{"id":13836,"date":"2022-07-06T10:24:13","date_gmt":"2022-07-06T08:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13836"},"modified":"2022-07-06T10:24:13","modified_gmt":"2022-07-06T08:24:13","slug":"banque-gonet-wie-investoren-die-biodiversitaet-schuetzen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/banque-gonet-wie-investoren-die-biodiversitaet-schuetzen-koennen\/","title":{"rendered":"Banque Gonet : Wie Investoren die Biodiversit\u00e4t sch\u00fctzen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify;\">Banque Gonet: Auf den ersten Blick mag das Thema weit weg von den Sorgen der Anleger sein. Doch ist das effiziente Management des Naturkapitals f\u00fcr die nachhaltige zuk\u00fcnftige Stabilit\u00e4t unserer Volkswirtschaften unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n\n<p><strong>Von Linda Lehmann, Senior Investment Specialist, Banque Gonet<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Biodiversit\u00e4t ist in den biologischen Wissenschaften ein Bewertungsmassstab f\u00fcr die F\u00fclle unterschiedlichen Lebens in einem bestimmten Landschaftsraum oder in einem geographisch begrenzten Gebiet. Die biologische Vielfalt bietet der Menschheit das, was Wissenschaftler als \u00d6kosystemleistungen bezeichnen. Es gibt deren vier: Versorgungs-, Regulierungs-, Unterst\u00fctzungs- und soziokulturelle Leistungen. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Wenn es nicht gelingt, diese von der Natur erbrachten Leistungen zu erhalten, wird es schwierig sein, die 17 Ziele der Uno f\u00fcr nachhaltige Entwicklung zu erreichen.<br \/>Der j\u00fcngste Living-Planet-Bericht zeigt eine erhebliche Verschlechterung der durchschnittlichen Artenvielfalt: Sie ist seit 1970 um 68 Prozent zur\u00fcckgegangen. Dieser Indikator basiert auf der Tatsache, dass die Populationsgr\u00f6sse einer Art abnimmt, bevor sie verschwindet. Es gibt f\u00fcnf grosse Bedrohungen, die f\u00fcr die Erosion der biologischen Vielfalt verantwortlich sind: Landnutzungs\u00e4nderung, \u00dcberausbeutung nat\u00fcrlicher Ressourcen, Klimawandel, Umweltverschmutzung und invasive Arten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Globaler Living Planet Index 1970 bis 2016<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2d0aff2b42e90aad2098e131436faf60.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13839 size-full\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2d0aff2b42e90aad2098e131436faf60.png\" alt=\"06-07-22 Gonet\" width=\"477\" height=\"298\" \/><\/a><br \/><br \/><span style=\"font-size: 8pt;\">Quelle: WWF Living Planet Report 2020<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Berichte zeigen, wie sehr die Menschheit und die biologische Vielfalt voneinander abh\u00e4ngig sind. Der Anfang dieses Jahres ver\u00f6ffentlichte WEF-Bericht zeigt, dass der Verlust der biologischen Vielfalt \u00fcber einen Zehnjahreshorizont das drittgr\u00f6ste Umweltrisiko darstellt \u2013 dies nach dem Klimawandel und extremen Wetterereignissen. Eine andere vom WWF ver\u00f6ffentlichte Studie sch\u00e4tzt die Kosten der Unt\u00e4tigkeit in Bezug auf die Erhaltung des Naturkapitals f\u00fcr die Weltwirtschaft bis 2050 auf zehn Billionen US-Dollar. Umgekehrt w\u00fcrde die Umsetzung von Schutzmassnahmen einen Nutzen in H\u00f6he von 230 Mrd. US-Dollar bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschliessend ist es interessant zu sehen, wie Wissenschaftler im Laufe der Zeit an die Frage der Erhaltung der biologischen Vielfalt herangegangen sind. Es sei ausnahmsweise eine Frau gew\u00fcrdigt: Dame Georgina Mace, eine britische Wissenschaftlerin, die sich auf die Auswirkungen des Verlusts der biologischen Vielfalt spezialisiert hat. W\u00e4hrend man sich in den 1960er- und 70er-Jahren f\u00fcr die Natur per se interessierte, standen die 80er- und 90er-Jahre im Zeichen des Schutzes der Natur vor vom Menschen verursachten Sch\u00e4den. Danach wurde in den Jahren 2000-2005 das Konzept der \u00d6kosystemleistungen entwickelt. Ab 2010 schliesslich entstand der Gedanke der Interdependenz und des gegenseitigen Interesses. Die genannten Zahlen sprechen f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Investieren: Es gibt vier Optionen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick mag es schwierig erscheinen, sich Anlagel\u00f6sungen vorzustellen, die sich speziell auf die biologische Vielfalt konzentrieren. Das w\u00fcrde bedeuten, dass man der Natur auf der Grundlage zuverl\u00e4ssiger und vollst\u00e4ndiger Daten einen Wert zuweisen k\u00f6nnte. Das Thema ist erst im Entstehen begriffen, obwohl die Dringlichkeit bekannt ist und von Wissenschaftlern bereits seit den 1960er Jahren vorgeschlagen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch gibt es mehrere Investitionsans\u00e4tze, die als komplement\u00e4r betrachtet werden k\u00f6nnen: Der naheliegendste ist der Ausschluss von Aktivit\u00e4ten, die die biologische Vielfalt zerst\u00f6ren k\u00f6nnen &#8211; vor allem umweltverschmutzende Industrien oder solche, die mit der Abholzung von W\u00e4ldern verbunden sind. Die zweite, nicht ausschliessliche Option besteht darin, Unternehmen zu belohnen, die zur Erhaltung oder Wiederherstellung von \u00d6kosystemen beitragen, ohne dass dies notwendigerweise im Mittelpunkt ihrer T\u00e4tigkeit steht. Die dritte Option liegt darin, Unternehmen zu ermitteln, deren Gesch\u00e4ftsmodell auf die Erhaltung der \u00d6kosysteme ausgerichtet ist und die sich f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Interessengruppen einsetzen, deren Werte und Visionen \u00fcbereinstimmen. Die vierte Option schliesslich ist eine Mischung aus den drei vorangegangenen Optionen, die in Form einer Investition in einen thematischen Fonds f\u00fcr die biologische Vielfalt erfolgen kann. Auch hier gibt es mehr oder weniger puristische Ans\u00e4tze und damit mehr oder weniger Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Marktschwankungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Keine Rechtfertigung, nichts zu tun<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schwierig, b\u00f6rsenkotierte Unternehmen zu finden, die sich in erster Linie mit der Erhaltung oder Wiederherstellung von \u00d6kosystemen befassen. Die vorhandenen L\u00f6sungen sind zwar noch nicht sehr zahlreich, aber sie stehen dennoch im Mittelpunkt eines Themas, das in den n\u00e4chsten Monaten an Bedeutung gewinnen d\u00fcrfte: Im Dezember findet die Uno-Klimakonferenz COP15 statt, die der biologischen Vielfalt gewidmet ist und der Einf\u00fchrung zunehmend strengerer Vorschriften f\u00fcr die Unternehmen zur Berichterstattung \u00fcber ihre Auswirkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der Komplexit\u00e4t der Aufgabe, die gegenseitigen Auswirkungen zwischen Mensch und Natur zu bewerten, gilt es, bescheiden zu bleiben. Dies ist Teil einer umfassenderen Debatte, die immer kritischer \u00fcber nachhaltige Fonds gef\u00fchrt wird. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die Daten und Methoden noch verbessert werden. Aber rechtfertigt dies, nichts zu tun und auf die perfekte L\u00f6sung zu warten, um nicht von den Kritikern des Greenwashing an den Pranger gestellt zu werden?<\/p>\n\n\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : AdvisorWorld.ch<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Banque Gonet: Auf den ersten Blick mag das Thema weit weg von den Sorgen der Anleger sein. 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