{"id":16518,"date":"2023-10-17T11:42:18","date_gmt":"2023-10-17T09:42:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=16518"},"modified":"2023-10-17T11:43:40","modified_gmt":"2023-10-17T09:43:40","slug":"jupiter-am-die-hoehere-inflation-und-das-dilemma-der-zentralbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/jupiter-am-die-hoehere-inflation-und-das-dilemma-der-zentralbanken\/","title":{"rendered":"Jupiter AM : Die h\u00f6here Inflation und das Dilemma der Zentralbanken"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Jupiter AM\u00a0<\/strong> : Auf der Nachfrageseite hat sich die US-Wirtschaft zuletzt sehr robust gezeigt. Die Staatsausgaben der Biden-Regierung sind enorm und st\u00fctzen das Wachstum in einer Zeit niedriger Arbeitslosigkeit.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\"><span class=\"markedContent\">Von Mark Nash, Investment Manager, Fixed Income \u2013 Absolute Return, bei Jupiter AM<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Das erkl\u00e4rt, warum die hohen Zinsen den Wachstumsmotor noch nicht abgew\u00fcrgt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verbraucher haben Arbeit, die L\u00f6hne steigen und wenn die Inflation nachl\u00e4sst, k\u00f6nnten reale Einkom- menszuw\u00e4chse den Konsum bis ins n\u00e4chste Jahr hinein st\u00fctzen. Ausserdem sehen wir eine angebotsseitige Reaktion auf diese Nachfrage. Der Arbeitsmarkt w\u00e4chst, die Erwerbst\u00e4tigenquote steigt und die Produktivit\u00e4t\u00a0 erholt sich. All das ist wichtig, um die steigende Nachfrage zu bedienen, zu der auch staatliche Konjunktur-programme wie Pr\u00e4sident Bidens Inflation Reduction Act, h\u00f6here Verteidigungsausgaben und Investitions- ausgaben im Zusammenhang mit geopolitischen Ver\u00e4nderungen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L\u00e4ngerfristig h\u00f6her<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die US-Notenbank (Fed) erwartet, dass die Inflation sinken wird, auch wenn dieser Prozess etwas l\u00e4nger dauern k\u00f6nnte, und rechnet nicht mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Sie geht davon aus, dass Produktivit\u00e4tsgewinne helfen werden, den Preisdruck zu mindern. In Anbetracht des starken Wachstums glauben wir jedoch, dass die Fed die Zinsen noch l\u00e4nger auf einem h\u00f6heren Niveau halten m\u00fcssen wird \u2013 und der Markt diese Aussicht akzeptieren muss. Ich sehe nicht, wie es zu einer Rezession kommen k\u00f6nnte. Angesichts der seit der globalen Finanzkrise deutlich gest\u00e4rkten Bilanzen halten wir eine Systemkrise mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft f\u00fcr unwahrscheinlicher. In Anbetracht der fehlenden Nachfrage nach Duration, der quantitativen Straffung, der massiven Haushaltsausgaben, des starken US-Dollars und der h\u00f6heren Energiepreise ist eine Anleihenkrise jedoch ein Risiko. Es wird zu Zahlungsaus- f\u00e4llen kommen, Zombie-Unternehmen, die sich in der Zeit der billigen Kredite \u00fcberschuldet haben, werden die h\u00f6heren Zinsen nicht verkraften, und einige Verbraucher mit variabel verzinsten Hypotheken werden die gestiegenen Zinsen ebenfalls schmerzlich zu sp\u00fcren bekommen. Am Ausblick f\u00fcr die Weltwirtschaft wird das jedoch nichts \u00e4ndern. Der Dollar wird stark bleiben und US-Risikoanlagen stehen gut da.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Europa und Grossbritannien ist die Lage schwieriger. Die hohen Zinsen und die Wachstumsabschw\u00e4- chung in China d\u00e4mpfen die Nachfrage, die Inflation ist immer noch viel zu hoch und die Arbeitsmarktsitua- tion ist weniger robust. Hier sieht es eher nach einer Stagflation aus. Europa und Grossbritannien werden den h\u00f6heren \u00d6lpreis und den st\u00e4rkeren Dollar negativ zu sp\u00fcren bekommen. Falls die Bank of England (BOE) und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) ihre Zinserh\u00f6hungen beenden sollten, werden ihre W\u00e4hrungen abwerten, was Energieimporte in US-Dollar noch teurer machen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geopolitische Ver\u00e4nderungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die chinesische Wirtschaft hat sich seit dem Ende der Corona-Lockdowns noch nicht nennenswert erholt, was auch auf strukturelle Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die chinesische Regierung h\u00e4lt sich mit weiteren Konjunkturprogrammen zur\u00fcck. Sie ist besorgt \u00fcber die Staatsverschuldung und strebt ein qualitativ besse- res Wachstum an. Chinas Investitionen haben die Welt 20 Jahre lang gest\u00fctzt, aber jetzt verschiebt sich das geopolitische Gef\u00fcge \u2013 mit deutlich erkennbaren Auswirkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fcnftig wird sich jeder st\u00e4rker um sich selbst k\u00fcmmern m\u00fcssen. Keine russische Energie mehr f\u00fcr Europa und keine billigen Waren aus China. Nach den massiven Lieferkettenproblemen w\u00e4hrend der Pandemie, die durch die Abh\u00e4ngigkeit von China verursacht wurden, bem\u00fchen sich die L\u00e4nder jetzt zunehmend um den Aufbau von Kapazit\u00e4ten im Inland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sollte zu h\u00f6heren Anlageinvestitionen und Staatsausgaben im Westen f\u00fchren. Darin ist Europa bislang nicht sehr gut gewesen. Letztlich sollten sich das Wachstum und die Nachfrage jedoch wieder erholen. Solange die L\u00e4nder diese h\u00f6here Nachfrage dann mit mehr Arbeitskr\u00e4ften und einer h\u00f6heren Produktivit\u00e4t bedienen k\u00f6nnen, wird alles gut sein. Die Inflation wird aber nie vollst\u00e4ndig verschwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wettlauf nach oben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Welt, in der sich die Waren weltweit verteuert haben, liefern sich Zinsen und W\u00e4hrungen keinen Wettlauf nach unten, sondern nach oben. Das ist ein neues Ph\u00e4nomen. Die Zentralbanken stehen jetzt vor einer schwierigen Entscheidung: Sie k\u00f6nnen ihre Volkswirtschaften sch\u00fctzen und eine h\u00f6here Inflation akzeptieren oder versuchen, die Inflation auszumerzen, und damit die Wirtschaft in die Knie zwingen. Die Fed ist diesbez\u00fcglich in einer besseren Position als die EZB oder die BOE. Viele heutige Investoren haben ein derartiges Marktumfeld noch nicht erlebt \u2013 sie kennen nur eine niedrige Inflation. Das aktuelle Umfeld erfordert andere Anlagestrategien. F\u00fcr das Management von Anleihenstrategien in einem unberechenbaren makro\u00f6konomischen Umfeld bedarf es einer hohen Flexibilit\u00e4t. Das ausschliesslich aus Long-Positionen in Aktien und Anleihen bestehende 60-40-Portfoliomodell (60% Aktien, 40% Anleihen) hat sich lange bew\u00e4hrt. Jetzt aber stehen relative Bewertungsunterschiede und die Bottom-up-Auswahl von Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen im Fokus. Wir sehen uns in einer v\u00f6llig neuen Investmentwelt, durch die sich hervorragende M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Absolute-Return-Strategien er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div class=\"nospace\"><\/div>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jupiter AM\u00a0 : Auf der Nachfrageseite hat sich die US-Wirtschaft zuletzt sehr robust gezeigt. 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