{"id":13587,"date":"2022-12-19T12:45:14","date_gmt":"2022-12-19T11:45:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=13587"},"modified":"2022-12-19T15:50:34","modified_gmt":"2022-12-19T14:50:34","slug":"dje-zu-viel-optimismus-im-markt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-zu-viel-optimismus-im-markt\/","title":{"rendered":"DJE : Zu viel Optimismus im Markt"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><strong>DJE<\/strong> : In den USA deuten die Konjunkturdaten auf eine milde Rezession hin, w\u00e4hrend in Europa derzeit von einer st\u00e4rker ausfallenden Rezession auszugehen ist.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Stefan Breintner, Leiter Research und Portfoliomanagement, DJE Kapital AG<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zentralbanken versuchen derweil mit allen Mitteln, die Inflation zu bek\u00e4mpfen. Noch werden die M\u00e4rkte von Zuversicht getragen, doch der Optimismus vieler Investoren mit Blick auf die sinkende Inflation und ein fr\u00fches Ende der Zinsanhebungen ist kritisch zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das allm\u00e4hlich auslaufende Jahr ist ohne Zweifel ein schwieriges und herausforderndes Jahr gewesen und von zahlreichen Verwerfungen gepr\u00e4gt. Der Tiefpunkt an den M\u00e4rkten d\u00fcrfte allerdings noch nicht ganz erreicht sein: Die kommenden beiden Quartale k\u00f6nnten sich abermals als schwierig erweisen, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die europ\u00e4ische und die US-amerikanische Wirtschaft in die Rezession rutschen. Europa d\u00fcrfte dabei eine st\u00e4rkere Rezession erwarten als die USA. Eine geldpolitische Straffung und weitere Zinserh\u00f6hungen von Seiten der Notenbanken k\u00f6nnten daher zu einer weiteren Korrektur an den M\u00e4rkten f\u00fchren. Nach dieser erscheint jedoch ein erneuter Aufschwung an den Aktienm\u00e4rkten m\u00f6glich. Eine sich abschw\u00e4chende Wirtschaft ist auch das, was die US-Notenbank Fed erreichen will, da diese die Inflation und den Arbeitsmarkt bremsen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zinsen stabilisieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Inflationsproblem d\u00fcrfte in den USA in rund ein bis zwei Jahren unter Kontrolle sein. Europa wird dagegen deutlich mehr Zeit ben\u00f6tigen, um die Inflations- und Energiethematik in den Griff zu bekommen. Die zuk\u00fcnftigen Inflationserwartungen des Marktes k\u00f6nnten sich daher als zu optimistisch herausstellen. Zu viel Optimismus hinsichtlich schneller Zinssenkungen im kommenden Jahr 2023 scheint deshalb nicht angebracht. Die Fed sowie die Europ\u00e4ische Zentralbank EZB werden wohl zun\u00e4chst versuchen, die Zinsen auf einem h\u00f6heren Niveau zu stabilisieren, bevor \u00fcber m\u00f6gliche Zinssenkungsschritte nachgedacht wird. Wir bleiben daher vorerst weiter bei unserer insgesamt defensiven Anlagepolitik. Der Euro k\u00f6nnte zun\u00e4chst von falkenhafteren Aussagen der EZB zu weiteren Zinsschritten profitieren. Mittelfristig gehen wir aber nach wie vor von einer US-Dollar-St\u00e4rke aus: Schliesslich sind die USA weitgehend energieautark, technologisch in vielen Bereichen f\u00fchrend und haben zudem den st\u00e4rksten und tiefsten Kapitalmarkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DJE\u00a0 : Fundamental<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Konjunkturaussichten weltweit tr\u00fcbe, vor allem mit Blick auf Deutschland und Europa<br \/>\n\u2022 Erneuerbare Energien und Rohstoffsektor bieten Chancen<br \/>\n\u2022 Fokus auf Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht<br \/>\n\u2022 China bleibt schwierig einzusch\u00e4tzen<br \/>\n\u2022 Brasilien und Mexiko attraktiver als Russland und China<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Konjunkturaussichten sind sowohl f\u00fcr die USA als auch Europa und hier insbesondere Deutschland nicht rosig. Europa steht vor einer st\u00e4rkeren Rezession. In den USA wird die Tiefe der Rezession auch von der Situation am Arbeitsmarkt abh\u00e4ngen. Dieser hat sich durch die Pandemie strukturell ver\u00e4ndert. Der Arbeitsmarkt k\u00f6nnte daher angespannter bleiben als zun\u00e4chst gedacht und die Arbeitslosenquote damit weniger steigen. Aufgrund der aktuell weiter sehr robusten US-Wirtschaft und des engen Arbeitsmarktes ist eine milde Rezession in den USA das derzeitige Basisszenario.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den USA ausgehend gibt es allerdings auch ein gewisses Risiko: Aufgrund von Verwerfungen bei Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen k\u00f6nnte es zu periodischen Finanzstabilit\u00e4tsrisiken kommen unter anderem wegen deren Exposure zu problematischen Immobilienbest\u00e4nden und einer quasi Verzwanzigfachung der Kreditkosten. Finanzstabilit\u00e4tsrisiken bergen das gr\u00f6sste Abw\u00e4rtspotenzial f\u00fcr die USA: In solch einem Fall k\u00f6nnte der Euro tempor\u00e4r gegen\u00fcber dem US-Dollar aufwerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der europ\u00e4ischen Energiekrise sorgte ausserdem der warme Sp\u00e4therbst zuletzt f\u00fcr eine kurzfristige Entspannung. Auf Sicht von einem Jahr k\u00f6nnte sich die Situation aber verschlechtern, da es im kommenden Jahr durch den Lieferstopp von russischem Gas beispielsweise deutlich schwieriger werden d\u00fcrfte, die Gasspeicher wieder zu f\u00fcllen. Der Winter 2023\/24 d\u00fcrfte daher problematischer werden als der Winter 2022\/23. Deutliche Verbesserungen bei der Gas- und Stromversorgung sind die n\u00e4chsten Jahre in Deutschland also vorerst nicht zu erwarten. Wir rechnen damit, dass fr\u00fchestens in etwa vier Jahren in Deutschland und Europa \u2013 etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energien und neue Energiepartnerschaften \u2013 mehr Energie zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nnte. Einige energieintensive Unternehmen k\u00f6nnten Deutschland daher verlassen beziehungsweise verst\u00e4rkt Arbeitspl\u00e4tze abbauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die chinesische Regierung hat zuletzt damit begonnen, ihre strenge Null-Covid-Strategie zu lockern. Sollte China 2023 die Wirtschaft st\u00e4rker \u00f6ffnen und damit die Null-Covid-Strategie beenden, k\u00f6nnten Wirtschaft und B\u00f6rse im Reich der Mitte von der Entwicklung profitieren. Dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfte China auf der Immobilien- und vor allem der Infrastrukturseite weiter stimulieren. So wurde beispielsweise der lange geltende Grundsatz \u201eHousing is for living and not for speculation\u201c erst j\u00fcngst fallengelassen. Ausserdem d\u00fcrfte der weitere Infrastrukturausbau den Rohstoffsektor unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im internationalen Zahlungsgef\u00fcge sind L\u00e4nder wie Brasilien oder Mexiko derzeit allerdings attraktiver als China oder Russland. So haben Brasilien und Mexiko bei der Inflationsbek\u00e4mpfung durch fr\u00fchzeitige Zinserh\u00f6hungen einen relativ guten Job gemacht und sind derzeit wirtschaftlich ganz gut aufgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monet\u00e4r<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 US-Gesamtinflation sollte weiter zur\u00fcckgehen<br \/>\n\u2022 Hoher Druck auf Notenbanken, vor allem auf die EZB<br \/>\n\u2022 Deutsche Staatsanleihen bleiben unattraktiv<br \/>\n\u2022 Ausgew\u00e4hlte Unternehmensanleihen weiter chancenreich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die US-Inflation wird wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten zur\u00fcckgehen, wobei die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) weniger stark fallen d\u00fcrfte als die Gesamtinflation. Die Kerninflation k\u00f6nnte auch weiter bei \u00fcber f\u00fcnf Prozent liegen, was ein weiterhin vorsichtiges bzw. restriktives Vorgehen der US-Notenbank zur Folge haben d\u00fcrfte. Es ist aktuell noch nicht ausgemacht, dass die Terminal-Rate in den USA bei etwa f\u00fcnf Prozent liegen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass diese dar\u00fcber liegt und dann auch eine Weile auf diesem Niveau verharren wird. Die Fed wird daher ihre Geldpolitik nicht so schnell \u00e4ndern. Dahingehend \u00e4u\u00dferte sich auch der Fed-Vorsitzende Jerome Powell: \u201eWir m\u00fcssen weitermachen, bis der Job erledigt ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Druck auf die EZB, die Zinsen weiter zu erh\u00f6hen und damit zun\u00e4chst weiter restriktiv vorzugehen, d\u00fcrfte zunehmen, da die Inflation in Europa in struktureller Hinsicht auf einem h\u00f6heren Niveau bleiben d\u00fcrfte als in den USA. Die Inflationserwartungen des Marktes halten wir daher f\u00fcr zu optimistisch. Wir glauben nicht, dass die Inflation so stark zur\u00fcckgehen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Historisch betrachtet war die Entwicklung der Geldmenge immer der beste B\u00f6rseneinflussfaktor: Die US-Geldmenge M1 w\u00e4chst aktuell nicht mehr, und die US-\u00dcberschuss-Liquidit\u00e4t ist negativ, das heisst, es ist derzeit zu wenig \u00fcbersch\u00fcssiges Geld f\u00fcr Aktieninvestitionen im Wirtschaftskreislauf. Die Anlegerstimmung f\u00fcr Bonds bleibt weiterhin negativ. Bei den festverzinslichen Wertpapieren halten wir deutsche Staatsanleihen nach wie vor f\u00fcr unattraktiv. Dagegen bieten ausgew\u00e4hlte hochwertige Unternehmensanleihen aus unserer Sicht weiterhin Chancen. Attraktiv sind vor allem Emissionen, die aktuell bis zu f\u00fcnf Prozent Rendite oder mehr bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DJE\u00a0 : Markttechnisch<\/strong><br \/>\n\u2022 Weiter positiv<br \/>\n\u2022 Zunehmender Optimismus f\u00fcr Aktien<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem markttechnischen Blickwinkel erhalten die M\u00e4rkte weiter Unterst\u00fctzung. Nach einem schwierigen Aktienjahr sind die Marktteilnehmer nun zunehmend optimistisch f\u00fcr Aktien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00e4hrungen\/Rohstoffe\/Gold<\/strong><br \/>\n\u2022 Euro l\u00e4ngerfristig weiter belastet<br \/>\n\u2022 Kurzfristige Euro-Erholung m\u00f6glich<br \/>\n\u2022 Neue Hochs beim USD\/EUR-Wechselkurs m\u00f6glich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzfristig k\u00f6nnte der Euro gegen\u00fcber dem US-Dollar noch von m\u00f6glicherweise falkenhaften Aussagen der EZB zu weiteren Zinsschritten profitieren. L\u00e4ngerfristig d\u00fcrfte der Euro allerdings weiter belastet bleiben. Der Grund daf\u00fcr sind die Entwicklung in Europa und hier vor allem in Deutschland durch die Energiepreisproblematik und die erwartete schwache Entwicklung der deutschen und europ\u00e4ischen Handelsbilanz. Der l\u00e4ngerfristige strukturelle Trend der US-Dollar-St\u00e4rke ist dagegen ungebrochen. Mittelfristig sind auch neue Hochs beim USD\/EUR-Wechselkurs denkbar, es sei denn, es kommt aufgrund von Verwerfungen zu strukturellen Instabilit\u00e4ten im US-Finanzsystem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE : In den USA deuten die Konjunkturdaten auf eine milde Rezession hin, w\u00e4hrend in Europa derzeit von einer st\u00e4rker ausfallenden Rezession auszugehen ist.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":13588,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[176,272],"class_list":["post-13587","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-dje","tag-stefan-breintner"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13587"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13589,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13587\/revisions\/13589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}