{"id":1400,"date":"2014-06-06T08:00:00","date_gmt":"2014-06-06T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2014\/06\/06\/ezb-das-ende-der-fahnenstange\/"},"modified":"2014-06-06T08:00:00","modified_gmt":"2014-06-06T08:00:00","slug":"ezb-das-ende-der-fahnenstange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/ezb-das-ende-der-fahnenstange\/","title":{"rendered":"BNY Mellon &#8211; EZB: Das Ende der Fahnenstange?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Selten waren die Erwartungen an die EZB h\u00f6her als vor der Ratssitzung diese Woche \u2013 getrieben von ungew\u00f6hnlich klaren Versprechungen weiterer geldpolitische Lockerungsschritte und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflationszahlen. Gestern hat die EZB geliefert, und zwar ein Paket, das den hohen Erwartungen gerecht wurde&#8230;.<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt bei Meriten Investment Management<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Es besteht aus Zinssenkungen, einer zus\u00e4tzlichen Liquidit\u00e4tsinjektion und zielgerichteten Refinanzierungsangeboten an Banken, die Kredite an Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors vergeben. Dar\u00fcber hinaus k\u00fcndigte Pr\u00e4sident Draghi an, die Vorbereitungen von ABS-K\u00e4ufen voranzutreiben. Wir sehen die Ank\u00fcndigungen als umfassendes Paket an, das einer Kreditklemme in der Realwirtschaft wirkungsvoll begegnen kann und daher den Aufschwung vor allem in der Peripherie der Eurozone unterst\u00fctzen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das von der EZB gestern angek\u00fcndigte Paket enth\u00e4lt folgende Elemente:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.<\/strong> Zinssenkungen: Der Hauptrefinanzierungssatz sinkt von 25 auf 15 Basispunkte; der Einlagensatz sinkt von null auf -0,10% und wird damit erstmals negativ; der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilit\u00e4t sinkt um 35 auf 40 Basispunkte. Die Einengung des Zinskorridors zwischen Einlage- und Spitzenrefinanzierungsfazilit\u00e4t d\u00fcrfte dazu angedacht sein, die effektiven Geldmarkts\u00e4tze zu senken, die derzeit \u00fcber dem von der EZB erw\u00fcnschten Niveau liegen. Draghi schloss weitere Zinssenkungen quasi aus, da man nunmehr die untere Grenze erreicht habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.<\/strong> Zielgerichtete langfristige Refinanzierungsgesch\u00e4fte (TLTROs): Banken erhalten Zugang zu diesem neuen Instrument, das Laufzeiten bis September 2018 hat, gem\u00e4ss dem Umfang, in dem sie Kredit an den nicht-finanziellen privaten Sektor geben. Die technischen Details sind etwas kompliziert, aber die bedingte Bankenrefinanzierung d\u00fcrfte der effektivste Hebel der EZB sein, um die Kreditvergabe an die Realwirtschaft insbesondere in der Peripherie anzukurbeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.<\/strong> ABS-Ank\u00e4ufe: Die Vorbereitung f\u00fcr ein Offenmarkt-Ankaufs-Programm i. H. v. zun\u00e4chst bis zu 600 Mrd. Euro von einfachen und transparenten Verbriefungen wird vorangetrieben, um die Finanzierung insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen der Eurozone zu erleichtern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.<\/strong> Forward guidance: Haupt- und langfristige Refinanzierungsgesch\u00e4fte werden weiterhin zum Festzins durchgef\u00fchrt und voll zugeteilt \u2013 mindestens bis Ende 2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.<\/strong> Liquidit\u00e4tsinjektion: Die Sterilisierung des Securities Market Programms (SMP), im Rahmen dessen die EZB zwischen Mai 2010 und September 2012 Anleihen am Markt ankaufte, wird ausgesetzt. Dies setzt ca. 165 Mrd. Euro an Liquidit\u00e4t frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Interpretation und Bewertung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn einzelne Teile des gestern angek\u00fcndigten EZB-Pakets bereits erwartet wurden, haben sein Umfang und seine zielgerichtete Struktur positiv \u00fcberrascht. Die Zinssenkung allein d\u00fcrfte die Finanzierungsbedingungen in der Eurozone nur wenig beeinflussen. Der negative Einlagensatz hat allerdings das Potenzial, den Euro-Wechselkurs leicht zu senken. Dies ist bereits der d\u00e4nischen Zentralbank bei einem entsprechenden Experiment ab Mitte 2012 gelungen; allerdings d\u00fcrfte der Effekt f\u00fcr die deutlich komplexere Eurozone geringer und weniger zuverl\u00e4ssig ausfallen. Eine Begrenzung des Aussenwertes der W\u00e4hrung ist immerhin als Erleichterung der monet\u00e4ren Bedingungen zu werten, und sie verhindert Abw\u00e4rtsdruck auf die Import- und schlussendlich Konsumentenpreise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inwieweit Banken den negativen Einlagensatz an ihre Endkunden weiterreichen, kann noch nicht beurteilt werden. Per saldo erwarten wir allerdings durchaus Druck auf die Einlagenverzinsung bei Banken, der m\u00f6glicherweise Abfl\u00fcsse in andere Anlagen zur Folge haben k\u00f6nnte. Auch wenn der Umfang solcher Ausweichbewegungen unklar ist, so d\u00fcrften sie doch auf jeden Fall positiv f\u00fcr geldmarktnahe Fixed Income Anlageklassen sein und zu einem weiteren R\u00fcckgang der Renditen im kurzen Laufzeitbereich f\u00fchren. Dies w\u00fcrde die Finanzierungskosten der Unternehmen weiter reduzieren und wachstumsf\u00f6rdernd wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wirksamste Mittel der EZB, um die Finanzierungsbedingungen insbesondere in den s\u00fcdeurop\u00e4ischen Krisenstaaten zu verbessern, d\u00fcrften die bedingten TLTROs zu sein, die, unabh\u00e4ngig vom Bestand an EZB-Sicherheiten, den Refinanzierungsspielraum von kreditgebenden Banken zu \u00e4usserst g\u00fcnstigen Bedingungen erweitern. Diese Massnahme, gekoppelt m\u00f6glicherweise mit einem sp\u00e4teren ABS-Ankaufsprogramm, wird u. E. auf jeden Fall eine Kreditklemme in der EWU-Peripherie verhindern, die viele angesichts der steigenden Kreditnachfrage und der stark belasteten Bankbilanzen bef\u00fcrchtet hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Punkte 4. und 5. des EZB-Programms d\u00fcrften dagegen nur geringe Wirkung entfalten, da Liquidit\u00e4t in den w\u00f6chentlichen Tendern bereits unbegrenzt zugeteilt wird, und die Renditestrukturkurve bis zum mittleren Laufzeitbereich ohnehin relativ flach ist. Dieses Merkmal wird durch die Ank\u00fcndigung, die Zuteiliungsstruktur bis Ende 2016 beizubehalten, allerdings nochmals abgesichert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem halten wir das EZB-Programm daher f\u00fcr durchaus wirkungsvoll in dem Bestreben, die Wachstumskr\u00e4fte in der Eurozone, vor allem in der Peripherie, zu unterst\u00fctzen. Auf diesem Wege tritt die EZB auch deflation\u00e4ren Gefahren entgegen, obwohl Pr\u00e4sident Draghi gestern nochmals betonte, dass die EZB keine konkrete Deflationsgefahr sieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wermutstropfen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All jene, die mit der Ank\u00fcndigung eines breit angelegten quantitativen Lockerungsprogramms gerechnet hatten, wurden gestern (erwartungsgem\u00e4ss) entt\u00e4uscht. Zudem war Pr\u00e4sident Draghi ungewohnt klar in seiner Feststellung, dass dies wohl die letzte Zinssenkung war, da man nunmehr die untere Grenze erreicht habe. Als Reaktion auf eine Journalisten-Frage nach den Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf die Sparer stellte er dar\u00fcber hinaus klar, dass die Zinsen wieder steigen w\u00fcrden, wenn die Konjunktur anspringt. Die Phase negativer Einlagenzinsen d\u00fcrfte also auch in der Eurozone zeitlich begrenzt sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auswirkungen auf Konjunktur und M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beherzte Finanzierungsunterst\u00fctzung seitens der EZB unterst\u00fctzt unsere optimistischen Aussichten f\u00fcr eine weitergehende Erholung der Konjunktur in der EWU-Peripherie. Wir trauen insbesondere Spanien, aber auch Portugal, eine weitere Wachstumsbeschleunigung zu, verbunden mit einer mittelfristigen Stabilisierung der \u00f6ffentlichen Finanzen und des Bankensektors. Auch andere Peripheriel\u00e4nder d\u00fcrften konjunkturell per Saldo von den EZB-Ma\u00dfnahmen profitieren, so dass mittelbar und mittelfristig auch ein weiteres deutliches Absinken der Inflationsraten in EWU-L\u00e4ndern unwahrscheinlicher geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kunst wird f\u00fcr die EZB sein, die Bildung von Blasen auf Anlagem\u00e4rkten zu verhindern, die bereits ausreichend mit Liquidit\u00e4t versorgt sind, und Fehlbewertungen von risikobehafteten Anlagen fr\u00fchzeitig zu erkennen, die durch die Jagd der Investoren auf Rendite entstehen k\u00f6nnen. Sollten derartige Ph\u00e4nomene erkennbar werden, was bislang kaum der Fall ist, k\u00f6nnte dies den zeitlichen Horizont der Ma\u00dfnahmen begrenzen, auch wenn die EZB eine Weiterf\u00fchrung bis 2016 bzw. 2018 zugesichert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Source: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selten waren die Erwartungen an die EZB h\u00f6her als vor der Ratssitzung diese Woche \u2013 getrieben von ungew\u00f6hnlich klaren Versprechungen weiterer geldpolitische Lockerungsschritte und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflationszahlen. 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