{"id":16425,"date":"2023-10-06T12:06:07","date_gmt":"2023-10-06T10:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16425"},"modified":"2023-10-06T12:11:04","modified_gmt":"2023-10-06T10:11:04","slug":"allianz-gi-truebe-herbsttoene-und-rote-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-truebe-herbsttoene-und-rote-zahlen\/","title":{"rendered":"Allianz GI : Tr\u00fcbe Herbstt\u00f6ne \u2026 und rote Zahlen"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : Wenn es darum geht, ein Bild f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Performance an den Kapitalm\u00e4rkten zu finden, dann wurden die gr\u00fcnen Farben des Fr\u00fchlings in den letzten Wochen durch zunehmend dunklere Herbstt\u00f6ne ersetzt.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Sean Shepley Senior Economist<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei f\u00e4llt es immer schwerer, die Gleichkl\u00e4nge mit dem Jahr 2022 zu \u00fcberh\u00f6ren: Aufw\u00e4rtsdruck auf die Anleiherenditen, Abw\u00e4rtsdruck auf die Aktienkurse und zunehmende Sorgen \u00fcber die Wachstumsaussichten in L\u00e4ndern, die besonders von Energieimporten abh\u00e4ngig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Markteinbruch im letzten Jahr bildete den H\u00f6hepunkt einer Phase au\u00dfergew\u00f6hnlich lockerer Geld- und Fiskalpolitik, auf die ein unangenehmer Anstieg der Inflation folgte. Dieser zwang die Zentralbanken in den Industriel\u00e4ndern zur abrupten Umkehr. Doch war der Optimismus unter den Marktteilnehmern in diesem Jahr vor allem auf Anzeichen daf\u00fcr zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass sich der steigende Inflationsdruck wieder gedreht hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was f\u00fchrte zur Eintr\u00fcbung der Stimmung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst haben sich die Aktienm\u00e4rkte im Vergleich zu den Tiefst\u00e4nden im Oktober letzten Jahres wesentlich erholt. Diese Entwicklung spiegelt zum Teil die gestiegenen Gewinnerwartungen der Unternehmen wider. Vielerorts sorgte aber auch wachsende Zuversicht \u00fcber eine Stabilisierung der Konjunktur, die es erm\u00f6glichte, die oben erw\u00e4hnten Gewinne weit in die Zukunft zu diskontieren, f\u00fcr h\u00f6here Multiplikatoren und damit f\u00fcr h\u00f6here Kurse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Rentenm\u00e4rkte allerdings gilt nicht das Gleiche. Hier hat sich die anfangs gehegte Erwartung, die Zinsen w\u00fcrden ein Eiffelturm-Muster bilden (d. h. eine auf einen starken Anstieg der Zinsen folgende rasche Lockerung durch die Zentralbanken), nicht erf\u00fcllt. Vielmehr wurde sie im Laufe des Jahres immer st\u00e4rker durch die Erkenntnis abgel\u00f6st, dass die \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c f\u00fcr Leitzinsen in der PostCorona-Welt hei\u00dft, auf einem substanziell h\u00f6heren Niveau zu liegen als davor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis sind die Renditen langlaufender Anleihen sukzessive gestiegen. Zun\u00e4chst waren es haupts\u00e4chlich die erh\u00f6hten Inflationserwartungen, die diese Entwicklung antrieben. Darauf folgten die Straffungsma\u00dfnahmen der Notenbanken, die die Zinsen \u00fcber die gesamte Kurve hinweg ansteigen lie\u00dfen. Zuletzt sind die langfristigen Realzinsen (die als Differenz zwischen der Anleiherendite und den Inflationserwartungen betrachtet werden kann) weiter geklettert, obwohl die Zentralbanken das Tempo ihrer restriktiven Haltung inzwischen gedrosselt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vor allem drei Faktoren tragen zum Anstieg der Renditen bei:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Faktor, der aller Wahrscheinlichkeit nach die geringsten Auswirkungen hat, ist die Entscheidung der <strong>Bank of Japan<\/strong>, ihre Politik der Zinskurvensteuerung zu lockern. Es kam daraufhin zu einem deutlichen Anstieg der Renditen japanischer Staatsanleihen, der wiederum einen Dominoeffekt auf andere M\u00e4rkte zur Folge hatte und die Nachfrage nach langlaufenden Papieren negativ beeinflusste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen hat die Entscheidung <strong>Saudi-Arabiens<\/strong> und <strong>Russlands<\/strong>, die K\u00fcrzungen ihrer \u00d6l-F\u00f6rdermengen bis zum Ende des Jahres zu verl\u00e4ngern, eine heftige Reaktion an den M\u00e4rkten ausgel\u00f6st. Allein im September sind die \u00d6lpreise um mehr als 10 % gestiegen und hat sich seit dem Tiefstand im Juni um \u00fcber ein Drittel erh\u00f6ht. Angesichts der Bem\u00fchungen der Notenbanken, die Inflation schnellstm\u00f6glich auf die angestrebte Zielmarke zu dr\u00fccken, kommt ein erneuter Preisschock denkbar ungelegen. In dieser Hinsicht steht die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) wohl am ung\u00fcnstigsten da, hatte sie doch erst im September den Leitzins trotz Anzeichen einer Verlangsamung der Konjunktur und einer anhaltenden Schrumpfung der Geldmengenaggregate im Euroraum erh\u00f6ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und zu guter Letzt, die US-Notenbank <strong>Federal Reserve<\/strong> (Fed) hat die Leitzinsen im September nicht angehoben. Allerdings signalisierte der von den Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses <strong>FOMC<\/strong> (Federal Open Market Committee) angek\u00fcndigte Kurswechsel bei den projizierten Leitzinsen einen deutlich weniger erfreulichen Ausblick f\u00fcr 2024. Im Vorfeld der Sitzung hatten Marktteilnehmer angesichts nachlassender Kerninflationsraten darauf gehofft, dass der Fed gen\u00fcgend Spielraum f\u00fcr eine Zinssenkung geblieben w\u00e4re \u2013 selbst bei einer Erholung der USWirtschaft. Diese Hoffnungen wurden jedoch zunichte gemacht, denn die Botschaft der Fed lautet scheinbar: Bleiben die Wachstumsaussichten positiv, bleiben die Zinsen hoch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folglich mussten die Markterwartungen an eine Reduzierung der Leitzinsen entsprechend zur\u00fcckgeschraubt werden. Das hat zu in au\u00dfergew\u00f6hnlich starkem Ma\u00dfe ansteigenden Anleiherenditen gef\u00fchrt \u2013 was insofern \u00fcberrascht, als das Ende des Zinserh\u00f6hungszyklus unmittelbar bevorstehen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcberlegungen zur taktischen Asset Allokation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr das kommende Quartal lassen sich drei wesentliche Impulse identifizieren, die die M\u00e4rkte beeinflussen: Erstens d\u00fcrften die Folgen der restriktiven Geldpolitik in Form einer Abk\u00fchlung der Konjunktur (USA, China) oder m\u00f6glicherweise sogar einer Rezession (in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern) immer deutlicher sp\u00fcrbar werden. Diese Entwicklung stellt f\u00fcr jene Aktienm\u00e4rkte eine Herausforderung dar, an denen steigende Gewinnerwartungen bisher am st\u00e4rksten zur Performance beigetragen haben. Das spricht f\u00fcr die relativen Vorteile von Strategien, die auf best\u00e4ndige Dividendenertr\u00e4ge ausgerichtet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens bedeutet die Annahme einer \u2013 vor dem Hintergrund steigender \u00d6lpreise \u2013 auf erh\u00f6htem Niveau bleibenden Inflation, dass Aktienm\u00e4rkte im Falle einer wieder anziehenden Konjunktur nicht profitieren k\u00f6nnen. Denn der sich daraus ergebende Anstieg der Anleiherenditen w\u00fcrde den Aufw\u00e4rtstrend untergraben \u2013 wie in den letzten Monaten zu beobachten war. Stattdessen scheinen eine gewisse D\u00e4mpfung der Nachfrage sowie Hinweise auf einen weiteren R\u00fcckgang der Inflation ausschlaggebend f\u00fcr die Stabilisierung der Zinserwartungen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drittens bleiben die Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t erh\u00f6ht. Die Grundlagen f\u00fcr eine steigende Volatilit\u00e4t scheinen bereits gelegt. Wenn die gro\u00dfen Notenbanken zu weiteren Straffungsma\u00dfnahmen greifen sollten, w\u00fcrde die Finanzstabilit\u00e4t in dieser fortgeschrittenen Phase des Zyklus noch st\u00e4rker auf die Probe gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend bleibt ein Thema des vergangenen Monats auf der Agenda: Im Hinblick auf die taktische Allokation lassen steigende Anleiherenditen die Rentenm\u00e4rkte gegen\u00fcber anderen Anlageformen zusehends attraktiver werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammengefasst d\u00fcrften die tr\u00fcben Herbstt\u00f6ne (und roten Zahlen) in diesem Jahr nur schwer abzusch\u00fctteln sein. Vor diesem Hintergrund stellen sich vorausschauende Anleger auf ein Marktumfeld, in dem noch weitere Herausforderungen lauern, ein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : Wenn es darum geht, ein Bild f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Performance an den Kapitalm\u00e4rkten zu finden, dann wurden die gr\u00fcnen Farben des Fr\u00fchlings in den letzten Wochen durch zunehmend dunklere Herbstt\u00f6ne ersetzt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":16437,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-16425","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16425","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16425"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16425\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16426,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16425\/revisions\/16426"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}