{"id":15721,"date":"2023-07-13T08:41:31","date_gmt":"2023-07-13T06:41:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=15721"},"modified":"2023-07-13T15:27:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:23","slug":"union-investment-hoehepunkt-der-inflation-ist-ueberstanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-hoehepunkt-der-inflation-ist-ueberstanden\/","title":{"rendered":"Union Investment: H\u00f6hepunkt der Inflation ist \u00fcberstanden"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><strong>Union Investment<\/strong> : Wegen der stark gestiegenen Inflation haben die Zentralbanken mit kr\u00e4ftigen Leitzinserh\u00f6hungen reagiert.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Stefan Kipar, Gruppenleiter Macro &amp; Economics bei Union Investment<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen ist die Inflation sp\u00fcrbar gesunken, doch der Weg zu den Vor-Corona-Niveaus ist noch weit. Auf diesem Weg er\u00f6ffnen sich jedoch interessante Anlagechancen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist davon auszugehen, dass sich der R\u00fcckgang der Inflationsraten in den kommenden Monaten fortsetzen wird &#8211; aber in gem\u00e4ssigtem Tempo. Die unterliegende Inflation h\u00e4lt sich recht hartn\u00e4ckig. Bis Ende 2023 d\u00fcrfte die Teuerung in den USA und im Euroraum zwischen 3,5 und 4 Prozent liegen. Beim Blick auf die Entwicklung in den Industriel\u00e4ndern zeigt sich wie so h\u00e4ufig, dass die USA die Richtung vorgeben. Dort liegt der Inflationsgipfel am weitesten zur\u00fcck, wo die h\u00f6chste Inflation bereits Mitte 2022 gemessen wurde. Es folgen der Euroraum und Grossbritannien, mit dem H\u00f6hepunkt der Inflation im vierten Quartal 2022. Japan hingegen steht aktuell erst am beziehungsweise sogar noch vor dem Gipfel, wobei die Teuerung dort aus strukturellen Gr\u00fcnden stets niedriger als in den westlichen L\u00e4ndern ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Faktoren sorgen zurzeit f\u00fcr einen anhaltend r\u00fcckl\u00e4ufigen Preisdruck: Erstens normalisiert sich das gesamtwirtschaftliche Angebot, da sich Engp\u00e4sse bei Vorleistungen, Logistik und Produktion schrittweise l\u00f6sen. Zweitens neigt sich der Nachfrageschub nach G\u00fctern und Dienstleistungen seit dem Auslaufen der Corona-Pandemie seinem Ende zu. Und drittens l\u00e4sst auch der Druck in der Pipeline nach, da die Preissteigerungen f\u00fcr Vorleistungsg\u00fcter bereits zu einem grossen Teil zu den Konsumg\u00fctern und damit zu den Konsumenten durchgereicht wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Preissetzungsmacht nimmt ab<\/strong><br \/>\nDabei sind die verschiedenen G\u00fcter- und Dienstleistungsgruppen in unterschiedlichem Masse von den oben genannten Treibern betroffen. Die Energiepreise waren zun\u00e4chst am schnellsten in die H\u00f6he geschossen und dann wieder gefallen. Zurzeit machen sie nur noch einen kleinen Teil der Konsuminflation aus, teilweise wirken sie sogar disinflation\u00e4r. Es folgen die Preise f\u00fcr Lebensmittel, Kerng\u00fcter und Mieten, die den Gipfel bereits hinter sich gelassen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Inflation bei den Dienstleistungen (ex Mieten) zeigt bislang noch die geringste Entspannung. Dies ist wenig \u00fcberraschend: Deren Entwicklung steht und f\u00e4llt mit dem Arbeitsmarkt, da L\u00f6hne hier den gr\u00f6ssten Kostenblock darstellen. Weil die Bedingungen am Arbeitsmarkt denen in der Gesamtwirtschaft mit Verz\u00f6gerung folgen, folgt die Dienstleistungsinflation (ex Mieten) mit zeitlicher Verz\u00f6gerung den anderen Inflationskomponenten. Daher ben\u00f6tigt es noch etwas Zeit, bis die Lohnsteigerungen mehr in Einklang mit einer Inflation von etwa zwei Prozent kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Inflationsprognose spielt auf der Kostenseite die Preissetzungsmacht der Unternehmen die wichtigste Rolle. 2021 bis 2022 hat ein ausserordentlich starker Gewinnmargenanstieg die Inflation getrieben. Dabei sind im historischen Vergleich die Margen noch st\u00e4rker gestiegen als die Lohnkosten. Angebotsengp\u00e4sse in Kombination mit einer starken Nachfrage kamen den Unternehmen zugute. Mit der aktuell nachlassenden Nachfragedynamik und geringeren Angebotsengp\u00e4ssen d\u00fcrfte die Preissetzungsmacht der Unternehmen jedoch st\u00e4rker schwinden als die M\u00f6glichkeit von Arbeitnehmern, ihre Lohnforderungen durchzusetzen. In den meisten L\u00e4ndern ist dies in Ans\u00e4tzen bereits der Fall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geldpolitik: Der Zinsgipfel ist nahe<\/strong><br \/>\nDie US-Notenbank Fed und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) stehen kurz vor dem Ende ihres Straffungszyklus, der mit Abstand der aggressivste seit mehreren Jahrzehnten gewesen ist. Die letzten Schritte zum Gipfel sind m\u00fchsam und offenbaren das Risiko, das mit einer geldpolitischen Straffung in diesem Ausmass verbunden ist. Die Geldpolitik wirkt mit erheblicher Zeitverz\u00f6gerung auf die Realwirtschaft, ein Grossteil der Straffung ist noch gar nicht in der Realwirtschaft angekommen. Zum anderen ist auch das Bankensystem betroffen, wie die Turbulenzen rund um einige US-Regionalbanken zuletzt gezeigt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern haben Fed und EZB in den zur\u00fcckliegenden Quartalen rasch und kr\u00e4ftig ihre Leitzinsen erh\u00f6ht. Bei der Fed bel\u00e4uft sich die kumulierte Zinsanhebung seit Beginn des Zinszyklus im M\u00e4rz 2022 inzwischen auf 500 Basispunkte, bei der EZB sind es seit Juli 2022 insgesamt 400 Basispunkte. Hinzu kommen Massnahmen zum Bilanzabbau. Angesichts von Inflationsraten von zwischenzeitlich ann\u00e4hernd zehn Prozent und der Gefahr, dass sich die Inflationserwartungen verstetigen, war ein derart entschiedenes Vorgehen nicht nur angemessen, sondern auch absolut geboten. Inzwischen haben Fed und EZB die H\u00f6he ihrer Zinsschritte auf das vor 2022 \u00fcbliche Mass von 25 Basispunkten reduziert und n\u00e4hern sich dem Zinsgipfel. Die Zinspause der Fed im Juni interpretieren wir als Versuch, das Anhebungstempo kurz vor dem Zinsgipfel noch einmal zu verringern, um mehr Zeit f\u00fcr die Bewertung der zeitlich verz\u00f6gerten Auswirkungen der Geldpolitik zu gewinnen. Auch wenn sich die Inflation seit Monaten in die richtige Richtung bewegt, ist sie doch noch ein gutes St\u00fcck vom Ziel der Preisstabilit\u00e4t entfernt.<br \/>\nDie Fed d\u00fcrfte im Juli noch ein letztes Mal an der Zinsschraube drehen und den Leitzins um 25 Basispunkte auf ein Zielband f\u00fcr die Fed Funds Rate von 5,25 Prozent bis 5,5 Prozent anheben. Bei der EZB ist noch mit zwei weiteren Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte im Juli und September sowie mit einem Zinsgipfel beim Einlagesatz von 4,0 Prozent zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Baldige Zinssenkungen nahezu ausgeschlossen<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte entscheidend wird sein, wie lange die Zinsen auf diesem Niveau bleiben. Es ist zu erwarten, dass sowohl die Fed als auch die EZB erst dann die Zinsen senken, wenn sich die Inflation nicht nur nachhaltig entspannt, sondern auch der Abstand zum Ziel der Preisstabilit\u00e4t deutlich gesunken ist \u2013 oder wenn sich das fundamentale Umfeld derart massiv verschlechtern w\u00fcrde, dass ein st\u00fctzendes Eingreifen der Notenbanken erforderlich w\u00e4re. In diesem Szenario w\u00fcrde der Inflationsdruck sowieso signifikant nachlassen.<br \/>\nVor diesem Hintergrund sind baldige Zinssenkungen bei beiden Notenbanken nahezu ausgeschlossen. Mit einer ersten Zinssenkung der Fed ist fr\u00fchestens Ende 2023 zu rechnen. Bei der EZB d\u00fcrften erste Zinssenkungen erst im sp\u00e4teren Verlauf des Jahres 2024 erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Assetklassen profitieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2022 war gekennzeichnet von einer Kombination aus steigender Inflation und sinkenden Wachstumsraten. Diese Phase erwies sich als belastend sowohl f\u00fcr die Aktien- als auch f\u00fcr die Anleihenm\u00e4rkte. Dadurch bestand die klassische negative Korrelation zwischen diesen beiden Marktsegmenten nicht mehr. Der Diversifikationseffekt, der normalerweise bei \u00fcber mehrere Assetklassen gestreuten Mischfonds wirkt, war zeitweise ausgehebelt. Mittlerweile befinden wir uns in einer Phase mit weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufigem Wachstum, aber zumindest nachlassender Teuerung. F\u00fcr das zweite Halbjahr 2023 und insbesondere f\u00fcr 2024 ist von schrittweise sinkenden Inflationsraten auszugehen. Auf Wachstumsseite steht f\u00fcr dieses Jahr eine weitgehende Stagnation zu erwarten, allerdings mit dem Ausblick, dass das Wachstum in Richtung 2024 wieder schrittweise auf normale Raten ansteigt. Ein deutlicher Wachstumseinbruch bzw. eine sp\u00fcrbare Rezession erscheinen vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage unwahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In einem Umfeld nachlassender Teuerung in Kombination mit schwachem Wachstum bieten sich insbesondere Anlagen in Staatsanleihen an. Unternehmensanleihen k\u00f6nnen ebenfalls profitieren, w\u00e4hrend wir von Rohstoffanlagen kurzfristig eher abraten. Sinkende Inflationsraten f\u00fchren perspektivisch zu einem r\u00fcckl\u00e4ufigen Zinsniveau und niedrigeren Anleiherenditen. Fallende Renditen sorgen f\u00fcr Kursgewinne an den Anleihenm\u00e4rkten. Unternehmensanleihen profitieren in Phasen leichten Wachstums zus\u00e4tzlich von m\u00f6glichen Spreadeinengungen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anleiherenditen haben nach den zahlreichen Zinsschritten der Notenbanken wieder ein attraktives Niveau erreicht, der Zins ist zur\u00fcck. Entsprechend k\u00f6nnen Anleger, die Anleihen auf den aktuellen Renditeniveaus erwerben, im Falle wieder sinkender Zinsen neben dem ausk\u00f6mmlichen Kupon mittelfristig zus\u00e4tzlich Kursgewinne erzielen. Sollte sich das Zinsniveau hingegen auf dem jetzigen Niveau stabilisieren, verdienen die Anleihen auf jeden Fall die Rendite, die zum Kaufzeitpunkt geboten wurde. Einen nennenswerten Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus \u00fcber das derzeit an den Kapitalm\u00e4rkten eingepreiste Niveau hinaus, ist indes nicht zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Wegen der stark gestiegenen Inflation haben die Zentralbanken mit kr\u00e4ftigen Leitzinserh\u00f6hungen reagiert.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":15722,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[186,127],"class_list":["post-15721","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-inflation","tag-union-investment"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15721"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15721\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15723,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15721\/revisions\/15723"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}