{"id":15376,"date":"2022-11-15T11:57:13","date_gmt":"2022-11-15T10:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=15376"},"modified":"2022-11-15T11:57:13","modified_gmt":"2022-11-15T10:57:13","slug":"blackrock-rueckkehr-der-optimisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-rueckkehr-der-optimisten\/","title":{"rendered":"BlackRock: R\u00fcckkehr der Optimisten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock : Es waren zwei Ereignisse in den Vereinigten Staaten, Inflationsdaten und die Kongresswahlen, welche in der vergangenen Woche Risikoanlagen ordentlich Wasser unter den Kiel sp\u00fclten und rings um die Welt die Aktienpreise regelrecht nach oben katapultierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist der im 6,7%-Wochenplus des MSCI World abgebildete Optimismus keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Denn die immer noch laufende Berichtssaison f\u00fcr das dritte Quartal h\u00e4tte bei den Unternehmensergebnissen f\u00fcr ein negatives Vorzeichen gesorgt, w\u00e4ren da nicht die Gewinne der Energieunternehmen, welche von Russlands \u00dcberfall auf die Ukraine und der resultierenden Energiekrise profitiert haben. Dass also die R\u00fcckkehr der Bullen vor allem von der Zinsseite herr\u00fchren muss, wird best\u00e4tigt durch einen ebenfalls im Wochenvergleich bemerkenswerten Kursanstieg globaler Anleihen (1,7%) und einem entsprechenden R\u00fccksetzer bei den Zinsen. Die Rendite der zehnj\u00e4hrigen US-Staatsanleihe gab \u00fcber den Wochenverlauf um enorme 30 Basispunkte nach, ihr deutsches Pendant um immerhin 13 Basispunkte. Was also war genau passiert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der mit Spannung erwartete Index der Verbraucherpreise (CPI) war in den USA im Oktober weniger stark angestiegen als erwartet, n\u00e4mlich \u201enur\u201c um 7,7% und damit einen halben Prozentpunkt schw\u00e4cher als noch im September. Marktbeobachter hatten einen derart markanten R\u00fcckgang nicht zu hoffen gewagt. Noch mehr freuten sie sich aber \u00fcber die nachlassende Dynamik bei der Kerninflation. Statt wie erwartet um 0,5% gegen\u00fcber dem Vormonat zuzulegen (was einer leichten Verlangsamung gegen\u00fcber September, aber immerhin noch einer annualisierten Rate von \u00fcber 6% entsprochen h\u00e4tte), verlangsamte sich der Anstieg auf nur noch 0,3%, umgerechnet auf eine fiktive Jahresrate also unter 4%. Eine zunehmende Zahl von Marktteilnehmern interpretiert derartige Zahlen im Sinne einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr, dass die US-Notenbank schon bald den Fuss von der Bremse nehmen k\u00f6nnte. F\u00fcr den n\u00e4chsten Zinstermin am 14. Dezember ist derzeit eine Zinsanhebung um 50 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80% eingepreist. Das w\u00e4re nach vier Erh\u00f6hungen um jeweils 75 Basispunkte eine Abflachung des Zinspfades und m\u00f6glicherweise eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die Annahme, dass der Gipfel der US-Leitzinsen, die sogenannte Terminal Rate, bereits in Sicht kommt. Zwar beeilten sich Fed-Offizielle, nach der Ver\u00f6ffentlichung der Inflationszahlen vor zu viel Optimismus zu warnen, aber sollte sich die Abk\u00fchlung der Preisdynamik im November und Dezember fortsetzen, k\u00f6nnte durchaus auch die Fed selbst gezwungen sein, eine langsamere Gangart anzudeuten. Dies vor allem, weil sich die Wirtschaftsaktivit\u00e4t \u00fcber den Winter weiter abschw\u00e4chen k\u00f6nnte. Im Oktober fiel der Verbrauchervertrauensindex der Universit\u00e4t Michigan um \u00fcber f\u00fcnf Punkte auf 54,7% und damit gef\u00e4hrlich nahe an sein 70-Jahres-Tief vom Sommer 2022. Wenn sich im privaten Konsum, der \u00fcber zwei Drittel der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in den USA ausmacht, die schlechte Stimmung weiter ausbreitet, d\u00fcrfte die zum Ende der Coronapandemie beobachtete \u00dcbernachfrage an Kraft verlieren, was im Zusammenwirken mit restriktiven Zentralbankzinsen die Inflationsentwicklung weiter bremsen w\u00fcrde. Und wenn im Fr\u00fchjahr wie erwartet starke Basiseffekte dazukommen (die Auswirkungen der gr\u00f6\u00dften Inflationstreiber im Jahr 2022 \u2013 Lieferkettenengp\u00e4sse und Russlands Angriffskrieg \u2013 werden ab Q2 aus den Statistiken herauswachsen), k\u00f6nnte die Inflation schneller sinken als derzeit viele erwarten. Dabei sei der Vollst\u00e4ndigkeit erw\u00e4hnt, dass selbst angesichts eines sich aufhellenden Inflationshorizonts der gegenw\u00e4rtige Optimismus an den Aktienm\u00e4rkten verfr\u00fcht sein k\u00f6nnte. Denn zumindest eine tiefe Rezession, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz ausgeschlossen werden kann, w\u00fcrde bedeuten, dass die Gewinnsch\u00e4tzungen nach wie vor zu hoch sind und damit weitere Preisr\u00fccksetzer drohen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Denkzettel f\u00fcr die Demokraten, aber keine rote Welle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zweite aus Marktsicht positive Ereignis der Vorwoche waren die US-Kongresswahlen. Denn die Demokraten erhielten mit dem wahrscheinlichen Verlust ihrer Mehrheit im Repr\u00e4sentantenhaus einen Denkzettel, was Aktienanleger \u00fcblicherweise positiv bewerten, denn in der Vergangenheit haben sich in den meisten F\u00e4llen die M\u00e4rkte nach einem entsprechenden Machtwechsel bei den Midterms g\u00fcnstig entwickelt. Gleichzeitig blieb die von vielen bef\u00fcrchtete rote Welle, also ein Erdrutschsieg der Republikaner, aus. Im Senat konnten die Demokraten sogar ihre hauchd\u00fcnne Mehrheit verteidigen, m\u00f6glicherweise (abh\u00e4ngig von der Stichwahl in Georgia am 6. Dezember) sogar ausbauen. F\u00fcr die M\u00e4rkte ist ein derart \u00fcberzeugendes Lebenszeichen der amerikanischen Demokratie bei gleichzeitigem Signal an die regierende Partei, nur nicht \u00fcberm\u00fctig zu werden, die beste aller Welten. In der Tagespolitik kann sich Pr\u00e4sident Biden nun den wichtigsten Baustellen zuwenden. In Zeiten multipler globaler Krisen steht dabei der pers\u00f6nliche Austausch mit anderen Staats- und Regierungschefs, allen voran mit solchen aus nicht gerade befreundeten L\u00e4ndern, weit oben auf der Liste. Der f\u00fcr heute und morgen geplante G20-Gipfel in Bali kann demnach gro\u00dfe Bedeutung erlangen und hat das Potenzial, der gegenw\u00e4rtig eher freundlichen Marktstimmung eine weitere Komponente hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Es waren zwei Ereignisse in den Vereinigten Staaten, Inflationsdaten und die Kongresswahlen, welche in der vergangenen Woche Risikoanlagen ordentlich Wasser unter den Kiel sp\u00fclten und rings um die Welt die Aktienpreise regelrecht nach oben katapultierten.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,670,671],"class_list":["post-15376","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-martinlueck","tag-us-kongresswahlen"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15376"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15376\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}