{"id":1527,"date":"2015-01-30T06:00:00","date_gmt":"2015-01-30T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/01\/30\/ing-im-anti-spar-regierung-in-griechenland\/"},"modified":"2015-01-30T06:00:00","modified_gmt":"2015-01-30T06:00:00","slug":"ing-im-anti-spar-regierung-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/ing-im-anti-spar-regierung-in-griechenland\/","title":{"rendered":"ING IM : Anti-Spar-Regierung in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Die Linkspartei Syriza ist siegreich aus den Parlamentswahlen hervorgegangen, obschon sie die absolute Mehrheit knapp verfehlte. Alexis Tsipras, seines Zeichens Vorsitzender der Syriza und neuer Ministerpr\u00e4sident, hat sich f\u00fcr eine Koalition mit der rechtskonservativen Partei der Unabh\u00e4ngigen Griechen entschieden&#8230;..<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Autoren : Maarten-Jan Bakkum, Emerging Markets Aktienstratege bei ING Investment Management&nbsp; und&nbsp; <strong><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Willem Verhagen, Volkswirt bei ING IM<\/span><\/span><\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar verfolgen diese beiden Parteien bei einer Vielzahl von Themen v\u00f6llig unterschiedliche Richtungen, doch ist ihnen die Entschlossenheit, den Sparkurs zu beenden und einen Schuldenschnitt auszuhandeln, gemein. F\u00fcr die M\u00e4rkte stellt sich die bange Frage: Wird Tsipras dem Beispiel Argentiniens aus dem Jahre 2001 folgen oder dem Brasiliens aus dem Jahre 2002? Letzteres w\u00e4re der Fall, sofern Tsipras still und leise seine Wahlversprechen bricht und die Strukturreformen seiner Vorg\u00e4ngerregierung fortsetzt. In diesem Fall mag die Troika ihrerseits zu mehr Entgegenkommen bereit sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick w\u00e4re ein Staatsbankrott zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt weniger katastrophal, als dies 2012 der Fall gewesen w\u00e4re. So gibt es inzwischen einen prim\u00e4ren Haushalts\u00fcberschuss und die Schulden Griechenlands bestehen \u00fcberwiegend gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen (staatlichen) Gl\u00e4ubigern. Dennoch w\u00e4re dieser Prozess wirtschaftlich ausserordentlich schmerzhaft: rapider Verfall der W\u00e4hrung, aus dem Ruder laufende Inflation und Inflationserwartungen, drastischer Anstieg der Zinsen sowie ein R\u00fcckfall in eine tiefe Rezession. Tsipras weiss um dieses Risiko, daher sein Hinweis, am Euro festhalten zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Und das ist auch ein gewichtiger Grund, warum sich das Machtgleichgewicht in den Verhandlungen mit der Troika zu ihren Gunsten verschoben hat. Ferner kann die EZB nicht nur offen, sondern auch hinter den Kulissen erheblichen Druck aus\u00fcben. Die Zentralbank hat es geschickt verstanden, Griechenland aus ihrem Anleihenprogramm auszuschliessen. Zun\u00e4chst einmal m\u00fcssen Non-Investment-Grade eingestufte Staaten durch ein Rettungsprogramm vor der Pleite gesch\u00fctzt sein, damit ihre Anleihen f\u00fcr den Aufkauf durch die EZB infrage kommen. Zudem darf die EZB nicht mehr als 33 Prozent der Anleihen eines bestimmten Emittenten aufkaufen, damit die Zentralbank bei Abstimmungen \u00fcber eine etwaige Umstrukturierung keine Sperrminorit\u00e4t hat (das Verbot der monet\u00e4ren Finanzierung verlangt von der EZB, stets gegen einen \u201eHaircut\u201c zu stimmen). Da die EZB immer noch einen erheblichen Bestand an in den Jahren 2010\/11 gekauften griechischen Staatsanleihen h\u00e4lt, kann sie sich insoweit fr\u00fchestens im Juli 2015 erneut engagieren. Draghi hat bereits darauf hingewiesen, dass die Aussetzung der Sicherheitenanforderungen f\u00fcr griechische Banken endet, falls Griechenland seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt. (Die gegenw\u00e4rtige Regelung erlaubt den Banken als Non-Investment-Grade eingestufte Sicherheiten zu stellen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Daneben kann die EZB ihre aufsichtsrechtlichen Befugnisse aus\u00fcben. Es machen bereits Ger\u00fcchte die Runde, dass die EZB sich bem\u00fchen werde, den Kauf griechischer T-Bills durch griechische Banken zu beschr\u00e4nken. Das w\u00fcrde eine wichtige Einkommensquelle der griechischen Regierung ausschalten und den Fluss \u00f6ffentlicher Mittel (zumindest zeitweise) unterbrechen. Doch das wirksamste Druckmittel der EZB ist die M\u00f6glichkeit, die Vergabe weiterer Darlehen im Rahmen der Emergency Liquidity Assistance (\u201eELA\u201c) zu stoppen. Diese Kredite werden von der griechischen Zentralbank vergeben, die das Kreditrisiko vollumf\u00e4nglich auf ihre Bilanz nimmt. Sofern die griechische Zentralbank einer ELA-Sperre entspricht, k\u00f6nnten die massiven Kapitalabfl\u00fcsse eine Bankenkrise ausl\u00f6sen. Entspricht der griechische W\u00e4hrungsh\u00fcter hingegen nicht den EZB-Vorgaben, k\u00f6nnte die EZB Griechenland aus dem Interbank-Zahlungssystem ausschliessen. Damit w\u00fcrde das Risiko eines Grexit Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Rest der Eurozone hat ganz klar gute Gr\u00fcnde, weitestgehend an ihrer Position festzuhalten. Man will den W\u00e4hlern in anderen Peripheriel\u00e4ndern auf keinen Fall den Eindruck vermitteln, die Troika k\u00f6nne durch die Wahl von Parteien an den Extremen des politischen Spektrums zu weitreichenden Zugest\u00e4ndnissen gezwungen werden. Insofern wird die Troika aller Wahrscheinlichkeit nach weiter auf fortgesetzten Strukturreformen und dauerhaften Prim\u00e4r\u00fcbersch\u00fcssen bestehen. Auch im Hinblick auf den Kapitalwert staatlicher Schulden wird die Troika kaum zu Zugest\u00e4ndnissen bereit sein. So wird sich der Barwert nur im Gegenzug f\u00fcr Reformen weiter verringern lassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es keinerlei Verhandlungsspielraum f\u00fcr eine weitere Senkung des Barwertes \u00f6ffentlicher Schulden gibt. Auch die Laufzeiten k\u00f6nnten noch verl\u00e4ngert werden. Das k\u00e4me letztlich einer Akzeptanz der griechischen Staatsschuldensituation als Dauerzustand gleich, wobei sowohl die Zinszahlung als auch der Zinssatz von der k\u00fcnftigen Wirtschaftsentwicklung abh\u00e4ngen w\u00fcrde. Last but not least k\u00f6nnte man noch etwas Entgegenkommen bei der Vorgabe zeigen, dass Griechenland den Prim\u00e4r\u00fcberschuss von 4,5% bereits 2016 erreicht. W\u00e4re das der Fall, so k\u00f6nnte das die Wirtschaft deutlich ankurbeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen unseres Basisszenarios gehen wir weiterhin davon aus, dass Griechenland und die Troika sich auf einen Kompromiss einigen k\u00f6nnen, bei dem das Prim\u00e4r\u00fcberschussziel sich immer noch im positiven Bereich bewegt und der Barwert der Schulden noch weiter reduziert w\u00fcrde. Im Gegenzug w\u00fcrde Tsipras weiteren Strukturreformen zustimmen. Andererseits sind die Abw\u00e4rtsrisiken infolge der unerwartet starken Unterst\u00fctzung der Antispar-Parteien bei den Wahlen etwas gestiegen. Damit steigt auch das Risiko, dass derartige Parteien in anderen Peripherie-L\u00e4ndern ebenfalls erheblichen Zulauf erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Linkspartei Syriza ist siegreich aus den Parlamentswahlen hervorgegangen, obschon sie die absolute Mehrheit knapp verfehlte. 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