{"id":14654,"date":"2023-04-06T12:38:15","date_gmt":"2023-04-06T10:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=14654"},"modified":"2023-04-06T12:38:15","modified_gmt":"2023-04-06T10:38:15","slug":"allianz-gi-der-zeitliche-nachlauf-der-geldpolitik-raecht-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-der-zeitliche-nachlauf-der-geldpolitik-raecht-sich\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Der zeitliche Nachlauf der Geldpolitik r\u00e4cht sich"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Welche Ursachen liegen den aktuellen Spannungen im Bankensystem zugrunde? Und mit welchen Folgen m\u00fcssen Anleger in den kommenden Monaten rechnen?<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Sean Shepley Director, Senior Economist Allianz GI<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die erste Frage beantwortet sich mit einem Blick zur\u00fcck in das Jahr 2009:<\/strong> Die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die damalige Strategie der quantitativen Lockerung, die der seinerzeitige US-Notenbankchef Ben Bernanke formulierte, geben Aufschluss. Das Ziel dieser Ma\u00dfnahme war es, Investoren zu zwingen, sich von sicheren Anlagen mit niedrigen Renditen zu trennen, um dem Einbruch der Geldnachfrage im Zuge der globalen Finanzkrise entgegenzuwirken. Der durch die zahlreichen Bankenzusammenbr\u00fcche ausgel\u00f6ste negative Schock hatte die Bilanzen, das Anlegervertrauen und in gewissem Ma\u00dfe auch das ordnungsgem\u00e4\u00dfe Funktionieren der M\u00e4rkte stark in Mitleidenschaft gezogen. So dauerte es lange, bis diese Strategie Wirkung zeigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die quantitative Lockerung wurde schlie\u00dflich von anderen Zentralbanken vor dem Hintergrund einer anhaltend niedrigen Inflation und bei jedem danach auftretenden Konjunkturschock angewandt.<\/strong> W\u00e4hrend der Corona-Pandemie erwies sie sich allerdings als schwerer Fehler. Denn im Gegensatz zu 2008 zog die Liquidit\u00e4tsnachfrage an, weil sich die Staaten und auch die Privatwirtschaft eilig um L\u00f6sungen f\u00fcr die Krise bem\u00fchten. Dies f\u00fchrte zu einer Verknappung der ohnehin begrenzten Ressourcen in der Realwirtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In der Folge kam es zu steigenden Preisen, auf die die Notenbanken erst mit einem zeitlichen Nachlauf reagierten und abrupt die Zinswende einl\u00e4uteten.<\/strong> Diese setzte schlie\u00dflich das Bankensystem unter Druck, als risikoscheue Einleger Schwachstellen im Risikomanagement ans Tageslicht brachten bzw. die Sorgen der Investoren \u00fcber m\u00f6gliche Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse der Institute verst\u00e4rkten. Besonders deutlich zeigten sich diese Belastungen bei kleineren Banken in den USA (auch als Regionalbanken bezeichnet), was zum Teil auf die Deregulierung dieses Segments unter dem damaligen US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Somit ist die H\u00e4ufung finanzieller \u201eUnf\u00e4lle\u201c in den letzten sechs Monaten kein Zufall.<\/strong> Es handelt sich vielmehr um den lang andauernden zeitlichen Nachlauf in der Geldpolitik, der seinen Tribut fordert \u2013 Im Gegensatz zu der langen Phase ruhiger Inflation bis zum Jahr 2020, in der Konjunkturrisiken nur langsam entstanden, erleben wir heute immer schneller eintretende Wendungen. Und tats\u00e4chlich spiegelt sich diese Entwicklung in der Zur\u00fcckhaltung der Notenbanken, die Zinsen weiter anzuheben, solange keine eindeutigen Beweise f\u00fcr eine Beeintr\u00e4chtigung der Transmissionskan\u00e4le f\u00fcr die Kreditvergabe durch die Belastungen der Banken vorliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bis die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) ihre jeweiligen Umfragen zur Kreditvergabe im Mai 2023 ver\u00f6ffentlichen, bleibt ein gewisses Vakuum.<\/strong> Sollte es bis dahin zu keinen weiteren Verwerfungen kommen, d\u00fcrften die Sorgen der Marktteilnehmer \u00fcber eine akute Schieflage und die Notwendigkeit von Notfall-Zinssenkungen abnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Weichen in Richtung noch restriktiverer Kreditbedingungen d\u00fcrften bereits gestellt sein.<\/strong> Und wir sollten von weiter steigenden Finanzierungskosten der Banken ausgehen. Dies wiederum wird im Laufe der Zeit zu teureren Krediten f\u00fcr Unternehmen und Haushalte f\u00fchren. Vor allem in den USA, wo die Regionalbanken eine Schl\u00fcsselrolle im gewerblichen Immobiliensektor spielen, ist bestenfalls mit einem sehr mageren Wachstum in der zweiten Jahresh\u00e4lfte zu rechnen.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Anleger ergeben sich daraus folgende Ans\u00e4tze bei der Asset Allokation:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Das unsichere Umfeld im Bankensektor verst\u00e4rkt die allgemeinen Konjunktur- und Anlagerisiken. Insgesamt empfiehlt sich bei Aktien eine vorsichtige Gewichtung, wobei die Eurozone und China zu den bevorzugten Regionen geh\u00f6ren d\u00fcrften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Mit einer Outperformance von Staatsanleihen der Industriestaaten darf weiterhin gerechnet werden. Die Notenbanken m\u00fcssen derzeit noch f\u00fcr die Wiederherstellung der Preisstabilit\u00e4t sorgen. Sollte sich allerdings die Erwartung eines schw\u00e4cheren Wirtschaftswachstums im weiteren Jahresverlauf best\u00e4tigen, d\u00fcrfte sich das Ende des Zinserh\u00f6hungszyklus deutlicher abzeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Zwar neigt der US-Dollar in Phasen finanzieller Anspannung dazu, an St\u00e4rke zu gewinnen. Doch d\u00fcrften die mittelfristigen Aussichten f\u00fcr den Kurs Euro\/US-Dollar zunehmen. Ohne die Erwartung weiterer signifikanter Zinserh\u00f6hungen durch die US-Notenbank ist nach hauseigenen Berechnungen eine anhaltende Aufwertung des Euro auf \u00fcber 1,10 US-Dollar zunehmend wahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Halten Sie Ausschau nach den Risiken und Chancen, die sich aus dem langen zeitlichen Nachlauf der Geldpolitik ergeben!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Welche Ursachen liegen den aktuellen Spannungen im Bankensystem zugrunde? 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