{"id":15169,"date":"2022-10-27T10:54:02","date_gmt":"2022-10-27T08:54:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=15169"},"modified":"2022-10-27T10:54:02","modified_gmt":"2022-10-27T08:54:02","slug":"union-investment-mit-aktien-durch-die-krise-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-mit-aktien-durch-die-krise-kommen\/","title":{"rendered":"Union Investment: Mit Aktien durch die Krise kommen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment : Niedrige Zinsen und eine geringe Teuerung bestimmten \u00fcber viele Jahre die Kapitalm\u00e4rkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Benjardin G\u00e4rtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell liegt die Inflation bei rund zehn Prozent. Das Gros der Anleger hat die vergleichbar hohen Inflationsraten in den 1950er und 1970er Jahren nicht erlebt. Daher betrachten viele die derzeit \u00fcberschiessende Teuerung mit Sorge. Diese ist jedoch nicht immer begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inflation ist f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte per se erst einmal kein Problem, auch wenn sie \u00fcber der \u00fcblichen Zielmarke von zwei Prozent der meisten Notenbanken liegt. Das zeigen historische Analysen, die belegen, dass eine Teuerungsrate von bis zu f\u00fcnf Prozent nicht mit einer negativen Aktienmarktperformance korreliert. Das ist ein guter Grund, optimistisch zu sein. Denn mittelfristig ist in Europa wieder damit zu rechnen, dass die Teuerung in diese Region sinkt. Ein nachlassender Preisdruck ist bei Konsumg\u00fctern, wie PCs und Smartphones, aber auch in Bereichen mit hoher industrieller Relevanz wie Chemie, Stahl, Papier und Transport zu beobachten. Damit bleibt f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit das Erfolgskriterium bei der Aktienanlage eine kluge Titelselektion, die bei hoher Inflation verschiedene Kriterien wie Preissetzungsmacht, Energiesensibilit\u00e4t, regionale Verteilung oder Megatrends ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/f02edcb857e48b5bcbebeacdbfe9a995.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15172 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/f02edcb857e48b5bcbebeacdbfe9a995.png\" alt=\"27-10 -22 1 Union Investment\" width=\"625\" height=\"350\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Aktien gilt also: Erst eine Teuerung von f\u00fcnf Prozent oder mehr geht mit erh\u00f6hten Risiken am Aktienmarkt einher. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen sich im inflation\u00e4ren Umfeld Unternehmen am besten behaupten, die in der Lage sind, gestiegene Inputpreise an ihre Kunden weiterzugeben, weil sie dem Markt die Preise diktieren k\u00f6nnen. Diese Preissetzungsmacht haben meist Konzerne, die \u00fcber starke Marken verf\u00fcgen, wie etwa Nestl\u00e9, Procter &amp; Gamble und LVMH, oder die eine marktherrschende Stellung haben wie beispielsweise Amazon und Microsoft. Deren Gewinne sind vor der Inflation weitgehend gesch\u00fctzt. Es gilt, Unternehmen zu finden, die die gleichen Eigenschaften besitzen, idealerweise aber noch zu einer attraktiven Bewertung zu haben sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Problematisch ist eine hohe Teuerungsrate eher f\u00fcr Konzerne, die entweder eine hohe Schuldenlast aufweisen oder deren zu erwartende Gewinne weit in der Zukunft liegen. Letzteres gilt insbesondere f\u00fcr Growth-Aktien beziehungsweise Wachstumswerte, die \u2013 nach jahrelanger Outperformance \u2013 aufgrund der gestiegenen Zinsen zuletzt ziemlich unter die R\u00e4der gekommen sind wie zum Beispiel viele Technologietitel. Hingegen konnten sich Value-Titel besser halten, weil deren Gewinnstr\u00f6me fr\u00fcher fliessen. Dazu z\u00e4hlen etwa Banken und Versicherer, die zus\u00e4tzlich vom aktuellen Zinsumfeld profitieren, sowie Unternehmen aus dem Energiebereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gewinnsituation vieler europ\u00e4ischer Unternehmen solide<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Gewinnsituation der Unternehmen ist in Europa nach wie vor recht solide, und zwar aus mehreren Gr\u00fcnden. Erstens st\u00fctzt der schwache Euro das Exportgesch\u00e4ft und zweitens beobachten wir nach wie vor ein Umsatzwachstum bei vielen Unternehmen. Drittens ist der Aktienmarkt grunds\u00e4tzlich nur ein unvollkommener Repr\u00e4sentant der Wirtschaft. Denn was wichtig f\u00fcr eine Volkswirtschaft ist, wie beispielsweise Immobilien, Einzelhandel oder auch der gesamte staatliche Sektor, spielt an der B\u00f6rse keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Im Gegenzug kommt der verarbeitenden Industrie oder dem Energiesektor keine wesentliche Rolle bei der Bruttowertsch\u00f6pfung zu. Trotzdem haben sie viel Gewicht am Aktienmarkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch woher kamen dann die Kursverluste, wenn die Gewinndynamik in Europa noch recht widerstandsf\u00e4hig ist? Es sind vor allem die steigenden Zinsen, die den Druck auf die Bewertungen ausge\u00fcbt haben. Die Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnisse (KGV) sind heute deutlich niedriger als noch vor einigen Monaten, beim Euro STOXX 50 ist das KGV von knapp 15 zu Jahresbeginn auf aktuell 10 gefallen. Dar\u00fcber hinaus sind einige grosse Konzerne von der Energiekrise betroffen, die \u00fcber keine hohe Preissetzungsmacht verf\u00fcgen. Der Engpass beim Thema Gas und damit zusammenh\u00e4ngend die hohen Strompreise haben ihnen zugesetzt. Sp\u00e4testens mit dem Ende der Gaslieferungen aus Russland hat sich auch abgezeichnet, dass mit einer schnellen L\u00f6sung kaum zu rechnen ist. Dabei entstehen auch Folgebelastungen durch einen Nachfrager\u00fcckgang, weil das Konsumklima schwach ist und sich h\u00f6here Finanzierungskosten zunehmend auf zinssensitive Branchen auswirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gaskrise trifft nicht alle Firmen gleich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Thema Gas kommt in der Unternehmensanalyse darum derzeit eine Sonderrolle zu. Gerade mit Blick auf die exorbitanten Preise f\u00fcr Erdgas ist es wenig \u00fcberraschend, dass neben den konjunktursensiblen zyklischen Sektoren vor allem die energieintensiven und zinssensitiven Branchen in Europa unter Druck geraten. Das gilt vor allem f\u00fcr den Chemiesektor als mit Abstand gr\u00f6sstem industriellen Gasverbraucher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2289298507b249b078321edc646a25b2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15173 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2289298507b249b078321edc646a25b2.png\" alt=\"27-10 -22 2 Union Investment\" width=\"650\" height=\"366\" \/><\/a><br \/>\nNeben den Risiken ergeben sich aus dem scharfen Abverkauf auch Chancen. Wie so oft am Aktienmarkt wurden manche Unternehmen in der Abw\u00e4rtsbewegung \u00fcber Geb\u00fchr abgestraft, etwa weil der Markt das Exposure zum Gas \u00fcbersch\u00e4tzt hat oder ein Unternehmen sich als resilienter erwiesen hat als erwartet. W\u00e4hrend zahlreiche Versorger seit dem russischen Angriff auf die Ukraine deutliche Verluste verzeichnen mussten, konnte sich zum Beispiel RWE aufgrund seines spezifischen Energiemix sehr gut halten. Immerhin haben die Essener binnen kurzer Zeit drei Mal die Gewinnprognose angehoben und \u00fcberdies den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Internationalisierung als Gebot der Stunde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Beispiel zeigt: Trotz der Herausforderungen in Europa gibt es durchaus Chancen am hiesigen Aktienmarkt. Und auch wenn wegen der schwierigen Gemengelage in Europa eine Internationalisierung der Geldanlage das Gebot der Stunde ist, l\u00e4sst sich diese prinzipiell mit Unternehmen vom alten Kontinent abdecken. Denn die Unternehmen der EU erwirtschaften rund 50 Prozent der Ums\u00e4tze ausserhalb Europas, was viele Adressen zumindest teilweise gegen heimische Probleme immunisiert. Anleger sollten daher nicht den Fehler begehen und regionale Probleme auf den globalen Markt \u00fcbertragen. Entscheidend ist, wo ein Emittent seine Gesch\u00e4fte macht \u2013 und vor allem womit.<br \/>\nGleichwohl spricht derzeit einiges f\u00fcr die USA als Investitionsziel. Das Land ist unabh\u00e4ngig in der Energieversorgung und hat die Phase der h\u00f6chsten Inflationsraten in diesem Zyklus wohl schon hinter sich gelassen. Es kommt hinzu, dass zuletzt Infrastrukturmassnahmen im Volumen von fast 1.300 Milliarden US-Dollar beschlossen wurden, von dem viele Sektoren des US-Markts in den kommenden Monaten profitieren werden. Gute 400 Milliarden US-Dollar fliessen via Inflation Reduction Act in den Bereich Energiesicherheit und Klimawandel, weitere 280 Mrd. US-Dollar durch den Chips and Science Act in die Bereiche Halbleiter und Zukunftstechnologien. Hinzu kommt eine halbe Billion US-Dollar f\u00fcr klassische Infrastruktur wie etwa Strassen, Br\u00fccken und E-Tankstellen. Damit d\u00fcrfte ein solider Grundstein f\u00fcr einen langfristigen Investitionsboom in den USA gelegt sein, der sowohl in der Volkswirtschaft als auch an den Aktienm\u00e4rkten positive Spuren hinterlassen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Megatrends sind weiterhin intakt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der regionalen Auswahl sind die grossen Megatrends weitgehend unabh\u00e4ngig von tagesaktuellen Krisensituationen. Automatisierung, Digitalisierung und der Kampf gegen den Klimawandel werden uns auf Jahre und Jahrzehnte begleiten, und Unternehmen, die in diesen Feldern \u00fcber ein starkes Gesch\u00e4ftsmodell in Verbindung mit einem guten Management verf\u00fcgen, werden weiterhin langfristig gesucht sein. Das gilt unabh\u00e4ngig vom Gesch\u00e4ftssitz, von Inflationsraten und der Frage nach Value oder Growth. F\u00fcr die Zusammenstellung eines diversifizierten Portfolios bleibt folglich die Titelselektion das oberste Erfolgskriterium, um gut durch die Krise zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Niedrige Zinsen und eine geringe Teuerung bestimmten \u00fcber viele Jahre die Kapitalm\u00e4rkte.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6359,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[663,127],"class_list":["post-15169","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-aktien","tag-union-investment"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15169","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15169"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15169\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}