{"id":13635,"date":"2022-12-23T15:39:42","date_gmt":"2022-12-23T14:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=13635"},"modified":"2022-12-23T15:44:32","modified_gmt":"2022-12-23T14:44:32","slug":"union-investment-maerkte-stellen-sich-gegen-die-notenbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-maerkte-stellen-sich-gegen-die-notenbanken\/","title":{"rendered":"Union Investment : M\u00e4rkte stellen sich gegen die Notenbanken"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><strong>Union Investment<\/strong> : <strong>Die US-Notenbank Fed und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) haben weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt.<\/strong><br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. J\u00f6rg Zeuner, Chef\u00f6konom Union Investment<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Trotzdem preisen die Geldm\u00e4rkte Zinssenkungen im Verlauf von 2023 ein. Diese Erwartung teilen die Experten von Union Investment aber nicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem ruhigeren Feiertagshandel haben die Notenbanken nach einem turbulenten Jahr 2022 Mitte Dezember noch einmal das Geschehen an den Finanzm\u00e4rkten bestimmt. Besonders die begleitende Kommunikation zu den Zinsentscheidungen sorgte einmal mehr f\u00fcr gr\u00f6ssere Kursausschl\u00e4ge. Die entscheidende Frage f\u00fcr Anleger ist, wie stark die Zinsen \u00fcber das aktuelle Niveau hinaus noch steigen. Es wird deutlich, dass sich zwischen den j\u00fcngsten Notenbank-Verlautbarungen und den Einsch\u00e4tzungen am Markt ein klarer Unterschied verfestigt hat. Die Geldm\u00e4rkte preisen auch nach den j\u00fcngsten Zinsentscheidungen auf Basis von Zinsderivaten in den USA ab Mitte des n\u00e4chsten Jahres und im Euroraum ab Herbst fallende Zinsen ein. Dies steht ganz im Gegensatz zu eher \u201ehawkishen\u201c, also auf weitere geldpolitische Straffung bzw. auf eine l\u00e4nger restriktive Geldpolitik deutende Aussagen. 2023 wird also f\u00fcr die eine oder andere Seite eine gr\u00f6ssere Anpassung mit sich bringen \u2013 was f\u00fcr anhaltend schwankungsreiche M\u00e4rkte spricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bundesanleihen unter Druck<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die unmittelbaren Reaktionen der M\u00e4rkte auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed (am 14. Dezember) und der Europ\u00e4ischen Zentralbank (am 15. Dezember) zeigten, dass derzeit der Ton die Musik macht. Beide Notenbanken haben zwar die Schritth\u00f6he der Anhebungen von zuvor 75 Basispunkten (BP) auf jeweils 50 BP verringert. Trotzdem gerieten Risikoanlagen unter Druck. Beide Notenbanken stellten klar, dass sie bereit f\u00fcr weitere Zinsschritte sind, falls die Datenlage dies erforderlich macht. Sowohl der breite US-Aktienindex S&amp;P 500 als auch der DAX40-Index gerieten in der Folge unter Druck. Am US-Anleihemarkt blieben die Kursbewegungen \u00fcberschaubar, anders als bei den deutschen Bundesanleihen, die nach der EZB-Kommunikation deutlich unter Druck gerieten. Die Rendite zehnj\u00e4hriger deutscher Staatstitel zog am Donnerstag zeitweise um 18 BP auf 2,12 Prozent an, die Rendite zweij\u00e4hriger Bundesanleihen sprang \u00fcber 28 BP auf \u00fcber 2,43 Prozent und erreichte ihren h\u00f6chsten Stand seit der Finanzkrise 2008.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weitere Zinsanhebungen zu erwarten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutlich ausgepr\u00e4gtere Marktreaktion bei der EZB war auf Aussagen von EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde zur\u00fcckzuf\u00fchren. Sie erkl\u00e4rte, f\u00fcr eine gewisse Zeit seien weitere Zinsanhebungen \u00fcber 50 Basispunkte zu erwarten und es brauche mehr Zinsschritte als am Geldmarkt eingepreist w\u00fcrden. Dar\u00fcber hinaus k\u00fcndigte die EZB zudem an, ab M\u00e4rz mit dem Bilanzabbau (quantitative Straffung, QT) zu beginnen und zun\u00e4chst bis zum Ende des zweiten Quartals im Mittel 15 Milliarden Euro pro Monat aus f\u00e4llig gewordenen Anleihen nicht mehr zu reinvestieren. Die Experten von Union Investment gehen davon aus, dass die EZB bis Mai 2023 den Einlagensatz auf 3,25 Prozent erh\u00f6ht und es \u2013 anders als der Markt derzeit einpreist \u2013 im weiteren Verlauf des Jahres nicht zu Zinssenkungen kommen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fed auf der Zielgeraden, EZB steht noch vor mehreren Zinsschritten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Notenbanken werden den Straffungskurs verlangsamen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/23-12-22-Union-Investment.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13636\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/23-12-22-Union-Investment.png\" alt=\"23-12-22 Union Investment\" width=\"650\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/23-12-22-Union-Investment.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/23-12-22-Union-Investment-300x168.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Quelle: Bloomberg, Union Investment; Stand: 16. Dezember 2022.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachhaltiger Inflationsr\u00fcckgang in den USA<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blick auf die USA erwarten die Experten im Februar noch einen \u201eAbsicherungsschritt\u201c der Fed \u00fcber weitere 25 BP auf ein Zielband f\u00fcr die Fed Funds Rate von 4,5 bis 4,75 Prozent. Nach Einsch\u00e4tzung der Volkswirte von Union Investment ist dort aber die Inflation bereits auf einem nachhaltigen Entspannungspfad. Im November stiegen die Verbraucherpreise bereits zum zweiten Mal in Folge weniger stark als erwartet. Die Kernrate (ohne die Preise f\u00fcr Energie und Nahrungsmittel) stieg um 6,0 Prozent zum Vorjahr und um 0,2 Prozent gegen\u00fcber Oktober. Der Beitrag der G\u00fcterpreise lag dabei zum zweiten Mal in Folge klar im negativen Bereich. Zur Entspannung trug auch das post-pandemiebedingte Rebalancing vom G\u00fcterkonsum hin zu Dienstleistungen bei, sowie gut gef\u00fcllte L\u00e4ger und eine Normalisierung der Lieferketten. Auch stieg die Wohnen-Komponente langsamer als in den Vormonaten. Am Arbeitsmarkt liessen sich bislang jedoch nur sehr vereinzelt Anzeichen f\u00fcr eine Entspannung ausmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch andere Notenbanken haben ihren Straffungskurs fortgesetzt. So setzten am Donnerstag (15. Dezember) auch die Bank of England (BoE) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitsatz um diesen Betrag hoch, ebenfalls beide nach einem vorhergegangenen 75-BP-Schritt. Die Experten von Union Investment rechnen bei der BoE mit zwei weiteren Zinsschritten im Februar und M\u00e4rz um jeweils 25 BP auf vier Prozent. Im weiteren Jahresverlauf erwarten sie keine weitere Zinserh\u00f6hung mehr, aber auch keine Zinssenkung. Dies vor dem Hintergrund des angespannten britischen Arbeitsmarktes.\u00a0Unter den f\u00fchrenden Notenbanken weltweit liegt damit nur noch die Bank of Japan (BoJ) mit einem Leitsatz von -0,1 Prozent im negativen Bereich. Nach der \u00fcberraschenden Anpassung des von der BoJ tolerierten Renditebands f\u00fcr 10j\u00e4hrige japanische Staatsanleihen sind im kommenden Jahr weitere Schritte hin zu einer geldpolitischen Normalisierung zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gebremster Renditeanstieg bei Staatsanleihen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was l\u00e4sst sich daraus f\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte ableiten? Die j\u00fcngsten Entscheidungen machen deutlich, dass das Straffungstempo den H\u00f6hepunkt bereits \u00fcberschritten hat. Anlass f\u00fcr die Drosselung bietet der r\u00fcckl\u00e4ufige Teuerungsdruck in den USA, Grossbritannien und im Euroraum. Doch zeigen die falkenhaften Aussagen sowohl der US-Notenbank Fed als auch der EZB, dass es verfr\u00fcht w\u00e4re, nach einem Ende der Zinserh\u00f6hungen einen raschen Wechsel in einen Lockerungszyklus zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Staatsanleihem\u00e4rkten d\u00fcrften die Renditen weiter leicht steigen oder sich seitw\u00e4rts entwickeln. Die Experten von Union Investment prognostizieren derzeit f\u00fcr zehnj\u00e4hrige US-Staatsanleihen Renditen von vier Prozent bis zur Jahresmitte 2023 (Stand per 16. Dezember: 3,49 Prozent), w\u00e4hrend die Rendite zehnj\u00e4hriger Bundesanleihen dann bei 2,4 Prozent liegen d\u00fcrfte (Stand per 16. Dezember: 2,19 Prozent). An den Aktienm\u00e4rkten dagegen k\u00f6nnte bis auf weiteres die (schw\u00e4chere) Gewinnentwicklung der Unternehmen entscheidend bleiben \u2013 w\u00e4hrend seitens der Zinsm\u00e4rkte weniger Unterst\u00fctzung f\u00fcr Aktienanlagen als derzeit eingepreist zu erwarten sein d\u00fcrfte. Das bedeutet ein schwankungsanf\u00e4lliges Umfeld mit Chancen f\u00fcr eine aktive und selektive Titelauswahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Die US-Notenbank Fed und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) haben weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5250,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[75],"tags":[189,197,127],"class_list":["post-13635","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zentralbanken","tag-ezb","tag-fed","tag-union-investment"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13635"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13638,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13635\/revisions\/13638"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}