{"id":1369,"date":"2014-02-25T08:00:00","date_gmt":"2014-02-25T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2014\/02\/25\/die-schuldenquote-europas-im-vergleich-zum-bip-ist-aktuell-hoeher-als-waehrend-der-euro-krise-weshalb-also-s"},"modified":"2014-02-25T08:00:00","modified_gmt":"2014-02-25T08:00:00","slug":"die-schuldenquote-europas-im-vergleich-zum-bip-ist-aktuell-hoeher-als-waehrend-der-euro-krise-weshalb-also-sinken-die-anleihenrenditen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/die-schuldenquote-europas-im-vergleich-zum-bip-ist-aktuell-hoeher-als-waehrend-der-euro-krise-weshalb-also-sinken-die-anleihenrenditen\/","title":{"rendered":"M&#038;G : Die Schuldenquote Europas im Vergleich zum BIP ist aktuell h\u00f6her als w\u00e4hrend der Euro-Krise. Weshalb also sinken die Anleihenrenditen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor zweieinhalb Jahren bef\u00fcrchtete man am Markt tats\u00e4chlich, dass der Euro nicht \u00fcberleben w\u00fcrde. Seinerzeit schien der Verbleib Griechenlands in der Eurozone ebenso unwahrscheinlich zu sein wie der einiger noch gr\u00f6\u00dferer Volkswirtschaften wie Italien und Spanien, die ebenfalls in Schieflage geraten waren&#8230;&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anthony Doyle <br \/><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Eine enorme Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosenquoten sowie ein unter all diesen Problemen st\u00f6hnendes Bankensystem verhie\u00dfen f\u00fcr die Zukunft nichts Gutes. Schon allein die M\u00f6glichkeit, dass ein Mitgliedsstaat aus der Eurozone ausscheiden k\u00f6nnte, l\u00f6ste an den Finanzm\u00e4rkten \u2013 von Staatsanleihen bis hin zu Aktien \u2013 heftige Wertschwankungen aus, weil sich die Anleger um die m\u00f6glichen Folgewirkungen eines solchen Ereignisses sorgten. <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist diese pessimistische Zukunftsprognose f\u00fcr Europa letztlich dann doch nicht eingetreten. Vielmehr hat sich die Wahrnehmung seit den d\u00fcstersten Tagen der Euro-Krise inzwischen wieder deutlich ver\u00e4ndert. Schlie\u00dflich haben sich Politiker und Notenbanker mit gro\u00dfer Entschlossenheit daf\u00fcr eingesetzt, den Euro zu erhalten, auch wenn sie dabei oftmals erst in der sprichw\u00f6rtlich letzten Sekunde gehandelt haben. An die M\u00e4rkte kehrte wieder Vertrauen zur\u00fcck, nachdem EZB-Pr\u00e4sident Mario Draghi seine inzwischen ber\u00fchmte \u201eKoste es, was es wolle\u201c-Rede gehalten hatte. Diese Zusage wirkte sich auch auf die Staatsanleihenrenditen aus, denn die Zinsdifferenzen gegen\u00fcber deutschen Bundesanleihen schrumpften innerhalb der gesamten Eurozone merklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Leidwesen aller in europ\u00e4ischen Staatsanleihen investierten Anleger k\u00f6nnte sich die Eurozone nun aber erneut zu einem Gefahrenherd entwickeln. Denn seit 2011 haben sich die staatlichen und konjunkturellen Fundamentaldaten in Europa nicht verbessert, sondern im Allgemeinen sogar noch verschlechtert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1850\" src=\"http:\/\/www.bondvigilantes.com\/deutsch\/files\/2014\/02\/2014-02-blog-german.png\" alt=\"2014-02 blog german\" width=\"425\" height=\"248\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachtet man die obige Tabelle, in der fundamentale Indikatoren wie das Gesamtinvestitionsvolumen, die Arbeitslosenquote und die Bruttostaatsverschuldung im Vergleich zum BIP von 2011 den entsprechenden aktuellen Kennzahlen gegen\u00fcbergestellt werden, erkennt man, dass es wesentlich mehr rote (die f\u00fcr eine Verschlechterung sprechen) als gr\u00fcne Felder (die eine Verbesserung ausweisen) gibt. Am auff\u00e4lligsten dabei ist, dass \u2013 abgesehen von Deutschland und den Niederlanden, wo die Renditen 10-j\u00e4hriger Staatsanleihen zuletzt leicht angestiegen sind \u2013 die Renditen in allen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gesunken sind. Diese Entwicklung h\u00e4tte man vermutlich nicht erwartet, denn diverse Kennzahlen wie das BIP, die Arbeitslosigkeit, die Produktionsl\u00fccke sowie die Staatsverschuldung im Vergleich zum BIP haben sich zuletzt eingetr\u00fcbt und sehen inzwischen sogar noch schlechter aus als auf dem H\u00f6hepunkt der Euro-Krise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meiner Meinung nach gibt es drei Gr\u00fcnde, weshalb die Renditen in der Eurozone trotz der j\u00fcngsten Verschlechterung der Wirtschaftsdaten zur\u00fcckgegangen sind. Zun\u00e4chst einmal ist das Vertrauen an den Markt zur\u00fcckgekehrt, so dass die Risikopr\u00e4mien, die Anleiheninvestoren als Entsch\u00e4digung f\u00fcr das Kreditrisiko fordern, gesunken sind. Europ\u00e4ische Anleihenanleger gehen n\u00e4mlich davon aus, dass das Ausfallrisiko mittlerweile wesentlich geringer ist als w\u00e4hrend der d\u00fcsteren Tage des Jahres 2011, obwohl sich das Umfeld insgesamt verschlechtert hat \u2013 was eigentlich eher f\u00fcr ein h\u00f6heres als f\u00fcr ein niedrigeres Ausfallrisiko sprechen w\u00fcrde. Die M\u00e4rkte haben Draghi also offenbar abgenommen, dass die EZB \u201ealles Notwendige\u201c tun w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus sind die Risikopr\u00e4mien, die Anleger f\u00fcr das Inflationsrisiko verlangen, zuletzt ebenso eingebrochen wie die Inflation in der Eurozone selbst. Die aktuell niedrige Teuerungsrate innerhalb der Eurozone ist haupts\u00e4chlich auf die schmerzhafte interne Abwertung, die hohe Arbeitslosigkeit sowie die staatlichen Sparma\u00dfnahmen zur\u00fcckzuf\u00fchren. L\u00e4nder wie Irland, Portugal und Griechenland bekommen dies am st\u00e4rksten zu sp\u00fcren, denn dort war in den letzten Jahren eine Deflation zu verzeichnen. Wie man der obigen Tabelle entnehmen kann, haben die Sparma\u00dfnahmen au\u00dferdem dazu gef\u00fchrt, dass die Haushaltsdefizite in der Eurozone zwar geschrumpft sind, dadurch aber gleichzeitig auch deflation\u00e4re Faktoren aufgekommen sind. Eine vergleichsweise niedrige Inflation in Europa bedeutet aber auch h\u00f6here reale Renditen. Dieser Umstand hat ebenfalls dazu beigetragen, dass die nominalen Renditen europ\u00e4ischer Staatsanleihen sinken oder zumindest niedrig bleiben. Die gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Peripheriestaaten besteht jedoch darin, dass eine niedrigere Inflation auch mit einem m\u00e4\u00dfigeren nominalen Wachstum einhergeht. Dadurch w\u00fcrden die Randstaaten der Eurozone mit ihrer hohen Schuldenlast noch zus\u00e4tzlich unter Druck geraten. Auf niedrigere nominale Wachstumsraten sollten die M\u00e4rkte deshalb mit Zweifeln an der Zahlungsf\u00e4higkeit dieser L\u00e4nder reagieren, denn dadurch w\u00fcrden die Anleihenrenditen wieder nach oben getrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der dritte Grund, weshalb sich die Renditen in den Peripheriestaaten denjenigen auf deutsche Staatsanleihen angen\u00e4hert haben, sind die konkreten Anzeichen f\u00fcr eine Neuausrichtung, die sich in Form sich verbessernder Leistungsbilanzen sowie sinkender Lohn-St\u00fcck-Kosten zeigen. So weisen die Leistungsbilanzen der meisten Mitgliedsstaaten der Eurozone (einschlie\u00dflich Spaniens, Portugals und Irlands) inzwischen einen \u00dcberschuss auf. Obwohl sie an den einheitlichen Wechselkurs der Gemeinschaftsw\u00e4hrung gekoppelt sind, der f\u00fcr diese L\u00e4nder vermutlich viel zu hoch ist, hat sich ihre globale Wettbewerbsf\u00e4higkeit mittlerweile wieder verbessert, w\u00e4hrend die Exporte gleichzeitig angestiegen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es gibt also gute Gr\u00fcnde, weshalb der Euro letztlich \u00fcberleben wird.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss sich jedoch die Frage stellen, ob die Kreditrisikopr\u00e4mien am Markt angesichts der Herausforderungen, vor denen die Eurozone nach wie vor steht, auch hoch genug sind. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Anleiheninvestoren in zunehmendem Ma\u00dfe auch die Risiken einer Deflation in Europa ber\u00fccksichtigen. Au\u00dferdem spiegelt sich an den Staatsanleihenm\u00e4rkten derzeit vermutlich bereits eine Vielzahl guter Nachrichten wider. Deshalb bleiben wir auch weiterhin zur\u00fcckhaltend, jenen europ\u00e4ischen Staaten Geld zu leihen, die im aktuellen Stadium des Zyklus vergleichsweise schwache Finanzkennzahlen aufweisen. Da auch der IWF zuletzt \u201ekeinen Schwellenwert bei der Verschuldung ausmachen konnte, ab dem die mittelfristigen Wachstumsaussichten wirklich deutlich beeintr\u00e4chtigt werden\u201c, spricht einiges daf\u00fcr, dass es f\u00fcr Anleiheninvestoren wichtigere Faktoren als die Staatsverschuldung in Relation zum BIP gibt (wie etwa das Kreditwachstum, die Lage am Arbeitsmarkt oder die Inflation). Zwar haben sich die Anleger seit der Finanzkrise auf das Verh\u00e4ltnis von Staatsverschuldung und BIP konzentriert, doch mit dieser Kennzahl lassen sich die Risiken an den M\u00e4rkten f\u00fcr Staatsanleihen zwar bequem, aber lediglich unvollst\u00e4ndig einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<div>\n<p class=\"text text15\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zweieinhalb Jahren bef\u00fcrchtete man am Markt tats\u00e4chlich, dass der Euro nicht \u00fcberleben w\u00fcrde. 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