{"id":1486,"date":"2014-11-18T06:00:00","date_gmt":"2014-11-18T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2014\/11\/18\/m-g-die-staatsfinanzen-wieder-in-den-griff-bekommen\/"},"modified":"2014-11-18T06:00:00","modified_gmt":"2014-11-18T06:00:00","slug":"m-g-die-staatsfinanzen-wieder-in-den-griff-bekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-die-staatsfinanzen-wieder-in-den-griff-bekommen\/","title":{"rendered":"M&#038;G: \u201eDie Staatsfinanzen wieder in den Griff bekommen\u201c."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Die Abl\u00f6sung von Kriegsanleihen angesichts einer steigenden Kreditaufnahme in Gro\u00dfbritannien&#8230;&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von<\/strong> <strong>Jim Leaviss<\/strong>&nbsp;<strong> &#8211; For professional investors and advisers only<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Sie wissen, haben uns die britischen Kriegsanleihen stets fasziniert, so dass wir uns auch auf diesem Blog bereits mehrfach damit besch\u00e4ftigt haben (hier finden Sie einen Beitrag aus dem Jahr 2011, in dem wir angeregt hatten, dass diese Papiere abgel\u00f6st werden sollten). Anleihen und Krieg geh\u00f6ren untrennbar zusammen, und in der Vergangenheit stand ein Anstieg der Staatsverschuldung in den meisten F\u00e4llen in unmittelbarem Zusammenhang mit den Kosten f\u00fcr die Finanzierung von Konflikten oder den anschlie\u00dfenden Reparationen. Die diversen Kriegsanleihen, die derzeit noch in Umlauf sind, erz\u00e4hlen aber auch von den immensen finanziellen Problemen Gro\u00dfbritanniens w\u00e4hrend der 1930er Jahre sowie der daraus resultierenden Quasi-Staatspleite, die eine patriotisch motivierte (und dementsprechend freiwillige) Senkung des Kupons der 5-prozentigen Anleihe auf 3,5 Prozent zur Folge hatte. Au\u00dferdem sind sie Zeugen der inflation\u00e4ren Phasen der 1970er und 1980er Jahre, in denen der Wert dieser unbefristeten, lang laufenden Anleihen derart deutlich einbrach, dass die Renditen dieser Papiere h\u00f6her waren als die entsprechenden Anleihenkurse. Bei British Path\u00e9 findet man eine Reihe gro\u00dfartiger Video-Clips aus der Zeit der oben genannten 2 Mrd. Pfund schweren Schuldumwandlung (in Form der Kuponsenkung). Darin wird beispielsweise Neville Chamberlain gezeigt, der seinen Plan auf dem Deck eines Schiffes pr\u00e4sentiert. Damals galt er als Mediengenie, das offensichtlich f\u00fcr die Wochenschau Gold wert war \u2013 der Russell Brand seiner Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitag k\u00fcndigte der Schatzkanzler Ihrer Majest\u00e4t an, dass eine kleinere Kriegsanleihe mit einem vergleichsweise hohen Kupon im Wert von 218 Mio. Pfund zum Nennwert (100) abgel\u00f6st werden wird. Diese Anleihe war 1927 zur Refinanzierung einiger Verbindlichkeiten, die noch aus dem Ersten Weltkrieg herr\u00fchrten, emittiert worden. Nun liegt nat\u00fcrlich die Vermutung nahe, dass die \u00fcbrigen Kriegsanleihen (einschlie\u00dflich des 2 Mrd. Pfund schweren 3,5-prozentigen Papiers) ebenfalls abgel\u00f6st werden k\u00f6nnten, falls die Renditen so niedrig bleiben (Achtung: Wir halten diese und \u00e4hnliche britische Staatsanleihen, und es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn das tats\u00e4chlich passieren w\u00fcrde!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was mich bei dieser Ank\u00fcndigung allerdings hat aufhorchen lassen, war die \u00c4u\u00dferung des Schatzkanzlers, dass \u201ewir nur deshalb in der Lage sind, diesen Schritt heute zu gehen, weil diese Regierung zuletzt schwierige Entscheidungen getroffen hat, um die Staatsfinanzen wieder in den Griff zu bekommen\u2026 (Und) die Tatsache, dass wir mittlerweile keine hohen Zinsen mehr auf diese Gilts zahlen m\u00fcssen, bedeutet in allererster Linie, dass die heutige Entscheidung f\u00fcr den Steuerzahler ein hervorragendes Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis bietet\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich vermute, dass die Abl\u00f6sung dieser Anleihen tats\u00e4chlich ein ziemlich verlockendes Geschenk f\u00fcr den Steuerzahler ist. FT Alphaville hat errechnet, dass der Wert dieser Papiere durch die Inflation in realen Zahlen ausgedr\u00fcckt derart aufgezehrt worden ist, dass sie nun zu lediglich 1,82 Pfund pro emittierten 100 Pfund abgel\u00f6st werden (selbst bei Not leidenden Schrottanleihen erhalten Anleger pro investiertem Pfund \u00fcblicherweise immerhin noch 40 Pence!). Aber bei all dem Gerede \u00fcber die Ersparnis f\u00fcr den Steuerzahler: Falls diese Anleihe sagen wir einmal mit 3 Prozent pro Jahr refinanziert wird, kommt dies der Staatskasse mit lediglich 2 Mio. Pfund pro Jahr zugute. Und das angesichts eines Haushaltsdefizits von fast 100 Mrd. Pfund pro Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus stellt sich die Frage, ob der \u201eharte Kurs\u201c der britischen Regierung bei den Staatsfinanzen wirklich der Grund daf\u00fcr ist, dass man diese Anleihe nun abl\u00f6sen kann. Schlie\u00dflich hat Gro\u00dfbritannien unter der amtierenden Regierung nicht nur sein so gesch\u00e4tztes AAA-Bonit\u00e4tsrating verloren, sondern auch seinen bereits defizit\u00e4ren Haushalt in den meisten Monaten dieses Jahres noch \u00fcberschritten, obwohl das Wachstum allm\u00e4hlich wieder anzieht. Die Ursache daf\u00fcr waren haupts\u00e4chlich niedrige Steuereinnahmen. Nach Einsch\u00e4tzung des Institute of Fiscal Studies (IFS) bed\u00fcrfte es zus\u00e4tzlicher Sparma\u00dfnahmen in H\u00f6he von 37 Mrd. Pfund, um in den n\u00e4chsten rund drei Jahren einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Aus der nachfolgenden Grafik geht hervor, dass sich das britische Haushaltsdefizit in Prozent des BIP gerechnet sogar wesentlich weniger verbessert hat als das der anderen gro\u00dfen Volkswirtschaften weltweit. Stattdessen ist die britische Staatsverschuldung derzeit sogar um 100 Mrd. Pfund h\u00f6her als noch vor einem Jahr und n\u00e4hert sich inzwischen einem Niveau von 1,5 Bio. Pfund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2384\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2014\/11\/An-allen-etablierten-Markten-sind-die-Staatsanleihenrenditen-seit-der-Kreditkrise-gesunken.png\" alt=\"An allen etablierten M\u00e4rkten sind die Staatsanleihenrenditen seit der Kreditkrise gesunken\" width=\"450\" height=\"338\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die britischen Staatsfinanzen haben sich also keineswegs wesentlich verbessert. Ein Blick auf die nachfolgende Grafik zeigt sogar, dass die F\u00e4higkeit, alte, unbefristete Anleihen mit niedrigen Renditen abzul\u00f6sen, nicht auf spezifische britische Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Vielmehr sind die Renditen an allen etablierten M\u00e4rkten nach der Kreditkrise gesunken. Dieser Einbruch der Anleihenrenditen hat also nichts mit der Kreditw\u00fcrdigkeit, sondern mit einer weltweiten Sparwut, einer quantitativen Lockerung (bzw. im Falle von Deutschland den Erwartungen darauf) und den \u00c4ngsten vor einer lang anhaltenden Stagnation und Deflation zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2385\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2014\/11\/Der-Mythos-um-die-britische-Sparpolitik.png\" alt=\"Der gro\u00dfe Mythos um die britische Sparpolitik\" width=\"450\" height=\"338\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weltweit mit am niedrigsten sind die Anleihenrenditen momentan in Japan \u2013 die Rendite 40-j\u00e4hriger japanischer Staatsanleihen betr\u00e4gt nur 1,77 Prozent. Gleichzeitig ist Japan aber auch eines der fiskalisch verantwortungslosesten L\u00e4nder, dessen Haushaltsdefizit sich in den letzten 20 Jahren im Durchschnitt auf \u00fcber 6 Prozent pro Jahr belief. Im Jahr 2013 lag das Defizit sogar bei 9,3 Prozent des BIP, w\u00e4hrend das Verh\u00e4ltnis Bruttostaatsverschuldung\/BIP von rund 60 Prozent von Anfang der 1990er Jahre mittlerweile auf \u00fcber 200 Prozent angestiegen ist. Die sehr niedrigen Anleihenrenditen liefern also kaum Hinweise auf die Fiskaldisziplin, sondern sagen eher etwas dar\u00fcber aus, wie der Markt die langfristigen nominalen Wachstumsraten beurteilt. Aus diesem Grund k\u00f6nnte man also \u00fcberhaupt nur anmerken, dass die niedrigen Anleihenrenditen \u2013 und damit auch die Abl\u00f6sung der Kriegsanleihen \u2013 eher kein Grund zum Feiern sind, sondern vielmehr ein besorgniserregendes Signal, sprechen sie doch f\u00fcr ein sehr niedriges Wirtschaftswachstumspotenzial.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bl\u00fcht der 3,5-prozentigen Kriegsanleihe also dasselbe Schicksal wie den so genannten \u201eConsol 4\u201c-Papieren? Offensichtlich liegt die Latte f\u00fcr deren Abl\u00f6sung wegen des niedrigeren Kupons ein bisschen h\u00f6her, und der Anleihenkurs von etwas unter 92 bedeutet, dass man den Anlegern 8 Prozent Kapitalertrag schenken w\u00fcrde. Andererseits bef\u00fcrchtet das Debt Management Office aber auch, dass die Anleihenrenditen zwischen der Ank\u00fcndigung vom letzten Freitag und dem Stichtag im n\u00e4chsten Jahr, an dem das Geld schlie\u00dflich zur\u00fcckgezahlt wird, deutlich ansteigen k\u00f6nnten. Deshalb hat man den Eindruck, dass man die Anleihen eigentlich lieber in Umlauf halten m\u00f6chte. Diese Peinlichkeit m\u00f6chte man sich augenscheinlich ersparen, so dass eine wirtschaftlich klare Entscheidung und keine verschwommene \u00dcbergangsl\u00f6sung gefragt ist. Die Kuponzahlungen f\u00fcr die 3,5-prozentige Kriegsanleihe k\u00f6nnten der Regierung einen attraktiven Zeitpunkt f\u00fcr eine entsprechende Ank\u00fcndigung im Rahmen eines fr\u00fchzeitigen Haushaltsentwurfs im Vorfeld der Wahlen liefern, sofern die Renditen in etwa auf ihrem aktuellen Niveau bleiben. Da eine Abl\u00f6sung also zum gleichen Zeitpunkt wie die Kuponzahlung zu erwarten ist, und eine solche Abl\u00f6sung mit einer Vorlaufzeit von 90 Tagen angek\u00fcndigt werden muss, k\u00f6nnte der 1. Juni ein durchaus denkbares Datum daf\u00fcr sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abl\u00f6sung von Kriegsanleihen angesichts einer steigenden Kreditaufnahme in Gro\u00dfbritannien&#8230;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-1486","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1486"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1486\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}