{"id":15070,"date":"2022-10-19T11:45:11","date_gmt":"2022-10-19T09:45:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=15070"},"modified":"2022-10-19T11:45:11","modified_gmt":"2022-10-19T09:45:11","slug":"blackrock-zentralbanken-wer-zuckt-zuerst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-zentralbanken-wer-zuckt-zuerst\/","title":{"rendered":"BlackRock : Zentralbanken &#8211; Wer zuckt zuerst?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock : Die Aktienmarktrally zwischen Mitte Juli und Mitte August basierte zum erheblichen Teil auf der Erwartung, die Fed k\u00f6nne es mit ihren kernigen Ank\u00fcndigungen gar nicht so gemeint haben und der Leitzins werde nicht so weit steigen wie zwischenzeitlich eingepreist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn n\u00fcchtern stellte Fed-Chef Jerome Powell damals klar, zwar k\u00f6nne man als Zentralbank wenig gegen das zu geringe Angebot an G\u00fcter- und Faktorm\u00e4rkten tun, man k\u00f6nne aber sehr wohl eine nicht zu diesem Angebot passende Nachfrage d\u00e4mpfen, um das gesamtwirtschaftliche Missverh\u00e4ltnis zwischen Angebots- und Nachfrageseite zu beseitigen und damit die inflatorische Dynamik aus dem System herauszuzwingen. Seitdem haben M\u00e4rkte ihre Preisbildung deutlich adjustiert. Dass Fed, EZB &amp; co. eine Rezession damit ganz bewusst in Kauf nehmen, ist hinreichend klar geworden. Dennoch bleibt es eine interessante Frage, welche Zentralbank ihre Zinsen st\u00e4rker anhebt als andere, bzw. welche den Fuss fr\u00fcher und welche sp\u00e4ter von der Bremse nimmt. Besonders der Vergleich zwischen Fed und EZB spielt mit seiner Relevanz f\u00fcr das W\u00e4hrungspaar Dollar-Euro hier eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es gibt mehrere Gr\u00fcnde anzunehmen, dass die EZB ihren Leitzins weniger stark anheben wird als die Fed, bzw. dass sie fr\u00fcher und bei einem niedrigeren Niveau von restriktiv auf neutral umschaltet.<\/strong> Der erste Grund liegt in der Tatsache, dass das neutrale Zinsniveau, also jenes, bei dem die gesamtwirtschaftliche Nachfrage weder stimuliert noch gebremst wird, in Europa etwas niedriger liegen d\u00fcrfte als in den USA. Infolge der zurzeit an allen Fronten hohen Unsicherheit ist die Sch\u00e4tzung dieses neutralen Zinses extrem unsicher, wir k\u00f6nnen aber davon ausgehen, dass er in den USA zwischen einem halben und einem Prozentpunkt h\u00f6her liegt. Die EZB braucht also die Zinsen um so viel weniger anzuheben, um oberhalb des neutralen Zinses restriktives Territorium und damit die gew\u00fcnschte Nachfrageabk\u00fchlung zu erreichen. Zweitens k\u00f6nnte die Rezession in Europa tiefer ausfallen als in den USA. Der EZB bliebe dann weniger zu tun als der Fed, auch ohne harte monet\u00e4re Bremsung w\u00fcrde die Nachfrage sich dem verknappten Angebot anpassen. Diese Erwartung hat unter anderem damit zu tun, dass die europ\u00e4ische Volkswirtschaft viel st\u00e4rker negativ von hohen Energiepreisen betroffen wird als die amerikanische. So liegt der Anteil der Ausgaben f\u00fcr Energie relativ zum BIP in Europa mit rund 12% mehr als doppelt so hoch wie in den USA. Hohe Energiepreise erodieren in Europa also st\u00e4rker die Kaufkraft der Haushalte und schw\u00e4chen Margen und Investitionspotenzial der Unternehmen. Sollte sich somit also die Erwartung einer dramatischeren Nachfrageabschw\u00e4chung in Europa best\u00e4tigen, dann ist davon auszugehen, dass die EZB fr\u00fcher und vermutlich bei einem deutlich niedrigeren Leitzinsniveau auf neutral umschaltet als die Fed. Diese Umstellung d\u00fcrfte aber erst erfolgen, wenn deutliche Bremsspuren in der aggregierten Nachfrage feststellbar sind und sich zumindest eine Plateaubildung bei den Inflationsraten abzeichnet. An der Erwartung, dass es bez\u00fcglich der volkswirtschaftlichen Nachrichten erst schlechter werden muss, bevor es besser wird, k\u00f6nnen wir daher festhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kwasikaze und Trussonomics: Anarchy in the UK<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach nur wenigen Tagen im Amt hat die britische Premierministerin Liz Truss ihren Finanzminister Kwasi Kwarteng entlassen, sein Nachfolger wird der fr\u00fchere Gesundheitsminister Jeremy Hunt. Die entscheidende Frage wird nun sein, ob es gelingen kann, die Turbulenz um Sterling und Gilts-M\u00e4rkte zu beruhigen. Zwei Argumente stehen dem entgegen. Erstens hatte sich Hunt nach dem R\u00fccktritt von Boris Johnson selbst um das Amt des Premierministers beworben. Liz Truss hat jetzt also ein Teammitglied in Downing Street 11 sitzen, von dem sie annehmen muss, dass er sich eigentlich f\u00fcr den geeigneteren Premier h\u00e4lt. Zweitens und vermutlich bedeutender: Solange die Regierung an der Idee festh\u00e4lt, sehr viel Geld f\u00fcr die Rezessionsbek\u00e4mpfung auszugeben, aber keine \u00fcberzeugenden Konzepte zu deren Finanzierung pr\u00e4sentiert, d\u00fcrften Marktteilnehmer skeptisch bleiben. Dies gilt, wenn auch in abgeschw\u00e4chter Form weiter, auch nachdem die Regierung sich von der Idee von Steuersenkungen f\u00fcr hohe Einkommen, dem umstrittensten Teil von Kwantengs \u201eMini-Budget\u201c, verabschiedet hat. Gut m\u00f6glich also, dass \u201eAnarchy for the UK\u201c noch eine Weile f\u00fcr Bewegung an den M\u00e4rkten sorgt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Die Aktienmarktrally zwischen Mitte Juli und Mitte August basierte zum erheblichen Teil auf der Erwartung, die Fed k\u00f6nne es mit ihren kernigen Ank\u00fcndigungen gar nicht so gemeint haben und der Leitzins werde nicht so weit steigen wie zwischenzeitlich eingepreist.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,321],"class_list":["post-15070","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-zentralbanken"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15070"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15070\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}