{"id":15645,"date":"2023-07-07T15:00:18","date_gmt":"2023-07-07T13:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=15645"},"modified":"2023-07-07T15:20:56","modified_gmt":"2023-07-07T13:20:56","slug":"allianz-gi-auf-der-suche-nach-dem-kaufkrafterhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-auf-der-suche-nach-dem-kaufkrafterhalt\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Auf der Suche nach dem Kaufkrafterhalt"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Das erste Halbjahr endet mit soliden Anlageergebnissen! Was nun? Positive Ergebnisse sicherstellen, obwohl man nicht voll partizipiert hat?<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von<\/strong>\u00a0<strong>Dr. Hans-J\u00f6rg Naumer Director Global Capital Markets &amp; Thematic Research\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die US-Zentralbank Federal Reserve (<strong>Fed<\/strong>) hat zwar zun\u00e4chst eine Pause bei der Zinserh\u00f6hung eingelegt, aber die Europ\u00e4ische Zentralbank (<strong>EZB<\/strong>) und auch die Bank of England (<strong>BoE<\/strong>) lassen keinen Zweifel: F\u00fcr sie ist das Ende der Fahnenstange im Kampf gegen die Inflation noch nicht erreicht. Selbst die t\u00fcrkische Zentralbank, die bisher einen ganz eigenen Weg zur B\u00e4ndigung der Inflation gegangen war, hat die Zinsen angehoben. Gut so. Die \u201egro\u00dfe Rebalancierung\u201c, der Weg zur\u00fcck zum Gleichgewicht der Weltwirtschaft, findet statt, und die entstandenen Ungleichgewichte entladen sich zuerst in den Preisen. Da ist es umso wichtiger, seitens der W\u00e4hrungsh\u00fcter die Inflationserwartungen mit Wort und Tat zu brechen. Auch die Fed d\u00fcrfte nicht lange unt\u00e4tig bleiben. Sie wollte mit der Pause offensichtlich nur einen ohnehin schon \u2013 von den Problemen\u00a0bei den US-Regionalbanken \u2013 aufgew\u00fchlten Markt nicht noch weiter aufwirbeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Anleger geht derweil der <strong>Kampf gegen den Wertverlust<\/strong> weiter. Zwar wirken die nun wieder positiven Renditen beruhigend, aber Grund zum Ausruhen gibt es keinen. Im Gegenteil. Gemessen an den Realzinsen, also dem, was von den Nominalzinsen nach Abzug der Inflation noch \u00fcbrig bleibt, hat sich die Lage sogar deutlich verschlechtert. Wie langfristig historische Betrachtungen zeigen<sup>1<\/sup> , sind negative Realzinsen selten, aber leider keine Unbekannten. Wir m\u00fcssen jedoch bis in die erste H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zur\u00fcckgehen, um ein \u00e4hnlich tiefes \u2013 negatives \u2013 Niveau zu finden. Anders ausgedr\u00fcckt: Die Renditen sind wieder da, aber die Inflation einberechnet sind sie tiefrot.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich einwenden, dies sei nur eine Momentaufnahme. Die Nominalrenditen sollten langsam zulegen, w\u00e4hrend der Gipfel der Inflation bereits \u00fcberschritten zu sein scheint. Es kommt also auf die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Inflation an. Hier ist aber kaum ein schnelles Zur\u00fcck zu den von der EZB angestrebten 2 % im Durchschnitt der Jahre zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier sind die Lehren aus der Vergangenheit hilfreich. Hohe Inflationsraten brauchten lange, um auf niedrige Niveaus zur\u00fcckzufallen, wie hauseigene Berechnungen ergeben. Daf\u00fcr wurden die seit 1971 zu beobachtenden Inflationsregime\u00a0der G7-Staaten sowie weiterer L\u00e4nder (D\u00e4nemark, Hongkong, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Schweiz, Singapur) betrachtet. Was sich zeigt ist: Rund zwei Jahre nachdem der Gipfel \u00fcberschritten wurde, bewegte sich die Inflation im Durchschnitt noch immer auf der H\u00e4lfte des Gipfelniveaus. Nach f\u00fcnf Jahren war sie auf etwas mehr als ein Drittel zur\u00fcckgegangen. Inflation scheint also nachzuhallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch damit nicht genug. Wichtige Disruptoren d\u00fcrften zumindest zu\u00a0einem uns latent begleitenden Inflationsdruck beitragen: W\u00e4hrend die <strong>Digitalisierung <\/strong>f\u00fcr Effizienzsteigerungen in der Wirtschaft sorgen sollte und die immer knapper werdenden Arbeitspl\u00e4tze, jedenfalls zum Teil, durch Technologie ersetzt werden k\u00f6nnen, f\u00fchren <strong>Demografie<\/strong>, <strong>Dekarbonisierung <\/strong>(also die Transformation der Weltwirtschaft auf Klimaneutralit\u00e4t) und <strong>Deglobalisierung <\/strong>zu eher steigenden Preisen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Das legt folgende taktische Allokation f\u00fcr Aktien und Anleihen nahe:<\/h3>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die Inflation d\u00fcrfte uns noch l\u00e4nger begleiten. Aus Investorensicht wird damit der Kaufkrafterhalt zur untersten Verteidigungslinie bei der Kapitalanlage. Es liegt nahe, Verm\u00f6gensklassen, die bei erh\u00f6hter Inflation eine positive Realrendite erwarten lassen, bei der langfristigen\/strategischen Ausrichtung h\u00f6her zu gewichten.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4testens mit dem Handlungsdruck der Dekarbonisierung ist die Nachhaltigkeit endg\u00fcltig zum Anlagetrend geworden. Die Inklusion von Nachhaltigkeitskriterien muss dabei nicht nachteilig sein, wie eine F\u00fclle akademischer Studien<sup>2<\/sup> zeigt.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Aus kurzfristiger\/taktischer Sicht erscheint mehr Vorsicht angebracht. An den Aktienm\u00e4rkten fehlt es auffallend an Marktbreite. Die Kursavancen der letzten Wochen wurden von vergleichsweise wenigen Titeln getragen. Der Technologiesektor dominierte das Marktgeschehen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Auch scheint sich der Markt selbst nicht zu trauen. Die Anlegerstimmung, gemessen am Sentix, ist unver\u00e4ndert verhalten f\u00fcr Aktien, w\u00e4hrend gleichzeitig die Anleihenm\u00e4rkte die Rezession einpreisen, wie es z. B. die Zinsstrukturkurven f\u00fcr die USA und Deutschland bzw. den Euroraum zeigen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Eine Rezession in den USA zum Jahreswechsel hin ist noch nicht vom Tisch. Sie w\u00e4re f\u00fcr die US-Zentralbank auch ein wichtiges Signal, um die Inflationserwartungen zu brechen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Wachstumsausblick f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte ein Belastungsfaktor bleiben sollte, d\u00fcrften die Staatsanleihem\u00e4rkte davon eher profitieren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die Welt ver\u00e4ndert sich in einer nie gekannten Geschwindigkeit. Technologische, politische und \u00f6konomische Treiber greifen ineinander und schaffen das, was wir unter \u201eDisruption\u201c kennen. Diese Disruption hat gleich mehrere Dimensionen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Demografie<\/strong>: Demografisch w\u00e4chst die Welt zwar weiter, wird dabei aber \u00e4lter, und die Zuwachsraten nehmen ab. Bereits seit 2013 scheiden in den Industriestaaten mehr Menschen aus dem Arbeitsleben aus, als neue hinzutreten. Auch auf der Welt insgesamt nimmt der Anteil der 15- bis 64-J\u00e4hrigen an der Gesamtbev\u00f6lkerung bereits ab. Der Faktor Arbeit wird knapper \u2013 und voraussichtlich teurer.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Da kommt die Digitalisierung gerade rechtzeitig, um zumindest einen Teil der entfallenden Arbeitskr\u00e4fte zu ersetzen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Dazu der Kampf gegen den Klimawandel: Die Weltwirtschaft muss treibhausgasneutral werden. Dekarbonisierung ist das gro\u00dfe Ziel. F\u00fcr die Transformation werden riesige Summen an Investitionen ben\u00f6tigt. Damit Treibhausgase emittiert werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen z. B. in der EU Emissionsrechte vorgewiesen und m\u00f6glicherweise zugekauft werden. Was \u00f6konomisch ein h\u00f6chst effizienter Mechanismus f\u00fcr das Klima ist, hei\u00dft f\u00fcr die Verbraucher: Treibhausgase werden zum Kostenfaktor, w\u00e4hrend sie davor noch umsonst waren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Nicht zu vergessen die Deglobalisierung. Schon aus Risikovorsorge m\u00fcssen Lieferketten durch Liefernetzwerke ersetzt werden. \u00d6konomisch ist klar: Wenn Standortvorteile weniger genutzt werden k\u00f6nnen, wirkt sich das auf die Preise aus. Nicht zum Besseren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Aus Investorensicht hei\u00dft das: Mit Ausnahme der Digitalisierung sollten diese disruptiven Faktoren f\u00fcr l\u00e4nger anhaltend hohe Inflationsraten sorgen. Die Verteidigung des Kaufkrafterhalts ist damit die dr\u00e4ngendste Aufgabe der Kapitalanlage. Warum also nicht in jene Marktsegmente investieren, die von der Disruption selbst profitieren bzw. diese vorantreiben?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kaufkrafterhalt in Zeiten erh\u00f6hter Inflation, w\u00fcnscht Ihnen<\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\"><sup>1<\/sup> Quelle: Paul Schmelzing; \u201eEight centuries of global real interest rates, R-G, and the \u2018suprasecular\u2019 decline\u201d; 1311\u20132018; Refinitiv.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 8pt;\"><sup>2<\/sup> Vgl. dazu z. B. die Meta-Analyse \u201eESG and Financial Performance: Uncovering the Relationship by Aggregating Evidence from 1,000 Plus Studies Published between 2015 \u2013 2020\u201d von Tensie Whelan, Ulrich Atz und Casey Clark.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Das erste Halbjahr endet mit soliden Anlageergebnissen! Was nun? 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