{"id":14083,"date":"2023-02-10T16:42:17","date_gmt":"2023-02-10T15:42:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=14083"},"modified":"2023-02-13T09:25:51","modified_gmt":"2023-02-13T08:25:51","slug":"allianz-gi-kontrollpunkt-fuer-die-us-geldpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-kontrollpunkt-fuer-die-us-geldpolitik\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Kontrollpunkt f\u00fcr die US-Geldpolitik"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Die Inflationsdaten der kommenden beiden Wo-chen d\u00fcrften einen Kontrollpunkt f\u00fcr die US-Geldpolitik liefern.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Sean Shepley Senior Economist<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die j\u00e4hrliche Inflationsrate \u2013 ge-messen anhand des von der Federal Reserve (Fed) bevorzugten Ma\u00dfstabs, n\u00e4mlich der Kernrate des Index f\u00fcr den privaten Konsum (personal consump-tion expenditure, PCE), also ohne Energie- und Le-bensmittelpreise \u2013 wird voraussichtlich zum ersten Mal unter dem von der Fed festgelegten Zielkorri-dor f\u00fcr die Kurzfristzinsen liegen, seit sich die Infla-tion im Nachgang der Coronapandemie beschleu-nigt hat. Das bedeutet: Nach diesem einfachen Ma\u00dfstab w\u00e4ren die Realzinsen positiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es hei\u00dft aber f\u00fcr sich genommen nicht, dass die Fed ihre Arbeit f\u00fcr getan halten wird: Die Notenbank f\u00e4llt ihre Entscheidungen mit Blick auf die Inflations-erwartungen f\u00fcr die kommenden ein bis zwei Jahre. Nichtsdestotrotz l\u00e4sst sich daraus schlie\u00dfen, dass die monet\u00e4ren Bedingungen anscheinend lang-sam restriktiver werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei ihrer Sitzung Anfang Februar deutete die Fed an, sie halte Zinsanhebungen auch k\u00fcnftig f\u00fcr er-forderlich, aber eine Straffung der Geldpolitik sei wohl nicht mehr so akut vonn\u00f6ten wie bisher. F\u00fcr diese Akzentverschiebung gibt es unseres Erach-tens zwei Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens haben sich die kurzfristigen, annualisierten Inflationsraten zuletzt einem Niveau angen\u00e4hert, das schon eher dem mittelfristigen Inflationsziel der Zentralbank entspricht. Zusammen mit der oben erw\u00e4hnten, einfachen Rechnung spricht dies daf\u00fcr, dass die Realzinsen sich zunehmend auf die Ausga-benentscheidungen von Verbrauchern und Unter-nehmen auswirken und so die Nachfrage d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens haben sich einige <strong>Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die US-Konjunktur<\/strong> in den vergangenen Monaten abgeschw\u00e4cht. Dies gilt insbesondere f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe. Die Fed legt gro\u00dfen Wert darauf, die Inflation wieder zum Zielwert zur\u00fcckzu-schleusen. Dabei m\u00f6chte sie aber einen Konjunktureinbruch m\u00f6glichst vermeiden, so dass sie sorgf\u00e4ltig erw\u00e4gen muss, wann der optimale Zeitpunkt f\u00fcr das Ende des Straffungszyklus gekommen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings haben sich nicht alle US-Konjunkturdaten so stetig abgeschw\u00e4cht wie im verarbeitenden Gewerbe. Insbesondere am Arbeitsmarkt besteht weiterhin eine sehr lebhafte Nach-frage nach Arbeitskr\u00e4ften. Daher ist es unwahrscheinlich, dass sich das Lohnwachstum in einer Weise abschw\u00e4cht, die mit dem Zielwert der Fed im Einklang steht. Es erscheint also optimistisch, wenn die Marktteilnehmer f\u00fcr den weiteren Jahresverlauf Zins-senkungen erwarten; wom\u00f6glich werden die Zinsen sogar wie-der rascher angehoben, wenn die Inflationsraten \u00fcber den Prognosen liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferhalb der USA \u00fcberdenken <strong>andere G7-Zentralbanken<\/strong> ihre Geldpolitik ebenfalls. Die <strong>Bank of Canada<\/strong> hat als erste wichtige Zentralbank eine Unterbrechung des Straffungszyklus signali-siert \u2013 wahrscheinlich aufgrund von Schw\u00e4cheanzeichen am anf\u00e4lligen Immobilienmarkt. Auch die <strong>Bank of England<\/strong> hat an-gedeutet, dass sie bald eine Pause einlegen k\u00f6nnte. Das ist al-lerdings weniger verst\u00e4ndlich, da der Preisauftrieb im britischen Dienstleistungssektor \u00fcberraschend kr\u00e4ftig ist und die L\u00f6hne merklich ansteigen. Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) hat da-gegen noch Boden gutzumachen, da sie den Straffungszyklus im vergangenen Jahr sp\u00e4ter als andere Zentralbanken eingelei-tet hat. Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde hat die Marktteilnehmer mit einigen Antworten bei der Pressekonferenz im Februar et-was verwirrt. In unserem Basisszenario gehen wir jedoch davon aus, dass die EZB ihren Leitzins bis zum sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr auf 3,5% anheben und erst danach weitere Zinsschritte \u00fcberdenken wird. Die <strong>Bank of Japan<\/strong> hat den gr\u00f6\u00dften Aufholbedarf, scheint sich aber damit begn\u00fcgen zu wollen, den Stimulus durch eine Beendigung oder weitere Lockerung der Renditekurvenkon-trolle zu reduzieren. Wir sch\u00e4tzen die Wahrscheinlichkeit von Zinserh\u00f6hungen in Japan derzeit als sehr gering ein.<\/p>\n<p><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund wird klar, warum die <strong>US-Verbraucherpreisinflationsdaten<\/strong> in der kommenden Woche so wichtig sind. Die Inflation gegen\u00fcber dem Vorjahr d\u00fcrfte zwar weiter sinken, aber die k\u00fcrzerfristigen, annualisierten Inflations-raten d\u00fcrften st\u00e4rker zulegen. Die Wende bei den Anleiherendi-ten ist also wohl noch nicht zu Ende. Dies gilt umso mehr, wenn\u00a0ie <strong>US-Einzelhandelsums\u00e4tze<\/strong> \u2013 vor allem aufgrund von Auto-verk\u00e4ufen \u2013 wie erwartet weiter ansteigen. In der kommenden Woche stehen in den USA au\u00dferdem Produzentenpreisdaten, Daten zur Industrieproduktion und die Unternehmensumfrage der Philadelphia Fed an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferhalb der USA d\u00fcrften die <strong>VPI<\/strong>&#8211; und <strong>Arbeitsmarktdaten<\/strong> f\u00fcr <strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong> genau beobachtet werden. Die Inflationsrate hat in Gro\u00dfbritannien zwar wahrscheinlich den H\u00f6chststand \u00fcberschritten, aber die Kernrate bleibt hoch, und wie in den USA hat der Arbeitsmarkt bisher nicht auf die Verschlechterung der Makrodaten reagiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <strong>Euroraum<\/strong> steht aus Datensicht insgesamt eine ruhige Wo-che bevor. Die zweite Ver\u00f6ffentlichung der BIP-Daten f\u00fcr das vierte Quartal sollte belegen, dass bisher keine Rezession einge-treten ist. Gleichzeitig d\u00fcrfte der Leistungsbilanzsaldo vom R\u00fcckgang der Erdgaspreise profitieren, der Energieimporte billi-ger macht. Die Industrieproduktion k\u00f6nnte nach dem kr\u00e4ftigen R\u00fcckgang im Oktober moderat weiter ansteigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt d\u00fcrften die Daten in den kommenden Wochen zei-gen, dass zwar ein Kontrollpunkt f\u00fcr die US-Geldpolitik erreicht worden ist, aber das endg\u00fcltige Ziel noch in der Ferne liegt, so dass die Politik weiter gestrafft werden muss.<\/p>\n<p>Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Die Inflationsdaten der kommenden beiden Wo-chen d\u00fcrften einen Kontrollpunkt f\u00fcr die US-Geldpolitik liefern.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":11307,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80,280],"class_list":["post-14083","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi","tag-sean-shepley"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14083"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14085,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14083\/revisions\/14085"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}