{"id":13569,"date":"2022-06-15T15:21:52","date_gmt":"2022-06-15T13:21:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13569"},"modified":"2022-06-15T15:21:52","modified_gmt":"2022-06-15T13:21:52","slug":"blackrock-sozialer-sprengstoff-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-sozialer-sprengstoff-inflation\/","title":{"rendered":"Blackrock: Sozialer Sprengstoff Inflation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Als US-Finanzministerin Janet Yellen am vergangenen Dienstag in ihrer Stellungnahme vor dem Finanzausschuss des Senats ihrer Zuversicht Ausdruck verlieh, man werde die Inflation einfangen k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu zwingen, wurde dies vielerorts als Beruhigungspille interpretiert \u2013 m\u00f6glicherweise unrealistisch aber irgendwie wohltuend. Am Freitag wurden die Marktteilnehmer dann allerdings aus ihrer hoffnungsfrohen Stimmung gerissen. Hatten viele nach dem leichten R\u00fcckgang der PCE-Kernrate (Personal Consumption Expenditure; private Konsumausgaben) im Mai noch gehofft, die Inflation k\u00f6nne ihren Gipfel bereits \u00fcberschritten haben, wurden sie von der US-Konsumentenpreisrate eines Besseren belehrt. Um sage und schreibe 1% legte die US-Inflation gegen\u00fcber dem Vormonat zu, was im Vergleich zum Mai 2021 einem Anstieg von 8,6% entspricht. Statt vom Aprilwert (8,3%) den Abstieg anzutreten, kletterte die Jahresinflationsrate sogar weiter. Besonders bemerkenswert dabei: Auch die Kerninflationsrate, aus der die bekannten Preistreiber Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet wird, beschleunigte sich weiter, von der bisherigen sequentiellen Wachstumsrate von 0,5% pro Monat auf 0,6%, so dass eine weitere Ausbreitung im Warenkorb immer unbestreitbarer wird. Die Reaktion an den M\u00e4rkten war eindeutig. Die Rendite der zweij\u00e4hrigen US-Staatsanleihen, in denen sich am deutlichsten die eher kurzfristigen Zinserwartungen abbilden, schossen allein am Freitag um 25 Basispunkte nach oben, ein Plus von 40 Basispunkten in der gesamten Woche. Auch ihre zehnj\u00e4hrigen Pendants beendeten die Woche mit einem Renditesprung von 20 Basispunkten bei inzwischen 3,16%. Der breite Aktienindex S&amp;P 500, der relativ hoffnungsfroh in die Woche gestartet war, beendete den Handel am Freitagabend mit einem Wochenverlust von \u00fcber 5%. Der Schock sass tief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum unerfreulichen Verlauf der zweiten Wochenh\u00e4lfte beigetragen hatte auch die EZB. Am Donnerstag liess die Notenbank des Euroraums verlauten, sie werde ihre drei Leitzinss\u00e4tze im Juli um einen Viertelprozentpunkt anheben. Das war gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Denn abgesehen davon, dass anders als erwartet nicht nur vom Einlagesatz die Rede war, fragte sich der geneigte Beobachter, warum die EZB den Schritt nur ank\u00fcndigte. Wenn sie ihn f\u00fcr richtig und notwendig h\u00e4lt, warum dann nicht gleich jetzt, sondern bis Juli warten? Die Antwort lieferte Christine Lagarde in der Pressekonferenz. Man wolle, so die EZB-Chefin, weiter konsistent mit der eigenen Forward Guidance, also dem geldpolitischen Fahrplan, bleiben. Und in dem habe man nun mal angek\u00fcndigt, vor der ersten Zinsanhebung das Anleihekaufprogramm zum Ende zu bringen. Dieses werde nun zum 1. Juli eingestellt, so dass am 21. Juli dann die erste Zinsanhebung folgen k\u00f6nne. Doch damit nicht genug. Die EZB stellte dar\u00fcber hinaus f\u00fcr September auch gleich den n\u00e4chsten Zinsschritt ins Fenster, der durchaus gr\u00f6sser als 25 Basispunkte werden k\u00f6nne. Sollten sich n\u00e4mlich die mittelfristigen Inflationsaussichten bis September nicht bessern oder sogar noch verschlechtern, k\u00f6nne, so die EZB, ein gr\u00f6sserer Zinsschritt angemessen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lagardes Hintert\u00fcrchen im Kleingedruckten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB w\u00e4re nicht die EZB, h\u00e4tte sie sich angesichts derart kerniger Ansprache nicht ein Hintert\u00fcrchen offen gehalten. Es liegt in der eher beil\u00e4ufig klargestellten \u201eOptionalit\u00e4t und Datenabh\u00e4ngigkeit\u201c, unter der die Ank\u00fcndigungen gemacht wurde. Sprich: Sollte sich die Wirtschaft wesentlich st\u00e4rker verlangsamen als in den neuen Sch\u00e4tzungen der Zentralbankvolkswirte abgebildet (n\u00e4mlich von bisher prognostizierten 3,7% f\u00fcr die Eurozone in diesem Jahr auf 2,8%), die Inflation nachlassen oder die Finanzierungsbedingungen sich deutlich verschlechtern, k\u00f6nne der Normalisierungspfad angepasst werden. Vor allem auf letzteres, n\u00e4mlich sich kr\u00e4ftig und sehr ungleichm\u00e4ssig in der Eurozone versch\u00e4rfende Finanzierungsbedingungen, deuteten schon unmittelbar nach den EZB-Ank\u00fcndigungen die Risikoaufschl\u00e4ge in Europa hin. Der zehnj\u00e4hrige Italien-Spread legte \u00fcber die Woche um 11 Basispunkte zu, der f\u00fcr Frankreich gar 29 und f\u00fcr Spanien 34 Basispunkte. Immer klarer tritt damit das Dilemma der Zentralbanken zutage. Denn einerseits hat Inflation negative soziale Folgen und setzt die Regierungen liberaler Demokratien unter Druck. Zentralbanken, deren unabh\u00e4ngiges Arbeiten vom Fortbestand ebendieser liberalen Ordnungen abh\u00e4ngt, k\u00f6nnen deswegen nicht unbeteiligt an der Seite stehen, selbst wenn sie gegen kriegs- und pandemiebedingte Preisschocks wenig ausrichten k\u00f6nnen. Auch in den kommenden Monaten wird Fed, EZB &amp; Co. daher kaum etwas anderes \u00fcbrig bleiben, als mit kerniger Rhetorik und einem \u201eFrontloading\u201c von Zinsschritten die Inflationserwartungen in Schach zu halten, bevor man sich \u2013 vermutlich sp\u00e4testens Richtung letztes Quartal 2022 \u2013 doch entschliessen wird, auf mittlere Sicht mit h\u00f6herer Inflation zu leben. Die Alternative n\u00e4mlich, ein Abw\u00fcrgen des Post-Covid-Neustarts mit der Folge von Firmenpleiten und Jobverlusten, h\u00e4tte n\u00e4mlich noch verheerendere soziale und politische Kosten. Das schadenfrohe Lachen der Kriegstreiber und Diktatoren dieser Welt w\u00fcrde man dann nur umso lauter h\u00f6ren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Als US-Finanzministerin Janet Yellen am vergangenen Dienstag in ihrer Stellungnahme vor dem Finanzausschuss des Senats ihrer Zuversicht Ausdruck verlieh, man werde die Inflation einfangen k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-13569","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13569"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13569\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}