{"id":16384,"date":"2023-01-25T15:26:05","date_gmt":"2023-01-25T14:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=16384"},"modified":"2023-01-25T15:26:05","modified_gmt":"2023-01-25T14:26:05","slug":"blackrock-warten-auf-die-rezession","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-warten-auf-die-rezession\/","title":{"rendered":"BlackRock : Warten auf die Rezession"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock : <\/strong>Wie hart ist der Stein, in den die Rezessionsgewissheit gemeisselt ist?<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das fragen sich zurzeit viele Anleger, die einerseits auf Zeichen f\u00fcr die \u00fcberall angek\u00fcndigte Rezession warten, andererseits feststellen, dass die Inflationsraten sinken und hoffen, die Zentralbanken k\u00f6nnten schon bald wieder von der bremsenden auf die unterst\u00fctzende Seite wechseln. Derweil hat der MSCI World seit Jahresbeginn um 5% zugelegt, der DAX sogar um 8%. Und die gute Laune bei Aktieninvestoren, die in den letzten 50 Jahren nach einem positiven Januar in \u00fcber 70% der F\u00e4lle auch eine erfreuliche Gesamtjahresperformance zur Folge hatte, wird begleitet durch einen \u2013 mindestens ebenso bemerkenswerten \u2013 2,3%-Anstieg bei globalen Anleihen. Aber wieviel Realismus steckt in diesem Januartraum von Goldilocks? Besser als 2022 wird dieses Jahr wohl wirklich \u2013 kein Wunder. Aber die schlechte Nachricht lautet: Es bleibt kompliziert. Werfen wir einen Blick auf die Unw\u00e4gbarkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache, dass die viel beschriebene Rezession bisher nicht eingetreten ist, l\u00e4sst sich gut mit der Tatsache begr\u00fcnden, dass typischerweise die Zeitverz\u00f6gerung geldpolitischer Straffung sehr lang ist. \u00d6konomische Studien kommen meist zu dem Ergebnis, dass es weit \u00fcber ein Jahr dauert, bis der Grossteil der Folgen von Zinsanhebungen und\/oder Liquidit\u00e4tsverknappung vollst\u00e4ndig in der Realwirtschaft angekommen ist. Somit ist es nicht verwunderlich, dass es noch Zeit braucht, bis die in den USA im M\u00e4rz und im Euroraum im Juli 2022 begonnenen Straffungsschritte messbare Bremsspuren hinterlassen. Es gibt allerdings Sektoren der Volkswirtschaft, in denen vor allem h\u00f6here Zinsen nahezu unmittelbar wirken, etwa der Immobilienmarkt. Und genau hier sind die restriktiven Impulse der Notenbanken auch schnell sp\u00fcrbar geworden, etwa mit dem R\u00fcckgang von Baut\u00e4tigkeit und Immobilienumsatz in den Vereinigten Staaten oder dem Abk\u00fchlen des Preisanstiegs f\u00fcr Wohnungen und H\u00e4user in deutschen Grossst\u00e4dten. Nun hat sich aber genau in diesem Bereich, der so sensibel auf h\u00f6here Zinsen reagiert, im Dezember Entspannung gezeigt. Die in der Vorwoche publizierten Daten f\u00fcr Hypothekenantr\u00e4ge in den USA waren positiv, ebenso wie der NAHB Immobilienpreisindex. Und bei Baugenehmigungen und Neubauprojekten scheint sich ein Boden herauszubilden. Diese Signale einer schnellen Erholung am amerikanischen H\u00e4usermarkt w\u00e4ren, sollten sie sich verfestigen, ein wichtiges Zeichen daf\u00fcr, dass die bef\u00fcrchtete Rezession ausbleiben oder zumindest nicht so tief verlaufen k\u00f6nnte wie erwartet. Denn in den USA sind die H\u00e4userpreise eine nicht zu vernachl\u00e4ssigende Determinante des Konsumverhaltens oder, um es in \u00d6konomensprech auszudr\u00fccken, Verm\u00f6genswerteffekte generell ein bedeutender Faktor in der Transmission der Geldpolitik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend j\u00fcngste Daten, unter anderem vom Immobilienmarkt, also die Hoffnung, doch ohne Rezession davonzukommen und damit die Januarrally unterst\u00fctzt haben, sollten Anleger bez\u00fcglich der zweiten Ingredienz der Champagnerlaune vorsichtig sein. Die Rede ist von der Erwartung, die Zentralbanken m\u00f6gen, sobald die Inflation im Griff und damit ihre Mission erf\u00fcllt ist, wieder in den Unterst\u00fctzungsmodus umschalten. Zurzeit preist der Markt f\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte rund 50 Basispunkte an Zinssenkungen seitens der Fed ein. Und so ist es in der Vergangenheit ja auch oft gewesen: Schon kurz nach dem letzten Zinsschritt nach oben folgte die Einleitung der n\u00e4chsten Lockerung, oft schon im folgenden Quartal. Die Frage ist nur: D\u00fcrfen wir Muster der Vergangenheit ohne weiteres auf den aktuellen Fall \u00fcbertragen? Da sind mehr als nur milde Zweifel angebracht, hat doch die von Angebotsknappheiten dominierte Post-Covid-Welt bereits jetzt erheblich den Glauben ersch\u00fcttert an eine Weiterexistenz der \u201aGreat Moderation\u2018, welche die letzten gut 35 Jahre gepr\u00e4gt hat. So k\u00f6nnte es nach einem starken, von Basiseffekten unterst\u00fctzten Inflationsr\u00fcckgang in den n\u00e4chsten Monaten durchaus sein, dass sich die bisher als eher l\u00e4ngerfristig erwarteten strukturellen Inflationstreiber wie Arbeitskr\u00e4ftemangel, gr\u00fcne Transformation und Abschw\u00e4chung des globalen Handels schneller auswirken als geplant. Das Ergebnis k\u00f6nnte sein, dass die Notenbanken in der Erwartung einer mittelfristig st\u00e4rkeren Preisdynamik nicht bereit sind, die Zinsen schon bald wieder unter das neutrale Niveau zu senken. Auf genau diese Positionierung deutet zurzeit die Kommunikation von Fed und EZB hin, am Markt scheint sie aber bis dato noch nicht sehr ernst genommen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock : Geopolitik sorgt f\u00fcr zus\u00e4tzliche Unsicherheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als w\u00e4ren die unsicheren Fragen, ob eine Rezession vor der T\u00fcr steht oder ob Zentralbanken bald bereit sein werden, zumindest den Fuss von der Bremse zu nehmen, nicht schon genug, erschwert die Geopolitik auch in diesem Jahr den Blick in die Glaskugel. So k\u00f6nnte die Neuorientierung der Coronapolitik in Ostasien zu einem st\u00e4rkeren wirtschaftlichen Neustart in der Region und f\u00fcr die Welt f\u00fchren, gleichzeitig aber Auseinandersetzungen mit dem Westen um Handels- und sonstige Politik sich versch\u00e4rfen. Ebenso schwebt \u00fcber jedem vorsichtigen Optimismus die schreckliche Realit\u00e4t der russischen Aggression in der Ukraine und die Angst vor weiterer Eskalation. Vielleicht sollten Anleger daher den erfreulichen Januar nicht allzu sehr als Massstab f\u00fcr das gesamte Jahr nehmen und vorsichtig positioniert bleiben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Wie hart ist der Stein, in den die Rezessionsgewissheit gemeisselt ist?<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,674],"class_list":["post-16384","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-martin-lueck"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16384\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}