{"id":15028,"date":"2023-05-12T16:37:16","date_gmt":"2023-05-12T14:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=15028"},"modified":"2023-05-12T16:37:16","modified_gmt":"2023-05-12T14:37:16","slug":"allianz-gi-zentralbankdilemma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-zentralbankdilemma\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Zentralbankdilemma"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Trotz der r\u00fcckl\u00e4ufigen <strong>Verbraucherpreisinflation <\/strong>ist der zugrunde liegende Preisdruck nach wie vor in weiten Teilen der Welt zu hoch und entspricht nicht dem Ziel der Zentralbanken, die sich weltweit mehr oder minder an der Zielrate von 2% orientieren.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Hans-J\u00f6rg Naumer Director Global Capital Markets &amp; Thematic Research<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Inflationsdynamik zu bek\u00e4mpfen und die extrem angespannte Lage auf den Arbeitsm\u00e4rkten zu entspannen, m\u00fcssen die geldpolitischen Entscheidungstr\u00e4ger durch eine ausreichende Straffung der Geldpolitikdie Nachfrage gezielt abk\u00fchlen. Diese Dynamik zu d\u00e4mpfen, ohne eine Rezession oder einen finanziellen Unfall auszul\u00f6sen, ist eine besondere Herausforderung. Das <strong>Dilemma der Zentralbanken<\/strong> wird durch die Divergenz zwischen der derzeitigen wirtschaftlichen Widerstandsf\u00e4higkeit und der wachsenden Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs im n\u00e4chsten Jahr noch versch\u00e4rft. In Verbindung mit anhaltenden finanziellen Spannungen, insbesondere bei den US-Regionalbanken und im gewerblichen Immobiliensektor\u00a0besteht ein erh\u00f6htes Risiko geldpolitischer Fehler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend unser propriet\u00e4rer globaler Makro-Datenflussindikator (\u201eGlobal Macro Breadth Growth Index\u201c) im April den dritten Monat in Folge anstieg, konzentrierte sich der Fortschritt auf bestimmte Regionen und Sektoren und war nicht breit angelegt. Bessere makro\u00f6konomische Daten in <strong>China <\/strong>und der <strong>Eurozone <\/strong>wurden bis zu einem gewissen Grad durch schw\u00e4chere Daten in den <strong>USA<\/strong>, dem <strong>Vereinigten K\u00f6nigreich<\/strong> und <strong>Japan <\/strong>ausgeglichen. Der soliden Dynamik im Dienstleistungssektor stand in den meisten L\u00e4ndern eine nach wie vor schleppende Industrie- und Produktionst\u00e4tigkeit gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser eigener Makro Inflationsindex (\u201eMacro Breadth Inflation Index\u201c) ist im April dagegen den neunten Monat in Folge gesunken, aber der zugrunde liegende Trend bei den Preisen f\u00fcr Waren und Dienstleistungen blieb hartn\u00e4ckig. Die Kernrate stieg weiter.<\/p>\n<p><strong>Was also ist von der Geldpolitik in diesem Umfeld zu erwarten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die US-Zentralbank<strong> Federal Reserve<\/strong> (Fed) auf ihrer j\u00fcngsten Sitzung die T\u00fcr f\u00fcr eine Pause beim derzeitigen Leitzins von 5-5,25 % im Juni ge\u00f6ffnet hat, erwarten wir, dass die <strong>Europ\u00e4ische Zentralbank<\/strong> (EZB) und die <strong>Bank of England<\/strong> (BoE) ihre Leitzinsen jeweils bis zum Herbst um insgesamt weitere 50 Basispunkte anheben werden. Es scheint sich abzuzeichnen, dass alle drei Zentralbanken selbst in einem\u00a0leicht rezessiven Umfeld bis weit in das Jahr 2024 hinein an ihrer &#8220;<strong>Higher-for-longer<\/strong>&#8220;-Haltung mit stabilen Leitzinsen festhalten werden. Aggressive Zinssenkungen, wie sie von den Finanzm\u00e4rkten f\u00fcr die Vereinigten Staaten ab dem zweiten Halbjahr aktuell von den\u00a0Terminm\u00e4rkten f\u00fcr 2023 eingepreist werden, erscheinen als verfr\u00fcht. F\u00fcr die Bank of Japan ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es zu weiteren Anpassungen der Zinskurvensteuerung im Laufe dieses Jahres kommt, bevor dann als n\u00e4chster Schritt das Ende der negativen Zinsen eingel\u00e4utet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt d\u00fcrften die globalen Finanzm\u00e4rkte zunehmend ihre Aufmerksamkeit von der kurzfristigen wirtschaftlichen Erholung abwenden und sich mehr auf die <strong>erh\u00f6hten mittelfristigen Rezessionsrisiken<\/strong> konzentrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Kontext bleibt der weitere Konjunkturverlauf mit der zugrundeliegenden Inflationsdynamik spannend. In der kommenden Woche stehen allerdings vergleichsweise wenig hervorstechende Datenpunkte an. Einige davon sollten jedoch f\u00fcr Beachtung sorgen. Zum einen, weil sie in Richtung inflation\u00e4rem Druck abgeklopft werden sollten zum anderen, weil die Frage nach einer Rezession besonders mit Blick auf die US-Konjunktur immer noch im Raum steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Auftakt machen am Montag die Industrieproduktion f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union und der Empire ManufacturingIndex f\u00fcr die USA. Bei letzterem erwarten die Konsensus-Sch\u00e4tzungen der befragten Analysten einen deutlichen R\u00fcckgang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Dienstag d\u00fcrften besonders die Daten aus <strong>China <\/strong>wichtig werden. Bei der Industrieproduktion und den Einzelhandelsums\u00e4tzen werden auf Vorjahresbasis deutliche Zuw\u00e4chse erwartet, was nicht nur eine erfreuliche Entwicklung f\u00fcr die Volksrepublik w\u00e4re, sondern f\u00fcr die Weltkonjunktur insgesamt. Der am gleichen Tag erscheinende ZEW-Konjunkturindikator f\u00fcr <strong>Deutschland<\/strong>, der sich im Wesentlichen auf Umfragen unter den Finanzmarktteilnehmern st\u00fctzt, sollte dabei weniger Aufmerksamkeit erhalten. Es ist eher zu erwarten, dass er sich an die freundliche Entwicklung des ifoKonjunkturklimaindexes anlehnt. Die ebenfalls am Dienstag zur Ver\u00f6ffentlichung anstehenden Daten zu den Einzelhandelsums\u00e4tzen und der Industrieproduktion in den <strong>USA <\/strong>lassen eine konvergierende Entwicklung erwarten. Die Consensus-Sch\u00e4tzungen gehen von Zugewinnen bei den Einzelhandelsums\u00e4tzen aus, w\u00e4hrend bei der Industrieproduktion ein Auf-der-Stelle-Treten erwartet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag dann sollten mit den Erstantr\u00e4gen auf Arbeitslosenunterst\u00fctzung, dem Gesch\u00e4ftsklima der Federal Reserve Bank von Philadelphia und dem Verkauf bestehender H\u00e4user die USA im Mittelpunkt des Interesses stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Abschluss bilden am Freitag die Produzentenpreise f\u00fcr <strong>Deutschland<\/strong>. Es w\u00e4re ein wichtiges Signal f\u00fcr das inflation\u00e4re Umfeld der Bundesrepublik, wenn sich hier die Zuwachsraten auf Vorjahresbasis weiter verlangsamen bzw. auf Vormonatsbasis weiter negativieren w\u00fcrden. Aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich kommt noch das GfK-Konsumentenvertrauen. Mal sehen, ob sich hier ein \u201eCoronation\u201c-Effekt in Richtung einer Besserung einstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Summe ist eine uneinheitliche Datenlage zu erwarten, die jedoch keinen Anlass daf\u00fcr liefern sollte, dass sich der inflation\u00e4re Druck verringert. Bei einer technisch entspannten Lage, gemessen z.B. an den Relative-St\u00e4rke-Indizes f\u00fcr die gro\u00dfen Aktienm\u00e4rkte, l\u00e4sst dies eine eher seitw\u00e4rts gerichteter Entwicklung in der kommenden Woche erwarten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Trotz der r\u00fcckl\u00e4ufigen Verbraucherpreisinflation ist der zugrunde liegende Preisdruck nach wie vor in weiten Teilen der Welt zu hoch und entspricht nicht dem Ziel der Zentralbanken, die sich weltweit mehr oder minder an der Zielrate von 2% orientieren.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5090,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-15028","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15028"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15028\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15029,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15028\/revisions\/15029"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}