{"id":15354,"date":"2023-06-09T11:06:19","date_gmt":"2023-06-09T09:06:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=15354"},"modified":"2023-06-09T11:10:16","modified_gmt":"2023-06-09T09:10:16","slug":"carmignac-wenn-die-volatilitaet-an-den-anleihemaerkten-extreme-hoehen-erreicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/carmignac-wenn-die-volatilitaet-an-den-anleihemaerkten-extreme-hoehen-erreicht\/","title":{"rendered":"Carmignac: Wenn die Volatilit\u00e4t an den Anleihem\u00e4rkten extreme H\u00f6hen erreicht"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Carmignac<\/strong> : \u00ab Kurz vor einem Wendepunkt w\u00e4chst in der Regel die Unsicherheit an den M\u00e4rkten. Sobald sich ein neuer Trend abzeichnet, l\u00e4sst sie hingegen nach. \u00bb<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/09-06-23-Carmignac.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15355 alignleft\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/09-06-23-Carmignac.png\" alt=\"09-06-23 Carmignac\" width=\"650\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/09-06-23-Carmignac.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/09-06-23-Carmignac-300x139.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Index \u201eMOVE\u201c erm\u00f6glicht es, das Ma\u00df an Ungewissheit auf den M\u00e4rkten f\u00fcr US-Staatsanleihen einzusch\u00e4tzen.<\/strong> Er basiert auf den Markterwartungen hinsichtlich der erwarteten Bewegungen der US-Zinskurve in den kommenden Wochen. Der <strong>Index \u201eMOVE\u201c<\/strong> ist f\u00fcr Anleihen, was der \u201eVIX\u201c f\u00fcr Aktien ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Volatilit\u00e4t der US-Zinsen war in den in den letzten zw\u00f6lf Monaten ausgesprochen hoch. Der MOVE-Index erreichte ein Niveau, das mit historischen Krisenzeiten in Verbindung gebracht wird wie beispielsweise die Asien-Krise, das Platzen der Internet-Blase, die Weltfinanzkrise 2008 und die COVID-Pandemie (siehe schwarze Kreise in der Grafik).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum war die Volatilit\u00e4t an den Anleihenm\u00e4rkten so hoch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der st\u00e4rkste Inflationsanstieg seit 40 Jahren und das Z\u00f6gern der Fed1 f\u00fchrten zu hoher Unsicherheit in Bezug auf den Umfang und die Dauer der Zinserh\u00f6hungen sowie auf den Zeitpunkt, zu dem die Zinss\u00e4tze wieder ein restriktives Niveau2 erreichen. Aufgrund dieser Ungewissheit verzeichnete der MOVE-Index eine atypische Entwicklung. Denn gew\u00f6hnlich geht die Anleihenvolatilit\u00e4t umso st\u00e4rker zur\u00fcck (schwarze Pfeile), je weiter der geldpolitische Straffungszyklus3 fortschreitet: Zum einen n\u00e4hern sich die Leitzinsen ihrem Endniveau an und zum anderen tendieren die l\u00e4ngerfristigen Zinsen dazu, angesichts des fortschreitenden Konjunkturzyklus und der damit einhergehenden schw\u00e4cheren Wachstumsaussichten ihren H\u00f6chststand zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das war in diesem Straffungszyklus nicht der Fall (roter Pfeil) bzw. erst dann, als einige US-Regionalbanken in Schieflage gerieten und die Aussicht bestand, dass die Fed diesen in vielerlei Hinsicht au\u00dfergew\u00f6hnlichen geldpolitischen Straffungszyklus3 beendet.<\/strong> Seitdem war die Unsicherheit an den Anleihenm\u00e4rkten tendenziell r\u00fcckl\u00e4ufig, und diese Dynamik wurde durch den R\u00fcckgang der Volatilit\u00e4t noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Au\u00dferdem ist zu erwarten, dass das durch au\u00dfergew\u00f6hnlich hohe Volatilit\u00e4t gepr\u00e4gte Umfeld wieder ins Gleichgewicht kommt:<\/strong> Die ungebremsten Leitzinserh\u00f6hungen neigen sich ihrem Ende zu, die Disinflation ist in vollem Gange (zumal die Konjunktur langsam, aber sicher abflaut) und Diversifizierung ist wieder so wirksam wie fr\u00fcher. In der kommenden Marktphase k\u00f6nnte es sich anbieten, Staatsanleihen der Kernl\u00e4nder zu kaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch erscheint es illusorisch, dass der MOVE-Index wieder auf die durchschnittlichen Niveaus der letzten zehn Jahre (bei rund 75, graue Linie) zur\u00fcckgeht. Denn zum einen wurden die beispiellosen Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen (insbesondere die quantitative Lockerung4), die die Volatilit\u00e4t ausgebremst hatten, beendet, und zum anderen ist das kommende Inflationsumfeld weit weniger g\u00fcnstig \u2013 aufgrund der Art der Inflation und des Risikos, dass es sowohl an der Geld- als auch an der Haushaltsfront zu einem Umschwung kommen k\u00f6nnte, bevor die Inflation wieder voll im Griff ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das bedeutet, dass der Gleichgewichtswert in den kommenden Jahren wohl n\u00e4her an dem Niveau von vor der Weltfinanzkrise liegen wird<\/strong> \u2013 also bei rund 100 (schwarze Linie) \u2013 was t\u00e4glichen Zinsschwankungen von \u00fcblicherweise +\/- 6 Bp. entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Konjunkturumfeld ist somit g\u00fcnstig f\u00fcr Staatsanleihen, insbesondere bei mittleren und langen Laufzeiten, erfordert aber strukturell eine aktives Management \u2013 die bestm\u00f6gliche Methode, um Volatilit\u00e4t mit Anlagechancen zu verbinden.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Der MOVE-Index wird auf der Grundlage der impliziten Volatilit\u00e4t der M\u00e4rkte f\u00fcr einmonatige Optionen an verschiedenen Punkten der US-Zinskurve berechnet. Er fasst die Volatilit\u00e4t an den verschiedenen Kurvenpunkten zusammen und gewichtet sie mit 20% f\u00fcr 2-j\u00e4hrige US-Zinsen, 20% f\u00fcr 5-j\u00e4hrige Zinsen, 40% f\u00fcr 10-j\u00e4hrige Zinsen und 20% f\u00fcr 30-j\u00e4hrige Zinsen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Je h\u00f6her der Indexstand, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Schwankungsbreite der erwarteten Zinsen und damit auch die Ungewissheit. Das bedeutet, dass der Anstieg des MOVE-Index von 50 im Juni 2021 auf 130 heute eine deutlich h\u00f6here Ungewissheit in Bezug auf die Bandbreite der Zinsschwankungen impliziert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Der Indexstand erm\u00f6glicht R\u00fcckschl\u00fcsse auf den Umfang der von den M\u00e4rkten erwarteten Zinsschwankungen; ein Niveau von 130 entspricht erwarteten t\u00e4glichen Schwankungen von + oder \u2013 8 Basispunkten (ohne Extremrisiken). Im Gegensatz dazu lagen die t\u00e4glichen Schwankungen in den letzten 20 Jahren bei durchschnittlich +\/- 3 Basispunkten. Dies spiegelt also die Phase der Unsicherheit, in der wir uns gerade befinden, gut wider!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carmignac : \u00ab Kurz vor einem Wendepunkt w\u00e4chst in der Regel die Unsicherheit an den M\u00e4rkten. 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