{"id":15360,"date":"2023-06-09T11:50:35","date_gmt":"2023-06-09T09:50:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=15360"},"modified":"2023-06-09T14:51:54","modified_gmt":"2023-06-09T12:51:54","slug":"allianz-gi-es-besteht-noch-handlungsbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-es-besteht-noch-handlungsbedarf\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Es besteht noch Handlungsbedarf"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : In der kommenden Woche richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Sitzungen der <strong>Federal Reserve<\/strong> (Fed) und der <strong>Europ\u00e4ischen Zentralbank <\/strong>(EZB).<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Sean Shepley, Senior Economist Allianz GI<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zur EZB, die konsequent auf die Notwendigkeit weiterer Zinserh\u00f6hungen hingewiesen hat und von der wir n\u00e4chste Woche eine Anhebung der Leitzinsen um 25 Basispunkte erwarten, hat der Chef der USNotenbank Powell bei der Pressekonferenz im Mai zu erkennen gegeben, die Fed sei trotz anhaltender Unsicherheit besorgt, dass die Konjunktur in der zweiten Jahresh\u00e4lfte schwach ausfallen werde, dass sie wom\u00f6glich kurz vor dem Ende der geldpolitischen Straffungsphase stehe und dass voraussichtlich eine Ruhepause an der Tagesordnung sei, um die weitere Entwicklung zu eruieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hat sich also in der Zwischenzeit ge\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus den USA kamen eine Reihe erfreulicher Meldungen zur Konjunktur: sowohl die Konsumausgaben als auch die Industrieproduktion sind st\u00e4rker als erwartet gestiegen. Zur erfolgreichen Anhebung der Schuldenobergrenze gab es ebenfalls positive Nachrichten. Die von der Republikaner-Mehrheit im Repr\u00e4sentantenhaus erzwungene K\u00fcrzung zuk\u00fcnftiger Ausgaben im Bundeshaushalt als Bedingung zu deren Zustimmung d\u00fcrfte die USWirtschaft nicht sp\u00fcrbar abbremsen. Der <strong>US-Arbeitsmarkt<\/strong> \u2013 ein wichtiger Indikator \u2013 l\u00e4sst sich allerdings nur schwer einsch\u00e4tzen: das Wachstum der Besch\u00e4ftigtenzahlen bleibt zwar auf einem nicht nachhaltig hohen Niveau. Doch die Arbeitslosenquote nimmt allm\u00e4hlich zu, w\u00e4hrend gleichzeitig die Zahl der Besch\u00e4ftigten, die ihren Arbeitsplatz wechseln, r\u00fcckl\u00e4ufig ist. Diese beiden Entwicklungen deuten auf eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt hin. Und nicht zuletzt scheint der st\u00e4ndige Druck auf den Bankensektor nachgelassen zu haben. Dennoch ist letzterer offenbar nicht in der Lage, weiteres Wachstum zu finanzieren: mehr als zwei Monate nach dem Zusammenbruch der SVB (Silicon Valley Bank) werden immer noch weniger Bankdarlehen vergeben als vor deren Insolvenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Parallel dazu verzeichneten USAktienm\u00e4rkte einen H\u00f6henflug. Dank bahnbrechender Fortschritte in der k\u00fcnstlichen Intelligenz hat die Begeisterung \u00fcber das Potenzial f\u00fcr\u00a0erhebliche Produktivit\u00e4ts-steigerungen in der Produktion dem Tech-Sektor zu neuen 2023-H\u00f6chstst\u00e4nden verholfen. Zudem sind die Credit Spreads nach einer Ausweitung in der ersten Maih\u00e4lfte wieder vollst\u00e4ndig zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der oben genannten Faktoren haben die Zinsm\u00e4rkte die Erwartung einer Leitzinssenkung vor Jahresende inzwischen ausgepreist und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung durch die Fed im Sommer als h\u00f6her eingepreist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferhalb der USA waren die Nachrichten jedoch nicht allzu ermutigend. Nach einem fulminanten Start zum Jahresauftakt hat sich die Konjunkturdynamik in China mittlerweile abgeschw\u00e4cht und die Aussichten f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe n\u00e4hern sich den negativen Erwartungen in den USA und im Euroraum an. Im Euroraum selbst nimmt die Erholung der Unternehmenserwartungen ebenfalls ab, wobei der Dienstleistungssektor erste Anzeichen daf\u00fcr liefert, dass die Dynamik ihren H\u00f6hepunkt erreicht haben k\u00f6nnte, auch wenn diese Branche weiterhin w\u00e4chst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinsichtlich der <strong>Inflation <\/strong>hat sich der anf\u00e4ngliche Hoffnungsschimmer \u00fcber einen nachlassenden Preisdruck in den USA wieder relativiert. Wie unsere Grafik der Woche verdeutlicht, hat sich der Kernindex der pers\u00f6nlichen Konsumausgaben mit einer j\u00e4hrlichen Wachstumsrate von knapp \u00fcber 4,5 % gegen\u00fcber dem Fed-Ziel von 2 % stabilisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend l\u00e4sst sich einerseits feststellen, dass die herk\u00f6mmlichen Fr\u00fchindikatoren des verarbeitenden Gewerbes, der Geldmengenaggregate und des Verlaufs der Renditekurve allesamt auf eine bevorstehende Konjunkturschw\u00e4che hinweisen, die zu einem R\u00fcckgang der Inflation f\u00fchren w\u00fcrde. Andererseits sprechen die Resilienz der derzeitigen Konjunktur und die Hartn\u00e4ckigkeit der aktuellen Inflationszahlen f\u00fcr eine erneute Straffung durch die Fed.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit gibt es zwei m\u00f6gliche Szenarien f\u00fcr den Ausgang der Fed-Sitzung. Entweder wird sie den Markt mit einer Zinsanhebung \u00fcberraschen oder sie bel\u00e4sst die Zinsen unver\u00e4ndert und signalisiert die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Straffung im Sommer. Ersteres halten wir f\u00fcr m\u00f6glich, letzteres aber f\u00fcr wahrscheinlicher.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Woche voraus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abseits der Sitzungen der Notenbanken rechnen wir mit einer langsameren Dynamik bei den Verbraucherausgaben und der Industrieproduktion in den <strong>USA<\/strong>, nachdem diese im April besonders kr\u00e4ftig gestiegen waren. Fr\u00fchindikatoren im verarbeitenden Gewerbe d\u00fcrften weiterhin schwach ausfallen. Der Verbraucherpreisindex (VPI) f\u00fcr Mai d\u00fcrfte sowohl bei der Gesamt- als\u00a0auch bei der Kerninflation einen geringen Anstieg gegen\u00fcber dem Vorjahr aufweisen. Die Erzeugerpreise sind zuletzt gesunken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <strong>Euroraum <\/strong>k\u00f6nnte es zu einer Umkehrung der deutlichen Schw\u00e4che bei der Industrieproduktion kommen, die im April zu beobachten war. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich das ZEWStimmungsbarometer weiter verschlechtern wird. Nachdem die Daten vom letzten Monat zur Entwicklung des britischen Arbeitsmarktes deutlich schlechter ausfielen, werden die in der kommenden Woche anstehenden Zahlen wichtige Hinweise liefern. Angesichts einer Kerninflation von ann\u00e4hernd 7 % im Jahresvergleich wird die Bank of England eine wesentliche Abk\u00fchlung der Konjunktur im Vereinigten K\u00f6nigreich feststellen m\u00fcssen, wenn sie trotz eines erheblich schw\u00e4cheren Trendwachstums eine Anhebung der Zinsen auf das Niveau der USA oder gar h\u00f6her verhindern will. Die Zahlen zur Industrieproduktion d\u00fcrften weiterhin schwach ausfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner d\u00fcrften die Daten zu den Einzelhandelsums\u00e4tzen, den Investitionen und der Industrieproduktion in <strong>China <\/strong>eine Verlangsamung des j\u00e4hrlichen Wachstums aufzeigen. Das Ausma\u00df der langsameren Dynamik wird eine wichtige Rolle spielen, denn die M\u00e4rkte erhoffen sich von der Politik neue Ma\u00dfnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem rechnen wir angesichts nachweislich st\u00e4rkerer Lohnzuw\u00e4chse mit einer Zinserh\u00f6hung von 25 Basispunkten durch die <strong>EZB <\/strong>sowie mit einer Aussetzung der Zinserh\u00f6hungen durch die <strong>Fed <\/strong>in der kommenden Woche. Allerdings erwarten wir, dass beide Notenbanken Signale senden werden, dass weiterer Handlungsbedarf zur Eind\u00e4mmung der Inflation besteht. Eine weitere Straffung der Geldpolitik trotz erster Anzeichen einer Konjunkturabschw\u00e4chung d\u00fcrfte im weiteren Jahresverlauf zu Spannungen an den M\u00e4rkten f\u00fchren. Dennoch bleibt f\u00fcr die f\u00fchrenden Zentralbanken eindeutig mehr zu tun.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : In der kommenden Woche richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Sitzungen der Federal Reserve (Fed) und der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB).<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":15361,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80,189,197],"class_list":["post-15360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi","tag-ezb","tag-fed"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15360"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15362,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15360\/revisions\/15362"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}