{"id":14644,"date":"2023-04-06T09:57:57","date_gmt":"2023-04-06T07:57:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=14644"},"modified":"2023-04-06T10:15:30","modified_gmt":"2023-04-06T08:15:30","slug":"union-investment-inflation-bleibt-im-kern-hartnaeckig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-inflation-bleibt-im-kern-hartnaeckig\/","title":{"rendered":"Union Investment: Inflation bleibt im Kern hartn\u00e4ckig"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><strong>Union Investment<\/strong> : Die r\u00fcckl\u00e4ufigen Energiepreise sorgen f\u00fcr eine starke Abschw\u00e4chung der Gesamtinflation im Euroraum. Jedoch bilden sich die Kernraten nur langsam zur\u00fcck.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. J\u00f6rg Zeuner, Chef\u00f6konom Union Investment<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bild bei der Inflation im Euroraum ist zweigeteilt: Im M\u00e4rz fiel die Gesamtinflation in Deutschland im Jahresvergleich von 9,3 Prozent im Vormonat auf nur noch 7,8 Prozent. Das zeigten die harmonisierten Zahlen der europ\u00e4ischen Statistikbeh\u00f6rde Eurostat (HVPI). Nach nationaler Lesart (Statistisches Bundesamt) lag die Gesamtrate mit 7,4 Prozent ebenfalls deutlich tiefer nach 8,7 Prozent im Februar. Doch die erhoffte grosse \u00dcberraschung nach unten blieb aus, die die Vorab-Ver\u00f6ffentlichungen einiger Bundesl\u00e4nder und auch die Inflationszahlen aus Spanien hatten erwarten lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verhaltene Reaktion am Anleihenmarkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Daten f\u00fcr den Euroraum zeigten einen kr\u00e4ftigen R\u00fcckgang im M\u00e4rz. Laut Eurostat betrug die Inflation (HVPI) nach vorl\u00e4ufiger Berechnung 6,9 Prozent nach 8,5 Prozent im Vormonat \u2013 der gr\u00f6sste R\u00fcckgang seit Bestehen der Datenreihe. Der Wert fiel etwas niedriger aus als der Marktkonsens erwartet hatte. Allerdings stieg die Kerninflation weiter an und erreichte mit 5,7 Prozent (Februar: 5,6 Prozent) einen Rekordwert f\u00fcr den gemeinsamen W\u00e4hrungsraum. Christine Lagarde, die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), hatte zuletzt festgestellt, es fehle die klare Gewissheit, dass der unterliegende Preisdruck abnehme. Die W\u00e4hrungsh\u00fcter werden daher die aktuellen Zahlen nicht zum Anlass nehmen k\u00f6nnen, von ihrem geldpolitischen Straffungskurs rasch abzuweichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Noch keine Trendwende bei der Kerninflation sichtbar<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-1-Union-Investment.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14645\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-1-Union-Investment.png\" alt=\"06-04-23 1 Union Investment\" width=\"650\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-1-Union-Investment.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-1-Union-Investment-300x168.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Bloomberg; Stand: 31. M\u00e4rz 2023. *HVPI<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dementsprechend zur\u00fcckhaltend fiel die Reaktion am Kapitalmarkt aus. W\u00e4hrend sich die Aktienm\u00e4rkte als Reaktion auf die Zahlen kaum bewegten, zogen die Renditen an den europ\u00e4ischen Staatsanleihem\u00e4rkten nach Vorlage der deutschen Inflationszahlen zweitweise um gut zehn Basispunkte an, sowohl \u00fcber k\u00fcrzere als auch \u00fcber l\u00e4ngere Anleihe-Laufzeiten hinweg. Sie gingen die Renditen allerdings wieder etwas zur\u00fcck. Unter dem Strich lagen sie damit nur leicht h\u00f6her als vor Ver\u00f6ffentlichung der Zahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unterliegender Inflationsdruck bleibt hoch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-2-Union-Investment.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14646\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-2-Union-Investment.png\" alt=\"06-04-23 2 Union Investment\" width=\"650\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-2-Union-Investment.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/06-04-23-2-Union-Investment-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Bloomberg; Stand: 31. M\u00e4rz 2023. *HVPI<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutschen Inflationsdaten lassen sich dabei \u2013 wie auch die europ\u00e4ischen \u2013 in einen erfreulichen und weniger erfreulichen Teil trennen. Verantwortlich f\u00fcr den R\u00fcckgang der Inflation in Deutschland waren ausschliesslich die Energiepreise. Vor einem Jahr, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, waren die Preise f\u00fcr \u00d6l und Gas sprunghaft gestiegen \u2013 allein im M\u00e4rz 2022 um rund 15 Prozent. Bei der Berechnung der aktuellen Inflationsrate ist die Basis des Vorjahres also deutlich h\u00f6her. Zudem sind im M\u00e4rz 2023 die Energiepreise gegen\u00fcber dem Vormonat etwas gefallen. Unter dem Strich ist das eine erfreuliche Entwicklung, die sich im weiteren Jahresverlauf fortsetzen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: Bei vielen wichtigen anderen Preisbestandteilen wie etwa Lebensmitteln sowie weiteren G\u00fctern und Dienstleistungen zeigt der Trend nach wie vor nach oben. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind unter anderem erh\u00f6hte Inputkosten, aber auch h\u00f6here Lohnkosten \u2013 gerade bei den Dienstleistungen. Darum bleibt die Kernrate hartn\u00e4ckig hoch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Arbeitsmarkt bleibt angespannt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bild ist auch auf der anderen Seite des Atlantiks nicht viel besser. Der Personal Consumption Expenditures Price Index (die PCE-Inflation, also die Verbraucherpreise) stieg gem\u00e4ss finalen Zahlen im vierten Quartal 2022 um 4,4 Prozent und erreichte im Februar 5,0 Prozent. Damit liegt dieser Wert weiter deutlich \u00fcber dem von der Notenbank angestrebten Teuerungsziel von etwa zwei Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen eine sehr schnelle R\u00fcckbildung der Kerninflation in den Vereinigten Staaten spricht die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Entwicklung bei der Zahl der neuen offenen Stellen sowie bei der Zahl der Erstantr\u00e4ge auf Arbeitslosenhilfe ging zuletzt zwar in die richtige Richtung. Weiterhin besteht aber das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften. Mit Blick auf die M\u00e4rz-Inflationsdaten d\u00fcrfte sowohl die Gesamtinflations- wie auch die Kerninflationsrate um 0,4 Prozent im Monatsvergleich zulegen. Zum Vergleich: Im Februar belief sich das Plus auf 0,4 Prozent bzw. 0,5 Prozent. Die Jahresrate der Gesamtinflation d\u00fcrfte damit im Monatsvergleich deutlich fallen, w\u00e4hrend die Kernrate sogar leicht von 5,5 Prozent auf 5,6 Prozent ansteigen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>(Noch) keine geldpolitische Erleichterung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bedeutet das f\u00fcr die weitere Zinsentwicklung? Die Notenbanken haben auch durch die j\u00fcngsten Verwerfungen im Bankensektor hindurch an ihrem geldpolitischen Kurs festgehalten und signalisiert, dass m\u00f6gliche Sorgen um die Finanzstabilit\u00e4t nicht die Bem\u00fchungen um eine Eind\u00e4mmung der Teuerung als Hauptmotiv abl\u00f6sen werden. Ein wichtiges Kriterium f\u00fcr die Geldpolitik bleibt damit die weitere Entwicklung der Inflation. Die aktuellen Kerninflationsdaten lassen noch kein Abr\u00fccken von weiteren Zinserh\u00f6hungen erwarten. Die Volkswirte von Union Investment gehen weiterhin bei der US-Notenbank Federal Reserve von Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte im Mai und Juni aus. Auch die W\u00e4hrungsh\u00fcter bei der EZB d\u00fcrften den Fuss auf dem Bremspedal halten und die Zinsen bis in den Sommer noch um 75 Basispunkte auf einen Einlagensatz von dann 3,75 Prozent erh\u00f6hen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Zweifel wird auch eine Straffung der Finanzierungsbedingungen, die nicht durch die Notenbanken, sondern durch Stress im Bankensystem ausgel\u00f6st wird, einen d\u00e4mpfenden Effekt auf Wachstum und Inflation haben. Wie stark und nachhaltig diese ausf\u00e4llt, wird sich aber erst in den kommenden Wochen zeigen. Abh\u00e4ngig von Dauer und Ausmass dieser (zus\u00e4tzlichen) Straffung bestehen Abw\u00e4rtsrisiken f\u00fcr die Leitzinsprognose.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Die r\u00fcckl\u00e4ufigen Energiepreise sorgen f\u00fcr eine starke Abschw\u00e4chung der Gesamtinflation im Euroraum. 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