{"id":13865,"date":"2023-01-24T17:05:58","date_gmt":"2023-01-24T16:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=13865"},"modified":"2023-01-24T17:17:40","modified_gmt":"2023-01-24T16:17:40","slug":"wermuth-am-sinkende-energiepreise-steigende-einkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wermuth-am-sinkende-energiepreise-steigende-einkommen\/","title":{"rendered":"Wermuth AM : Sinkende Energiepreise, steigende Einkommen"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wermuth AM<\/strong> : So wie der scharfe Anstieg der Energiepreise im vergangenen Jahr zu einem R\u00fcckgang der real verf\u00fcgbaren Einkommen und damit zur Stagnation der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage gef\u00fchrt hatte&#8230;<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dieter Wermuth, Economist und Partner bei Wermuth AM<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">vermindert der j\u00fcngste R\u00fcckgang der b\u00f6rsennotierten Strom- und Gaspreise die Belastung der Haushaltseinkommen und hilft damit der Konjunktur wieder auf die Spr\u00fcnge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Prozess ist erst wenige Monate alt, wird aber einige Quartale anhalten,<\/strong> mit der Folge, dass die Inflationsprognosen nach unten, die Wachstumsprognosen dagegen von nun an nach oben revidiert werden d\u00fcrften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie sehen die Zahlen aus?<\/strong> Seit dem H\u00f6hepunkt im August 2022, als die Gaspreise um 428 Prozent h\u00f6her waren als ein Jahr zuvor, sind sie um 72 Prozent gefallen und damit niedriger als vor dem Ukrainekrieg. Beim Strom ist aus einem Anstieg um 463 Prozent seit August 2022 ein R\u00fcckgang um 77 Prozent geworden \u2013 damit \u00fcbertrifft der Strompreis sein durchschnittliches Preisniveau der f\u00fcnf Jahre bis 2021 immer noch um etwa 120 Prozent. Beim Gaspreis sind es 200 Prozent. Nebenbei bemerkt sind das nat\u00fcrlich gute Zahlen f\u00fcr das Klima.<a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/24-01-23-Wermuth-AM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-13866 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/24-01-23-Wermuth-AM.png\" alt=\"24-01-23 Wermuth AM\" width=\"586\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/24-01-23-Wermuth-AM.png 586w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/24-01-23-Wermuth-AM-300x188.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Effekt der r\u00fcckl\u00e4ufigen Energiepreise auf die verschiedenen Stufen der Wertsch\u00f6pfung ist dramatisch,<\/strong> wurde in der \u00d6ffentlichkeit aber bisher kaum wahrgenommen, weil die Inflationsraten im Vorjahresvergleich immer noch sehr hoch sind. Am aktuellen Rand spielt die Musik: Im Dreimonatszeitraum bis November 2022 sind die deutschen Einfuhrpreise mit einer annualisierten Rate von 23,3 Prozent gesunken (+14,6% zum Vorjahr), die Ausfuhrpreise mit einer von 10,7 Prozent (+11,6%). Auf der Stufe der gewerblichen Erzeugerpreise hat sich das unmittelbar ausgewirkt \u2013 annualisiert auf 3-Monatsbasis sind sie bis Dezember um 28,9 Prozent gesunken (+21,6% zum Vorjahr). Bei den Verbraucherpreisen geht es nicht so rasch, weil dort die Dienstleistungen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Aber immerhin: In der nationalen Definition sind sie von September bis Dezember lediglich mit einer annualisierten Rate von 0,3 Prozent gestiegen (+8,5% zum Vorjahr).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mit anderen Worten, wenn diese Trends anhalten, kann die Inflationsrate der deutschen Verbraucherpreise im Herbst weniger als 2 Prozent erreichen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr spricht, dass Nachfrage und Output 2023 sowohl global als auch im Euroland deutlich langsamer zunehmen werden als 2022 \u2013 was weiterhin Druck auf die Energiepreise aus\u00fcbt, wir es in diesem Bereich also mit Deflation zu tun haben. In Deutschland kommt hinzu, dass von der Lohnseite bisher keine Inflationsrisiken drohen: Die Stundenl\u00f6hne lagen zuletzt nur um 1,9 Prozent \u00fcber ihrem Vorjahresniveau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00e4hrend die Marktteilnehmer diese sehr optimistische Prognose teilen und sich bei zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihen daher mit einer Rendite von nur 2,15 Prozent zufriedengeben, bleibt die EZB bei ihrer vergleichsweise restriktiven Politik.<\/strong> Klaas Knot, der Gouverneur der niederl\u00e4ndischen Zentralbank, hat gerade unmissverst\u00e4ndlich klargemacht, dass die Leitzinsen im Februar und M\u00e4rz um jeweils 50 Basispunkte angehoben werden, gefolgt von weiteren Schritten im Sommer. Von M\u00e4rz an folgt zudem eine Politik des &#8220;quantitative tightening&#8221;, also der Reduktion des europ\u00e4ischen Zentralbankgelds. Durch diese Normalisierung gewinnt die EZB dringend ben\u00f6tigten Handlungsspielraum und muss sich nicht mehr (oder nicht mehr so sehr) vorwerfen lassen, dass sie durch real stark negative Leitzinsen und Gelddrucken einerseits Blasen auf den Assetm\u00e4rkten beg\u00fcnstige und andererseits staatliche Schulden durch Gelddrucken finanziere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die europ\u00e4ische Geldpolitik weiter bremst, die Fed dagegen angesichts g\u00fcnstiger Inflationszahlen vor einer Lockerung steht, kann damit gerechnet werden, dass sich der Euro weiter aufwertet und damit zus\u00e4tzlich zum R\u00fcckgang der Inflationsraten beitr\u00e4gt. Seit Oktober 2022 hat der Euro von 0,98 Dollar auf fast 1,10 Dollar zugelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Insgesamt haben wir es in Europa im Verlauf des Jahres wegen der sinkenden Inflationsraten mit steigenden Realeinkommen zu tun.<\/strong> Stimmung und Lage verbessern sich zusehends \u2013 wenn nur nicht dieser m\u00f6rderische Krieg im Osten weiter eskaliert!<\/p>\n<div class=\"title is-4 is-\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"title is-0 \">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Quelle: BondWorld<\/span><\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wermuth AM : So wie der scharfe Anstieg der Energiepreise im vergangenen Jahr zu einem R\u00fcckgang der real verf\u00fcgbaren Einkommen und damit zur Stagnation der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage gef\u00fchrt hatte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10340,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[214],"class_list":["post-13865","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-wermuth-am"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13865"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13872,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13865\/revisions\/13872"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}