{"id":13936,"date":"2022-07-12T10:31:16","date_gmt":"2022-07-12T08:31:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13936"},"modified":"2022-07-12T10:31:16","modified_gmt":"2022-07-12T08:31:16","slug":"wermuth-am-aktienkurse-werden-weiter-fallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wermuth-am-aktienkurse-werden-weiter-fallen\/","title":{"rendered":"Wermuth AM : Aktienkurse werden weiter fallen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wermuth AM : Seit Jahresbeginn sind die wichtigsten europ\u00e4ischen und amerikanischen Aktienindices um rund 20% gesunken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dieter Wermuth, Economist und Partner bei Wermuth Asset Management<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch gibt es keine Anzeichen f\u00fcr eine Trendwende \u2013 auf absehbare Zeit spricht mehr daf\u00fcr, dass es weiter nach unten als nach oben geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das ist vor allem eine Folge der stark gestiegenen Energiepreise und des damit stark gestiegenen Risikos, dass die Welt vor einer neuen Rezession steht.<\/strong> Die Gewinne der Unternehmen werden unter Druck kommen, und mit ihnen die Aktienkurse. Seit 1960 gab es acht Phasen sehr schwachen Wirtschaftswachstums; vier davon, die besonders ausgepr\u00e4gten, folgten jeweils auf einen rapiden Anstieg der Preise f\u00fcr Roh\u00f6l und Erdgas: 1974\/75, 1980\/82, 2001\/02 und 2009. Diesmal hat sich Energie innerhalb kurzer Zeit erneut drastisch verteuert, vor allem Gas, dessen Preis seit 2020 von etwa 15 Dollar pro Megawattstunde auf jetzt rund 170 Dollar gestiegen ist, ein Plus von mehr als 1000%. Die Produzenten und Exporteure von Kohle, Gas und Erd\u00f6l erzielen dadurch nat\u00fcrlich hohe Gewinne, aber weil sie deutlich in der Minderheit sind, handelt es sich f\u00fcr die Weltwirtschaft insgesamt um einen gewaltigen Verlust an Kaufkraft \u2013 der wiederum h\u00f6chstwahrscheinlich der Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine globale Rezession sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Da Haushalte und Unternehmen kurzfristig kaum in der Lage sind, ihre Energienachfrage nachhaltig einzuschr\u00e4nken, schl\u00e4gt die Preisexplosion an den Weltm\u00e4rkten fast ungebremst auf die Preise des Endverbrauchs durch.<\/strong> Nur da, wo es bereits hohe Steuern und Einfuhrz\u00f6lle auf Energie gibt, ist der Effekt, relativ gesehen, etwas milder. Inzwischen wird erwartet, dass private Haushalte in den OECD-L\u00e4ndern im Jahr 2022 etwa 8% mehr f\u00fcr ihren Konsum ausgeben m\u00fcssen als 2021, viel mehr als sie an Lohnerh\u00f6hungen erwarten k\u00f6nnen. F\u00fcr sie ist es ein Schock.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig bef\u00fcrchten die Zentralbanken, dass sich eine Inflationsmentalit\u00e4t breitmachen k\u00f6nnte, wenn jetzt die Arbeitnehmer nach jahrelanger Zur\u00fcckhaltung darangehen, den drastischen R\u00fcckgang ihrer Reall\u00f6hne in den kommenden Verhandlungen wettzumachen. Sie befinden sich fast durchg\u00e4ngig in einer guten Verhandlungsposition, ablesbar an der bis zuletzt erstaunlich starken Zunahme an Jobs und der oftmals rekordniedrigen Arbeitslosigkeit. Bekanntlich sind die L\u00f6hne, insbesondere die sogenannten Lohnst\u00fcckkosten (= L\u00f6hne minus Arbeitsproduktivit\u00e4t), der beste Pr\u00e4diktor f\u00fcr die k\u00fcnftige allgemeine Inflation. Wenn es hier zu einer Trendwende kommt, sind gef\u00e4hrliche Zweitrundeneffekte sicher wie das Amen in der Kirche. Die Fed und die EZB befinden sich daher in einer Zwickm\u00fchle: Obwohl sie wissen, dass die hohen Energiepreise erfahrungsgem\u00e4\u00df eine Rezession nach sich ziehen und die Inflation auf diese Weise von allein verschwinden d\u00fcrfte (wof\u00fcr es aktuell erste Anzeichen gibt), sind sie sich dessen nicht so sicher. Die Bev\u00f6lkerung ist jedenfalls h\u00f6chst beunruhigt und dr\u00e4ngt, etwas gegen die Inflation zu unternehmen. Das passiert. Die Wende in der Geldpolitik ist inzwischen eingel\u00e4utet, die Zinsen steigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil am Markt erwartet wird, dass die Federal Funds Rate, der amerikanische Leitzins, von jetzt 1,5% bis 1,75% per Ende 2022 auf 3,25% bis 3,5% steigen wird (was dann der h\u00f6chste Wert in diesem Zyklus sein soll), hat sich die gesamte Zinskurve der USA seit Jahresbeginn deutlich nach oben verschoben und ist sehr flach geworden. Danach zu urteilen gehen Schuldner und Sparer offenbar davon aus, dass die Inflation nicht au\u00dfer Kontrolle geraten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die EZB l\u00e4sst sich mehr Zeit und nimmt hin, dass der Euro in letzter Zeit eine Schwachw\u00e4hrung geworden ist und tendenziell die Inflation weiter anheizt.<\/strong> Geht es nach den Marktteilnehmern sowie dem, was die EZB selbst verk\u00fcndet, wird der Leitzins von jetzt null Prozent bis zum ersten Quartal 2023 auf 1,25% steigen, bleibt also niedrig. Da zehnj\u00e4hrige Bundesanleihen gegenw\u00e4rtig eine Rendite von etwa 1,35% haben, ist die aktuelle Zinskurve sehr steil und wirkt damit weiterhin extrem expansiv. Das Ziel scheint zu sein, die Z\u00fcgel etwas anzuziehen, aber nicht wirklich restriktiv zu wirken. Es ist \u00fcberhaupt nicht klar, auf welche Weise die EZB beabsichtigt, die Inflation in die N\u00e4he ihres Zielwerts von 2% zu bringen. Die kommende Rezession wird\u2019s schon richten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher ist, dass die S\u00e4tze, mit denen k\u00fcnftige Unternehmensgewinne auf die Gegenwart abdiskontiert werden und so den Aktienkurs bestimmen, im Steigen begriffen sind und zu den Kursverlusten beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rezessionsgefahren, steigende Kapitalkosten, rekordhohe Schulden von Haushalten, Unternehmen und Regierungen sowie immer noch sehr ambitionierte Bewertungen von Aktien, Bonds und Immobilien ergeben eine gef\u00e4hrliche Mischung, in den USA mehr als im Euroraum.<\/strong> Wenn jetzt die Ums\u00e4tze der Unternehmen in der Rezession zur\u00fcckgehen und gleichzeitig die Kosten von Eigen- und Fremdkapital steigen, d\u00fcrften immer mehr Firmen Konkurs anmelden, ohne dass die bereits jetzt \u00fcberforderte Finanzpolitik viel dagegen tun kann. Daraufhin werden viele Anleger versuchen, vor dem drohenden Unheil zu fl\u00fcchten und ihre Sch\u00e4fchen ins Trockene zu bringen. Von diesem Kipppunkt an, auch Minsky-Moment genannt, kann es leicht zu einer Panik, also einem Ausverkauf von handelbaren Assets kommen. Ein weiterer Einbruch der Aktienkurse w\u00e4re die Folge. 50%? Oder mehr, wie 1929 bis 1938?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich muss zugeben, dass ich mir das schon mehrmals so ausgemalt habe, ohne dass es tats\u00e4chlich zu einem worst-case-scenario gekommen w\u00e4re.<\/strong> Finanzkrisen sind ein zentrales Element der kapitalistischen Wirtschaft, und die M\u00e4rkte finden nicht immer von allein zum Gleichgewicht zur\u00fcck. Es kann also passieren. Aber der ganz gro\u00dfe Ausverkauf ist doch eher selten. In einer alternden Gesellschaft, in der immer mehr Menschen erwarten, in h\u00f6herem Alter von Erspartem leben zu m\u00fcssen, gibt es offenbar zu jedem Zeitpunkt genug anlagebereite Mittel, die letztlich den freien Fall aller M\u00e4rkte verhindern. Die obige Analyse sollte daher eher als eine Warnung denn als Prognose verstanden werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wermuth AM : Seit Jahresbeginn sind die wichtigsten europ\u00e4ischen und amerikanischen Aktienindices um rund 20% gesunken.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":13847,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[214],"class_list":["post-13936","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-wermuth-am"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13936\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}