-s-wieder-aufwaerts-doch-wirtschaften-noch-im-krisenmodus\/","title":{"rendered":"ING: Konjunkturell geht\u2018s wieder aufw\u00e4rts, doch Wirtschaften noch im Krisenmodus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach f\u00fcnf Jahren der Krise konnten die meisten \u00d6konomen das Krisengef\u00fchl bislang noch nicht absch\u00fctteln. Das liegt unter anderem daran, dass ged\u00e4mpfte Konjunkturerwartungen sich zunehmend im Denken der Volkswirtschaftler festsetzen&#8230;&#8230;.<span lang=\"en-GB\"><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p>Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld<br \/> <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>For professional investors and advisers only<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Valentijn van Nieuwenhuijzen<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere haben sich die Wirtschaftswissenschaften als unf\u00e4hig erwiesen, die Entwicklungen der letzten Jahre plausibel zu erkl\u00e4ren und \u00fcberzeugende Schlussfolgerungen f\u00fcr das k\u00fcnftige Wachstum und die weitere Entwicklung an den Finanzm\u00e4rkten zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn einem ein tieferes Verst\u00e4ndnis der realen Komplexit\u00e4ten wirtschaftlicher Systeme abgeht, so ist doch klar, dass die zugrunde liegenden Strukturen sich schliesslich weiterentwickeln. Genau das scheint jetzt der Fall zu sein: Die Weltkonjunktur hat nunmehr einen Punkt erreicht, bei dem die Dynamik des Aufschwungs st\u00e4rker ist als je zuvor seit Beginn der Krise. W\u00e4hrend sich also zahlreiche wirtschaftswissenschaftliche Modelle noch um Erkl\u00e4rungsversuche bem\u00fchen, l\u00e4sst die Realwirtschaft die Krise bereits hinter sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wirtschaftstheoretische Hickhack l\u00e4sst sich kaum besser illustrieren als durch die Verleihung des Nobelpreises f\u00fcr Wirtschaftswissenschaft 2013 an drei \u00d6konomen, die v\u00f6llig unterschiedliche Thesen vertreten: Fama und Hansen einerseits und Shiller andererseits. Nach Verleihung des Preises wies zumindest Shiller darauf hin, dass sich das Trio in seinen Theorien zur Funktionsweise der Finanzm\u00e4rkte grundlegend unterscheidet: der stets effizient agierende Markt versus der irrationale Markt. Auch die Thesen zu den Modellen, mit denen die wirtschaftliche Realit\u00e4t abzubilden sei, sind diametral verschieden. Die unterschiedlichen Sichtweisen, f\u00fcr die diese drei Finanz\u00f6konomen stehen, wurden in den letzten Jahrzehnten sehr klar und umfassend dargelegt. Damit bildeten sie die Basis f\u00fcr \u201ewissenschaftliche\u201c Erkenntnisse zu einer Reihe m\u00f6glicher Theorien, die uns entweder die Marktrealit\u00e4ten erkl\u00e4ren k\u00f6nnen oder k\u00fcnftig eher ignoriert werden sollten. Als praktischer Leitfaden durch die komplexe volkswirtschaftliche Realit\u00e4t f\u00fcr Manager und Investoren taugt der kontroverse Forschungsstand in den Wirtschaftswissenschaften und ihrem Teilgebiet \u201eFinanzm\u00e4rkte\u201c jedenfalls nicht und muss daher durch kritische und weniger \u201eideologisch\u201c gepr\u00e4gte Analyse der wirtschaftlichen Tatsachen in der Praxis erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist doch recht bemerkenswert, wie sehr das Unverm\u00f6gen der Wirtschafts- und Finanztheorie, den j\u00fcngsten Konjunkturzyklus und das Marktverhalten korrekt zu erfassen, uns alle \u00fcberrascht hat. Die Pr\u00e4missen, auf die sich die traditionelle Wirtschaftstheorie st\u00fctzt, sowie die Voraussetzungen, die erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, damit diese Theorien die Realit\u00e4t korrekt abbilden, sind bereits seit Langem zweifelhaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Annahme, dass die Marktakteure bestens informiert und mit v\u00f6lliger Voraussicht rational agieren (und nicht \u2013 wie alle anderen Menschen \u2013 intuitiv und emotional), sowie die Neutralit\u00e4t von Geld und Schulden werden zunehmend infrage gestellt. Auch die begrenzte Rolle, die der Faktor Ungewissheit in diesen Modellen spielt, und die Illusion, dass sie anhand vergangenheitsbezogener Beobachtungen korrekt erfasst werden kann, sind \u00e4usserst fragw\u00fcrdig. Doch auch wenn diese Annahmen die Realit\u00e4t zutreffend widerspiegeln sollten, kann es eine effiziente Preisgestaltung an den M\u00e4rkten und stabile Gleichgewichte nur dann geben, wenn die Marktteilnehmer homogen und die M\u00e4rkte transparent sind und \u00fcberdies kaum Barrieren f\u00fcr den Markteintritt bestehen. Ferner m\u00fcssten die relevanten Informationen vollst\u00e4ndig und zeitnah vorliegen und allen Marktteilnehmern gleichm\u00e4ssig zur Verf\u00fcgung stehen. Diese Bedingungen sind zumindest nicht immer erf\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da alle wissenschaftlichen Modelle zwangsl\u00e4ufig unvollkommene Vereinfachungen der Realit\u00e4t darstellen, w\u00e4re das noch hinnehmbar, solange die auf diesen Annahmen aufbauenden Modelle die in der Realwirtschaft und den Finanzm\u00e4rkten beobachteten Dynamiken korrekt erfassen w\u00fcrden. Bereits in den 1950er Jahren wies Milton Friedman darauf hin, dass unvollkommene Annahmen bei der wirtschaftlichen Argumentation gerechtfertigt sind, solange sie zutreffende Voraussagen liefern. Auch Fussball- oder Billardspieler sind m\u00f6glicherweise nicht imstande, die Laufbahn des Balls bzw. der Kugel anhand von Bewegungsgleichungen vorauszuberechnen. Worauf es letztlich ankommt, ist die Pr\u00e4zision ihres Spiels, mit der sie gegebenenfalls gewinnen, ohne die Funktionsweise des zugrunde liegenden physikalischen Modells im Einzelnen zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Gebieten Wirtschaft und Finanz sind die Modelle meistenteils recht pr\u00e4zise. Ist das einmal nicht der Fall, dann liegen sie gleich weit daneben. Das geschah beispielsweise 2008, als sowohl das Verhalten der M\u00e4rkte als auch das des Konjunkturzyklus weit von den Modellprognosen abwichen. Hinzu kam, dass ein erheblicher Teil der empirischen Daten bereits vor der Krise von 2008 vorlag, die Standardmodelle wie allgemeine dynamisch-stochastische Gleichgewichtsmodelle (DSGE) und die Effizienzmarkthypothese (EMH) den Konjunkturzyklus und das Verhalten der Finanzm\u00e4rkte aber nur \u00e4usserst unvollkommen erfassen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz: Die empirischen Beobachtungen der Wirtschaftsleistung und der Verm\u00f6genspreise weisen im Zeitverlauf alles andere als eine Normalverteilung um den Mittelwert auf, obwohl sich diese Variablen der Theorie nach im Zeitverlauf station\u00e4r verhalten und sich um ihren Mittel- bzw. Gleichgewichtswert normal verteilen sollten. Die multiplen Schocks bei der Standardabweichung, die 2008 im Hinblick auf Wirtschaftsleistung und Verm\u00f6genspreise eintraten, verschlimmerten die Situation nur noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die Krise sich wirtschaftswissenschaftlich l\u00f6sen l\u00e4sst, bleibt daher v\u00f6llig unklar. Insofern ist es an der Zeit, sich die Defizite der Theorien, die momentan zu diesem Zweck herangezogen werden, einzugestehen. Die Einsicht, dass die Zukunft ungewisser ist, als so manch einer glauben m\u00f6chte, ist der erste wichtige Schritt hin zu tragf\u00e4higeren, konsequenteren Entscheidungen. Eine unvoreingenommene und konsequente Entscheidungsfindung ist langfristig f\u00fcr nahezu alle Wirtschaftsentscheidungen, die wir treffen, und mit Sicherheit f\u00fcr unsere Investitionsentscheidungen \u201e\u00fcberlebenswichtig\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zuletzt sollte man auch Alternativen sondieren, um die Funktionsweise des zugrunde liegenden Systems und seiner wichtigsten Teilbereiche besser nachzuvollziehen und seine Entscheidungsfindung entsprechend anzupassen. Selbst ohne vollst\u00e4ndiges und unumstrittenes Modell unseres Wirtschaftssystems deuten sowohl die qualitative als auch die regelbasierte Analyse auf eine Ausweitung und St\u00e4rkung des globalen Konjunkturzyklus hin. Die globale Wachstumsentwicklung schreitet voran, auch wenn wir immer noch nicht genau verstehen, warum. Insofern ist durchaus mit positiven \u00dcberraschungen zu rechnen \u2013 gerade wegen der eher tr\u00fcben Erwartungen vieler Marktbeobachter!<\/p>\n<p>Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach f\u00fcnf Jahren der Krise konnten die meisten \u00d6konomen das Krisengef\u00fchl bislang noch nicht absch\u00fctteln. 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