{"id":14780,"date":"2023-04-21T16:31:31","date_gmt":"2023-04-21T14:31:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=14780"},"modified":"2023-04-21T16:33:14","modified_gmt":"2023-04-21T14:33:14","slug":"wermuth-am-europaeische-inflation-geht-rasch-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wermuth-am-europaeische-inflation-geht-rasch-zurueck\/","title":{"rendered":"Wermuth AM : Europ\u00e4ische Inflation geht rasch zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wermuth AM<\/strong> : Diese Woche gab es die Zahlen f\u00fcr die deutschen Erzeugerpreise im M\u00e4rz: Sie sind im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Prozent zur\u00fcckgegangen, liegen jedoch immer noch um 7,5 Prozent \u00fcber dem Wert von M\u00e4rz 2022.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dieter Wermuth, Economist und Partner bei Wermuth AM<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Entscheidende und Erfreuliche ist, dass sie im 6-Monatszeitraum seit September mit einer annualisierten Rate von nicht weniger als 22,7 Prozent gesunken sind \u2013 von einem allerdings sehr hohen Niveau aus. Aber die Richtung stimmt, und in den anderen L\u00e4ndern des Euroraums d\u00fcrfte es nicht anders sein. \u00c4hnliches tut sich bei den Verbraucherpreisen, wenn auch, wie \u00fcblich, mit weniger gro\u00dfen Ausschl\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-04-23-Wermuth-AM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-14781 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-04-23-Wermuth-AM.png\" alt=\"21-04-23 Wermuth AM\" width=\"600\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-04-23-Wermuth-AM.png 600w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-04-23-Wermuth-AM-300x165.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Frage ist, ob die europ\u00e4ischen Inflationsraten demn\u00e4chst wieder um ihren Durchschnittswert von 2 Prozent des Zeitraums 1999 (als der Euro eingef\u00fchrt wurde) bis Mitte 2021 fluktuieren werden, ob also mit einer R\u00fcckkehr zur Preisstabilit\u00e4t zu rechnen ist.<\/strong> Bekanntlich strebt die EZB aus verschiedenen Gr\u00fcnden mittelfristig keine Inflationsrate von Null an, sondern einen Wert von 2 Prozent. Wenn es nach den Marktteilnehmern geht, wird das gelingen. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds hat in seinem neuen Halbjahresbericht festgestellt, dass die Inflation der Verbraucherpreise in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nach professionellen Vorhersagen in f\u00fcnf Jahren wieder bei etwa 2 Prozent liegen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch die Bondm\u00e4rkte senden eine solche Botschaft aus:<\/strong> Wie sonst lie\u00dfe sich erkl\u00e4ren, dass die Rendite der zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihen zurzeit nur 2,5 Prozent betr\u00e4gt? Da das Trendwachstum des realen deutschen Bruttoinlandsprodukts (und damit der Realzins) bei 1,2 Prozent liegt, steht der Rest von 1,3 Prozentpunkten f\u00fcr die durchschnittlich erwartete Inflationsrate im Verlauf der n\u00e4chsten zehn Jahre. US Treasuries haben im Augenblick eine Rendite von 3,6 Prozent, was angesichts des kr\u00e4ftigeren amerikanischen Wirtschaftswachstums ebenfalls auf Inflationserwartungen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 2 Prozent schlie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wissen wir, dass die sogenannten Marktprofis mit ihren Prognosen oft sehr danebenliegen k\u00f6nnen. Werden die Inflationsraten demn\u00e4chst wirklich wieder dauerhaft sinken? Zumindest in der Theorie w\u00e4re das der Fall, wenn das Angebot an G\u00fctern und Dienstleistungen deutlich gr\u00f6\u00dfer w\u00e4re als die Nachfrage danach, wenn es also voraussichtlich nennenswerte Kapazit\u00e4tsreserven g\u00e4be \u2013 dann n\u00e4mlich lie\u00dfen sich die L\u00f6hne und Preise nur mit M\u00fche erh\u00f6hen und es g\u00e4be keine Inflation. In der Praxis gibt es kein allseits akzeptiertes Ma\u00df f\u00fcr den Auslastungsgrad in unseren Volkswirtschaften. Was ist im Trend die Wachstumsrate des sogenannten Produktionspotenzials? Da gibt es unter \u00d6konomen keine allgemein akzeptierte Antwort: Ist sie geringer als 1 Prozent, spricht Einiges daf\u00fcr, dass im Euroraum Vollbesch\u00e4ftigung herrscht und Inflation daher ein Problem bleiben k\u00f6nnte. Die kr\u00e4ftige Zunahme der Besch\u00e4ftigung und die rekordniedrige Arbeitslosigkeit weisen ebenfalls in diese Richtung. Liegt sie dagegen bei knapp 2 Prozent, wie im Durchschnitt des Zeitraums von 1999 bis 2008, g\u00e4be es eine gewaltige Outputl\u00fccke, mit dem Risiko, dass eine Deflation bevorsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kommt aber nicht nur darauf an, wie es in Europa, sondern wie es in der Welt insgesamt um die Auslastung der Kapazit\u00e4ten bestellt ist \u2013 denn das bestimmt die Inflation der Au\u00dfenhandelspreise, die wiederum eine wichtige Determinante der europ\u00e4ischen Verbraucherpreise sind. Da vor allem die USA und China, die beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften, auf absehbare Zeit langsamer expandieren werden als in der Vergangenheit, d\u00fcrfte das BIP der Welt insgesamt nicht mehr so rasch zunehmen, so dass die Spielr\u00e4ume f\u00fcr deutlich h\u00f6here L\u00f6hne und Preise global gesehen gering sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ob die Inflationsraten eher steigen oder fallen werden, h\u00e4ngt zudem auch stark vom Wechselkurs ab.<\/strong> Geht es nach den sogenannten Kaufkraftparit\u00e4ten, ist der Euro unterbewertet, k\u00f6nnte also steigen und auf diese Weise die Inflation im Euroraum d\u00e4mpfen. Wir wissen allerdings, dass die Wechselkurse am Markt oft jahrelang von diesen Referenzwerten abweichen k\u00f6nnen. Es kommt mindestens so sehr auf die erwarteten Zinsdifferenzen zwischen W\u00e4hrungsr\u00e4umen an, also auf die Kapitalstr\u00f6me, die dadurch ausgel\u00f6st werden. Hier spricht Einiges daf\u00fcr, dass die europ\u00e4ischen Leitzinsen zumindest im Verlauf dieses Jahres um mehr angehoben werden d\u00fcrften als die amerikanischen (wegen der h\u00f6heren Inflationsraten), was tendenziell ebenfalls f\u00fcr eine inflationsd\u00e4mpfende Aufwertung des Euro spricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Insgesamt sieht es danach aus, dass sich die Inflationsrisiken in diesem und vielleicht auch im n\u00e4chsten Jahr eher vermindern als vergr\u00f6\u00dfern werden \u2013 wenn nicht wieder etwas Unerwartetes dazwischen kommt.<\/strong><\/p>\n<div class=\"title is-4 is-\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"title is-0 \">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Quelle: BondWorld<\/span><\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wermuth AM : Diese Woche gab es die Zahlen f\u00fcr die deutschen Erzeugerpreise im M\u00e4rz: Sie sind im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Prozent zur\u00fcckgegangen, liegen jedoch immer noch um 7,5 Prozent \u00fcber dem Wert von M\u00e4rz 2022.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10340,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[186,214],"class_list":["post-14780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-inflation","tag-wermuth-am"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14780"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14784,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14780\/revisions\/14784"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}