{"id":1569,"date":"2015-03-20T06:00:00","date_gmt":"2015-03-20T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/03\/20\/m-g-der-nahe-osten-ein-teurer-sicherer-hafen-fuer-anleiheninvestoren\/"},"modified":"2015-03-20T06:00:00","modified_gmt":"2015-03-20T06:00:00","slug":"m-g-der-nahe-osten-ein-teurer-sicherer-hafen-fuer-anleiheninvestoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-der-nahe-osten-ein-teurer-sicherer-hafen-fuer-anleiheninvestoren\/","title":{"rendered":"M&#038;G: Der Nahe Osten: ein teurer \u201esicherer Hafen\u201c f\u00fcr Anleiheninvestoren"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Ich bin gerade erst von einer faszinierenden Investoren-Reise in den Nahen Osten zur&uuml;ckgekehrt, wo ich in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an einem 1-w&ouml;chigen Meeting mit Emittenten von Unternehmens- und Staatsanleihen sowie anderen Marktteilnehmern teilgenommen habe. Dort haben wir uns eingehend &uuml;ber islamkonforme Finanzinstrumente, die Auswirkungen der &Ouml;lpreisentwicklung sowie das geopolitische Risiko ausgetauscht&#8230;..<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><span class=\"url fn n\">von Charles de Quinsonas<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich Emittenten von Unternehmensanleihen und Regierungsvertreter nach den Folgen der &Ouml;lpreisentwicklung f&uuml;r die Region gefragt habe, lautet die Antwort stets: &bdquo;Es gibt keine Auswirkungen.&ldquo; Im Gegensatz dazu ist den meisten unvoreingenommenen Anlegern und Bankern, die in den VAE leben, aber durchaus bewusst, dass das neue &Ouml;lpreis-Szenario (in den letzten sechs Monaten sind die &Ouml;lpreise um 60 Prozent gesunken) dazu f&uuml;hren wird, dass die Wachstumsraten in den Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates (GCC) nach einem sehr guten Jahr 2014 in 2015 und 2016 nachlassen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei werden sich die gesunkenen &Ouml;lpreise jedoch nicht in gleichem Ma&szlig;e auf die einzelnen GCC-L&auml;nder auswirken. Saudi-Arabien wird wohl am deutlichsten unter Druck geraten, weil diese Volkswirtschaft aufgrund erforderlicher Sozialausgaben (bis 2025 muss die Regierung f&uuml;r saudi-arabische Staatsb&uuml;rger 2 Millionen Arbeitspl&auml;tze schaffen) kaum &uuml;ber einen finanziellen Puffer verf&uuml;gt. Meiner Meinung nach k&ouml;nnte dieser Aspekt dazu beitragen, dass Saudi-Arabien seine &Ouml;lf&ouml;rderung bis zum Jahresende drosselt. Beliebte Touristenziele wie Dubai und (in geringerem Ma&szlig;e) auch Abu Dhabi d&uuml;rften hingegen nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, falls die &Ouml;lpreise auf ihrem aktuellen Niveau verharren sollten. Nichtsdestotrotz werden die mittelbaren negativen Folgen auch f&uuml;r diese Staaten sp&uuml;rbar sein. Diese Einsch&auml;tzung basiert auf einer Vielzahl von Gr&uuml;nden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wohnimmobiliensektor in Dubai hat sich bereits abzuschw&auml;chen begonnen. So sind die Preise f&uuml;r eine Reihe von Objekten zuletzt um 15 bis 20 Prozent gesunken. Angesichts der seit Jahresbeginn r&uuml;ckl&auml;ufigen Zahl von Transaktionen l&auml;sst sich dies allerdings nur schwer genau beziffern. Andererseits hat sich das Segment Gewerbeimmobilien zuletzt robust gezeigt und wird wohl auch zuk&uuml;nftig fest tendieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Handelssektor in den VAE &ndash; eine wichtige Triebfeder f&uuml;r das BIP der Emirate &ndash; hat in den ersten beiden Monaten dieses Jahres nachgegeben und wird einer gro&szlig;en Schwellenl&auml;nderbank zufolge, die in dieser Region sehr pr&auml;sent ist, f&uuml;r 2015 wohl lediglich ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich vorlegen (2014: +9 Prozent).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Zahl russischer Touristen (wegen des j&uuml;ngsten Abw&auml;rtstrends des Rubel) zuletzt gesunken ist, sollte der Tourismus kurzfristig deutlich nachlassen, zumal auch die Zahl der Besucher aus anderen GCC-Staaten (die durch die niedrigeren &Ouml;lpreise unmittelbar beeintr&auml;chtigt werden) in diesem Jahr zur&uuml;ckgehen d&uuml;rfte. Ich gehe jedoch davon aus, dass dieser Effekt auf mittlere Sicht durch die steigende Zahl von Touristen aus Asien (insbesondere aus Indien und China), die von den gesunkenen &Ouml;lpreisen profitieren, wieder ausgeglichen werden wird. Gleichzeitig weist die Tourismusbranche in den VAE nach wie vor sehr gute Fundamentaldaten auf und wird meiner Auffassung nach zu der robusten Tendenz dieser Region in diesem Jahr und dar&uuml;ber hinaus ma&szlig;geblich beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sich eintr&uuml;bende volkswirtschaftliche Umfeld wird vermutlich auch den Bankensektor in den VAE belasten. So geht man davon aus, dass das Kredit- sowie das Einlagenwachstum auf ein Niveau im mittleren einstelligen Bereich schrumpfen werden. Obwohl die Banken derzeit in einem wesentlich besseren Zustand sind als noch 2009 und in den n&auml;chsten 12 Monaten keine ernsthaften Liquidit&auml;tsprobleme bekommen sollten, h&auml;ngen sie in sehr hohem Ma&szlig;e von den staatlichen Einlagen ab. Deshalb d&uuml;rfte es zu einer steigenden Zahl Not leidender Kredite sowie zu einer Verschlechterung der Asset-Qualit&auml;t kommen (zumal Immobilien einen Gro&szlig;teil der Kreditportfolios repr&auml;sentieren).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der globalen Finanzkrise des Jahres 2008 hat das Segment islamkonforme Finanzinstrumente ein rasantes Wachstum (von durchschnittlich 20 Prozent) vorgelegt und umfasste Sch&auml;tzungen des Centre of Islamic Banking and Economics (CIBE) aus dem Jahr 2014 zufolge ein verwaltetes Verm&ouml;gen von 2,1 Bio. US-Dollar. F&uuml;r das Jahr 2015 geht das in Dubai ans&auml;ssige CIBE davon aus, dass das Volumen islamkonformer Anlagen weltweit auf 2,5 Bio. US-Dollar ansteigen wird. Davon werden sch&auml;tzungsweise 150 Mrd. US-Dollar auf Sukuk-Papiere (islamkonforme Anleihen) entfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dominiert wird der Sukuk-Markt nat&uuml;rlich von muslimischen Staaten &ndash; was auch aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht &ndash; und islamkonforme Finanzinstrumente werden die globalen Finanzm&auml;rkte in naher Zukunft wohl nicht grundlegend ver&auml;ndern. Allerdings ist zuletzt auch das Angebot an Sukuk-Anleihen aus westlichen (also nicht-muslimischen) Staaten angestiegen. So emittierte Gro&szlig;britannien im vergangenen Jahr seine erste Sukuk-Anleihe &uuml;berhaupt (im Wert von 200 Mio. Pfund), die sich am Sekund&auml;rmarkt erfreulich entwickelt hat. Dar&uuml;ber hinaus haben im Jahr 2014 drei Banken (Societe Generale, Bank of Tokyo-Mitsubishi und Goldman Sachs) Sukuk-Programme initiiert, die &ndash; sofern sie erfolgreich sind &ndash; die Liquidit&auml;t am globalen Sukuk-Markt verbessern werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2549\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2015\/03\/DE1.png\" alt=\"Islamkonforme Finanzinstrumente\" width=\"450\" height=\"338\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachtet man das Bewertungsniveau aus der Perspektive eines Schwellenl&auml;nderinvestors, so sind die Zinsdifferenzen im Nahen Osten bereits seit langem recht eng. Dies ist im Wesentlichen auf zwei Ursachen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren: (i) die historisch bedingte &Uuml;berschussliquidit&auml;t aus dem &Ouml;lgesch&auml;ft, durch welche die Volkswirtschaften der GCC-Staaten angetrieben wurden und die letztlich auch den Markt f&uuml;r Unternehmensanleihen gest&uuml;tzt hat, sowie (ii) die politische Stabilit&auml;t in den VAE, die den Gro&szlig;teil des Anleihenmarktes im Nahen Osten repr&auml;sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun&auml;chst einmal bin ich der Meinung, dass die aktuellen Zinsdifferenzen das neue &Ouml;lpreis-Szenario sowie dessen oben erl&auml;uterte, negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft in den GCC-L&auml;ndern noch gar nicht ber&uuml;cksichtigen. Deshalb macht das relative Bewertungsniveau momentan einen teuren Eindruck, und die Spreads einiger der anf&auml;lligsten Anleihen k&ouml;nnten sich bis Ende 2015 deutlich ausweiten. Dar&uuml;ber hinaus haben Anleiheninvestoren das zunehmende geopolitische Risiko innerhalb der Region meiner Auffassung nach zuletzt untersch&auml;tzt. Dazu z&auml;hlt beispielsweise das direkte milit&auml;rische Eingreifen der VAE im Rahmen der arabischen Koalition gegen Stellungen des sogenannten Islamischen Staates (IS) in Syrien. Obwohl der IS f&uuml;r Syrien, den Irak, Libyen, &Auml;gypten und sogar f&uuml;r Jordanien zweifellos eine gr&ouml;&szlig;ere unmittelbare Bedrohung darstellt als f&uuml;r die VAE, k&ouml;nnte das Engagement der arabischen Verb&uuml;ndeten in diesem Konflikt meiner Einsch&auml;tzung nach dazu f&uuml;hren, dass dieser Konflikt letztlich auch auf diese Staaten &uuml;bergreift.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2550\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2015\/03\/DE2.png\" alt=\"Im Nahen Osten sind Zinsdifferenzen eng\" width=\"450\" height=\"338\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen davon erscheint eine umfassende Korrektur aber unwahrscheinlich, weil die Region im Vergleich zu anderen Schwellenl&auml;nderm&auml;rkten, die zurzeit mit ihren eigenen Problemen zu k&auml;mpfen haben (die europ&auml;ischen Schwellenl&auml;nder mit dem geopolitischen Risiko in Russland, Lateinamerika mit der Schw&auml;che Brasiliens und Asien mit dem Konjunkturabschwung in China) ein relativ &bdquo;sicherer Hafen&ldquo; ist. Auf Branchenebene k&ouml;nnten Bankenanleihen wegen der lediglich m&auml;&szlig;igen Wirtschaftsaussichten nachgeben, w&auml;hrend auch der Wohnimmobiliensektor (insbesondere Papiere privater Emittenten) unter einen gewissen Verkaufsdruck geraten k&ouml;nnte. Das Segment Gewerbeimmobilien k&ouml;nnte sich f&uuml;r Anleger hingegen als robust erweisen. Gleiches gilt f&uuml;r Anleihen von Unternehmen, die in hohem Ma&szlig;e staatlich gef&ouml;rdert werden. Dar&uuml;ber hinaus wird f&uuml;r Anleihen innerhalb der Region auch das technische Umfeld von entscheidender Bedeutung bleiben, w&auml;hrend eine sehr gute und stabile lokale Investorenbasis den Markt vor anstehenden schwankungsintensiveren Zeiten sch&uuml;tzen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><\/span>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin gerade erst von einer faszinierenden Investoren-Reise in den Nahen Osten zur&uuml;ckgekehrt, wo ich in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an einem 1-w&ouml;chigen Meeting mit Emittenten von Unternehmens- und Staatsanleihen sowie anderen Marktteilnehmern teilgenommen habe. 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