{"id":16175,"date":"2023-09-08T16:15:59","date_gmt":"2023-09-08T14:15:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16175"},"modified":"2023-09-08T17:20:04","modified_gmt":"2023-09-08T15:20:04","slug":"allianz-gi-warten-auf-die-rezession","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-warten-auf-die-rezession\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Warten auf die Rezession"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Die aktuelle Lage an den Kapitalm\u00e4rkten hat so etwas von Samuel Becketts \u201eWarten auf die Godot\u201c: Es wird viel gesprochen \u00fcber die Rezession, aber ob sie am Ende kommt, ist unklar, zumindest was die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt, die USA betrifft.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Hans-J\u00f6rg Naumer Director Global Capital Markets &amp; Thematic Research<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutschlands Wachstumsraten bewegen sich bereits im leicht negativen Terrain. Dem wird sich auch die Eurozone nicht entziehen k\u00f6nnen. Dazu kommt eine merkliche Abschw\u00e4chung in China, die am Rest der Welt nicht vorbeigehen wird. Die US-Volkswirtschaft zeigt sich noch sehr robust und die Rezessionsprognosen schieben sich immer etwas weiter nach hinten. Der ungew\u00f6hnlich starke Arbeitsmarkt macht es nicht gerade leichter eine genauere Sch\u00e4tzung f\u00fcr eine Phase negativen Wachstums anzugeben. Die demographische Entwicklung und vor allem ein Nachhalleffet der Covid-Pandemie, die dazu f\u00fchrte, dass ein Teil der Besch\u00e4ftigten einfach nicht mehr in den Arbeitsmarkt zur\u00fcckkehrte, sorgen unver\u00e4ndert f\u00fcr eine hohe Auslastung. Wer will da schon bei sehr niedrigen Arbeitslosenzahlen von Rezession sprechen? Da gilt man fast als Spielverderber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich muss man ins Kleinklein des Datenreigens schauen, um Verspannungen am US-Arbeitsmarkt zu erkennen. So zeigt der j\u00fcngste Bericht einen leichten Anstieg der Arbeitslosenrate an, der von einer wieder steigenden Partizipationsrate getrieben sein d\u00fcrfte. Es kehren wieder mehr Menschen grunds\u00e4tzlich in den Arbeitsmarkt zur\u00fcck. Die Logik dahinter: Die aus der Pandemie-Zeit stammenden \u00dcberschussersparnisse werden langsam aufgebraucht. Die hohe Zahl der offenen Stellen l\u00e4dt zu Bewerbungen ein. Durch die noch immer hohe Inflation bei gleichzeitig steigenden L\u00f6hnen werden die Opportunit\u00e4tskosten des Zu-HauseBleibens h\u00f6her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verst\u00e4ndlich, wenn die <strong>US-Zentralbank Fed<\/strong> weiter sehr wachsam und immer bereit zum n\u00e4chsten Zinsschritt bleibt. Verst\u00e4ndlich auch, wenn es bei den verbleibenden Unsicherheiten zu einer <strong>Abkoppelung von Aktien- und Anleihem\u00e4rkten<\/strong> kommt: Setzen die Aktienm\u00e4rkte noch auf ein Softlanding-Szenario, preisen die Anleihem\u00e4rkte mit zunehmender Hartn\u00e4ckigkeit die Rezession ein, wie es sich aus den inversen Zinsstrukturkurven ablesen l\u00e4sst (vgl. Grafik der Woche).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem Datenreigen der kommenden Woche stechen der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen am Dienstag f\u00fcr die Eurozone und die Verbraucherpreise f\u00fcr die USA am Mittwoch hervor. Der \u00d6lpreisanstieg der letzten Wochen d\u00fcrfte f\u00fcr einen Anstieg auch der Vorjahres-Ver\u00e4nderungsrate der Verbraucherpreise gesorgt haben, wohingegen es bei der Kernrate auf Vorjahresbasis zu einer leichten Verbesserung gekommen sein d\u00fcrfte. Die f\u00fcr Datenpunkte am Freitag ergeben ein leicht gemischtes Bild f\u00fcr die USA: Der Empire State Index sollte weniger negativ ausfallen, w\u00e4hrend es nur zu einem schwachen Anstieg der Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat kommt und das Verbrauchervertrauen der Universit\u00e4t von Michigan einen leichten Zugewinn ausweisen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtigstes Ereignis der neuen Woche sollte die Entscheidung der <strong>Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB)<\/strong> am Donnerstag sein. Diese hat von ihrer \u201eForward Guidance\u201c auf Datenabh\u00e4ngigkeit umgestellt, d.h. sie tastet sich bzgl. des weiteren Zinspfades an der Entwicklung von Preisen und Konjunktur entlang, um dann zu entscheiden, was zu tun ist. Einfach hat sie es dabei nicht. Die Konjunkturentwicklung w\u00fcrde ein Nichtstun unterst\u00fctzen, bleibt die Konjunktur der Eurozone doch hinter der EZB-Projektion zur\u00fcck. Bei der Inflation kam es zwar zu R\u00fcckg\u00e4ngen bei den Ver\u00e4nderungsraten, Gr\u00fcnde sich zur\u00fcckzulehnen, lassen sich daraus aber noch nicht ableiten. Dennoch hat sich der Markt-Konsensus laut Bloomberg derweil mehrheitlich schon auf unver\u00e4nderte Leitzinsen eingestellt. Eine Zinsanhebung, die auch aus Gr\u00fcnden der Glaubw\u00fcrdigkeit erfreulich w\u00e4re, d\u00fcrfte den Markt verschnupft zur\u00fccklassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <strong>technische Situation<\/strong> an den Aktienm\u00e4rkten ist eher beg\u00fcnstigend. Die Relative-St\u00e4rke-Indikatoren bewegen sich in den gro\u00dfen Aktienmarktsegmenten im neutralen Terrain. Ein Abgabedruck ist nicht zu sehen. Die AdvanceDecline-Linien, welche die Anzahl der im Kurs gestiegenen zur Anzahl der gefallenen Aktien ausweisen, deuten auf eine zunehmende Marktbreite des Anstiegs hin. Was allerdings Sorgen bereitet, ist unser \u201eSchwerelosigkeitsIndikator\u201c f\u00fcr die USA, der das Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis auf Basis der auf 12-Monatssicht erwarteten Gewinne der S&amp;P 500 Firmen ins Verh\u00e4ltnis der (niedrigen) Volatilit\u00e4t setzt. Bei einer Standardabweichung nach oben zeigt sich, dass sich dieser in geradezu luftigem Terrain bewegt. Mehr Rezessionsrealismus w\u00e4re angebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Davon ausgehend, dass die EZB keinen weiteren Zinsschritt geht, sieht es nach einer eher unauff\u00e4lligen Woche an den Kapitalm\u00e4rkten aus. Die technische Lage erscheint stabil. Die Konjunkturdaten geben aller Voraussicht nach wenig her f\u00fcr eine grundlegende Revision des vorherrschenden Bildes. Auch die Frage nach der Rezession d\u00fcrfte kaum beantwortet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hoffen wir, dass Godot, pardon, die Rezession der US-Wirtschaft dann am Ende doch nicht kommt, und sich das von den Aktienm\u00e4rkten pr\u00e4ferierten Szenario einer weichen Landung einstellt,<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Die aktuelle Lage an den Kapitalm\u00e4rkten hat so etwas von Samuel Becketts \u201eWarten auf die Godot\u201c: Es wird viel gesprochen \u00fcber die Rezession, aber ob sie am Ende kommt, ist unklar, zumindest was die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt, die USA betrifft.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5193,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-16175","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16175"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16176,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16175\/revisions\/16176"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}