{"id":16242,"date":"2023-09-15T15:24:44","date_gmt":"2023-09-15T13:24:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16242"},"modified":"2023-09-15T15:24:44","modified_gmt":"2023-09-15T13:24:44","slug":"allianz-gi-das-endspiel-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-das-endspiel-beginnt\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Das Endspiel beginnt"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Als <strong>Brandbek\u00e4mpfung<\/strong> l\u00e4sst sich vielleicht am treffendsten die erste Phase im Straffungszyklus der US-Notenbank <strong>Federal Reserve<\/strong> im Jahr 2022 charakterisieren.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Sean Shepley\u00a0 Senior Economist<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis dahin war die Geldpolitik viel zu weit gelockert worden, st\u00fctze die Fiskalpolitik mit exorbitanten Ma\u00dfnahmen die Verbraucherausgaben und zog die Inflation rasant nach oben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 2023, als sich eine Desinflation in den USA abzuzeichnen schien, trat die geldpolitische Straffung in eine <strong>Normalisierungs-phase<\/strong> ein. In der Folge schraubte die Federal Reserve das Tempo, mit dem sie die Zielspanne des Federal Funds Rate (US-Leitzins) erh\u00f6ht hatte, wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt beginnt was man in Anlehnung an eine Schachpartie als <strong>Endspiel in der restriktiveren Zinspolitik der Fed<\/strong> bezeichnen k\u00f6nnte. Es wird zunehmend offensichtlich, dass der Zinsgipfel bald erreicht wird. Dennoch sind wir der Ansicht, dass der geldpolitische Straffungszyklus noch nicht ganz abgeschlossen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie l\u00e4sst sich dieses vermeintliche Paradoxon erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst bleibt festzuhalten, dass sich die Federal Reserve das Endspiel entweder aktiv oder passiv gestalten kann. Eine aktive Vorgehensweise d\u00fcrfte nat\u00fcrlich weitere Zinsanhebungen einschlie\u00dfen, damit die Wahrscheinlichkeit anhaltend hoher Inflation m\u00f6glichst gering bleibt. Einen aktiven Ansatz kann die US-Notenbank aber auch durch eine Anpassung ihrer Wachstums- und Inflationsprognosen, sowie des Leitzinsziels selbst, verfolgen. Diese Faktoren d\u00fcrften unserer Einsch\u00e4tzung nach bei der n\u00e4chsten Fed-Sitzung von gro\u00dfer Bedeutung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus gibt es eine Vielzahl von Akteuren, die dieses Endspiel beeinflussen. Geldpolitische Kurskorrekturen anderer Zentralbanken \u2013 allen voran der <strong>Bank of Japan<\/strong> \u2013 wirken sich auf die Renditen langlaufender Staatsanleihen an den globalen Rentenm\u00e4rkten aus. Diese Renditen haben wegen der Gr\u00f6\u00dfe des US-Hypothekenmarktes, in dem die Mehrheit der Kreditnehmer an feste Zinss\u00e4tze mit Laufzeiten von mehr als zehn Jahren gebunden ist, st\u00e4rkere Auswirkungen auf die US-Wirtschaft als in vielen anderen L\u00e4ndern. Steigende Anleiherenditen schlagen sich zudem in h\u00f6heren Finanzierungskosten von Unternehmen nieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend kann die US-Notenbank selbst im Falle eines vollst\u00e4ndig passiven Vorgehens die monet\u00e4ren Rahmenbedingungen weiter straffen, indem sie die Zinsen bei sinkenden Inflationsraten stabil h\u00e4lt. <strong>H\u00f6here Realzinsen<\/strong>, die sich vereinfacht als die Differenz zwischen den nominalen Anleiherenditen und der zu erwartenden Inflation beschreiben lassen, entfalten eine unmittelbare Wirkung. Denn sie f\u00fchren durch einen h\u00f6heren Diskontierungssatz zu einem Anstieg der von Investoren geforderten Realrenditen ihrer Investitionen in der Realwirtschaft sowie ihrer Investmentportfolios. Diese beiden Entwicklungen sorgen tendenziell f\u00fcr eine Abwertung von Verm\u00f6genswerten, deren Cashflows im Verh\u00e4ltnis zu den Realzinsen bewertet werden. Um die Vielfalt der davon betroffenen Werte zu verdeutlichen k\u00f6nnen diese beispielsweise Infrastrukturanlagen, Immobilien sowie mehrere W\u00e4hrungen, insbesondere Gold, umfassen. Unserer Auffassung nach wird diese passive Straffung viele Monate, nachdem die Fed den Zinserh\u00f6hungszyklus beendet hat, noch andauern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die unmittelbare Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kommende Fed-Sitzung findet vor dem Hintergrund \u00e4u\u00dferst erfreulicher Konjunkturdaten, die eine positive Entwicklung der US-Wirtschaft unterstreichen. Demnach hat sich die realwirtschaftliche Dynamik weiter verfestigt, w\u00e4hrend sowohl die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt als auch die Kerninflation nachgelassen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch wenn dies manche dazu ermutigen k\u00f6nnte, daraus zu schlie\u00dfen, dass das Endspiel so gut wie gelaufen sei und der Sieg gegen die Inflation in greifbare N\u00e4he r\u00fccke: Wir sind der \u00dcberzeugung, dass der geldpolitische Straffungskurs noch nicht abgeschlossen ist.<\/strong> In der Vergangenheit hat ein R\u00fcckgang der Inflation von der Spitze oftmals eine Welle der Renaissance nach sich gezogen &#8211; eine Entwicklung, die sich angesichts j\u00fcngster \u00d6lpreissteigerungen zu wiederholen droht. Aus diesem Grund halten wir es f\u00fcr wahrscheinlich, dass die Fed in ihrer kommenden Sitzung den Leitzins unver\u00e4ndert lassen, in ihren Prognosen weiterhin eine letzte Anhebung vor Jahresende signalisieren und wom\u00f6glich die Aussichten auf Zinssenkungen im n\u00e4chsten Jahr nochmals d\u00e4mpfen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der kommenden Woche finden neben der Sitzung der <strong>Federal Reserve <\/strong>auch Sitzungen der <strong>Bank of England<\/strong> und der <strong>Bank of Japan<\/strong> statt, welche ebenfalls geldpolitische Beschl\u00fcsse verk\u00fcnden werden. Wir rechnen mit einer Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte durch die <strong>Bank of England <\/strong>und einer Beibehaltung des Leitzinses auf dem aktuellen Niveau durch die <strong>Bank of Japan<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst Ende der Woche stehen in den <strong>USA<\/strong>, im <strong>Euroraum<\/strong>, in <strong>Japan<\/strong> und im <strong>Vereinigten K\u00f6nigreich<\/strong> die wichtigsten <strong>Flash-PMI-Daten<\/strong> an. In letzter Zeit gab es in einigen L\u00e4ndern Anzeichen f\u00fcr eine beginnende Stabilisierung im verarbeitenden Gewerbe, die einen wesentlichen Beitrag zur ersehnten \u201eweichen Landung\u201c leisten w\u00fcrde. Die Stimmung im Dienstleistungssektor hat sich im <strong>Euroraum<\/strong> sowie in <strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong> hingegen so stark eingetr\u00fcbt, dass ein weiterer R\u00fcckgang der Einkaufsmanagerindizes die Gefahr einer Schrumpfung der Konjunktur erh\u00f6hen w\u00fcrde. Die im letzten Monat ver\u00f6ffentlichten Erhebungen unter Dienstleistern in den <strong>USA<\/strong> fielen recht unterschiedlich aus, so dass die jetzt anstehenden Indikatoren einen besonders entscheidenden Hinweis auf die Wachstumsaussichten liefern werden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar ist das <strong>Endspiel<\/strong> er\u00f6ffnet. Doch die Woche voraus d\u00fcrfte wohl keine endg\u00fcltige Klarheit \u00fcber dessen Ausgang schaffen. Die meisten Assetm\u00e4rkte werden schlichtweg noch einige Zeit warten m\u00fcssen, bis sie den n\u00e4chsten Schub durch positive Nachrichten erhalten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Als Brandbek\u00e4mpfung l\u00e4sst sich vielleicht am treffendsten die erste Phase im Straffungszyklus der US-Notenbank Federal Reserve im Jahr 2022 charakterisieren.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":15361,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-16242","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16242"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16243,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16242\/revisions\/16243"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}