{"id":16374,"date":"2023-09-29T11:48:11","date_gmt":"2023-09-29T09:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16374"},"modified":"2023-09-29T11:48:40","modified_gmt":"2023-09-29T09:48:40","slug":"allianz-gi-lets-dance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-lets-dance\/","title":{"rendered":"Allianz GI : \u201eLet\u2018s dance\u201c"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Ein unter \u00d6konomen seit langem gel\u00e4ufiges Sprichwort besagt: Wenn die USA niesen, bekommt der Rest der Welt einen Schnupfen.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Greg Meier\u00a0 Director, Senior Economist, Global Economics and Strategy Allianz GI<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mag zwar angesichts der hohen Bedeutung der US-Wirtschaft als offensichtlich erscheinen. Doch es gibt auch <strong>alternative Ansichten<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anleger, die etwa die Lieferkettenst\u00f6rungen w\u00e4hrend der Corona-Pandemie oder die Abwertungen des Renminbi in den Jahren 2015 und 2016 miterlebt haben, k\u00f6nnten daraus schlie\u00dfen, dass die Weltwirtschaft <strong>nach der Konjunktur Chinas<\/strong> tanzt. In Europa war es zu Zeiten Napoleons der \u00f6sterreichische Kanzler Klemens von Metternich, der den Spruch \u201ewenn Paris hustet, bekommt Europa eine Erk\u00e4ltung\u201c erfand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngig von Ihrer pers\u00f6nlichen Weltanschauung sind klare Anzeichen einer bevorstehenden Rezession in den USA erkennbar: Die Treasury-Kurve ist seit 2022 invertiert, die Banken haben ihre Kreditvergabestandards so stark versch\u00e4rft seit 2008 nicht mehr und die Vorlaufindikatoren, die Industrieproduktion sowie die Dynamik im verarbeitenden Gewerbe sind allesamt im negativen Bereich. Dazu kommen die noch anhaltenden Nachwirkungen der seit den fr\u00fchen 1980er Jahren am schnellsten erfolgten <strong>Leitzinserh\u00f6hungen der US-Notenbank Federal Reserve<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deswegen ist es angesichts eines derartig widrigen Umfelds vielleicht nicht verkehrt, die Frage zu stellen: <strong>Warum w\u00e4chst die US-Wirtschaft \u00fcberhaupt noch<\/strong>? Laut Echtzeitsch\u00e4tzungen (\u201eGDPnow\u201c) der Atlanta Fed und der New York Fed wird ein Konjunkturwachstum von 2,1% bis 4,9% in diesem Quartal und m\u00f6glicherweise von einem weiteren Plus von 2% im vierten Quartal 2023 erwartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Offenbar kommt ein Aspekt zum Tragen, der die Wirtschaft in den USA st\u00e4rker unterst\u00fctzt als in anderen L\u00e4ndern, n\u00e4mlich die in den Corona-Jahren aufgebauten <strong>\u00fcbersch\u00fcssigen Ersparnisse<\/strong>. Dabei handelt es sich einfach um eine Kombination aus zwei Faktoren: (1) den beispiellosen fiskalpolitischen Ma\u00dfnahmen sowie (2) den durch die Pandemie erfolgten Gesch\u00e4ftsschlie\u00dfungen und gesundheitlichen Bedenken, die die Verbraucher zum Sparen quasi gezwungen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbersch\u00fcssige Ersparnisse sind zwar kein aus \u00f6konomischer Sicht typisches Ph\u00e4nomen. Allerdings kann die Corona-Delle kaum als typisch bezeichnet werden. Denn einen so drastischen R\u00fcckgang des Bruttoinlandsprodukts um -30% in einem Quartal hatte es<strong> in der j\u00fcngeren Geschichte der USA noch nie gegeben<\/strong>. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die landesweiten Lockdowns und die au\u00dferordentlich umfangreichen geldpolitischen und fiskalischen St\u00fctzungsma\u00dfnahmen. So ist es nicht verwunderlich, dass die San Francisco Fed erkl\u00e4rt hat: Sch\u00e4tzungen zu den gesamten \u00fcbersch\u00fcssigen Ersparnissen sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ausschlaggebend<\/strong> f\u00fcr die Sch\u00e4tzungen ist daher, wie viel vom Haushaltseinkommen in diesem Konjunkturzyklus gespart wird &#8211; also der Trend bei der Sparquote. Ein steigender Trend bedeutet, dass die Menschen mehr von ihren Eink\u00fcnften zur Seite legen, was dazu f\u00fchrt, dass ein geringerer \u201e\u00dcberschuss\u201c f\u00fcr Investitionen zur Verf\u00fcgung steht. Bei einem niedrigeren Trend ist das Gegenteil der Fall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch kleinste Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen gro\u00dfe Auswirkungen haben. So ergab eine im Juni 2023 von der Fed vorgelegte Studie, dass die \u00fcbersch\u00fcssigen Ersparnisse im Q1 2023 aufgebraucht seien. Darin ging sie aber von einer durchschnittlichen monatlichen Sparquote von mehr als 10% aus &#8211; einem Niveau, das nur dreimal zwischen 1986 und 2020 auf Monatsbasis erreicht wurde. Unterstellen wir in diesem Zyklus einen Trend von 8% und damit einen h\u00f6heren Wert als das in den zehn Jahren vor der Pandemie verzeichnete 7,3%, d\u00fcrften die \u201e\u00fcbersch\u00fcssigen Ersparnisse\u201c noch einige Zeit das <strong>Wirtschaftswachstum<\/strong>, und gegebenenfalls auch die Inflation, <strong>weiter aufrechterhalten<\/strong> (siehe dazu unsere Grafik der Woche).<\/p>\n<p><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der kommenden Woche beginnt dann die Gewinnsaison. In diesem Zusammenhang d\u00fcrften drei Faktoren die Nachrichtenlage wesentlich pr\u00e4gen: (1) Der j\u00fcngste Zinsanstieg, (2) die Gefahr eines <strong>Government Shutdowns in den USA<\/strong> (eines kompletten Herunterfahrens des Staats- und Verwaltungsapparats auf Bundesebene) ab dem 1. Oktober und (3) die Ver\u00f6ffentlichung einer Reihe von neuen Konjunkturdaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den wichtigsten Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung geh\u00f6ren am Montag die <strong>Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes<\/strong> in Italien, Frankreich, Deutschland und den USA f\u00fcr September sowie die Tankan-Umfrage zum verarbeitenden Gewerbe in Japan f\u00fcr das 3. Quartal 2023.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen von der JOLTS-Umfrage (\u201eUS Job Openings and Labour Turnover Survey\u201c) zu den <strong>offenen Stellen auf dem US-Arbeitsmarkt<\/strong> stehen am Dienstag nur wenige Indikatoren auf dem Programm. In letzter Zeit sind die offenen Stellen tendenziell zur\u00fcckgegangen, was ein willkommenes Indiz daf\u00fcr ist, dass der Arbeitsmarkt wieder ins Gleichgewicht kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Datenflut nimmt dann am Mittwoch mit den September-PMIs f\u00fcr den Dienstleistungssektor in Italien, Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und den USA an Fahrt auf. Dar\u00fcber hinaus werden die <strong>Einzelhandelsums\u00e4tze<\/strong> und die Inflationsrate bei den Erzeugerpreisen <strong>im Euroraum<\/strong> f\u00fcr August ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag richtet sich das Augenmerk wieder auf Japan, wo die Haushaltsausgaben, die Arbeitnehmerl\u00f6hne und die Vorlaufindikatoren f\u00fcr August gemeldet werden. Vor dem Hintergrund des sprunghaften Anstiegs bei den <strong>britischen Hypothekenzinsen<\/strong> werden Anleger in Gro\u00dfbritannien die Hauspreise von Halifax im Blick haben, um zu erfahren, ob diese weiter gesunken sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Abschluss der Woche bildet am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Obwohl Konsenssch\u00e4tzungen auf eine Verlangsamung der Neueinstellungen im September hindeuten, sollte im Hinterkopf behalten werden, dass dies in Anbetracht der hohen Anzahl offener Stellen lediglich auf einen <strong>Mangel an Arbeitskr\u00e4ften<\/strong> zur\u00fcckzuf\u00fchren sein d\u00fcrfte. Die Erwartungen gehen von einer niedrigeren Arbeitslosenquote sowie einem m\u00f6glicherweise h\u00f6heren Anstieg der L\u00f6hne aus<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Ein unter \u00d6konomen seit langem gel\u00e4ufiges Sprichwort besagt: Wenn die USA niesen, bekommt der Rest der Welt einen Schnupfen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5408,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-16374","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16374"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16375,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16374\/revisions\/16375"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}