{"id":1668,"date":"2015-06-11T05:00:00","date_gmt":"2015-06-11T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2015\/06\/11\/die-zauderer\/"},"modified":"2015-06-11T05:00:00","modified_gmt":"2015-06-11T05:00:00","slug":"die-zauderer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/die-zauderer\/","title":{"rendered":"Die Zauderer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Quintus Fabius Maximus Verru-cosus war f&uuml;nfmal r&ouml;mischer Konsul und sogar zweimal Al-leinherrscher Roms. Im Jahre 217 v. Chr. w&auml;hlte ihn das r&ouml;mi-sche Volk zum Diktator. Rom sah sich damals einer einzigarti-gen historischen Bedrohung gegen&uuml;ber, welche seinen Auf-stieg zur Weltmacht in Frage stellte&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der siegreichen Schlacht am Trasimenischen See marschierten die Kar-thager unter Hannibal Richtung Rom, ohne dass sich ihnen eine r&ouml;mische Streitmacht in den Weg gestellt h&auml;tte. Rom war aber mehr oder weniger ungesch&uuml;tzt. Es ist heute weder nachvollziehbar, wieso die Karthager Rom nicht eroberten noch wieso die R&ouml;mer nicht ver-suchten, die Karthager schon weit vor Rom abzufangen. Im Nachhinein stellte es sich als Gl&uuml;cksfall heraus, dass die r&ouml;mischen Legionen unter der Befehlsgewalt von Quintus Fabius nie die offene Feldschlacht gesucht hat-ten. Diese abwartende Taktik brachte Quintus nicht nur wenig Sympathien ein, sondern auch den Beinamen &bdquo;Cunctator&ldquo;, was so viel bedeutet wie Zauderer und sicherlich kein Lob ausdr&uuml;ckt. Die hoffnungsvolle Passivi-t&auml;t war die exakt richtige Strategie, wenn auch nur zuf&auml;l-lig. Das war vor gut 2000 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8220;Bis repetita non placent&#8221; &ndash; &#8220;Wiederholungen gefallen nicht&#8221;, sagt der Lateiner. Doch sechs Jahre nach der Lehman Pleite ist das Zaudern nicht nur wieder salonf&auml;-hig, sondern scheint sogar zur obersten politischen Handlungsmaxime zu werden &#8211; immer wieder. Nur heute ist es kein einzelner Diktator mehr, der zaudert, sondern das Diktat des Zauderns ist selbst zum Regime geworden. Denn es regieren gleich mehrere Zauderer, die alle eins gemein haben. Sie hoffen, dass es die Zukunft richten wird, um nicht schon in der Gegenwart die ganze Wahr-heit erz&auml;hlen oder unangenehme Entscheidungen treffen zu m&uuml;ssen. Exemplarisch l&auml;sst sich das an Griechenland festmachen, dessen Spiel auf Zeit bzw. gegen die Zeit einem inzwischen so vorkommt, als dass es gar nicht mehr um den Faktor Zeit ginge sondern darum, der zau-dernden EU das Verschulden f&uuml;r die eigene Misere des Zauderns in die Schuhe zu schieben. F&uuml;r jede Bring-schuld, die Griechenland bisher nicht bediente, wurden seitens der EU h&ouml;chstens die Tonalit&auml;t verst&auml;rkt, aber nie Sanktionen gesprochen und maximal konditionierte Fris-ten gesprochen. So wird Griechenland immer wieder mehr Zeit gew&auml;hrt, wenn dem Land der Ausfall droht und es den Auflagen der &#8220;Troika&#8221; nicht nachkommt. Das Spiel geht nur mittlerweile schon so lange, dass auch die Geduld der Finanzm&auml;rkte allm&auml;hlich zu reissen droht. Vor&uuml;bergehend hatten sie Griechenland sogar als aus-nahmsweisen Betriebsunfall abgeschrieben, den die W&auml;hrungsunion verkraften w&uuml;rde. Doch sp&auml;testens seit dem erneuten Zahlungsaufschub f&uuml;r die Griechen bis Ende des Monats wird auch den M&auml;rkten klar, dass sich das ewige Zaudern und Durchwursteln dem Ende zu neigt. Wohl vornehmlich deshalb kamen die europ&auml;i-schen Aktien letzte Woche geh&ouml;rig unter Druck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch in den USA <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Zaudern ist indes kein europ&auml;isches Ph&auml;nomen und l&auml;ngst nicht nur ein Charakteristikum der globalen Exeku-tiven. Auch die, die l&auml;ngst das Zepter &uuml;bernommen ha-ben, die Notenbanken sind dem Zaudern verfallen. Im Unwissen dar&uuml;ber, was passieren wird, wenn die mone-t&auml;ren Rahmenbedingungen auch nur im Kleinsten wieder Richtung Normalit&auml;t ausgerichtet werden, lassen sie es lieber gleich sein, diese herbeizuf&uuml;hren. Die Dauerwarn-zentrale der Weltm&auml;rkte, der Internationale W&auml;hrungs-fonds, fordert nun sogar die amerikanische Notenbank dazu auf, die Zinsen bloss nicht zu fr&uuml;h anzuheben, also weiter zu zaudern. Nichts anderes tat die US-Notenbank bisher auch, nun wird sie auch noch ermutigt, diesen Kurs des Zauderns fort zu setzen. Das d&uuml;rfte der ameri-kanischen Notenbankchefin Janet Yellen einerseits wie gerufen kommen. Sie m&ouml;chte ja schliesslich nicht der Katalysator daf&uuml;r sein, dass das Ende des Zauderns in ein Grauen m&uuml;ndet. Andererseits verlieren aber die Finanz-m&auml;rkte allm&auml;hlich die Geduld. Der erneute Ausverkauf an den globalen Rentenm&auml;rkten, die Korrektur der Aktien-notierungen in Europa bzw. deren Seitw&auml;rtsbewegung in den USA sowie die immer wieder emporschnellende Volatilit&auml;t an allen M&auml;rkten sind deutliche Anzeichen daf&uuml;r, dass die M&auml;rkte Antworten suchen und nicht Trost. Trost im Sinne einer Vertr&ouml;stung auf sp&auml;ter. Damit geben sich die M&auml;rkte nicht mehr lange zufrieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zeit zum Handeln <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zaudern heisst nichts anderes, als Zeit zu kaufen. Das kann, wie uns die Geschichte lehrt, in Einzelf&auml;llen eine erfolgreiche Strategie sein, wenn die teuer erworbene Zeit auch genutzt wird. Rom z.B. nutzte damals die Zeit, um sich zu wappnen und hatte dazu noch das Gl&uuml;ck eines pl&ouml;tzlich ebenfalls ins Zaudern verfallenden Hanni-bals. Auf dieses Gl&uuml;ck k&ouml;nnen die amtierenden Zauderer nicht mehr hoffen. Das machen die j&uuml;ngsten Reaktionen der Finanzm&auml;rkte deutlich. Die Korrekturen kamen nicht etwa wie die letzten Jahre aus Angst davor zustande, das Zaudern w&uuml;rde Taten weichen, sondern weil das Zaudern Bestand zu haben scheint. Eine klare Botschaft der M&auml;rk-te: Zaudern gef&auml;llt nicht mehr, es wird Zeit zum Handeln. Es ist nicht nur ungewiss sondern vielleicht auch ein Spiel mit dem Feuer, das Ultimatum f&uuml;r Griechenland konse-quent einzufordern oder in den USA im September die Zinsen zu erh&ouml;hen oder die Haushaltskonsolidierung in den Industriestaaten ernsthaft zu forcieren. Doch das Spiel auf Zeit ist mittlerweile auch ein Spiel mit dem Feu-er geworden, wie die M&auml;rkte zuletzt artikulierten. Sie erleben die Zauderei immer mehr als Schrecken ohne Ende, ganz und gar nicht im Sinne der Zauderer. Denn die m&uuml;ssen nun doch noch tun statt lassen. Wir werden sehen, ob sie Ende Juni schon dazu bereit sind. Die M&auml;rk-te d&uuml;rften bis dahin kaum Ruhe geben. Es hat sich aus-gezaudert.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quintus Fabius Maximus Verru-cosus war f&uuml;nfmal r&ouml;mischer Konsul und sogar zweimal Al-leinherrscher Roms. Im Jahre 217 v. Chr. w&auml;hlte ihn das r&ouml;mi-sche Volk zum Diktator. 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