{"id":1592,"date":"2015-04-14T05:00:00","date_gmt":"2015-04-14T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/04\/14\/irren-ist-menschlich-verdraengen-auch\/"},"modified":"2015-04-14T05:00:00","modified_gmt":"2015-04-14T05:00:00","slug":"irren-ist-menschlich-verdraengen-auch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/irren-ist-menschlich-verdraengen-auch\/","title":{"rendered":"Irren ist menschlich, verdr\u00e4ngen auch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Knapp drei Wochen nach dem Flugzeugabsturz einer Maschine der deutschen Fluggesellschaft Germanwings haben sich die Schlagzeilen um diesen tragi-schen Unfall langsam totgelau-fen&#8230;&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kehrt wieder Normalit&auml;t ein, so auch im Joseph-K&ouml;nig- Gymnasium in Haltern, das 18 Schulangeh&ouml;rige beim Ungl&uuml;ck verlor und eben wieder den Schulbetrieb aufgenommen hat. Ausser den Direktbe-troffenen, die Angeh&ouml;rige, Freunde oder Bekannte verlo-ren haben, besch&auml;ftigt sich das Gros der Menschen be-reits wieder mit den neueren Schlagzeilen. Der Alltag hat uns wieder. Der schwarze Schwan ger&auml;t wieder in Ver-gessenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist dennoch interessant, noch einmal zur&uuml;ck zu f&uuml;hlen. Allein die Vorstellung, dass ein verzweifelter Mann kei-nen Ausweg mehr aus seiner Misere sieht und in Kauf nimmt oder zumindest ausblendet, dass er bei seinem Suizid 149 weitere Menschen in den Tod reissen wird, macht einen baff. Mit sowas rechnet man schlichtweg nicht, das geh&ouml;rt ins Reich des Unm&ouml;glichen, wo wir Menschen gern alles hineindr&auml;ngen, was uns Angst macht oder unfassbar ist f&uuml;r uns. Unfassbar wie der schwarze Schwan f&uuml;r uns Europ&auml;er, bevor Australien entdeckt wurde. Und deshalb reagieren wir auch immer gleich. Wir relativieren und gehen sofort auf die Symp-tome los. Fliegen sei nach wie vor die statistisch sicherste Methode der Fortbewegung. Im Strassenverkehr verun-gl&uuml;ckten deutlich mehr Personen als auf Flugreisen, wur-de rasch wieder einmal in Erinnerung gerufen. Die &bdquo;Zweipersonenregel&ldquo; war die naheliegende Reaktion der Fluggesellschaften um das offensichtlichste Symptom zu bek&auml;mpfen. Ab sofort m&uuml;ssen stets zwei Personen im Cockpit anwesend sein. Denn eigentlich war der Kamika-zeflug des depressiven Germanwings-Co-Piloten nur m&ouml;glich geworden, weil eine nach den Attentaten des 11.9.2001 neuerlassene Sicherheitsbestimmung die Ver-riegelung des Cockpits von innen zum Standard erkl&auml;rt hatte. Und so konnte der lebensm&uuml;de Co-Pilot sein ver-r&uuml;cktes Vorhaben eiskalt durchziehen. Nichts gegen die Zweipersonenregel, aber was wir uns eigentlich ange-sichts des tragischen Ungl&uuml;cks vor Augen f&uuml;hren sollten, ist die Tatsache, dass es die 100%ige Sicherheit nir-gendwo gibt. Der Mensch ist nun mal nicht unfehlbar bzw. Irren ist menschlich, aber auch das Verdr&auml;ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie an der B&ouml;rse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So sicher das Flugzeug als Verkehrsmittel auch sein mag, Unf&auml;lle k&ouml;nnen nie ganz ausgeschlossen werden. Ein Passagier, der ein Flugzeug besteigt, weiss, dass deutlich &uuml;ber die H&auml;lfte aller Flugunf&auml;lle auf Pilotenfehler oder sonstige menschliche Fehler zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind und nur<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">knapp ein F&uuml;nftel auf technisches Versagen. Etwas mehr als zehn Prozent der Abst&uuml;rze sind wetterbedingt und weitere zehn Prozent beruhen auf Sabotage (inklusive Entf&uuml;hrungen und Bombenanschl&auml;ge). Damit geht jeder Passagier gleich ein paar Wetten ein, wenn er fliegt. Dass das Wetter keine Kapriolen schl&auml;gt zum Beispiel oder die Maschine technisch einwandfrei funktioniert und gut gewartet ist, oder dass keine Terroristen oder Sprengs&auml;t-ze an Bord sind, vor allem aber, dass das Flugpersonal &bdquo;gesund und munter&ldquo; ist. Nur ist sich dessen wohl kaum jemand bewusst, wenn er sich an Bord eines Flugzeuges begibt und von den wenigen, die daran denken, wird es verdr&auml;ngt. Nur manchmal &ndash; wie im Fall des Selbstmord-fluges &ndash; f&auml;llt die Verdr&auml;ngung eben schwer. Pl&ouml;tzlich wird man sich des Risikos wieder bewusst. Nicht dass Flug-passagiere Spekulanten w&auml;ren, aber es setzt eigentlich jeder darauf, dass er heil ans Ziel ankommt, trotz allen Wissens um Wahrscheinlichkeiten und Widerspenstigkei-ten &ndash; genauso wie die Akteure an den Finanzm&auml;rkten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Restrisiko<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort hat sich nun auch schon l&auml;nger kein Absturz mehr ereignet und das ist erfreulich aber gef&auml;hrlich zugleich. Die meisten europ&auml;ischen B&ouml;rsen liegen im laufenden Jahr bereits um &uuml;ber 20% (!) im Plus. In Asien war der Jahresauftakt stark und selbst in der wechselkursge-schockten Schweiz liegt der Marktindex knapp 5% (in CHF) &uuml;ber dem Jahresanfangswert. In Euro gerechnet liegt die Performance der Schweizer B&ouml;rse bei &uuml;ber 20%. Seit dem Fr&uuml;hjahr 2009 war an den meisten B&ouml;rsen kein gr&ouml;sserer Unfall mehr zu verzeichnen. Turbulenzen gab es zwar zuhauf, aber keinen Absturz, wenn man einmal vom Luftloch der Euroschuldenkrise im Sommer 2011 absieht. Und das ist auch schon wieder ein Weilchen her. Die B&ouml;rsen&uuml;berflieger befinden sich auf einem scheinbar endlosen Flug und je l&auml;nger dieser dauert, desto weniger rechnen die Teilnehmer an der B&ouml;rsenparty auch mit einem Absturz. So alternativlos Aktien auch immer sein m&ouml;gen, gerade in Zeiten magerer oder sogar negativer Renditen, so risikobehaftet sind sie. Jeder der heute im Markt engagiert ist, muss wissen, dass er eine Wette eingeht, die ein geh&ouml;riges Risiko birgt. Und dass dieses Risiko eher zunimmt als ab. Denn dass l&auml;nger schon kein schwarzer Schwan mehr gesichtet wurde, muss nicht heissen, dass der ausgestorben ist. Es kann auch sein, dass seine R&uuml;ckkehr unmittelbar bevorsteht. In der H&ouml;he lauert das Risiko. Das muss heute jeder wissen, der an der B&ouml;rse wettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Source: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knapp drei Wochen nach dem Flugzeugabsturz einer Maschine der deutschen Fluggesellschaft Germanwings haben sich die Schlagzeilen um diesen tragi-schen Unfall langsam totgelau-fen&#8230;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-1592","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-sicht-des-raiffeisen-chefoekonomen"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1592","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1592"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1592\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}