{"id":15030,"date":"2023-05-11T16:56:18","date_gmt":"2023-05-11T14:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=15030"},"modified":"2023-05-12T17:31:28","modified_gmt":"2023-05-12T15:31:28","slug":"flossbach-von-storch-ueber-den-harten-kern-der-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/flossbach-von-storch-ueber-den-harten-kern-der-inflation\/","title":{"rendered":"Flossbach von Storch : \u00dcber den harten Kern der Inflation"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Flossbach von Storch<\/strong>\u00a0: Die Preise steigen weiter, trotz der deutlichen Zinserh\u00f6hungen der Notenbanken. Warum uns die Inflation wohl noch l\u00e4nger erhalten bleibt, als von vielen Optimisten erhofft.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von <b>Dr. Bert Flossbach <\/b><b><\/b><b>Co-Gr\u00fcnder des Verm\u00f6gensverwalters\u00a0Flossbach\u00a0von Storch<\/b><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit k\u00e4mpfen beide grossen Notenbanken vor allem f\u00fcr die Erreichung des Prim\u00e4rziels Geldwertstabilit\u00e4t. US-Notenbankchef Jerome Powell hat zuletzt immer wieder bekr\u00e4ftigt, daf\u00fcr auch eine Abschw\u00e4chung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts in Kauf zu nehmen.<\/p>\n<div class=\"c-copy\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p>Damit sollte laut Fed-Prognosen die Kerninflationsrate bereits im kommenden Jahr wieder auf 2,6 Prozent fallen und dann 2025 mit 2,1 Prozent praktisch wieder das Zielniveau erreichen. Die EZB ist \u00e4hnlich optimistisch, so dass beide Notenbanken erwarten, schon 2025 ihren Sieg gegen die Inflation verk\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Allerdings sind hieran Zweifel angebracht. Zwar hat der Anstieg der Verbraucherpreisinflation auch wegen der gefallenen Energiepreise den H\u00f6hepunkt vermutlich \u00fcberschritten, doch verbirgt sich unter der Oberfl\u00e4che ein harter Inflationskern in Form stark steigender Lohnkosten. Nach wie vor gibt es in den USA rund vier Millionen mehr offene Stellen als Arbeitssuchende, was den Arbeitnehmern eine starke Verhandlungsposition einr\u00e4umt, auch wenn sie \u00fcberwiegend nicht gewerkschaftlich organisiert sind.<\/p>\n<p>So ist die US-Kerninflationsrate im Gegensatz zum allgemeinen Verbraucherpreisindex in den vergangenen Monaten kaum gefallen und lag im M\u00e4rz immer noch bei 5,6 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Konstante Kerninflation<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c-copy\">\n<p>In der Eurozone ist die Situation \u00e4hnlich. Hier hat die Kerninflationsrate im M\u00e4rz sogar ein neues Rekordhoch von 5,7 Prozent erreicht und lag im April erneut bei sehr hohen 5,6 Prozent. Die aktuellen Tarifverhandlungen bei der Bahn und im \u00f6ffentlichen Dienst in Deutschland \u2013 mit geforderten Lohnerh\u00f6hungen jenseits von zehn Prozent \u2013 haben Symbolcharakter und werden sich mit etwas Zeitverz\u00f6gerung auch in h\u00f6heren Preisen f\u00fcr Dienstleistungen und G\u00fcter niederschlagen.Es ist nicht so, dass man den Notenbanken mangelnde Aktivit\u00e4t vorwerfen kann, im Gegenteil. Sie haben den Worten Taten folgen lassen und die Zinsen so schnell und so stark erh\u00f6ht wie seit vierzig Jahren nicht mehr. In den USA liegt der Leitzins, die Federal Funds Target Rate, mittlerweile schon bei 5,0 bis 5,25 Prozent und damit f\u00fcnf Prozentpunkte h\u00f6her als noch vor einem Jahr.<\/p>\n<p>In der Eurozone ist der Einlagenzins bei der EZB inzwischen auf 3,25 Prozent und der Refinanzierungszins f\u00fcr die Banken auf 3,75 Prozent gestiegen. Beide Zentralbanken zeigen sich kampfbereit und haben weitere Zinserh\u00f6hungen in Aussicht gestellt, falls sich die Inflation weiterhin als hartn\u00e4ckig erweisen sollte.<\/p>\n<p>Ob das allerdings reichen wird, der Inflation das Genick zu brechen, darf bezweifelt werden. Angesichts der strukturellen Arbeitskr\u00e4fteknappheit br\u00e4uchte es schon einen brachialen Zinshammer im Stile des fr\u00fcheren Notenbankchefs Paul Volcker, um die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in die Knie zu zwingen und den Anstieg der Lohnkosten zu stoppen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flossbach von Storch\u00a0: Die Preise steigen weiter, trotz der deutlichen Zinserh\u00f6hungen der Notenbanken. 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